|| T Ä G L I C H E D O S I S K U N S T I M J U L I 2 0 2 6 ||
Vor 93 Jahren – am 31. Juli 1933 – wurde der Maler und Grafiker Kurt Sonn in Plochingen geboren.
Kurt Sonn
1933 Plochingen – 2020 Lichtenwald
‚Blick auf einen Wehr, dahinter ein Dorf‘
rechts unten signiert
Öl auf Platte
34,5 x 47,5 cm
€ 460,-
Nach seinem Studium an der Stuttgarter Akademie (bei Eugen Funk) widmete sich Kurt Sonn der Malerei und Grafik und arbeitete als freischaffender Künstler. Sein Werk umfasst vor allem Landschaften, Blumenstillleben und Naturmotive, die er in einer gegenständlichen, zugleich farbintensiven Bildsprache umsetzte. Seine Arbeiten zeichnen sich durch einen sensiblen Umgang mit Farbe und Licht sowie eine enge Verbundenheit mit der südwestdeutschen Landschaft aus.
Die hier vorgestellte Arbeit steht exemplarisch für dieses Schaffen und vermittelt den ruhigen, konzentrierten Blick des Künstlers auf Natur und Umgebung.
Vor 133 Jahren – am 30. Juli 1893 – wurde der Bildhauer Lothar Otto in Plauen (Thüringen) geboren.
Lothar Otto
1893 Plauen (Thüringen) – 1970 Krailling
‚Stehender, weiblicher Akt‘
unten rechts monogrammiert, [um 1960-1970]
Aquarell auf Aquarellkarton
46,7 x 35,8 cm
€ 350,-
Nach Studien an der Fachschule für Kunst und Keramik in Teplitz-Schönau sowie an der Kunstgewerbeschule Dresden setzte Lothar Otto seine Ausbildung an der Münchner Akademie fort, wo er unter anderem Schüler von Erwin Kurz und Hermann Hahn war. Studienreisen nach Finnland, Schweden, Italien und Paris erweiterten seinen künstlerischen Horizont.
Ab 1939 lebte er in München und zog 1963 nach Garmisch-Partenkirchen.
Dieses Aquarell eines stehenden Aktes vermittelt einen unmittelbaren Einblick in Ottos malerisch-zeichnerische Arbeit. Solche Aktstudien bildeten für Bildhauer häufig eine wichtige Grundlage zur Auseinandersetzung mit Proportion, Bewegung und Körperlichkeit und dokumentieren den sicheren Blick des Künstlers für die menschliche Figur.
Vor 124 Jahren – am 29. Juli 1902 – wurde der Grafiker, Illustrator und Pressezeichner Eduard Braun in Wetzlar geboren.
Eduard Braun
1902 Wetzlar – 1972 Berlin
„Theatergarderobe“
unten mittig signiert, [um 1930]
Tuschfeder über Bleistift auf Velinpapier
26,5 × 25 cm
Provenienz:
1) Galerie Nierendorf, Berlin
2) Sammlung Marvin & Janet Fishman, Milwaukee (USA)
Die Zeichnung wurde auf mehreren Ausstellungen in Berlin, Milwaukee, Frankfurt a. M., Emden, New York City, Atlanta gezeigt.
€ 3.200,-
Eduard Braun begann ein Studium der Agrarwissenschaften, wandte sich jedoch bald der Kunst zu. Er studierte in Düsseldorf und in München. Ab 1926 entstanden seine ersten Holzschnitte, ein Jahr später zog er nach Berlin und arbeitete dort als Illustrator und Zeichner für Zeitschriften wie „Der Querschnitt“, „Simplicissimus“, „Jugend“ und „Ulk“.
Häufig widmete sich Braun Alltagsszenen aus Cafés, Bars oder Theatern und schuf dabei markante Figuren mit prägnanter Mimik und Physiognomie.
1937 wurde sein Holzschnitt „Trödler“ im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ in Düsseldorf beschlagnahmt. Nach Krieg und Gefangenschaft kehrte er 1946 nach Berlin zurück und arbeitete erneut als Zeichner und Illustrator.
Die hier gezeigte „Theatergarderobe“ entstand um 1930 und zählt zu dieser frühen Berliner Schaffensphase. Mit sicherem Strich und feinem Gespür für gesellschaftliche Situationen verbindet Braun Beobachtungsgabe, Humor und Ausdruckskraft.
Vor 72 Jahren – am 28. Juli 1954 – ist der Künstler Herbert Marxen in Flensburg gestorben.
Herbert Marxen
1900 Flensburg – 1954 ebd.
‚Kastanienstillleben‘
rechts unten monogrammiert
Aquarell und Bleistift, partiell mit Deckweiß gehöht, auf Velinpapier
30,8 × 23,5 cm
€ 1.100,-
Herbert Marxen war Maler, Zeichner, Grafiker und Illustrator. Nach seinen Studien an der Kunstgewerblichen Fachschule in Flensburg sowie an der Kunstgewerbeschule in Hamburg entwickelte er früh einen eigenen Stil. Bereits 1922 sorgte sein expressionistisch geprägtes Plakat für die Flensburger Nordmarktage für öffentliche Diskussionen. In den folgenden Jahren arbeitete Marxen unter anderem für die Zeitschriften „Jugend“ und „Simplicissimus“ sowie als Gebrauchsgraphiker und Karikaturist.
1938 wurden rund 200 in seinem Flensburger Künstleratelier (Holm 22-26) beschlagnahmt, zudem wurde er aus der Reichskammer der bildenden Künste ausgeschlossen. Trotz des damit verbundenen Berufsverbots setzte Marxen seine künstlerische Arbeit fort. Nach dem Zweiten Weltkrieg kämpfte er um die Anerkennung und Entschädigung für die verlorenen Werke.
Dieses Kastanienstillleben gehört zu den eher ungewöhnlichen Arbeiten seines Spätwerks. Mit großer Zurückhaltung richtet Marxen den Blick auf ein alltägliches Motiv und macht dessen stille Schönheit zum eigentlichen Bildgegenstand.
Vor 136 Jahren – am 27. Juli 1890 – wurde der Maler, Grafiker, Illustrator und Schriftsteller Otto Franz Kutscher in Magdeburg geboren.
Otto Franz Kutscher
1890 Magdeburg – 1971 Bad Nauheim
„Innenansicht der Darmstädter Verlagshandpresse Joseph Würth / am Tage des 25jährigen Jubiläums am 6. August 1940“
kolorierte Lithographie auf Karton
28,5 × 19,4 cm (ungefaltet)
im Druck monogrammiert & signiert, sowie am Ende der Widmung signiert
Provenienz: Verso handschriftlicher Text von Joseph Würth an einen nicht näher genannten Pfarrer, in dem sich Würth für dessen Glückwünsche zum Verlagsjubiläum bedankt.
