|| T Ä G L I C H E D O S I S K U N S T ||
Vor 130 Jahren – am 19. August 1896 – wurde der Maler, Zeichner und Grafiker Paul Biesemann in Rotterdam geboren.
Paul Biesemann
1896 Rotterdam – 1943 Düsseldorf-Kaiserswerth
‚Sonnenblumen‘
unten rechts signiert, [um 1930-40]
Öl auf Holzplatte
90 × 70,5 cm
€ 1.400,-
Paul Biesemann wuchs in den Niederlanden auf und war zunächst auf dem Rheinschiff seiner Eltern tätig. 1916 wurde er zum Militärdienst eingezogen; nach einer schweren Gasvergiftung an der Westfront 1917 wurde er aus dem Wehrdienst entlassen. Anschließend besuchte er die Zeichenschule in Rotterdam und ab 1919 die Kunstakademie Düsseldorf. Zu seinen Lehrern gehörten Wilhelm Döringer, Eduard von Gebhardt, Ludwig Heupel-Siegen, Ludwig Keller und Heinrich Nauen.
In Düsseldorf schloss sich Biesemann den modernen Künstlerkreisen an. Ab 1926 gehörte er dem „Jungen Rheinland“ und ab 1929 der „Rheinischen Sezession“ an. Studienreisen führten ihn unter anderem nach Ostfriesland, Italien, Belgien und in die Niederlande. Er lebte und arbeitete in Rees, Kalkar und Düsseldorf-Kaiserswerth.
Biesemanns bevorzugte Motive waren Landschaften, Stadtansichten, Stillleben und maritime Darstellungen.
… weitere Werke von Paul Biesemann …
Vor wenigen Tagen jährte sich der Todestag des Bremer Malers Carl Friedrich Windels (16. August 1954) zum 72 Mal.
Carl Friedrich Windels
1869 Bremen – 1954 Bremen
Bildnisse einer jungen Frau und eines jungen Mannes
Kohle, Farbstifte auf Pappe
unten links signiert & datiert (1933)
41,3 x 54,4 cm
€ 420,-
Carl Friedrich Windels erhielt seinen künstlerischen Unterricht in München und unternahm hierauf Studienreisen in die USA, die Niederlande, nach Paris und Italien. Den Großteil seines Lebens war er in Bremen ansässig und tätig. Gerade im frühen 20. Jahrhundert war Windels auf einigen großen Ausstellungen (Bremen, Berlin, München) vertreten und war zudem Mitglied im „Deutschen Künstlerbund“.
Beachtenswert ist in der damaligen Zeit zudem die verschiedenen Illustrationen / Buchschmucke, die Windels für die Bände des wichtigen Bremer Reformpädagogen Fritz Gansberg (1871 Bremen – 1950 ebd.) schuf, was unter Umständen auch eine persönliche Beziehung zwischen Windels und Gansberg nahelegen könnte.
Die vorliegende Zeichnung entstand 1933 und zeigt in der Kühle und Klarheit beider Portraits deutliche neusachliche Einflüsse.
Vor 52 Jahren – am 17. August 1974 – starb die Hamburger Künstlerin Hella Jacobs.
Hella Jacobs
1905 Hamburg – 1974 ebd.
„Görn“
unten rechts signiert & datiert (1942)
Tusche auf Velinpapier
45,1 × 33,8 cm
€ 460,-
Hella Jacobs erhielt von 1924 bis 1926 ihre künstlerische Ausbildung an den Kunstgewerbeschulen in Hamburg und Altona. Anschließend arbeitete sie als technische Zeichnerin im Architekturbüro Friedrich Ostermeyer und absolvierte parallel eine Tischlerlehre.
Ab 1931 war Jacobs als freischaffende Künstlerin tätig, hatte im Ohlendorffhaus ein Atelier und stand dort in freundschaftlichem Kontakt mit dem Maler Karl Kluth. Studienaufenthalte führten sie nach Italien und Paris.
Das Jahr 1933 stellte für die psychisch angeschlagene Künstlerin – 1930 unternahm sie zwei Suizidversuche – eine arge Zäsur dar. Die Künstlerin „zog sich in die innere Emigration zurück und malte nur noch privat ‚auf Halde‘“ (Maike Bruhns). 1943 verbrannte bei der Bombardierung Hamburgs ein großer Teil ihres bisherigen Werkes.
Diese „Görn“-Zeichnung von 1942 entstand damit in dieser inneren Emigration und zeitlich noch vor der kriegsbedingten Zerstörung des damaligen Schaffens. Zwei Kinder stehen mit dem Rücken zum Betrachter vor einer nur angedeuteten Umgebung. Ist es vielleicht eine Ruine, eine durch Bombeneinschlag zerstörte Hauswand…?
