|| T Ä G L I C H E D O S I S K U N S T ||
Am 5. Juli 1972 – vor genau 54 Jahren – verstarb Fritz Pümpin in seinem Heimatort Gelterkinden.
Fritz Pümpin
1901 Gelterkinden – 1972 ebd.
‚Dorfansicht im Baselbiet, womöglich in / bei Bennwil‘
unten rechts signiert & datiert (1939)
Pastellkreiden auf festerem Papier (Prägestempel „UTO BLOTTING“, i. e. Zürcher Papierfabrik an der Sihl)
44 x 58 cm
€ 800,-
Fritz Pümpin besuchte anfangs die Primarschule in Gelterkinden und die Bezirksschule in Böckten. 1916 Aufenthalt in der Romandie und während dieser Zeit Mal- und Zeichenunterricht beim Maler H. Jeannet in La Chaux-de-Fonds. Im Anschluss Besuch der Handelsschule Basel mit dem Ziel Kaufmann zu werden (Abschluss mit Diplom). Weiterbildungen an der eidgenössischen Obst- und Weinbauanstalt Wädenswil.
1919 Eintritt in die väterliche Weinhandlung. Besuch der Gewerbeschule in Basel, um sich dort künstlerisch fortzubilden. Zugleich besuchte er Kurse der Schweizerischen Gesellschaft für Urgeschichte.
Am 15.04.1936 Heirat mit Rösli, geb. Gerster. Das Paar hatte zwei Söhne: Volkmar (*1937) und Cuno (*1939). Fritz Pümpin wandte sich ganz der Kunst zu und arbeitete als freischaffender Maler. Zwischen 1939 und 1945 war Pümpin Soldat des Hilfsdienstes im Schweizer Grenzschutz. 1945 Kauf der Villa in der Rinkenbacherstraße 2 in Gelterkinden. Pümpin unternahm Studienreisen nach Frankreich, Italien, Spanien und in die Niederlande.
Seine bevorzugten Motive waren die (heimatliche) Landschaft und dörfliche Ansichten.
In diesem Werk ais dem Jahr 1939 wird Pümpin einen Blick in eine kleine Gemeinde (Bennwil?) im Baselland festgehalten haben.
Am 6. Juni hatten wir auf den 28. Todestag von Walter Gutbrod hingewiesen. – Heute wäre der 118. Geburtstag des Künstlers (5. Juli 1908).
Walter Gutbrod
1908 Stuttgart-Zuffenhausen – 1998 Ludwigsburg
‚Winterliche Waldlandschaft mit Häusern im Hintergrund‘
unten rechts signiert & Künstlersignum & datiert (14.02.1986)
Ölfarbe, teilweise mit Terpentin verdünnt, auf Transparentpapier
74,4 x 55 cm
€ 250,-
Walter Gutbrod begann bereits in Jugendjahren zu malen und zu zeichnen. So datiert das älteste erhaltene Skizzenbuch auf 1920 und bereits zu dieser frühen Zeit lässt sich durchaus das künstlerische Talent Gutbrods erkennen. Sein Kunststudium absolvierte er von 1927 bis 1932 an der Stuttgarter Akademie bei u.a. Hans Spiegel, Robert Breyer, Alex Eckener. Auf Wunsch der Eltern belegte er auch Pädagogikkurse, was im Späteren zu seiner langjährigen Tätigkeit als Kunsterzieher v.a. in Ludwigsburg am Schiller- und Mörike-Gymnasium (1937-79) führte.
„Vielleicht liegt in seinen Arbeiten über den Wald, die Meditationen gleichen oder wie ein Gebet sind, sein Dank an das Wunder der Schöpfung“ (Barbara Lipps-Kant (2013)).
… weitere Werke von Walter Gutbrod …
…ein kleiner Blick auf das Gestern – am 3. Juli 1873 wurde der wunderbare französische Grafiker und Illustrator René Lorrain geboren.
René Lorrain
1873 Nancy – [vor 1956]
„Le Bouquet“
unten links im Druck signiert
Farbradierung (Aquatinta) auf Karton
45,7 x 31,9 cm (Druck)
€ 110,-
René Lorrain studierte an der École des Beaux-Arts in Paris, nahm an den dortigen Salon-Ausstellungen teil und spezialisierte sich in seinem Schaffen vor allem auf Farbradierungen in Aquatintatechnik. Neben Landschaften und Stadtansichten entstanden auch ganz zauberhafte Frauenbildnisse wie dieses feine, detailreiche Interieur mit weißgekleideter Dame und Blumenstrauß.
Vor 34 Jahren – am 3. Juli 1992 – ist der Künstler Bruno Fischer-Uwe in Worpswede gestorben.
Bruno Fischer-Uwe
1915 Phalsbourg (Lothringen) – 1992 Worpswede
‚sommerliche Erntelandschaft‘ (aus dem Hegau bei Engen?)
unten rechts signiert, [um 1960-70]
Öl / Leinwand
96 x 118,5 cm
€ 1.300,-
Bruno Fischer-Uwe wuchs in Bremerhaven auf, studierte dann in Leipzig (u.a. bei Willi Geiger) und war danach als freischaffender Künstler tätig. Er unternahm zahlreiche Reisen und kam so 1934 das erste Mal in die Künstlerkolonie Worpswede – diesen Ort besuchte er fortan regelmäßig. Bis zum Kriegsausbruch lebte er in einem Bauernhaus in Ahrenshoop an der Ostsee. Nach Krieg und Gefangenschaft war er 1946 Gründer und Direktor der Osnabrücker Kunsthochschule, die aber 1947 aus finanziellen Gründen wieder schließen musste. Fortan war er wieder freischaffend tätig und reiste viel. 1968 erhielt er eine Professur an der Kunstakademie in Dublin. 1971 ließ sich die Familie endgültig in Worpswede nieder.
Die Landschaft war das bevorzugte Motiv des Künstlers. Zumeist waren es Orte aus dem Norden Deutschlands, doch finden sich im Schaffen auch immer wieder Ansichten aus seinen zahlreichen Reisen.
Dieses in durchaus beachtlicher Größe ausgeführte Werk dürfte als Grundlage eine solche Reise gehabt haben. Unter dem von Wolken bewegten, sommerlichen Himmel zeigt sich eine weite Landschaft mit Feldern, Korngarben, einzelnen Bäumen und im Hintergrund markant aufragenden Bergen. Der vordere Berg erinnert in seiner Form dabei explizit an den Hohenhewen bei Engen.
Am 2. Juli 1943 – vor genau 83 Jahren – verstarb der Peter Ludwigs in der Strafvollzugsanstalt „Ulmer Höh‘“.
Peter Ludwigs
1888 Aachen – 1943 Düsseldorf
‚Stillleben mit üppigem Blumenstrauß, Kürbis, Obst und Krug‘
unten links signiert, [um 1925-35]
Öl / Leinwand
90 x 65,4 cm
€ 3.700,-
Peter Ludwigs wollte anfangs Bildhauer werden und studierte in Aachen, Lüttich, Brüssel und Düsseldorf. Nach dem Kriegsdienst steht er unter dem Einfluss des Expressionismus und engagiert sich in künstlerischen und auch politischen Gruppen, wie „Aktivistenbund“, „Junges Rheinland“, „KPD“. 1929 wird er einer der Mitgründer der „ASSO“ in Düsseldorf.