€ 250,-
Otto Franz Kutscher studierte an den Kunstgewerbeschulen in Magdeburg und Köln. Er war als Maler, Grafiker, Illustrator und Schriftsteller tätig und gehörte 1943 zu den Mitbegründern des Oberhessischen Künstlerbundes. Außerdem schuf er mehrere Arbeiten im öffentlichen Raum, darunter Wandgemälde im Alten Rathaus in Friedberg sowie – gemeinsam mit Philipp Ess – die Innengestaltung der Friedhofskapelle in Friedberg.
Diese kolorierte Lithographie entstand anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Verlags von Joseph Würth. Sie zeigt den Verleger in einer symbolischen Darstellung und wurde als Jubiläumskarte gestaltet. Auf der Rückseite befindet sich ein handschriftliches Dankschreiben Würths vom 3. September 1940. Das Blatt verbindet damit künstlerische Gestaltung und zeitgeschichtliches Dokument in einem Objekt.
Vor 97 Jahren – am 26. Juli 1929 – wurde der vielseitige Künstler Uwe Wenk-Wolff in Mannheim geboren.
Uwe Wenk-Wolff
1929 Mannheim – 2009 Lindesnes, Norwegen
‚Dorf im Odenwald‘
rechts unten signiert & datiert (1956)
Tusche auf Japanpapier
44,5 x 92,3 cm
€ 460,-
Uwe Wenk-Wolff bekam den ersten künstlerischen Unterricht bei Alfred Schwäger-Crimoso und besuchte danach an der Volkshochschule Zeichenkurse bei Hans Haffenrichter und Joachim Lutz. Ab 1948 wurde Will Sohl zum maßgeblichen Lehrer. Durch das Anraten Sohls besuchte Wenk-Wolff ab 1951 die Kunstakademie Düsseldorf, wechselte aber bereits 1952 an die Münchner Akademie und schloss seine Ausbildung 1955 dort ab.
1954 reiste er das erste Mal nach Norwegen – ein Land, das ihn immer wieder anzog und in dem er sich 1964 schließlich niederließ. 1955 hatte er seine erste Einzelausstellung in der Kunsthalle Mannheim und der Künstler machte sich fortan insbesondere einen Namen als Landschafter mit einer ganz eigenen Handschrift.
Die vorliegende, großformatige Arbeit ist in diese frühe Schaffensphase einzuordnen und zeigt ein wunderbar expressives Dorf im Odenwald.
Im Juli 1925 – vor 101 Jahren – zeichnete Adolf Hacker dieses schöne Bildnis von „Käthe“.
Adolf Hacker
1873 Schwarzenbach a.d.S. – 1943 Heidelberg
„Käthe“
rechts unten signiert, lokalisiert & datiert (Heidelberg, Juli 1925)
Bleistift auf Zeichenpapier
21,8 x 17,6 cm
€ 100,-
Adolf Hacker hatte ein ereignisreiches Leben. – Nach seiner Lehre als Dekorations- und Zimmerlehrer, besuchte er in München die Rosenthal-Kunstschule und darauf die gewerbliche Fortbildungsschule. 1892 ging er zur Marine und blieb dort bis 1896. Nach einem kurzen Besuch der Kunstgewerbeschule Hannover ließ er sich in Heidelberg nieder und führte dort erfolgreich ein Geschäft für Firmen-Malerei und Glas-Schilder.
Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte Adolf Hacker nach Heidelberg zurück und war fortan insbesondere als malender Stadtchronist tätig, was ihm zu großer Bekanntheit und Beliebtheit verhalf.
… weitere Werke von Adolf Hacker …
Vor 62 Jahren – am 24. Juli 1964 – verstarb der Maler, Zeichner und Illustrator Gustav Arnold Thornam in Oslo.
Gustav Arnold Thornam
1877 Kopenhagen – 1964 Oslo
‚Blick von einer Ruine über Häuser in eine weite Flusslandschaft‘
rechts unten signiert & datiert (1896)
Öl / Leinwand
84,5 x 60 cm
€ 1.200,-
Der aus Kopenhagen stammende Gustav Arnold Thornam besuchte 1895 die Technische Schule in Bergen, bevor er sich in den folgenden Jahren erst in Deutschland (1896-97) und später in Frankreich aufhielt (1897-99). Einen Namen machte er sich im Späteren vor allem als Illustrator zahlreicher Bücher.
Dieses Gemälde wird mit der Datierung auf 1896 während seiner Zeit in Deutschland entstanden sein.
Thornam versetzt den Betrachter auf eine Anhöhe, in unmittelbarer Nähe zu einer Ruine. Die gesamte Komposition vermittelt eine nächtliche Stimmung und gut mag man sich den Vollmond hinter den Wolken vorstellen.
Vor 62 Jahren – am 23. Juli 1964 – verstarb der schwäbische Maler und Zeichner Albert Unseld in Ulm.
Albert Unseld
1879 Ulm – 1964 ebd.
„Herbstfeld“
rechts unten signiert & datiert (1943)
Mischtechnik (Aquarell, Tempera, Deckweiß über leichten Bleistiftvorzeichnungen) auf Aquarellkarton
49,7 x 59,1 cm
€ 720,-
Leben und Schaffen von Albert Unseld ist auf das Engste mit seiner Heimatstadt Ulm verbunden.
Nach seinem Abitur in Ulm (1898) beginnt er ein Architekturstudium in Stuttgart (1898-1901). Bis 1906 ist er in Dresden ansässig und unternimmt dann eine einjährige Studienreise durch die Schweiz, Italien, Frankreich und die Niederlande. Ab 1907 ist er als freischaffender Architekt und Maler in Ulm tätig. Zahlreiche Reisen führten in nach Dalmatien, in die Alpen und nach Frankreich.
Im Dritten Reich kann Unseld anfangs an Ausstellungen teilnehmen, ist aber auch von Repressionen betroffen was sich in vorzeitigen Ausstellungsschließungen zeigt. Er zieht sich immer mehr zurück, wählt unverfängliche Landschaftsmotive und bleibt im Privaten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird er Abgeordneter der Freien Wähler im Ulmer Gemeinderat (1946-56), daneben ist er Leiter des Archäologischen Büros in Ulm und engagiert sich maßgeblich beim Wiederaufbau der Stadt Ulm.
1964 wird ihm für sein Schaffen verdientermaßen die Ehrenmedaille der Stadt Ulm verliehen.
Die vorliegende Ansicht über ein menschenleeres „Herbstfeld“ datiert auf 1943 und entstand damit gerade in dieser Zeit der Zurückgezogenheit.
Vor 74 Jahren – am 22. Juli 1952 – ist der Maler und Zeichner Benno Zuber in Fürth verstorben.