… weitere Werke von Hella Jacobs …
Vor 132 Jahren – am 16. August 1894 – wurde der Maler und Grafiker Rudolf Hengstenberg in Untermais bei Meran geboren.
Rudolf Hengstenberg
1894 Untermais bei Meran – 1974 Bremen
„St. Marien – Lübeck“
unten rechts signiert & datiert (1949)
Lithografie auf festerem Velinpapier
€ 120,-
Rudolf Hengstenberg studierte nach einem zunächst begonnenen Architekturstudium an der Technischen Hochschule Berlin ab 1920 an der Stuttgarter Kunstakademie, zunächst bei Christian Landenberger und anschließend bei Heinrich Altherr. 1924 schloss er sein Studium als Meisterschüler Altherrs ab und ließ sich als freier Künstler in Potsdam nieder. In den folgenden Jahren beteiligte er sich regelmäßig an Ausstellungen der Preußischen Akademie der Künste und entwickelte einen eigenen, expressiv-realistischen Ausdruck.
Seine Biografie ist zugleich eng mit der Kunstgeschichte des Dritten Reichs verbunden: Bereits 1931 wurde er Parteimitglied, ab 1939 war er als Kriegsmaler eingesetzt und übernahm 1943 die Leitung der damaligen Nordischen Kunsthochschule in Bremen. Dem entgegen wurden aber 1937 zwei seiner Werke als „entartet“ beschlagnahmt.
Ab 1950 erhielt er wieder öffentliche Aufträge und arbeitete unter anderem an Wandmalereien in Bremen.
Diese 1949 entstandene Ansicht auf die Lübecker Marienkirche gehört damit in die frühe Nachkriegszeit.
Vor 38 Jahren – am 15. August 1988 – starb der Maler, Zeichner und Grafiker Friedrich G. Einhoff in Soltau.
Friedrich G. Einhoff
1901 Baven bei Hermannsburg – 1988 Soltau
‚Blick in eine Dorfstraße‘
unsigniert, um 1924
Kohle auf Zeichenpapier
35,5 x 28,2 cm
Provenienz: Nachlass des Künstlers
€ 900,-
Friedrich G. Einhoff wuchs nach dem Umzug der Familie ab 1905 in Gelsenkirchen auf. Nach dem Abitur arbeitete er zunächst als Grubenarbeiter auf der Zeche Wilhelmine-Viktoria 1/4 und besuchte anschließend die Kunstgewerbeschule Gelsenkirchen. Parallel war er als Maler und Grafiker sowie als Bühnenbildner tätig.
1923 begann Einhoff in Berlin ein Studium für das Berufsschullehramt, das er 1925 mit dem Staatsexamen abschloss. Bereits während dieser Zeit arbeitete er kontinuierlich künstlerisch. Es folgten Lehrtätigkeiten in Frankfurt am Main und Rostock sowie eine intensive Auseinandersetzung mit Kunstgeschichte, Pädagogik und Psychologie.
Das vorliegende Blatt dürfte noch aus dieser frühen Berliner Studienzeit stammen. Dargestellt ist eine von Bäumen gesäumte Dorfstraße, die sich unter einer hellen Sonne in die Bildtiefe fortsetzt. Die locker geführten Linien von Bäumen und Wolken verleihen der Zeichnung eine expressive Dynamik. Ein kleines, kaum näher bestimmbares Tier (ein Hund?) auf der Straße bildet dabei einen zurückhaltenden Blickfang.
… weitere Werke von Friedrich G. Einhoff …
Vor 126 Jahren – am 14. August 1900 – wurde der Maler und Zeichner Kurt Neyers in Düsseldorf geboren.
Kurt Neyers
1900 Düsseldorf – 1969 Düsseldorf
„Mosellandschaft“
unten links signiert & datiert (1946)
Öl auf Leinwand
60,7 x 80,5 cm
€ 2.300,-
Kurt Neyers begann 1919 eine Lehre als Glasmaler und besuchte anschließend von 1920 bis 1924 die Düsseldorfer Kunstgewerbeschule. Von 1924 bis 1928 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf und war zuletzt Meisterschüler von Heinrich Nauen.
Bereits früh war Neyers in Ausstellungen vertreten, unter anderem 1929 beim „Jungen Rheinland“. Ab 1928 gehörte er der Rheinischen Sezession an; 1949 war er Mitbegründer der Neuen Rheinischen Sezession. In der unmittelbaren Nachkriegszeit nahm er eine wichtige Stellung im Düsseldorfer Kunstleben ein und war an zahlreichen Ausstellungen beteiligt.