Ab 1933 tritt eine Zäsur ein, er kann nicht mehr ausstellen und ist von der Wohlfahrt abhängig. 1937 wird er wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ drei Monate lang inhaftiert. In demselben Jahr werden in Düsseldorf zwei Gemälde und vier Druckgrafiken als „entartet“ beschlagnahmt. Ab 1942 beteiligt er sich an der illegalen Zeitschrift „Der Friedenskämpfer“ (Düsseldorf). Im Februar 1943 wird bei einer großen Verhaftungswelle gegen KPD und „Gruppe Niederrhein“ auch Ludwigs inhaftiert. Am 2. Juli 1943 stirbt der zuckerkranke Ludwigs in der Strafvollzugsanstalt „Ulmer Höh‘“.
Bei Peter Ludwigs nehmen Stillleben keine zentrale Stellung ein; sind vielmehr eher selten anzutreffen. Das vorliegende Werk, das zwischen 1925 bis 1935 entstanden sein dürfte, ist ein schönes Beispiel hierfür im Allgemeinen und zeigt im Speziellen die qualitative Vielfalt im Schaffen des Künstlers.
Vor genau 50 Jahren – am 1. Juli 1976 – verstarb der wunderbare Künstler Otto Ritschl in Wiesbaden. …und oftmals unbeachtet, so war er auch schriftstellerisch tätig. – Hierzu zwei seltene Beispiele aus der späten Lebensphase.
Otto Ritschl
1885 Erfurt – 1976 Wiesbaden
1) „Der Hexenstein. Schauspiel in drei Akten.“ (Widmungsexemplar)
Wiesbaden: Selbstverlag, 1976
92 Seiten, Leineneinband
22,5 x 16,5 cm
Auf Titelseite mit handschriftlicher Widmung Ritschls:
„Herrn Dr. Volker Busanny-Caspari / gern & herzlichst / Ritschl / Wsb. 2. Mai 76“
Dr. Volker Busanny-Caspari (Opladen) war ein Freund des Künstlers, der auch mehrere Gemälde von diesem besaß.
Notabene: Die Widmung entstand nur wenige Wochen vor Ritschls Tod!
€ 200,-
Otto Ritschl ist einer der ganz großen Vertreter der abstrakten Malerei in Deutschland.
1970/71 beginnt er mit den Arbeiten an den Manuskripten für die Schauspiele „Die Meinungsmacher“ und „Der Hexenstein“. Damit hält er Rückgriff auf seine frühe jugendliche Schaffenszeit Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts, als er sich schriftstellerisch versuchte und betätigte. Diese beiden späten Stücke – „Die Meinungsmacher“ und „Der Hexenstein“ – erschienen im Todesjahr Ritschls im Selbstverlag.
Otto Ritschl
1885 Erfurt – 1976 Wiesbaden
2) „Die Meinungsmacher. Schauspiel in drei Akten.“
Wiesbaden: Selbstverlag, 1976
88 Seiten, Leineneinband
22,5 x 16,5 cm
€ 150,-
Vor 137 Jahren – am 30. Juni 1889 – wurde der Maler und Kirchenmaler Georg Konrad Kraemer geboren.
Georg Konrad Kraemer
1889 Offenbach – 1948 Nürnberg
‚Stillleben mit Fliederstrauß in feiner Porzellanvase‘
unten rechts monogrammiert, signiert & datiert (1936)
Öl / Leinwand
80,7 x 70,8 cm
€ 550,-
Georg Konrad Kraemer machte anfangs eine Lehre als Weißbinder (Tüncher) und als solcher ging er auf Wanderjahre in die Niederlande und nach Belgien. Von 1907 bis 1912 besuchte er die Kunstgewerbeschule Nürnberg und war dort Schüler von Rudolf Schiestl. Nach seinem Kriegsdienst (1914-18) lebte und arbeitete er als freischaffender Künstler in Nürnberg (Bucher Str. 5). Neben Ölgemälden, Aquarellen und Zeichnungen, entstanden auch Sgrafitti, Fresken, Wandmalereien, sowie Vergoldungen und auch kunstgewerbliche Objekte.
Vor 17 Jahren verstarb die sehr in Vergessenheit geratene Grafikerin, Illustratorin und Zeichnerin Charlotte Strech-Ballot in Düsseldorf.
Charlotte Strech-Ballot
1916 Berlin – 2009 Düsseldorf
„Vorstadt“
unten rechts signiert & datiert (1947)
Tuschfeder auf Ingrespapier
22 x 16,3 cm
€ 630,-
1933 bekam Charlotte Strech-Ballot ersten Malunterricht bei Else Marcks, einer Freundin von Renée Sintenis. Ab 1933 besuchte sie die Vereinigten Staatsschulen Berlin-Charlottenburg (bei Ludwig Bartning). 1938 Heirat mit dem Grafiker Günter Strech und Umzug nach Düsseldorf. Während des Zweiten Weltkrieges sie kriegsbedingt Düsseldorf verlassen und kehrte erst nach Kriegsende wieder zurück.
Zusammen mit Mann und Sohn ließ sie sich in dem damals noch recht ländlich geprägten Lörick (Cheruskerstraße 36) nieder. In der Folge etablierte sie sich als Künstlerin – sie nahm an Ausstellungen teil, schuf Illustrationen für Bücher, entwarf Plakate und gestaltete auch Wandbilder.
Diese Zeichnung ist in die Anfangsphase der Düsseldorfer Zeit einzuordnen. Charlotte Strech-Ballot hat hier ein Paar aus der Nachbarschaft bei der Gartenarbeit vor deren Haus ganz markant festgehalten.
Vor 119 Jahren – 29. Juni 1907 – wurde Willi Götzl in Zeltweg geboren – hier zeigt er uns den Hafen von Langenoog im Jahr 1960.
Willi Götzl
1907 Zeltweg, Steiermark – 1978 Villach
„Hafen von Langeoog“
unten rechts signiert & datiert (26.08.1960)
Aquarell und Bleistift auf Velinpapier („CMFabriano“)
47,3 x 65 cm
€ 390,-
Willi Götzl war ab 1922 als kaufmännischer Handelsangestellter tätig und wandte sich erst mit etwa 30 Jahren (1937) der Kunst zu. Er lebte fortan in Villach und der dortigen Umgebung. Abgesehen von künstlerischen Anleitungen durch Franz Wiegele, Willibald Zunk und Raimund Kalcher war Götzl Autodidakt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Götzl zu einem wichtigen lokalen Exponenten der lyrischen Richtung des Kärntner Spätexpressionismus. Das umfangreiche Œuvre (Öl, Aquarelle, Druckgraphik) umfaßt neben Portraits v. a. Landschaften.
Hier zeigt Götzl einen sehr schönen, locker luftigen Momenteinfang vom Hafen in Langeoog.
Wir werfen einen kleinen Blick in die Zukunft, denn am morgigen 29. Juni jährt sich der Todestag von Oswald Malura zum 23. Mal.