Benno Zuber
1908 Nürnberg – 1952 Fürth
‚Haus am Wasser‘
rechts unten signiert & datiert (1946)
Mischtechnik (Aquarell, Tempera, Kohle, Deckweiß) auf leichtem Karton
30,8 x 23,4 cm (Blatt)
€ 180,-
Der aus Nürnberg stammende Benno Zuber begann zum Wintersemester 1928/29 sein Studium an der Kunstakademie München, wobei nicht bekannt ist, ob er dieses auch abschloss. In der Folge ist er in Heilsbronn und dann längere Zeit in Fürth ansässig. 1939 heiratete er und durch die Verwandtschaft seiner Frau Anna, kam er dann jahrelang immer wieder auch in die Oberpfalz nach Neustadt an der Waldnaab.
Benno Zuber starb überraschend im 45. Lebensjahr, so dass er zeitlebens kaum eine Möglichkeit hatte sich als Künstler zu etablieren.
Künstlerisch zeigen die wenigen von ihm überlieferten Werke vor allem Landschaften, sowie dörfliche Ansichten und daneben auch vereinzelt Stillleben. Seine Motive fand Zuber vor allem in der Fürther Gegend, sowie in der Region von Neustadt an der Waldnaab.
Diese Mischtechnik ist eine gelungene, schlicht schöne Ansicht auf ein altes, nicht näher lokalisiertes Gebäude an einem Gewässer.
Vor 129 Jahren – am 21. Juli 1897 – wurde Heinrich Ritter Kralik von Meyrswalden in Bornhofen am Rhein geboren.
Heinrich Kralik von Meyrswalden
1897 Bornhofen a. Rhn. – 1958 Stuttgart
‚Portrait eines älteren Mannes in braunem Anzug‘
rechts unten signiert & datiert (1953)
Öl / Leinwand
77 x 57 cm
€ 800,-
Heinrich von Kralik entstammte einer Familien aus Glasindustriellen. Die Eltern starben früh, so dass Heinrich Vollwaise wurde und von einem Onkel auf dessen Weingut im Rheingau aufwuchs.
Dem Wunsch Seeman zu werden, ging er 1914 nach und heuerte in Hamburg bei einem Schiff nach Südamerika an. Bis 1920 blieb er in Chile.
Zurück in Deutschland besuchte er zuerst die Landwirtschaftliche Hochschule in Hohenheim, wechselte aber bereits 1921 an die Stuttgarter Kunstakademie (bis 1924).
Künstlerisch ist Heinrich von Kralik damals merklich geprägt von der Neuen Sachlichkeit.
Bis 1929 lebte die Familie in Böblingen, hierauf bis 1939 in Esslingen-Neckarhalde. Noch 1942 wird er zum Kriegsdienst eingezogen und ist Sanitäter in Russland.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Heinrich von Kralik anfangs in einer tiefen Schaffens- und Lebenskrise. Er zieht sich in sein Esslinger Atelier zurück, fühlt sich verloren und vergessen. Es folgte eine Hinwendung zur sakralen Kunst, er kann Kirchen ausmalen und Kirchenfenster gestalten. Etwas später findet der Künstler auch wieder zur Porträtmalerei.
Dieses Portraitgemälde ist mit der Datierung auf 1953 dem späten Schaffen zuzuordnen.
Vor 94 Jahren – am 20. Juli 1932 – verstarb die wunderbare schwäbische Künstlerin Emma Joos mit gerade einmal 50 Jahren in Stuttgart.
Emma Joos
1882 Weinsberg – 1932 Stuttgart
‚weite sommerliche Landschaft mit Arbeitern und Heuwagen‘
Nachlassstempel
Bleistift auf Karton
34,5 x 50 cm
€ 360,-
Ab 1896 lebte Emma Joos in Stuttgart und besuchte dort wenige Jahre später die Damen-Malschule an der Königlichen Kunstschule Stuttgart (1899-1903 und 1905-06) Von 1903-05 war sie in München Schülerin Christian Landenbergers an der Schule des Künstlerinnenvereins München.
1906 trat sie dem Württembergischen Malerinnen-Verein bei und erlernte im Atelierhaus des Vereins die verschiedenen Druckgrafiken bei Alexander Eckener. Die Sommer verbrachte die Künstlerin regelmäßig in Abtsgmünd und fand in der dortigen Umgebung zahlreiche Motive.
Emma Joos war weiterhin Mitglied im „Frauenkunstverband (Ortsgruppe Stuttgart)“, sowie im „Künstlerbund Stuttgart“.
Ab 1909 konnte sie ihre Werke auf Ausstellungen öffentlichen präsentieren.
Diese vorliegende Zeichnung wird während eines Abtsgmünder Sommeraufenthalts entstanden sein. Der Blick führt weit in das Bild hinein – hinweg über die Erntearbeit im Vordergrund, dichte Wälder und einzelne Felder, bis ganz im Hintergrund Hohenstadt mit dem markanten Schloss und der Mariä-Opferungskirche sich zeigt.
… weitere Werke von Emma Joos …
Vor 144 Jahren – am 19. Juli 1882 – wurde der Künstler Hans Gerson in Berlin geboren.
Hans Gerson
1882 Berlin – 1941 ebd.
‚Szenerie mit Asiatica (Tempelszene?)‘
links oben signiert & datiert (1920)
Öl / Leinwand
46,2 x 38,2 cm
€ 2.500,-
Hans Gerson studierte in München, an der Kunstakademie Berlin, an der Académie Julian in Paris, sowie in Berlin bei Lovis Corinth. Er schuf vor allem Landschaften, doch entstanden daneben auch figürliche Kompositionen und Bildnisse.
Karl Schwarz, der erste Direktor des Jüdischen Museums Berlin, schreibt zu ihm:
„Die Kunst Hans Gersons bietet ein gutes Beispiel einer in unseren Tagen häufigen Erscheinung. Er ist der Typus der jüngeren, in der impressionistischen Tradition erzogenen Generation, die sich an den Franzosen begeisterte, sich Meister wie Monet und Degas zum Vorbild nahm, deren malerische Interessen jedoch weiterführen und über das von ihnen zum Ausdruck Gebrachte hinaus mehr das Moderne will.“
Das vorliegende Gemälde zeigt ein außergewöhnliches und zugleich ungewöhnliches Motiv. Es scheint als ob ein dunkler Vorhang zu den beiden Seiten geschoben wird, so dass sich darunter in Form eines hellen Dreiecks ein Arrangement aus Asiatica befindet. Ganz oben am mittigen Rand strahlt eine goldene Mondsichel, darunter eine sitzende Buddha-ähnliche Statue und schließlich in der unteren Bildhälfte eine religiös sakrale Szenerie mit asiatischen Figuren.
… weitere Werke von Hans Gerson …
Vor 62 Jahren – am 18. Juli 1964 – verstarb die Malerin und Kunsterzieherin Anne Dittmer in Lurup (Nübbel) geboren.