Bis etwa 1950 prägte ein eigenständiger expressiv-realistischer Ausdruck seine Malerei. Neyers beschäftigte sich vor allem mit Landschaften, Stadtansichten und Stillleben. In den folgenden Jahren gewannen konstruktive und zunehmend abstrahierende Tendenzen an Bedeutung, die schließlich bis zur völligen Abstraktion führten.
Die „Mosellandschaft“ von 1946 steht damit exemplarisch für die frühe Nachkriegsphase seines Schaffens. Das Gemälde wurde bereits 1947 in Herbert Griebitzschs Monografie über Kurt Neyers ganzseitig abgebildet.
Heute ein kleiner Blick in die Vergangenheit. – Am 10. August jährte sich der Geburtstag des US-amerikanischen Künstlers George Ketterl zum 87. Mal.
George Ketterl
1939 Fargo, North Dakota – 2010 Venice, California
‚Psychedelische Darstellung zweier Menschen‘
Tuschfeder (teilweise laviert) auf Leinwand
65,8 x 35,3 cm
unten mittig signiert & datiert (1966)
Provenienz: Orlando Galleria, Encino (CA)
€ 2.300,-
George William Ketterl wuchs in Moorhead, Minnesota, auf und studierte zunächst bis 1963 am Moorhead State College. Nach einer Tätigkeit im Werbebereich setzte er seine künstlerische Ausbildung an der University of California, Santa Barbara, und anschließend an der Claremont Graduate School bis 1970 fort.
1970 war er Gründungsmitglied der Kunstfakultät an der California State University, Bakersfield und blieb dort bis zu seinem Tod 2010 als Kunstprofessor tätig. Neben der Malerei arbeitete er als Bildhauer und Performance-Künstler.
Inhaltlich beschäftigte sich Ketterl immer wieder mit der körperlichen, geistigen und intellektuellen Existenz des Menschen sowie mit Zeit, Geschichte und Paradoxien.
Die vorliegende Arbeit entstand 1966 und gehört damit zu seiner frühen Schaffensphase – noch vor dem Studienabschluss. Die expressive, psychologisch aufgeladene Darstellung zweier menschlicher Figuren verweist bereits auf zentrale Aspekte seines späteren Schaffens.
2010 starb George Ketterl in Venice, Kalifornien. Im folgenden Jahr widmete ihm die Todd Madigan Gallery der California State University, Bakersfield, die Gedenkausstellung „The Last Paintings“.
Vor 125 Jahren – am 12. August 1901 – wurde der Maler und Zeichner Anton Lamprecht in Allershausen bei Freising geboren.
Anton Lamprecht
1901 Allershausen – 1984 München
„Vorfrühling im Dachauer Moor“
unten rechts signiert & datiert (1958)
Öl auf Leinwand
75,5 × 100,5 cm
Provenienz: Kunsthaus Bühler, Stuttgart
€ 1.100,-
Anton Lamprecht wuchs in Freising auf und zeigte bereits während seiner Schulzeit ein ausgeprägtes zeichnerisches Talent. 1917 begann er sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Lothar von Kunowski. 1923 kehrte er nach München zurück und setzte seine künstlerische Ausbildung bei Karl Caspar fort.
Ein Reisestipendium der Stadt München ermöglichte ihm einen Italienaufenthalt. Danach war er Mitarbeiter Karl Caspars bei der Ausmalung des Bamberger Doms.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Lamprecht 1947 zu den Mitbegründern der Neuen Gruppe in München. 1959 erhielt er den Rom-Preis und verbrachte daraufhin einen Aufenthalt in der Villa Massimo.
Im Zentrum seines Schaffens stehen weite, häufig menschenleere süddeutsche Landschaften. Daneben entstanden mediterrane Ansichten, Blumenbilder und Porträts. Das Dachauer Moor beschäftigte Lamprecht wiederholt – das hier gezeigte Gemälde von 1958 steht exemplarisch für seine Landschaftsmalerei der reifen Schaffensphase.
Vor 101 Jahren – am 11. August 1925 – starb der Wiener Künstler Julius Zimpel im Alter von nur 29 Jahren.
Julius Zimpel
1896 Wien – 1925 ebd.
‚Blick auf einen Spielplatz‘
unten rechts signiert & datiert (1921)
Farbkreiden, teilweise gewischt, über Bleistift
45 x 63,5 cm
€ 2.400,-
Julius Zimpel war Maler, Zeichner, Grafiker, Illustrator und Kunstgewerbler. Erste künstlerische Anregungen erhielt er durch seinen Onkel Gustav Klimt. Ab 1911 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Wien (u. a. bei Kolo Moser). Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Zimpel für die Wiener Werkstätte und entwarf Bucheinbände, Stoffe, Glasdekor, Keramiken, Metallgegenstände und Spielzeug.