Oswald Malura
1906 Boleslau [Bolesław] – 2003 München
‚Bildnis eines älteren Mannes mit Bart‘
unten rechts signiert & (undeutlich) datiert (wohl 1927)
Tuschfeder auf Papier
22 x 16,3 cm
€ 230,-
Im Wintersemester 1926-27 begann Oswald Malura sein Studium an der Münchner Kunstakademie. Bereits 1928 erfolgte die Ernennung zum Meisterschüler Hermann Groebers und ein weiteres Jahr später erhielt er ein Reisestipendium der Akademie. Hieran schloss sich ein dreijähriger, prägender Aufenthalt in Indien, bevor Malura in den folgenden Jahren als freischaffender Künstler in Schwabing arbeitet.
Diese Zeichnung wird in die frühe Schaffensphase des Studienbeginns einzuordnen sein und man darf hier sicherlich der Datierung auf 1927 folgen. In schnellen Linien zeigt Malura das Bruststück eines älteren Mannes mit Bart.
An 27. Juni 1991 – vor genau 35 Jahren – verstarb der vielseitige und engagierte Künstler und Sammler Carl Lauterbach in Düsseldorf.
Carl Lauterbach
1906 Burscheid – 1991 Düsseldorf
‚Frauenbildnis‘
unten rechts signiert & datiert (1947)
Aquarell & Tempera auf bräunlichem Papier
40,4 x 30 cm
€ 750,-
Carl Lauterbach studierte von 1924 bis 1930 in Düsseldorf. Bereits während der Studienzeit wurde er Mitglied beim „Jungen Rheinland“ und bewegte sich im Kreis um „Mutter Ey“. 1928 war er Mitbegründer der „Rheinischen Sezession“ und 1930 trat er der Düsseldorfer „ASSO“ bei. Ab etwa 1930 wendet sich Lauterbach in seinem Schaffen verstärkt sozialen Themen zu.
Bereits im Jahr der Machtergreifung 1933 erfolgte eine Haussuchung bei Lauterbach, sowie die Beschlagnahme von Werken. Und obgleich er sich während der Zeit des Dritten Reichs an Ausstellungen beteiligen konnte, wurden 1937 doch zwölf Werke aus Museumsbesitz als „entartet“ beschlagnahmt. Zur Sicherung des Lebensunterhalts malte er unverfängliche Stillleben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Lauterbach eine treibende Kraft beim kulturellen Wiederaufbau in Düsseldorf. In den späteren Lebensjahren erfolgen zahlreiche Ehrungen.
1994 erscheint die umfangreiche Monografie von Werner Alberg (damals Archivleiter des Lauterbach-Archivs im Stadtmuseum Düsseldorf), der sich jedoch im Frühjahr 2012 von seiner damaligen biografischen Darstellung distanziert, was zu einer Diskussion um eine mögliche Neubetrachtung des Künstlers führte. Gründe für diese auch durchaus kritisch beurteilte Distanzierung Albergs liegen vor allem in Lauterbachs Vita während des Dritten Reichs.
Dieses Werk entstand in der unmittelbaren Jahreszeit (1947) und zeigt ein für Lauterbach damals ganz typisches Motiv.
… weitere Werke von Carl Lauterbach …
An 26. Juni 1991 – vor genau 35 Jahren – verstarb der Künstler Martin Frey in Bad Godesberg.
Martin Frey
1907 Menden (Sankt Augustin) – 1991 Bonn-Bad Godesberg
‚(wohl) oberbayrische Ortschaft an einem See‘
unten rechts signiert & datiert (28. Febr. 1936)
Aquarell / Karton
30,9 x 23,6 cm
€ 360,-
Durch die Bekanntschaft mit Friedrich Dücker wuchs Martin Freys Interesse an Krippen, dem Krippenbau und dessen Geschichte. In diesem Zusammenhang bereiste er auch Süddeutschland, um die dortige Krippen-Tradition zu sehen. Er schuf in diesem Zusammenhang auch die Illustrationen für ein Buch über den Krippenbau von Dücker. Ab etwa dieser Zeit (1932) lassen sich auch die ersten eigenständigen künstlerischen Arbeiten Freys nachweisen.
Dies hier gezeigte Werk entstand nur wenige Jahre danach. Martin Frey konnte mithilfe eines Stipendiums ab 1942 die Kunstakademie München besuchen und während dieser Zeit war er in Bad Wiessee ansässig. Nach dem Zweiten Weltkrieg verzog er von dort nach Bad Godesberg. Man darf wohl annehmen, dass die hier gezeigte, an einem See gelegene Ortschaft nach Oberbayern zu lokalisieren ist.
Der genauen Datierung nach, fand Frey dieses lichtintensive Motiv am 28. Februar 1936.
… weitere Werke von Martin Frey …
Heute vor 174 Jahren – am 25. Juni 1852 – wurde die Kunstmalerin Molly Cramer in Hamburg geboren.
Molly Cramer
1852 Hamburg – 1936 ebd.
‚bäuerlicher Hauseingang mit Hühnerschar‘
unten links signiert
Öl / Leinwand
33,7 x 46,1 cm
€ 1.300,-
Molly Cramer war Tochter des wohlhabenden deutsch-jüdischen Kaufmanns (Leinenmaklers) Cesar Cramer (05.04.1809 Hamburg – 28.11.1882 ebd.) und dessen Ehefrau Charlotte, geb. Steffens (1823-1908). Ihre ältere Schwester Helene (1844-1916) war ebenso Künstlerin und beide blieben im Leben eng verbunden. Der Vater wandte sich gegen eine künstlerische Ausbildung der beiden Schwestern, so dass diese sich erst nach dessen Tod (1882) der Kunst widmen konnten. Ersten Unterricht erhielt Molly Cramer bei Theobald Riefesell (1836-1895) in Hamburg. Weitere Lehrer waren Carl Rodeck und Hinrich Wrage. 1890 reiste sie nach Antwerpen und nahm dort Unterricht bei Eugène Joors.
Zurückgekehrt nach Hamburg fand sie in Alfred Lichtwarck einen wichtigen Förderer.
Die Schwestern Molly und Helene Cramer malten vornehmlich Stillleben mit Blumen und Früchten. Eine Besonderheit im Schaffen bei Molly liegt darin, dass sie sich ab etwa dem Ende des 19. Jahrhunderts auch der Darstellung von Landschaften und Personen zuwandte.
Dieses Gemälde mit seinem idyllisch ländlichen Motiv ist diesem Werkbereich einzuordnen.
Am 24. Juni 1945 – vor 81 Jahren – verstarb de wunderbare Künstler Gustav Wunderwald in Berlin.
Gustav Wunderwald
1882 Köln-Kalk – 1945 Berlin
‚Soldatenfriedhof in Mazedonien‘
unten links monogrammiert & undeutlich lokalisiert, [um 1915-18]
Bleistift auf Velinpapier („Monopol“)
31,2 x 34,2 cm
€ 540,-
Diese Zeichnung stammt aus Gustav Wunderwalds frühem Schaffen während des Ersten Weltkrieges.