Anne Dittmer
1906 Neumünster – 1964 Lurup (Nübbel)
„Landschaft 2“
rechts unten signiert & datiert (1934)
Öl / Leinwand
44,5 x 61 cm
€ 1.100,-
Anne Dittmer studierte an der Kunstgewerbeschule Hamburg (1922-26) und war ab 1929 als Zeichenlehrerin tätig. Anfangs in Flensburg, später in Siegen und ab 1949 schließlich in Neumünster an der dortigen Mädchen-Mittelschule.
Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin war sie als Künstlerin tätig und schuf Gemälde, Zeichnungen, Illustrationen und Grafiken. Die Sommer verbrachte sie immer wieder in Lurup.
Die Landschaft nimmt im malerischen und zeichnerischen Werk der Künstlerin einen wichtigen Platz ein. Markant ist dabei, dass Anne Dittmer anstelle einer bloßen realistischen Wiedergabe des Motivs, das Gesehene auf eine eigentümliche Weise verklärte, ohne dabei aber zu romantisieren oder gar in einen Kitschbereich zu geraten. Viel eher zeigen sich in der kühlen, reduzierten Darstellung Einflüsse der Neuen Sachlichkeit.
Und auch in dieser „Landschaft 2“ aus dem jahr 1934 sind neusachliche Tendenzen ganz markant sichtbar und spürbar.
Vor 106 Jahren – am 17. Juli 1920 – wurde der Maler, Zeichner und Architekt Karl-Heinz Scheuermann in Lüneburg geboren.
Karl-Heinz Scheuermann
1920 Lüneburg – 2002 Ahrensburg
‚Ansicht auf das Kalkwerk von Pieper & Blunck, Lüneburg‘
links unten signiert & datiert (1946)
Aquarell und Bleistift auf leichtem Karton
16 x 21,3 cm
€ 150,-
Direkt nach seinem Abitur (1939) wurde Karl-Heinz Scheuermann zum Kriegsdienst eingezogen aus dem er 1945 zurückkehrte. Er begann direkt mit einem Doppelstudium an der TH Hannover – Architektur und Malerei. Danach war er sowohl als Architekt wie auch als Künstler tätig.
Bis 1960 beschäftigte er sich dabei intensiv mit Stadt- und Landschaftsbildern, gab dann aber doch seiner Tätigkeit als Architekt den Vorzug. Erst 1988 fokussierte er sich auf die Kunst, engagierte sich in Künstlerkreisen und stellte seine Werke aus.
Dieses Aquarell entstand in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Karl-Heinz Scheuermann kam erst im Jahr zuvor aus dem Krieg zurück. Der Künstler zeigt einen Blick auf das Lüneburger Kalkwerk von Pieper & Blunck. Dort wurde seit 1883 Kreidekalk abgebaut. – Der Betrieb wurde nach 80 Jahren schließlich eingestellt.
Als Scheuermann die Anlagen hier sah und malte war der Abbau noch in vollem Gange, so dass dieses Aquarell neben dem künstlerischen Aspekt auch eine dokumentarische Relevanz erhält.
Vor 119 Jahren – am 16. Juli 1907 – wurde der Objektkünstler, Maler und Kunsterzieher Walter Haarmann geboren.
Walter Haarmann
1907 – ?
‚konstruktives Objekt‘
verso signiert & datiert (1982)
Metall, Aluminium, Kunststoff, Stecknadelköpfe auf grüner Kunststoffplatte, auf Pressspanplatte
47,6 x 48,8 x 5,1 cm
€ 840,-
Über den Künstler Walter Haarmann ist wenig bekannt. Nach seinem Besuch der Folkwang-Schule in Essen (bei Max Peiffer Watenphul), studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf und der Staatlichen Kunsthochschule Berlin. Im Anschluss daran war er bis 1960 als Kunsterzieher in Düsseldorf tätig und lebte in der Wildenbruch Straße 43. 1931 beteiligte er sich an einer Ausstellung der „Rheinischen Sezession“.
Werke Haarmanns befinden sich u. a. im Besitz des Museums Folkwang (Essen), des Von der Heydt-Museums (Wuppertal), der Artothek der Stadt Düsseldorf.
Dieses konstruktive, kantige und beinahe futuristische Werk schuf der damals über 70jährige Haarmann 1982.
Vor 133 Jahren – am 15. Juli 1893 – wurde Albert Gustav Bunge in Rathenow geboren. Hier sehen wir ein frühes Aquarell aus seiner Münchner Schaffenszeit.
Albert Gustav Bunge
1893 Rathenow – 1967 Salzburg
‚Darstellung des heiligen Nepomuk‘
u. r. signiert, lokalisiert & datiert (München, 1923)
Aquarell mit wenigen Bleistiftvorzeichnungen auf Papier
20 x 13 cm
€ 500,-
Im Ersten Weltkrieg wurde Albert Gustav Bunge so schwer verletzt, dass er seine rechte Hand nicht mehr benutzen konnte. Er musste fortan lernen alles mit links auszuführen. Nach dem Krieg beginnt er sein Kunststudium in München (bei Angelo Jank). Zusammen mit Willy Wenz gründete er die „Gesellschaft für Gebrauchskunst“ (später: „Neue Münchener Kunstwerkstätten AG“).
Bunge zieht 1925 mit seiner Familie nach Emmering (bei Fürstenfeldbruck). Dort ist er nun mit Metallarbeiten beschäftigt. 1937 gründet er die „Werkstätten für künstlerische Emailarbeiten“ und lebt fortan ganz in Reit am Winkl. In Emmering erfolgt weiterhin die Fertigung von Metallobjekten.
Dieses frühe Aquarell entstand in der Münchner Zeit Bunges.
Am 14. Juni jährte sich der Geburtstag von Erwin Graumann – heute können wir an den 38. Todestag (14. Juli 1988) dieses wunderbaren Künstlers denken.
Erwin Graumann
1902 Bielefeld – 1988 Genf
‚aufbrechender Kastanienzweig‘
u. r. signiert & datiert (1937)
Tuschfeder / Papier
56,1 x 44 cm
€ 830,-
1935 emigrierte Erwin Graumann nach Kopenhagen und ein Jahr später reiste er weiter nach Paris. Dort hatte er Bekanntschaften mit u.a. Max Ernst, Hans Arp, Jeanne Bucher und beteiligte sich an Ausstellungen der „Surindépendants.
In dieser Schaffensphase (1937/38) entstanden Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde, welche das Thema eines ‚aufbrechenden Kastanienzweigs‘ tragen.
Das vorliegende Blatt ist dem Motiv und der Datierung nach in diese Werkreihe einzuordnen.
… weitere Werke von Erwin Graumann …
Vor 55 Jahren – am 13. Juli 1971 – verstarb der Maler, Zeichner und Grafiker Heinrich Schlief in Soest. Er hinterließ ein faszinierendes, wie auch in Teilen umstrittenes Schaffen.
