|| T Ä G L I C H E D O S I S K U N S T I M J U L I 2 0 2 6 ||
Vor 34 Jahren – am 3. Juli 1992 – ist der Künstler Bruno Fischer-Uwe in Worpswede gestorben.
Bruno Fischer-Uwe
1915 Phalsbourg (Lothringen) – 1992 Worpswede
‚sommerliche Erntelandschaft‘ (aus dem Hegau bei Engen?)
unten rechts signiert, [um 1960-70]
Öl / Leinwand
96 x 118,5 cm
€ 1.300,-
Bruno Fischer-Uwe wuchs in Bremerhaven auf, studierte dann in Leipzig (u.a. bei Willi Geiger) und war danach als freischaffender Künstler tätig. Er unternahm zahlreiche Reisen und kam so 1934 das erste Mal in die Künstlerkolonie Worpswede – diesen Ort besuchte er fortan regelmäßig. Bis zum Kriegsausbruch lebte er in einem Bauernhaus in Ahrenshoop an der Ostsee. Nach Krieg und Gefangenschaft war er 1946 Gründer und Direktor der Osnabrücker Kunsthochschule, die aber 1947 aus finanziellen Gründen wieder schließen musste. Fortan war er wieder freischaffend tätig und reiste viel. 1968 erhielt er eine Professur an der Kunstakademie in Dublin. 1971 ließ sich die Familie endgültig in Worpswede nieder.
Die Landschaft war das bevorzugte Motiv des Künstlers. Zumeist waren es Orte aus dem Norden Deutschlands, doch finden sich im Schaffen auch immer wieder Ansichten aus seinen zahlreichen Reisen.
Dieses in durchaus beachtlicher Größe ausgeführte Werk dürfte als Grundlage eine solche Reise gehabt haben. Unter dem von Wolken bewegten, sommerlichen Himmel zeigt sich eine weite Landschaft mit Feldern, Korngarben, einzelnen Bäumen und im Hintergrund markant aufragenden Bergen. Der vordere Berg erinnert in seiner Form dabei explizit an den Hohenhewen bei Engen.
Am 2. Juli 1943 – vor genau 83 Jahren – verstarb der Peter Ludwigs in der Strafvollzugsanstalt „Ulmer Höh‘“.
Peter Ludwigs
1888 Aachen – 1943 Düsseldorf
‚Stillleben mit üppigem Blumenstrauß, Kürbis, Obst und Krug‘
unten links signiert, [um 1925-35]
Öl / Leinwand
90 x 65,4 cm
€ 3.700,-
Peter Ludwigs wollte anfangs Bildhauer werden und studierte in Aachen, Lüttich, Brüssel und Düsseldorf. Nach dem Kriegsdienst steht er unter dem Einfluss des Expressionismus und engagiert sich in künstlerischen und auch politischen Gruppen, wie „Aktivistenbund“, „Junges Rheinland“, „KPD“. 1929 wird er einer der Mitgründer der „ASSO“ in Düsseldorf.
Ab 1933 tritt eine Zäsur ein, er kann nicht mehr ausstellen und ist von der Wohlfahrt abhängig. 1937 wird er wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ drei Monate lang inhaftiert. In demselben Jahr werden in Düsseldorf zwei Gemälde und vier Druckgrafiken als „entartet“ beschlagnahmt. Ab 1942 beteiligt er sich an der illegalen Zeitschrift „Der Friedenskämpfer“ (Düsseldorf). Im Februar 1943 wird bei einer großen Verhaftungswelle gegen KPD und „Gruppe Niederrhein“ auch Ludwigs inhaftiert. Am 2. Juli 1943 stirbt der zuckerkranke Ludwigs in der Strafvollzugsanstalt „Ulmer Höh‘“.
Bei Peter Ludwigs nehmen Stillleben keine zentrale Stellung ein; sind vielmehr eher selten anzutreffen. Das vorliegende Werk, das zwischen 1925 bis 1935 entstanden sein dürfte, ist ein schönes Beispiel hierfür im Allgemeinen und zeigt im Speziellen die qualitative Vielfalt im Schaffen des Künstlers.
Vor genau 50 Jahren – am 1. Juli 1976 – verstarb der wunderbare Künstler Otto Ritschl in Wiesbaden. …und oftmals unbeachtet, so war er auch schriftstellerisch tätig. – Hierzu zwei seltene Beispiele aus der späten Lebensphase.
Otto Ritschl
1885 Erfurt – 1976 Wiesbaden
1) „Der Hexenstein. Schauspiel in drei Akten.“ (Widmungsexemplar)
Wiesbaden: Selbstverlag, 1976
92 Seiten, Leineneinband
22,5 x 16,5 cm
Auf Titelseite mit handschriftlicher Widmung Ritschls:
„Herrn Dr. Volker Busanny-Caspari / gern & herzlichst / Ritschl / Wsb. 2. Mai 76“
Dr. Volker Busanny-Caspari (Opladen) war ein Freund des Künstlers, der auch mehrere Gemälde von diesem besaß.
Notabene: Die Widmung entstand nur wenige Wochen vor Ritschls Tod!
€ 200,-
Otto Ritschl ist einer der ganz großen Vertreter der abstrakten Malerei in Deutschland.
1970/71 beginnt er mit den Arbeiten an den Manuskripten für die Schauspiele „Die Meinungsmacher“ und „Der Hexenstein“. Damit hält er Rückgriff auf seine frühe jugendliche Schaffenszeit Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts, als er sich schriftstellerisch versuchte und betätigte. Diese beiden späten Stücke – „Die Meinungsmacher“ und „Der Hexenstein“ – erschienen im Todesjahr Ritschls im Selbstverlag.
Otto Ritschl
1885 Erfurt – 1976 Wiesbaden
2) „Die Meinungsmacher. Schauspiel in drei Akten.“
Wiesbaden: Selbstverlag, 1976
88 Seiten, Leineneinband
22,5 x 16,5 cm
€ 150,-
Gelegenheiten < 100€ Preis 100€ - 500€ Preis 500€ - 1.000€ Preis 1.000€ - 2.000€ Preis über 2.000€