Zu dieser Zeit schreibt Hildegard Reinhardt (1988:16):
“Wunderwalds Berliner Engagement wurde unterbrochen durch den 1. Weltkrieg. 1915 wurde er nach zehnwöchiger Ausbildung in Königsberg als Soldat im Ersatzbataillon des Infanterie-Regiments 43 in Mazedonien eingesetzt. […] Der Zufall fügte es, daß Schmidtbonn als Berichterstatter des ‘Berliner Tageblatts’ ebenfalls in Mazedonien seinen Dienst ableisten mußte. Dort erlebten beide – im Gegensatz zu den mörderischen Menschen- und Materialschlachten in Ostfrankreich – einen Krieg ‘mit menschlichem Antlitz’. Schmidtbonn verarbeitete seine Erlebnisse in dem Bericht ‘Krieg in Serbien’ (Berlin/Stuttgart 1916), während sie Wunderwald zu einfühlsamen Bildnis- und Landschaftszeichnungen sowie zum Werkkomplex seiner dunkeltonigen Mazedonien-Gemälde anregten.”
Bei dieser Friedhofsansicht zeigt sich bereits die Klarheit in der Formsprache, welche später für Wunderwalds neusachliche Werke charakteristisch wird. Motivisch interessant ist zudem, dass im offenkundigen Topos der Trauer und des Todes, doch auch immer junge, blühende Bäume oder/und Blumen zu sehen sind, was sich mit Reinhardt treffend als „einfühlsam“ umschreiben lässt.
… weitere Werke von Gustav Wunderwald …
…und nochmals eine Werkbetrachtung zu Gustav Wunderwald, der heute vor 81 Jahren – am 24. Juni 1945 – verstarb. Hier zeigt er eine für ihn ganz typische, karg kühle Dorflandschaft.
Gustav Wunderwald
1882 Köln-Kalk – 1945 Berlin
„Landhaus an einer Wegbiegung“
unten links monogrammiert & verso Nachlassstempel, [um 1925-30]
Bleistift auf Velinpapier („Monopol“)
18,3 x 26,5 cm
€ 470,-
1924 hatte Wunderwald seine erste Einzelausstellung in der Berliner Kunst- und Buchhandlung Landsberg. Es folgten weitere zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen. 1927 erschien der erste Aufsatz über Wunderwald, den Paul Westheim für das „Kunstblatt“ verfasste. 1929 betitelte Westheim den Künstler als „Berliner Utrillo“.
In den 1920er Jahren entstehen Wunderwalds wichtige Berliner Stadtansichten, sowie auch Landschaften aus Ostpreußen und dem Havelland. Im Dritten Reich zog sich Wunderwald als Künstler zurück, er arbeitete für die Ufa und Marx-Film (Ruhleben). In Folge einer Wasservergiftung verstarb Wunderwald am 24. Juni 1945 im Hildegard-Krankenhaus in Berlin-Charlottenburg. Sein Grab auf dem Friedhof Heerstraße wurde 1970 eingeebnet. Ab 1950 begann eine Wiederentdeckung von Wunderwalds Schaffen.
Die hier vorliegende Zeichnung wird aus Wunderwalds Schaffen der 1920er Jahre stammen und dürfte einer Gruppe ostpreußischer und märkischer Dorf- und Kleinstadtansichten zuzuordnen sein.
… weitere Werke von Gustav Wunderwald …
…und an noch einen Jahrestag kann heute gedacht werden, verstarb doch vor 89 Jahren – am 23. Juni 1937 – Max Schlichting in Bad Tölz.
Max Schlichting
1866 Sagan – 1937 Bad Tölz
‚Villengarten mit runder Blumenrabatte und Brunnenfigur‘
unten rechts signiert & datiert (1892)
Öl / Leinwand
27,4 x 22,3 cm
€ 1.300,-
Max Schlichting studierte von 1885 bis 1892 an der Preußischen Akademie der Künste und ging hierauf nach Paris, um dort nochmals die Académie Julian zu besuchen. Seine damaligen Lehrer waren Jules Lefebvre und Gabriel Ferrier.
Nach seinem Paris-Aufenthalt kehrte er nach Berlin zurück und begann sich als Künstler zu etablieren. Er beteiligte sich an Ausstellungen, engagierte sich in Künstlerkreisen und knüpfte Kontakte zu anderen Künstlern. 1917 wurde er zum Professor ernannt.
Dieses Gemälde datiert auf 1892 und entstand damit genau in jener Zeit in der Schlichting sein Berliner Studium beendete und seine Zeit an der Pariser Akademie begann. Man darf hier wohl sogar noch etwas genauer feststellen, dass das Werk zeitlich eher in den Paris-Aufenthalt einzuordnen ist, was sich durch einen Herstellerstempel („Bourgeois Ainé“) auf dem Keilrahmen nahelegt.
Vor 119 Jahren – am 23. Juni 1907 – kam der Grafiker, Maler und Dozent Walther J. Schneider zur Welt.
Walther J. Schneider
1907 Probstzella – [nach 1952]
„Nachtarbeiter“
unten rechts signiert, [1932]
Kaltnadelradierung auf etwas festerem Reispapier
25 x 31,3 cm (Blatt)
€ 350,-
Walther J. Schneider ist ein heute nahezu vergessener Künstler.
Von 1924 bis 1925 besuchte er die bedeutende Malschule von Hans Hofmann (München). Dort erhielt er Unterricht von Heinrich Ehmsen. 1925 wechselte er an die Kunstakademie Düsseldorf.
1927 zog er nach Hamburg und arbeitete im Bildhaueratelier von Richard Luksch in Hamburg. Er unternimmt Studienreisen nach Ungarn und Italien.
Ab 1929 arbeitete er in Hamburg-Lokstedt als freischaffender Künstler und beginnt verstärkt mit seinem Schaffen an die Öffentlichkeit zu gehen.
1931 schuf er das Wandbild “Verfassungsfeier” für die Fritz-Schumacher-Schule. Dieses Wandbild wurde 1936, auf politische Veranlassung hin, abgekratzt. Das Werk wurde beachtenswerterweise durch Eduard Bargheers “Landgewinnung” ersetzt.
1932 schuf Schneider insgesamt fünf Radierungen für die damals junge “Griffelkunst-Vereinigung”. Die hier überlieferten Titel verweisen allesamt auf soziale Motive: “Kinder”, “Arbeitslose”, “Schutenstaker”, “Nachtarbeiter”, Auflauf”.
Spätestens 1940 ist er in Magdeburg ansässig; bis 1953 war er Leiter des Bereichs Gebrauchsgrafik an der Fachschule für angewandte Kunst Magdeburg.
Diese dichte, dunkle Radierung ist eines der Exemplare, die Schneider 1932 für die damals noch junge “Griffelkunst-Vereinigung” schuf.
Am 22. Juni 1904 – vor 122 Jahren – wurde der Künstler Hans Busse in Dresden geboren.
Hans Busse
1904 Dresden – 1992 Mannheim
„Der Abschied“ (recto) / „Stillende Mutter“ (verso)
recto & verso rechts signiert & datiert (1938 bzw. 1936)
Kohle (teilweise gewischt) auf Ingrespapier
62,5 x 46,5 cm
€ 1.250,-
Mit 29 Jahren begann Hans Busse sein Kunststudium an der Dresdener Akademie bei Richard Müller. Noch während seiner Studienzeit (1935) heiratete er. Möglicherweise auch vor dem Hintergrund, dass er seine Familie versorgen musste, wechselte er nach ein paar Semestern zur Ausbildung als Kunsterzieher und schloss das Studium auch als solcher ab. Da er jedoch keine Anstellung fand, begann er eine Tätigkeit beim Forst- und Holzwirtschaftsamt Dresden. Nichtsdestotrotz war Hans Busse stets malerisch und zeichnerisch tätig, was auch wenige Ausstellungsbeteiligungen in dieser Zeit belegen.