Heinrich Schlief
1894 Soest – 1971 ebd.
‚Verzückung (nach Wilhelm Morgner)‘
rechts unten signiert, [um 1950-60]
Aquarell, Gouache über Bleistift auf festerem Velinpapier
50 x 70,1 cm
€ 1.900,-
In den 1920er und frühen 1930er Jahren war Heinrich Schlief ein durchaus reger Künstler in Soest. Er nahm an Ausstellungen teil, wurde Mitglied in der „Vereinigung westfälischer Künstler“, lieferte Abbildungen für die „Soester Heimatkalender“ der Jahre 1926 und 1927.
„Danach [d.h. nach 1932] wurde es für einige Jahre still um Schlief. Von 1933 bis 1945 soll Schlief weder in den Akten des Stadtarchivs aufgetaucht sein noch in den vorhandenen Ausstellungsverzeichnissen […]. Schlief war weder Mitglied im Kunstring noch Mitglied in der ‚Reichskammer der Bildenden Künste‘. Letztere berechtigte zur Teilnahme an Ausstellungen unter den Nationalsozialisten. Da Schlief jedoch kein Mitglied war, konnte er auch nicht ausstellen. Die Beschlagnahmung von zwei Gemälden von Schlief Anfang September 1937 aus städtischem Besitz mag den Künstler erst recht darin bestärkt haben, sich als Künstler aus dem Fous der nationalsozialistisch geprägten Umwelt zurückzuziehen. […] Erst 1951 konnte Heinrich Schlief dazu überredet werden, wieder auszustellen“ (Elvira Meisel-Kemper).
Das vorliegende Werk wird, obgleich undatiert, in diese hier beschriebene Lebens- und Schaffensphase der Nachkriegszeit einzuordnen sein.
… weitere Werke von Heinrich Schlief …
Vor 35 Jahren – am 12. Juli 1991 – verstarb der Maler, Zeichner und Kunsterzieher Ernst Straßner.
Ernst Straßner
1905 Eisfeld – 1991 Grasleben
2 Studien (‚Reiter im Wald‘ bzw. ‚berittene Soldaten‘ (womöglich Illustrationsvorlagen))
je rechts unten monogrammiert
je Tusche, grau laviert, auf dünnem Zeichenpapier
11,3 x 11,8 cm bzw. 10,9 x 10,7 cm
€ 150,-
Seine Zeichenlehrerausbildung (1924-28) an der Staatlichen Kunstschule Berlin (u.a. bei Georg Tappert) schloss Ernst Straßner als Studienrat ab und begann im Oktober 1928 sein Referendariat in Berlin. Ab 1928 ist er an Ausstellungen der Preußischen Akademie der Künste beteiligt und ab 1930 wirkte er als Gymnasiallehrer an verschiedenen Schulen. 1938 wird er zum Professor ernannt. Ab 1943 ist er Zeichner beim Militär in Freienwalde und Döberitz. Nach der Kriegsgefangenschaft bei Heilbronn arbeitete er 1946 kurzzeitig in einem kunsthandwerklichen Betrieb bei Kloster Banz (Oberfranken), bevor er nach Braunschweig kommt. Dort beginnt er 1947 mit seiner Lehrtätigkeit an der Kant-Hochschule Braunschweig (später: Pädagogische Hochschule). Von 1951 bis 1976 ist Straßner Vorsitzender der Landesgruppe Braunschweig im BBK.
… weitere Werke von Ernst Straßner …
Ein weiterer Jahrestag am 11. Juli – vor 68 Jahren (am 11. Juli 1958) verstarb der Maler, Zeichner, Grafiker und Illustrator Hans-Wolff von Ponickau in Münster.
Hans-Wolff von Ponickau
1899 Frankfurt a. M. – 1958 Münster
„Misanthroph“
rechts unten signiert & links unten betitelt
posthumer Druck [das Motiv entstand wohl um 1925-28]
Holzschnitt (Handdruck) auf Japanpapier
(etwa) 24 x 14cm (Motiv)
€ 220,-
Hans-Wolff von Ponickau studierte anfangs Landwirtschaft in Bonn und machte 1923 seinen Abschluss als Diplom-Landwirt. Er wandte sich darauf aber der Kunst zu und studierte in München (1923-25) und am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt a. M. (1925-29). Sein damaliges Schaffen war stark vom Expressionismus geprägt. Nach seinem Studium zog er nach Münster und blieb dort, abgesehen von einem erneuten kurzen Intermezzo in Frankfurt (1932-32), fortan ansässig. Ab 1942 war er Mitglied der Kümstlergemeinschaft „Schanze“ (Münster).
Dieser posthum erschienene Holzschnitt ist seinem Ausdruck und dem Motiv nach dem frühen Schaffen Ponickaus zuzuordnen. Geduckt, kauernd, lauernd und finster – so blickt uns dieser „Misanthroph“ an.
Und hier noch ein ganz starkes, expressives Stillleben aus dem us-amerikanischen Exil von Luise Kornsand, deren Geburtstag sich heute zum 150. Male jährt.
Luise Kornsand
1876 Wilferdingen – 1972 South Dennis, MA (USA)
‚Stillleben mit Früchten und zwei Flaschen‘
links oben signiert & datiert (1942)
Öl / Leinwand
61,1 x 50,8 cm
€ 3.400,-
… weitere Werke von Luise Kornsand …
Am 11. Juli 1876 – vor genau 150 Jahren! – wurde die Künstlerin Luise Kornsand geboren!
Luise Kornsand
1876 Wilferdingen – 1972 South Dennis, MA (USA)
‚Stillleben mit Büchern und Tulpen‘
rechts oben signiert & datiert (1929)
Öl / Leinwand
52 x 64,5 cm
€ 2.400,-
Luise Kornsand erhielt ihren maßgeblichen Kunstunterricht an der Malerinnenschule in Karlsruhe (1901-05). Direkt danach hatte sie rasch Erfolge. Sie beteiligte sich an Ausstellungen in u.a. Berlin, Düsseldorf, Mannheim, Baden-Baden und nahm 1913 auch an der großen „Internationalen Frauenkunst-Ausstellung“ in Turin teil.
1922 verstarb der 18 Jahre ältere Ehemann Karl und Luise Kornsand verzog zu ihrem Sohn Emil nach Berlin. Dieser war Geiger – zunächst im Waghalter-Quartett und bei dem Deutschen Opernhaus, später bei der Berliner Staatsoper. Mutter und Sohn wohnten in der Mommsenstraße 2 in Berlin-Charlottenburg.
Das Jahr 1933 bedeutet für Beide eine arge Zäsur. Da der Vater Karl Kornsand jüdischer Abstammung war, galt der Sohn Emil als „Halbjude“ und sowohl Mutter als auch Sohn mussten Repressionen erleiden. Im Sommer 1938 emigrierte zuerst Emil Kornsand in die USA und wohnte anfangs in der New Yorker Bronx, später in Bosteon (MA). Im März 1939 folgte ihm seine Mutter.
Dieses expressiv realistische Stillleben mit Büchern und Tulpen datiert auf 1929 und entstand in der Berliner Schaffenszeit der Künstlerin.
… weitere Werke von Luise Kornsand …
Am 10. Juli 1937 – vor 89 Jahren – wurde der wunderbare Landschaftsmaler Peter Berndt in Neugersdorf (Oberlausitz) geboren.
Peter Berndt
1937 Neugersdorf – 2021 ebd.
„Mohn“
rechts unten signiert & datiert 1999
Mischtechnik auf Aquarellkarton
100 x 70 cm
€ 1.100,-
Peter Berndt wuchs in Neugersdorf in der Oberlausitz auf. Die ersten künstlerischen Impulse erhielt er von dem in Zittau tätigen Adolf Schorisch. Von 1955 bis 1961 besuchte er die Hochschule für bildende Künste in Berlin und war dort zuletzt Meisterschüler von Bernhard Dörries. 1964 erhielt er den Ersten Preis der Karl-Hofer-Gesellschaft (Berlin) und ein Jahr später den „Rompreis“ mit dem er sich bis 1967 in Italien aufhalten konnte.
Das damalige künstlerische Umfeld beschreibt Marius Winzeler (2014) wie folgt:
„Die überwältigende Vorherrschaft der abstrakten Kunst, von Informel, Tachismus, action painting, Konstruktivismus ergriff den Westberliner Lehrbetrieb ebenso wie die gesamte Künstlerschaft. Doch bildete sich früh eine Gegenbewegung. Dazu gesellte sich auch Peter Berndt als ein Künstler, der sich der Landschaftsmalerei verschrieb und der Wege fand, um dieser in der Gegenwart ein neues Gesicht und eine neue Selbstverständlichkeit zu geben.“
Peter Berndt wurde zu einem zentralen Vertreter der sog. „Neuen Landschaft“.
In diesem großformatigen Werk präsentiert Berndt dem Betrachter einen weiten Blick über ein reifes, wogendes Kornfeld. Titelgebend und zugleich farblich den Akzent setzend blühen im Vordergrund rote Mohnblumen.
Eine wunderschöne, rundum gelungene Komposition Peter Berndts voller Ruhe und Zufriedenheit.
… weitere Werke von Peter Berndt …
Im Juli 1920 hat Wilhelm Uhlworm diese Ansicht über die Regnitz auf vereinzelt stehende Häuser von Bug bei Bamberg zeichnerisch festgehalten.
Wilhelm Uhlworm
20. Jhd.
„Bug“
u. r. monogr. & dat. (Juli 1920)
Bleistift auf sandfarbigem Zeichenpapier
14,8 x 22,5 cm
€ 80,-
Über den Maler, Zeichner und Restaurator Wilhelm Uhlworm ist biografisch wenig bekannt. Er war Sohn des Botanikers Prof. Dr. Oscar Uhlworm (1849 Arnstadt – 1935[?]). Neben freien Arbeiten war er u.a. als Restaurator am Schloß Charlottenburg, sowie am Netzer Altar tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte er sich Berufsverband Bildender Künstler Berlins.
Diese idyllische Ansicht auf Bug wird während einer Studienreise des jungen Künstlers entstanden sein.
… weitere Werke von Wilhelm Uhlworm …
Vor 124 Jahren – am 8. Juli 1902 – wurde der Künstler Bernhard Brach-Zinek geboren.
Bernhard Brach-Zinek
1902 Gniezno [Gnesen] – 1980 Berlin
‚Akt in Rot, Gelb, Weiß und Schwarz‘
unten links signiert, verso Nachlassstempel, [um 1960-70]
violetter Faserstift und Gouache auf Karton
45,5 x 35,5 cm
€ 650,-
Bernhard Brach-Zinek studierte an der Kunstgewerbeschule Hannover und war darauf als Bühnenbildner für die Hannoveraner Gruppen „Mitternachtsbühne“ und „Qader“ tätig. 1927 besuchte er das Bauhaus in Dessau und war dort Schüler in der Klasse von Oskar Schlemmer. Ein Jahr später verzog er nach Berlin und dort war er bis 1939 tätig als künstlerischer Beirat in der graphischen Abteilung des Ullstein-Verlages. In dieser Zeit entstanden neben der Arbeit vor allem Karikaturen und Zeichnungen, wobei Brach-Zinek die damaligen politischen Umstände oftmals karikaturenhaft und spöttisch darstellte.
1939 wird er zum Krieg einberufen und gerät in dessen Folge in russische Gefangenschaft. Ab 1948 lebt er wieder in Berlin und arbeitet u. a. als Illustrator für die „Berliner Zeitung“.
Dieser Akt entstammt dem späten Schaffen um 1960-70.
… weitere Werke von Bernhard Brach-Zinek …
Vor 147 Jahren – am 7. Juli 1879 – wurde die Malerin, Bildhauerin und Pädagogin Emma Gertrud Eckermann in Hamburg geboren.
Emma Gertrud Eckermann
1879 Hamburg – 1967 Hermannsburg
‚Ansicht eines Waldes bzw. Parks‘
u. r. sign., [um 1920-30]
Ölfarben, Wachs auf Karton
45,5 x 35,5 cm
€ 760,-
Emma Gertrud Eckermann erhielt ihre künstlerische Ausbildung bei der Hamburger Malerin Elisabeth Büttner, in Weimar bei Sascha Schneider und in München bei Rudolf Schramm-Zittau und Julius Seyler. 1912 kehrte sie nach Hamburg zurück und richtete sich in de Admiralitätsstraße ein eigenes Atelier ein. Neben der künstlerischen Tätigkeit unternahm sie weiterhin Reisen (v. a. nach Paris) und belegte Kurse zur Weiterbildung. In diesem Zusammenhang lernte sie an der Landeskunstschule Hugo Meier-Thur kennen. Sie freundete sich mit ihm an und „[in] Zusammenarbeit mit Hugo Meier-Thur entwickelte sie eine Technik der Wachsmalerei, die Aquarell, Öl und Wachs verband, um besonders reiche, durchsichtige, sich überlagernde Farbschichten und -wirkungen zu erreichen“ (Maike Bruhns, 2001).
Bis 1940 war sie zudem Kunsterzieherin an verschiedenen Hamburger Schulen. 1943 wurde ihr Hamburger Atelier ausgebombt und ihr bisheriges Schaffen ging zum Großteil verloren. Nach 1945 startet sie einen Neubeginn im Wendland.
Dieses expressiv realistische Werk kann als exemplarisch für die eigenwillige Öl-Wachs-Technik wie auch für die bevorzugte Motivwahl gelten, denn „[sie] malte Stilleben, Landschaften, bevorzugt Waldmotive, denen sie durch Farbe eine mystische, märchenhafte Wirkung zu verleihen suchte“ (ebd.).