Den Zweiten Weltkrieg erlebte er als Soldat und schließlich in Gefangenschaft aus der er 1947 nach Dresden zurückkehrte. Bis 1958 wirkte er in der DDR als Künstler und brachte sich in verschiedenen Vereinen auch an führender Stelle ein. Aufgrund nicht näher bekannter Probleme sah er sich gezwungen am 23. März 1958 nach Mannheim zu ziehen, wobei explizit vermerkt ist, dass sein Wegzug „ohne polizeiliche Abmeldung“ erfolgte (Pätzke 2000: 575).
Dieses starke Blatt mit den beiden Zeichnungen entstand noch in der frühen Schaffensphase und darf an das Ende seines Studiums bzw. kurz danach eingeordnet werden. Vorderseitig ein mit „Der Abschied“ betiteltes, düsteres Werk von 1938 und rückseitig eine „stillende Mutter“ von 1936. Unweigerlich mag man u. a. an Käthe Kolwitz denken…
… weitere Werke von Hans Busse …
…und von dem heutigen Geburtstagkind Hans Busse (*22. Juni 1904) sehen wir hier noch eine ganz starke, frühe Tuschzeichung. – Ein „Selbstbildnis mit Tod“!
Hans Busse
1904 Dresden – 1992 Mannheim
„Selbstbildnis mit Tod“
unten rechts signiert, monogrammiert & datiert (1936)
Tusche über Bleistiftvorzeichnungen auf Ingrespapier
63 x 46,5 cm
€ 730,-
…der schemenhaft wirkende Tod nimmt direkten Kontakt zu dem Künstler auf, schmiegt sich an diesen förmlich an und legt seinen Kopf so nah an ihn als möchte er ihm etwas zuflüstern. Interessanterweise wurde der Tod auch etwas größer ausgeführt als sein Gegenpart. Nun mag es vordergründig vielleicht etwas auffällig erscheinen, dass ein solch verhältnismäßig junger Künstler ein solches Motiv ausführt, doch zeitlich kontextualisiert zeigt sich hierin deutlich „[die] veränderte Grundeinstellung zum Leben, [die] sich vor allem in einem ausgeprägten Todesbewußtsein und im Gefühl der Kreatürlichkeit des Menschen [äußert]“ (Rainer Zimmermann (1980): Die Kunst der verschollenen Generation; Düsseldorf – Wien: Econ; S. 65).
… weitere Werke von Hans Busse …
Am 21. Juni 1989 – vor genau 37 Jahren – verstarb Heinrich Harry Deierling.
Heinrich Harry Deierling
1894 Philadelphia – 1989 Berlin
‚Waldlandschaft‘
unten rechts signiert & datirt (1925)
Aquarell, Deckweiß auf Papier
31 x 39 cm
€ 1.400,-
Die Familie von H. H. Deierling zog 1900 nach Berlin. Dort machte er anfangs eine Lithografenlehre (1908-11) und wandte sich dann der Kunst zu. Er hatte regen Kontakt zu u. a. Bruno Krauskopf, Wilhelm Kohlhoff und Willy Jaeckel und stellte bei den „Juryfreien“ sowie der „Freien Secession“ aus.
Bis 1933 ist Deierling auf zahlreichen Ausstellungen deutschlandweit vertreten und im Kulturleben präsent. Ab 1933 ist er dagegen auf keinen Ausstellungen mehr nachweisbar, er zieht sich mehr und mehr zurück und eröffnet zum Geldverdienst einen Brotladen in Berlin. 1943 wird sein Atelier samt eines Großteils des damaligen Schaffens, sowie auch sein Brotladen bei einem Bombenangriff zerstört.
Und obgleich Deierling noch zu Lebzeiten auf wichtigen Ausstellungen vertreten ist, bleibt sein Schaffen doch lange Zeit eher unbemerkt und unberücksichtigt.
Das hier gezeigte Aquarell datiert auf 1925 und wird dem Motiv nach während einer der Studienreisen des Künstlers entstanden sein.
Vor 154 Jahren – am 20. Juni 1872 – kam der Künstler Victor Mignot zur Welt.
Victor Mignot
1872 Brüssel – 1944 Paris
‚Parklandschaft mit antiker Skulptur und drei Personen‘
unten rechts signiert
Farbradierung auf festerem Ingrespapier („Arches“)
49,9 x 66,6 cm (Blatt)
€ 190,-
Der Maler, Grafiker und Illustrator Victor Mignot war vor allem in Brüssel und Paris tätig. Er arbeitete für Zeitungen und Zeitschriften, schuf Plakate und auch Druckgrafiken.
Diese Farbradierung ist ein sehr schönes Beispiel für sein künstlerisches Schaffen. Neben elegenaten Frauendarstellungen und Portraits, finden sich auch immer wieder Landschaften wie diese stimmungsvolle Parkansicht.
Vor 35 Jahren – am 19. Juni 1991 – verstarb der Maler Hermann Fischer in Augsburg.
Hermann Fischer
1905 Augsburg – 1991 ebd.
„Fränkische Landschaft (Würzburg)“
unten rechts signiert & datiert (1949)
Aquarell und Blei auf Ingrespapier
48,3 x 62,3 cm
€ 390,-
Hermann Fischer studierte Architektur und Zeichnen an der TU München (1925-29) und war hierauf vor allem als Künstler tätig.
Ab 1948 bis 1971 wirkte er als Professor für Gestaltung und Architektur an der Fachhochschule seiner Heimatstadt Augsburg.
Vor 118 Jahren – am 18. Juni 1908 – wurde der Maler, Zeichner, Bildhauer und Lehrer Rudolf Scheibe geboren.
Rudolf Scheibe
1908 Naunhof – 2002 Solnhofen
‚stehender weiblicher Akt mit Tuch‘
unten rechts monogrammiert, datiert (1956)
Bleistift auf Velinpapier
25,2 x 17,3 cm
€ 100,-
Rudolf Scheibe absolvierte nach einer Lehre zum Gärtner und Steinmetz (1932-36) ein durchaus umfangreiches Kunststudium an verschiedenen Orten (Leipzig, München, Nürnberg, Schwäbisch Gmünd).
Diese Zeichnung entstand wenige Jahre nach seiner Lehre bei dem wichtigen Schwäbisch Gmünder Bildhauer Jakob Wilhelm Fehrle (1950). Scheibe zeigt hier einen stehenden weiblichen Akt, der ein Tuch hochhebt. Das vom Betrachter aus gesehene rechte Bein ist leicht angewinkelt, was der ganzen Komposition eine gewisse, lockere Dynamik verleiht.
… weitere Werke von Rudolf Scheibe …
Vor 16 Jahren – am 17. Juni 2010 – verstarb der Bildhauer und Maler Hannes G. Maier-Hohenstein in Stuttgart.
Hannes G. Maier-Hohenstein
1935 Stuttgart – 2010 ebd.
„Blick über das Rhonetal“
unsigniert
Öl / Lw.