Am 6. Juli 1910 – vor genau 115 Jahren – wurde Lothar Sperl geboren.
Lothar Sperl
1910 Markt Eisenstein [Železnà Ruda] – 1987 Traunreut
„Der Tod und die Jugend“
unten rechts sign. & dat., oben rechts im Druck monogr. & dat. (1935)
Kaltnadelradierung auf leichtem Karton
19,7 x 24,9 cm (Druck)
€ 390,-
Lothar Sperl war eines von vier Kindern des Lehrers Alois Georg Sperl und dessen Frau Rosalia. Der Vater fiel im Ersten Weltkrieg, die Mutter zog die Kinder alleine groß. Das künstlerische Talent Lothars wurde schon früh erkannt und sein Zeichenlehrer gab ihm Privatunterricht. Nach der Schule besuchte er anfangs die Fachschule für Glasarbeiten und Holzschnitzerei in Zwiesel. Von 1930 bis 1932 leistete er Militärdienst in der tschechischen Armee. Zu dieser Zeit kam er in Kontakt mit älteren Künstlern, die ihn förderten. 1938 kam er als Stipendiant an die Berliner Kunstakademie in die Klasse Franz Eichhorsts. Diese beginnende Studienzeit wurde durch den Kriegsdienst 1939 unterbrochen. Es folgte seine Verhaftung und Verurteilung zu 15 Jahren Haft, von denen er zehn Jahre zum Teil mit Zwangsarbeit im Kohle- und Uranbergbau verbüßte.
1955 wurde er schließlich entlassen und kam zu seiner Familie nach Legau bei Memmingen. Kurz darauf verzogen sie nach Traunreut, Sperl richtete sich dort ein Atelier ein und war fortan als Künstler tätig.
Die hier vorliegende Radierung aus dem Jahr 1935 entstand noch vor der Studienzeit in Berlin.
Sperl zeigt hier in erstaunlich abgestuften Grautönen eine eindringliche, intensive Totentanz-Szene: „Der Tod und die Jugend“.
… weitere Werke von Lothar Sperl …
…und hier nochmals eine „Totentanz“-Grafik von Lothar Sperl, dessen Geburtstag sich heute zum 115. Male jährt.
Lothar Sperl
1910 Markt Eisenstein [Železnà Ruda] – 1987 Traunreut
‚Der Tod und der Vater‘
unten links im Druck monogr. & dat. (1935)
Kaltnadelradierung auf Velinpapier („Fabriano“)
19,9 x 25 cm (Druck)
€ 200,-
Der damals 25/26jährige Lothar Sperl zeigt hier eine eindringliche, intensive Totentanz-Szene. In diesem Fall tritt der Tod, bekleidet in Hose und Hemd, durch die Tür einer Familie. Der Vater hat sich gerade umgewandt und stellt sich schützend vor seine Frau und die beiden kleinen Kinder, welche den Eindringling (noch) nicht bemerkt haben. Wild, wütend und beinahe irre blickt der Mann den Tod an, der mit seiner rechten Knochenhand diesem womöglich dezent ein Zeichen gibt ihm zu folgen.
… weitere Werke von Lothar Sperl …
Am 5. Juli 1972 – vor genau 54 Jahren – verstarb Fritz Pümpin in seinem Heimatort Gelterkinden.
Fritz Pümpin
1901 Gelterkinden – 1972 ebd.
‚Dorfansicht im Baselbiet, womöglich in / bei Bennwil‘
unten rechts signiert & datiert (1939)
Pastellkreiden auf festerem Papier (Prägestempel „UTO BLOTTING“, i. e. Zürcher Papierfabrik an der Sihl)
44 x 58 cm
€ 800,-
Fritz Pümpin besuchte anfangs die Primarschule in Gelterkinden und die Bezirksschule in Böckten. 1916 Aufenthalt in der Romandie und während dieser Zeit Mal- und Zeichenunterricht beim Maler H. Jeannet in La Chaux-de-Fonds. Im Anschluss Besuch der Handelsschule Basel mit dem Ziel Kaufmann zu werden (Abschluss mit Diplom). Weiterbildungen an der eidgenössischen Obst- und Weinbauanstalt Wädenswil.
1919 Eintritt in die väterliche Weinhandlung. Besuch der Gewerbeschule in Basel, um sich dort künstlerisch fortzubilden. Zugleich besuchte er Kurse der Schweizerischen Gesellschaft für Urgeschichte.
Am 15.04.1936 Heirat mit Rösli, geb. Gerster. Das Paar hatte zwei Söhne: Volkmar (*1937) und Cuno (*1939). Fritz Pümpin wandte sich ganz der Kunst zu und arbeitete als freischaffender Maler. Zwischen 1939 und 1945 war Pümpin Soldat des Hilfsdienstes im Schweizer Grenzschutz. 1945 Kauf der Villa in der Rinkenbacherstraße 2 in Gelterkinden. Pümpin unternahm Studienreisen nach Frankreich, Italien, Spanien und in die Niederlande.
Seine bevorzugten Motive waren die (heimatliche) Landschaft und dörfliche Ansichten.
In diesem Werk ais dem Jahr 1939 wird Pümpin einen Blick in eine kleine Gemeinde (Bennwil?) im Baselland festgehalten haben.
Am 6. Juni hatten wir auf den 28. Todestag von Walter Gutbrod hingewiesen. – Heute wäre der 118. Geburtstag des Künstlers (5. Juli 1908).
Walter Gutbrod
1908 Stuttgart-Zuffenhausen – 1998 Ludwigsburg
‚Winterliche Waldlandschaft mit Häusern im Hintergrund‘
unten rechts signiert & Künstlersignum & datiert (14.02.1986)
Ölfarbe, teilweise mit Terpentin verdünnt, auf Transparentpapier
74,4 x 55 cm
€ 250,-
Walter Gutbrod begann bereits in Jugendjahren zu malen und zu zeichnen. So datiert das älteste erhaltene Skizzenbuch auf 1920 und bereits zu dieser frühen Zeit lässt sich durchaus das künstlerische Talent Gutbrods erkennen. Sein Kunststudium absolvierte er von 1927 bis 1932 an der Stuttgarter Akademie bei u.a. Hans Spiegel, Robert Breyer, Alex Eckener. Auf Wunsch der Eltern belegte er auch Pädagogikkurse, was im Späteren zu seiner langjährigen Tätigkeit als Kunsterzieher v.a. in Ludwigsburg am Schiller- und Mörike-Gymnasium (1937-79) führte.
„Vielleicht liegt in seinen Arbeiten über den Wald, die Meditationen gleichen oder wie ein Gebet sind, sein Dank an das Wunder der Schöpfung“ (Barbara Lipps-Kant (2013)).
… weitere Werke von Walter Gutbrod …
…ein kleiner Blick auf das Gestern – am 3. Juli 1873 wurde der wunderbare französische Grafiker und Illustrator René Lorrain geboren.
René Lorrain
1873 Nancy – [vor 1956]
„Le Bouquet“
unten links im Druck signiert
Farbradierung (Aquatinta) auf Karton
45,7 x 31,9 cm (Druck)
€ 110,-
René Lorrain studierte an der École des Beaux-Arts in Paris, nahm an den dortigen Salon-Ausstellungen teil und spezialisierte sich in seinem Schaffen vor allem auf Farbradierungen in Aquatintatechnik. Neben Landschaften und Stadtansichten entstanden auch ganz zauberhafte Frauenbildnisse wie dieses feine, detailreiche Interieur mit weißgekleideter Dame und Blumenstrauß.
Vor 34 Jahren – am 3. Juli 1992 – ist der Künstler Bruno Fischer-Uwe in Worpswede gestorben.
Bruno Fischer-Uwe
1915 Phalsbourg (Lothringen) – 1992 Worpswede
‚sommerliche Erntelandschaft‘ (aus dem Hegau bei Engen?)
unten rechts signiert, [um 1960-70]
Öl / Leinwand
96 x 118,5 cm
€ 1.300,-
Bruno Fischer-Uwe wuchs in Bremerhaven auf, studierte dann in Leipzig (u.a. bei Willi Geiger) und war danach als freischaffender Künstler tätig. Er unternahm zahlreiche Reisen und kam so 1934 das erste Mal in die Künstlerkolonie Worpswede – diesen Ort besuchte er fortan regelmäßig. Bis zum Kriegsausbruch lebte er in einem Bauernhaus in Ahrenshoop an der Ostsee. Nach Krieg und Gefangenschaft war er 1946 Gründer und Direktor der Osnabrücker Kunsthochschule, die aber 1947 aus finanziellen Gründen wieder schließen musste. Fortan war er wieder freischaffend tätig und reiste viel. 1968 erhielt er eine Professur an der Kunstakademie in Dublin. 1971 ließ sich die Familie endgültig in Worpswede nieder.
Die Landschaft war das bevorzugte Motiv des Künstlers. Zumeist waren es Orte aus dem Norden Deutschlands, doch finden sich im Schaffen auch immer wieder Ansichten aus seinen zahlreichen Reisen.
Dieses in durchaus beachtlicher Größe ausgeführte Werk dürfte als Grundlage eine solche Reise gehabt haben. Unter dem von Wolken bewegten, sommerlichen Himmel zeigt sich eine weite Landschaft mit Feldern, Korngarben, einzelnen Bäumen und im Hintergrund markant aufragenden Bergen. Der vordere Berg erinnert in seiner Form dabei explizit an den Hohenhewen bei Engen.
Am 2. Juli 1943 – vor genau 83 Jahren – verstarb der Peter Ludwigs in der Strafvollzugsanstalt „Ulmer Höh‘“.
Peter Ludwigs
1888 Aachen – 1943 Düsseldorf
‚Stillleben mit üppigem Blumenstrauß, Kürbis, Obst und Krug‘
unten links signiert, [um 1925-35]
Öl / Leinwand
90 x 65,4 cm
€ 3.700,-
Peter Ludwigs wollte anfangs Bildhauer werden und studierte in Aachen, Lüttich, Brüssel und Düsseldorf. Nach dem Kriegsdienst steht er unter dem Einfluss des Expressionismus und engagiert sich in künstlerischen und auch politischen Gruppen, wie „Aktivistenbund“, „Junges Rheinland“, „KPD“. 1929 wird er einer der Mitgründer der „ASSO“ in Düsseldorf.
Ab 1933 tritt eine Zäsur ein, er kann nicht mehr ausstellen und ist von der Wohlfahrt abhängig. 1937 wird er wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ drei Monate lang inhaftiert. In demselben Jahr werden in Düsseldorf zwei Gemälde und vier Druckgrafiken als „entartet“ beschlagnahmt. Ab 1942 beteiligt er sich an der illegalen Zeitschrift „Der Friedenskämpfer“ (Düsseldorf). Im Februar 1943 wird bei einer großen Verhaftungswelle gegen KPD und „Gruppe Niederrhein“ auch Ludwigs inhaftiert. Am 2. Juli 1943 stirbt der zuckerkranke Ludwigs in der Strafvollzugsanstalt „Ulmer Höh‘“.
Bei Peter Ludwigs nehmen Stillleben keine zentrale Stellung ein; sind vielmehr eher selten anzutreffen. Das vorliegende Werk, das zwischen 1925 bis 1935 entstanden sein dürfte, ist ein schönes Beispiel hierfür im Allgemeinen und zeigt im Speziellen die qualitative Vielfalt im Schaffen des Künstlers.
Vor genau 50 Jahren – am 1. Juli 1976 – verstarb der wunderbare Künstler Otto Ritschl in Wiesbaden. …und oftmals unbeachtet, so war er auch schriftstellerisch tätig. – Hierzu zwei seltene Beispiele aus der späten Lebensphase.
Otto Ritschl
1885 Erfurt – 1976 Wiesbaden
1) „Der Hexenstein. Schauspiel in drei Akten.“ (Widmungsexemplar)
Wiesbaden: Selbstverlag, 1976
92 Seiten, Leineneinband
22,5 x 16,5 cm
Auf Titelseite mit handschriftlicher Widmung Ritschls:
„Herrn Dr. Volker Busanny-Caspari / gern & herzlichst / Ritschl / Wsb. 2. Mai 76“
Dr. Volker Busanny-Caspari (Opladen) war ein Freund des Künstlers, der auch mehrere Gemälde von diesem besaß.
Notabene: Die Widmung entstand nur wenige Wochen vor Ritschls Tod!
€ 200,-
Otto Ritschl ist einer der ganz großen Vertreter der abstrakten Malerei in Deutschland.
1970/71 beginnt er mit den Arbeiten an den Manuskripten für die Schauspiele „Die Meinungsmacher“ und „Der Hexenstein“. Damit hält er Rückgriff auf seine frühe jugendliche Schaffenszeit Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts, als er sich schriftstellerisch versuchte und betätigte. Diese beiden späten Stücke – „Die Meinungsmacher“ und „Der Hexenstein“ – erschienen im Todesjahr Ritschls im Selbstverlag.
Otto Ritschl
1885 Erfurt – 1976 Wiesbaden
2) „Die Meinungsmacher. Schauspiel in drei Akten.“
Wiesbaden: Selbstverlag, 1976
88 Seiten, Leineneinband
22,5 x 16,5 cm
€ 150,-
Gelegenheiten < 100€ Preis 100€ - 500€ Preis 500€ - 1.000€ Preis 1.000€ - 2.000€ Preis über 2.000€



