12 x 18,5 cm
€ 250,-
Nach dem Besuch einer Waldorfschule studierte Hannes G. Maier-Hohenstein in Frankfurt, Basel und Stuttgart (1953-57). Darauf war er Stipendiant des Zentrums für zeitgenössische Kunst der SFR Jugoslawien. Ab 1960 war er als freischaffender Künstler tätig. 1983 vertrat er als Künstler die BRD bei der internationalen Künstlerkolonie des Zentrums für Zeitgenössische Kunst Europas. Im Raum Stuttgart war er ein sehr aktiver Künstler, der sich in mehreren Gruppierungen engagierte und ausstellte.
Neben überaus rustikalen, brutalen Objekten (Assemblagen) mit zeit- und sozialkritischem Bezug, entstanden auch Gemälde, welche den Künstler einen aufmerksamen, feinen Beobachter ruhiger Stimmungen zeigen.
Vor 133 Jahren – am 16. Juni 1893 – wurde der ungarische Künstler Pál Fried in Budapest geboren.
Pál Fried
1893 Budapest – 1976 New York City
‚Dreiviertelportrait einer jungen, dunkelhaarigen Frau‘
unten links signiert & datiert (1933)
Öl / Lw.
50 x 40 cm
€ 1.200,-
Pál Fried studierte in Budapest und Paris. Im Anschluss daran machte er sich vor allem als Portraitmaler einen Namen. 1947 zog er in die USA und lebte in New York City. Dort war er als Dozent an der Kunstakademie New York tätig. In den 1950er/60er Jahren arbeitete er als Maler in Hollywood und portraitierte zahlreiche Berühmtheiten.
In diesem Gemälde scheint es Pál Fried mehr um das Sichtbarmachen des Inneren gegangen zu sein. Man verspürt förmlich einer introvertierten, sicherlich kultivierten, aber vielleicht auch im sozialen Umgang gar nicht so einfachen Frau gegenüber zu stehen. Das gewählte dunkle Kolorit der Kleidung und der Haare in Verbindung zur Helle der Haut vermittelt eine gewisse Traurigkeit und melancholische Grundstimmung, was durch den bläulichen Hintergrund und die allgemein sehr zart aufgetragene Farbe noch verstärkt wird.
Zu Beginn des Monats hatten wir an den Geburtstag (4. Juni 1941) von Jörg Shimon Schuldhess erinnert – heute jährt sich der Todestag dieses wunderbaren, eigenwilligen Künstlers zum 34. Mal (15. Juni 1992).
Jörg Shimon Schuldhess
1941 Basel – 1992 ebd.
„Galgenberg“ (WV: 003-37)
u. r. signiert & datiert (1964), u. l. nummeriert „50/08“
Holzschnitt auf Papier
43 x 61 cm (Blatt) / 32,9 x 46,8 cm (Druck)
€ 250,-
Jörg Shimon Schuldhess ist sicherlich eine der faszinierendsten Künstlerpersönlichkeiten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, dessen Schaffen es immer noch zu entdecken gilt.
Jörg Schulthess (damals schrieb er sich noch mit einem „t“) musste auf Wunsch der Eltern anfangs eine kaufmännische Lehre absolvieren. Im Anschluss daran nahm er bei Max Kämpf Malunterricht. 1963 hatte er seine erste Einzelausstellung und war fortan als freischaffender Künstler tätig. In den späten 1960er Jahren unternahm er viele Reisen – Afrika, Indien und vor allem Israel, daneben auch Japan, Australien.
Er setzte sich intensiv mit der Art Brut auseinander und eine tiefe Freundschaft verband ihn mit Jean Dubuffet.
In diesem „Galgenberg“ fließen die Körper, die schreienden und verzerrten Gesichter der zum Tode Verurteilten aus dem Häusermeer zum Galgen. Die anonymen, schwarzen Häuser stapeln sich dabei mitunter bis zum oberen Blattrand, doch ist von anderen Menschen nichts (mehr) zu sehen. Keine Anteilnahme und kein Mitgefühl für die Verurteilten, die schon jetzt nur noch schemenhaft sichtbar sind.
… weitere Werke von Jörg Shimon Schuldhess …
Vor 31 Jahren – am 14. Juni 1995 – verstarb der vornehmlich in Jork ansässige Künstler Richard Eggers in Buxtehude.
Richard Eggers
1905 Wilster – 1995 Buxtehude
„Holzbrücke Augustendorf Teufelsmoor“
unten links signiert & datiert (1974)
Öl / Platte
69,8 x 60 cm
€ 1.600,-
Richard Eggers gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Spätimpressionismus in Norddeutschland und in seinem späten Schaffen fand er zudem zu einem farbintensiven expressiven Realismus.
Dieses hier vorliegende Gemälde entstammt diesem farbintensiven, expressiven Spätwerk. Nach seinem schweren Unfall – während der Arbeit an einem Sgraffito in der Altländer Festhalle in Jork stürzte Eggers 1965 von einem sieben Meter hohen Gerüst – konnte er sich nochmals zu einer unglaublich starken, intensiven Schaffensphase aufschwingen, deren Werke sich durch ein leuchtendes Kolorit und einen kräftigen, mitunter stark pastosen Pinselstrich auszeichnen.
Diese Holzbrücke bei Augustendorf ist eines jener Werke, bei dem ihn seine Frau sicherlich mit dem Auto zum Ort des gewählten Motivs fuhr. Augustendorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Gnarrenburg im niedersächsischen Landkreis Rotenburg (Wümme). Gelegen ist diese 1828 entstandene Findorff-Siedlung in der historischen Kulturlandschaft des Teufelsmoors.
… weitere Werke von Richard Eggers …
Heute ein kleiner Blick in die Zukunft, ist doch am morgigen Tag (14. Juni) der 124. Geburtstag von Erwin Graumann.
Erwin Graumann
1902 Bielefeld – 1988 Genf
„Kniender Akt“ (Werkverzeichnis: Syamken Z 248)
u. r. signiert & datiert (1940)
Tuschfeder / Papier
34,2 x 27 cm
€ 960,-
Erwin Graumann macht anfangs eine Lehre als Chemigraph und ist Musterzeichner in einer Seidenweberei. Er besucht Abendkurse an der Kunstgewerbeschule Bielefeld, wo Paul Delius sein Talent erkennt und fördert. 1923 zieht er nach Berlin und besucht dort die dortige Kunstakademie – anfangs bei Hans Meid, zuletzt Meisterschüler von Karl Hofer. Ab 1927 kann er sich bei Ausstellungen etablieren.
Im Juli 1933 wird Graumann aus politischen Gründen das Betreten der Akademie verboten. 1935 wird die Aufnahme in die Reichskulturkammer abgelehnt, was faktisch einem Arbeitsverbot gleichkommt. Er emigriert nach Kopenhagen und ist dort als Zeichenlehrer tätig. 1936 zieht er nach Paris und ist dort bekannt mit u. a. Max Ernst, Hans Arp, Jeanne Bucher. Er beteiligt sich an Ausstellungen der „Surindépendants“, wie auch an den Ausstellungen „20th Century German Art“ (1938) in London und „Freie Deutsche Kunst“ in Paris.
1939 mit Kriegsbeginn wird Graumann als „feindlicher Ausländer“ interniert, dann im Januar 1940 auf Intervention von Jeanne Bucher wieder freigelassen, jedoch im Mai 1941 erneut inhaftiert. Später in Genf ansässig.
Nach 1945 lebt er in Paris und Genf und erhält 1949 die französische Staatsbürgerschaft. Sein Werk wird auf zahlreichen Ausstellungen gezeigt und gewürdigt.
Diese Arbeit aus dem Jahr 1940(!) entstammt einem Zeichenheft mit Akten aus der Pariser Akademie La Grande Chaumiére (Syamken Z 239-Z 251). Das Heft hatte insgesamt 13 lose Blätter mit Zeichnungen.
… weitere Werke von Erwin Graumann …
Anfang Mai hatten wir bereits – zum Geburtstag der Künstlerin – ein Schriftgebilde von Sabine Ebel betrachtet. Heute jährt sich der Todestag zum 11. Mal (12.06.2015) und wir schauen dieses Mal nochmals auf eine solche, starke Verbindung zwischen Schrift und Zeichnung.
Sabine Ebel
1945 Oldenburg – 2015 ebd.
‚Schriftgebilde‘
unten rechts signiert, [um 1967-70]
Tuschfeder / Velinpapier
18,4 x 15,8 cm (Motiv)
€ 340,-
Sabine Ebel bewegt sich mit diesen Schriftgebilden einer Tradition von Paul Klees „Schriftbildern“, Cy Twomblys „scribbles“ oder auch Arbeiten Anselm Kiefers. Mit ihrer schriftkünstlerischen Ausbildung findet sie dabei einen eigenen Weg, bei dem oftmals das Schriftbild erhalten bleibt, ohne aber irgendeine sinnvolle Lesbarkeit zu vermitteln, so dass organische Abstraktionen zu entstehen scheinen. Für Ebel dürfte das gelten was Else Lasker-Schüler 1910 in einem Aufsatz im „Sturm“-Heft schrieb: „Die Schrift ist ein Bild für sich und hat nichts mit dem Inhalt zu tun.“
Dieses Schriftgebilde ist ein wunderbares Beispiel für ihren eigenwilligen Ansatz. Die schwungvolle Linienführung, die Neigung der Linien nach rechts und auch die horizontale Anordnung vermitteln ganz explizit das Bild einer Schrift. Auch mag man einzelne Buchstaben zu erkennen, doch bleibt es bei kleinen unzusammenhängenden Akzenten.
Man kann hier sicherlich das anführen, was Cathrin Klingsöhr-Leroy ganz richtig mit Bezug auf Cy Twombly schreibt: “Der Betrachter oder die Leserin sind auf die Leere des Bildraums zurückgeworfen, konfrontiert mit der Unmöglichkeit, aus Worten und Zeichen auf dem Bild einen eindeutigen Sinn zu rekonstruieren.”
… weitere Werke von Sabine Ebel …
Heute ein Blick zurück auf das Gestern, denn am gestrigen 10. Juni jährte sich – neben Erwin Oehl – auch der Geburtstag von Erhardt Erdmann.
Erhardt Erdmann
1903 Santoppen (Ostpr.) – [gefallen im April 1941 in Südfrankreich]
‚weitläufige Weide mit Pferden und Kühen im Rhinluch‘
unten links signiert & datiert (1935)
Öl auf Leinwand auf Platte
60 x 75 cm
€ 1.200,-
Noch mit 15 Jahren meldete sich Erhardt Erdmann 1918 freiwillig zum Kriegsdienst und im Anschluss daran war er bis 1920 im Baltikum bei der Baltischen Landwehr. Hierauf wandte er sich der Kunst zu und studierte an der Kunstakademie Königsberg (1920-23). Das nötige Geld verdiente er sich als Hafenarbeiter. Im Anschluss daran war er in Berlin als Künstler tätig und schuf u. a. Illustrationen für die „Gartenlaube“ und die „Jugend“.
Erdmanns favorisierte Motive waren der Sport und das Pferd.
Im Zweiten Weltkrieg wurde er als Kriegsmaler in Polen und Frankreich eingesetzt und fiel mit nicht ganz 38 Jahren in Südfrankreich.
Dieses Gemälde zeigt eines seiner bevorzugten Motive: das Pferd in der Landschaft. Das hier gezeigte Rhinluch liegt in Brandenburg und zeichnet sich durch Feuchtwiesen, Schilfmatten, Baum- und Buschgruppen aus. Erdmann fügt die Tiere harmonisch in diese ruhige Landschaft ein.
Am 10. Juni 1907 – vor 119 Jahren – wurde Erwin Oehl geboren.
Erwin Oehl
1907 Thalmässing – 1988 München
‚Szene mit Straßenhändlern (in Paris?)‘
unten rechts signiert & datiert (1939)
Öl auf Platte
59,9 x 48,8 cm
€ 2.400,-
Erwin Oehl wuchs als Apothekerssohn im beschaulichen Thalmässing auf. Neben seinem Interesse für Kunst und Kultur, beschäftigte ihn schon früh die soziale Frage. Er besuchte die Akademien in München, Wien und Berlin. Ab 1930/31 lebte er als Künstler in München-Schwabing und war auch politisch aktiv. Um 1930 wurde er KPD-Mitglied; 1932 war er Gründungsmitglied der Münchner Ortsgruppe der „ASSO“.
Im März 1933 wurden er und seine spätere Frau Louise Brod verhaftet. Während er im April entlassen wurde, kam Louise erst im Dezember 1933 wieder frei. Erwin Oehl erhielt ein Aufenthaltsverbot für München und zog zurück zu seiner Familie nach Thalmässing.
1936 emigrierte das Paar nach Frankreich. Das Paar hatte Kontakt zu anderen Emigranten, es entstanden Künstlergruppen zur gegenseitigen Unterstützung und Ausstellungen wurden organisiert. Es folgten in den nächsten Jahren – in nuce! –Haft, Flucht, erneute Inhaftierung und Auslieferung nach Deutschland, bevor der Krieg schließlich endete.
Das hier vorliegende Gemälde entstand während der Exilzeit in Frankreich. Es datiert auf 1939 und dürfte dem Himmel und dem Grün der Bäume nach zu urteilen im (Früh-)Sommer gemalt worden sein – der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges liegt demnach nur wenige Monate in der Zukunft.
… weitere Werke von Erwin Oehl …
Am 9. Juni 1908 – vor 118 Jahren – wurde der Künstler und Kunsttheoretiker Richard Ott geboren.
Richard Ott
1908 Haynau [Chojnów] – 1974 Peißenberg
„Weg zur Hölle“
unten links & verso signiert, datiert (1974)
Collage und Tempera auf Karton (vom Künstler auf Hartfaserplatte befestigt)
26,5 x 20 cm (Werk)
€ 550,-
Richard Ott war vielseitig tätig als Maler, Keramiker, Lehrer und Kunsttheoretiker. Nach seinem Studium in Breslau (1928-32, bei Otto Mueller und Oskar Schlemmer) arbeitete er als Lehrer in Berlin, wechselte aber wegen „politischer Unzuverlässigkeit“ häufig die Lehranstalten. Nach 1945 kam er nach München. Er war fasziniert von Kinderkunst und hatte eine eigene Sammlung von etwa 12.000 Zeichnungen von Kindern mit der er ein „Museum für Kinderkunst“ plante. Zusätzlich betrieb er (kurzzeitig) eine „Schule der Kunst für Kinder“.
Heutzutage dürfte Ott vor allem bekannt sein für seinen 1949 erschienenen Band „Urbild der Seele“. Daneben blieb er weiterhin künstlerisch tätig und nahm auch an Ausstellungen teil, wie beispielsweise die Schau „Extreme Malerei“ (Stuttgart, 1947) oder die „Biennale“ 1948.
Dieser “Weg zur Hölle” stammt aus den letzten Lebensjahren. Eine seltsame, apokalyptisch anmutende Szenerie – eine partiell übermalte, schwarz-weiße Landschaft über der ein überdimensionales Wesen (eine Motte?) den Betrachter anstarrt, ja förmlich anschreit.
In seiner eigenwilligen und eigenartigen Art ist dieses Werk sowohl reizvoll anziehend als auch zutiefst abstoßend.
Am 8. Juni 1913 – vor 113 Jahren – kam der Grafiker Erich Walter Fischer zur Welt.
Erich Walter Fischer
1913 Unterwiesenthal (Erzgebirge) – 1999 Lichtenau
‚Bildnis von Friedrich (Fritz) Carl Heckert (1884 Chemnitz – 1936 Moskau)‘
unten rechts signiert
Siebdruck / Karton (Handabzug)
56 x 37,2 cm (Blatt)
€ 180,-
Erich Walter Fischer machte anfangs eine Lehre als Feinmechaniker und wandte sich darauf als Autodidakt der Kunst zu. Er war vor allem als Grafiker tätig, beschickte Ausstellungen und illustrierte Schriftwerke. Fischer lebte in Niederlichtenau, Ortsteil von Lichtenau (Sachsen).
Der hier dargestellte Fritz Heckert war Mitbegründer des Spartakusbundes und der KPD. Weiterhin wurde er im November 1918 Vorsitzender des Chemnitzer Arbeiter- und Soldatenrates, sowie in den Folgejahren führender Funktionär der Kommunistischen Internationalen.
Am ersten Juni-Wochenende schauen wir dieses Mal auf ein älteres, kleines, handgemaltes Kalenderbild für eben diesen Monat.
unbekannter Künstler (19. Jhd.)
‚Kalenderbild für den Monat Juni‘
unsigniert
Gouache auf Papier
5,2 x 7,6 cm (inkl. Goldrand)
€ 100,-
In diesem kleinen, feinen Monatsbild „Iunius“ zeigt uns ein namentlich nicht genannter Künstler die Darstellung einer jungen, am Boden sitzenden Schäferin. Hinter ihr eröffnet sich eine weite idyllische Landschaft, die sowohl auf sommerliche Vegetation als auch auf pastorale Ruhe verweist.
Diese, hier sehr allegorisch dargestellte, Schäferin trägt ein hellrot-weißes Oberkleid, einen goldenen Rock und roten Kopfschmuck. Mit ihrer linken Hand streichelt sie ein kleines Lamm, das sich an sie schmiegt und in ihrer rechten Hand hält sie – ganz typisch als Attribut für den Juni – eine Schafschere zur Schur. Von links schmiegt sich ein Putto in rotem Gewand an sie.
Vor genau 28 Jahren – am 6. Juni 1998 – ist der so eigenwillige und eigenständige Künstler Walter Gutbrod verstorben.
Walter Gutbrod
1908 Stuttgart – 1998 Ludwigsburg
‚Trauernde an Grab‘
unsigniert, undatiert [1927]
Öl / Platte
49,8 x 35 cm
€ 820,-
Walter Gutbrod begann bereits in Jugendjahren zu malen und zu zeichnen. So datiert das älteste erhaltene Skizzenbuch auf 1920 und bereits zu dieser frühen Zeit lässt sich durchaus das künstlerische Talent Gutbrods erkennen. Sein Kunststudium absolvierte er von 1927 bis 1932 an der Stuttgarter Akademie bei u.a. Hans Spiegel, Robert Breyer, Alex Eckener. Auf Wunsch der Eltern belegte er auch Pädagogikkurse, was im Späteren zu seiner langjährigen Tätigkeit als Kunsterzieher v.a. in Ludwigsburg am Schiller- und Mörike-Gymnasium (1937-79) führte.
Dieses Gemälde ist mit dem Jahr 1927 noch deutlich dem Frühwerk zuzuordnen.
Gutbrod entwirft hier in expressiv-realistischer Manier eine nur durch zwei Hügel angedeutete Landschaft voll Schwermut und Trauer. Der Himmel liegt tief über der ganzen Szenerie. Ein einzelner kahler Baumstamm ragt am rechten Bildrand empor. – Dessen Pendant schließt sich links daneben in Form eines schräg stehenden, hölzernen Grabkreuzes an. Ein Teil des Querbalkens ist bereits abgebrochen. Vor diesem Kreuz nun steht die hohe, gebeugte Gestalt einer älteren, trauernden Frau.
… weitere Werke von Walter Gutbrod …
…und heute Tag jährt sich noch ein Geburtstag, wurde doch am 6. Juni 1897 Ferdinand (Nándor) Korber (Künstlername: „Kóra“) geboren.
Ferdinand Korber
1897 Großsanktnikolaus [Nagyszentmiklós] – 1953 Wien
„Unerhört soowas!“
u. l. sign. & dat. (1943)
Tusche, Aquarell, Bleistift / Karton
36,2 x 51 cm
€ 1.150,-
Ferdinand Korber studierte an der Kunstgewerbeschule und der Kunstakademie Budapest. Im Weltkrieg wurde er als Kriegszeichner eingesetzt. Nach 1918 arbeitete er als Zeichenlehrer im siebenbürgischen Cristuru Secuiesc (Szeklerkreuz). Im Späteren verzog Korber nach Timișoara. In dieser Zeit war er einer der gefragtesten Zeitungs- und Buchillustratoren in Siebenbürgen und im Banat.
Korber zog Ende 1928 nach Wien und arbeitete freischaffend – unter dem Pseudonym „Kóra“ – vor allem als Illustrator, Pressezeichner und (Gebrauchs-)Grafiker.
Nach dem Anschluss Österreichs 1938 soll er sich als Antifaschist betätigt haben und soll auch in Lagern interniert worden sein, wofür es jedoch bislang keine Belege gibt. Beruflich lassen sich keine Einschränkungen für Korber nachweisen. So war er um 1939 stellvertretender Schriftleiter der Zeitschrift “Mein Film” (Wien). Weiterhin arbeitete er mit bzw. für Felix Bernard, der ab Januar 1939 Direktor des neueröffneten Kabarett-Theaters “Simpl” in Wien war. Neben dem “Werkel” war der “Simpl” das einzige Kabarett in Wien, das während des Kriegs öffnen durfte.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war „Kóra“ erneut in Wien tätig. Seine für die „Volksstimme“ geschaffene Figur „Herr Hasslinger“ ist sicherlich sein bekanntestes Werk.
Kóra zeigt hier eine turbulente Szene an einer Theatergarderobe. (Kunst-)historisch interessant ist nun, dass markant unten links eine rote Bulldogge steht und diese verweist als “Markenzeichen” eben auf das Kabarett-Theater „Simpl“.
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Gelegenheiten < 100€ Preis 100€ - 500€ Preis 500€ - 1.000€ Preis 1.000€ - 2.000€ Preis über 2.000€





