1923 übernahm er nach dem Tod von Dagobert Peche die künstlerische Leitung der Wiener Werkstätte.
Neben seinem kunstgewerblichen Schaffen entstanden Zeichnungen, Druckgrafiken, Buchillustrationen, Gemälde und Aquarelle.
Diese Arbeit von 1921 zeigt eine (Wiener?) Stadtszene mit einer größeren Schaukelkonstruktion und mehreren Figuren. Spielplätze waren in Großstädten zu dieser Zeit noch keineswegs selbstverständlich. Im Wien der Nachkriegsjahre entstanden im Zuge der sozialen Reformpolitik zunehmend Spiel- und Grünflächen, häufig im Umfeld der neu errichteten Gemeindebauten. Zimpels Darstellung besitzt damit neben ihrem künstlerischen auch einen kulturhistorischen Aussagewert.
Julius Zimpel starb am 11. August 1925 an einer Gehirnentzündung. Sein vergleichsweise kleines Œuvre ist auch vor dem Hintergrund seiner kurzen Lebens- und Schaffenszeit von Relevanz.
Vor 85 Jahren – am 10. August 1941 – wurde der Maler, Zeichner und Grafiker Helmut Diekmann in Berlin geboren.
Helmut Diekmann
1941 Berlin – 1968 ebd.
‚Darstellung einer älteren Witwe‘
unten rechts monogrammiert & datiert (1963)
Öl auf leichtem Karton
61,5 x 41,2 cm
€ 720,-
Helmut Diekmann fasste bereits im Alter von zwölf Jahren den Entschluss, Maler zu werden. Nach dem Besuch der Heinrich-Zernack-Schule in Berlin absolvierte er 1959/60 die Meisterschule für das Kunsthandwerk.
Seit 1960 arbeitete er als freischaffender Künstler und gehörte zur Kreuzberger Künstlerbohème der frühen 1960er Jahre. Seine Arbeiten wurden unter anderem in der „Kleinen Weltlaterne“, im Berliner Kunstkabinett und später in der Galerie Europa gezeigt.
Diekmann starb im 27. Lebensjahr durch Suizid und hinterließ ein überschaubares, qualitativ starkes Werk.
Er beschäftigte sich vor allem mit Menschen und dem Berliner Stadtbild. Seine Darstellungen wirken häufig melancholisch wie auch teilweise makaber und sozialkritisch.
… weitere Werke von Helmut Diekmann …
Vor 125 Jahren – am 9. August 1901 – wurde der Maler, Zeichner und Grafiker Ernst Bahn geboren.
Ernst Bahn
1901 Bonn – 1978 Münster
„Jesus segnet die Kinder“ [um 1927-34]
unten links signiert
Öl auf Leinwand
80 × 99,8 cm
€ 2.700,-
Ernst Bahn erhielt seine künstlerische Ausbildung zunächst an der Kunstgewerbeschule in Koblenz und studierte anschließend an der Werkschule in Köln, wo ihn insbesondere sein Lehrer Wilhelm Schuler prägte. Auf dessen Rat absolvierte Bahn ein Volontariat als Wandmaler und legte damit die Grundlage für seine spätere Tätigkeit im Bereich der Kirchenmalerei.
1922 ließ er sich in Münster nieder. In den folgenden Jahren erhielt er zahlreiche öffentliche Aufträge, insbesondere für Altarbilder und Wandmalereien in neu errichteten Kirchen Westfalens. Nach den schweren Verlusten des Zweiten Weltkriegs – viele seiner Werke wurden zerstört – arbeitete Bahn erneut für Kirchen und war von 1953 bis 1973 als Kunsterzieher am Clemens-Brentano-Gymnasium in Dülmen tätig.
Das hier gezeigte Gemälde gehört zu seiner frühen Schaffensphase und veranschaulicht auf charakteristische Weise Bahns Bestreben, religiöse Themen in einer modernen, klaren und zurückhaltenden Bildsprache zu gestalten.
Vor 186 Jahren – am 8. August 1840 – wurde der Maler Rudolf Schick in Berlin geboren.
Rudolf Schick
1840 Berlin – 1887 Berlin
‚Pfeife rauchender Bergbauer bei der Rast‘
(wohl Italien, um 1864–70)
Öl auf Leinwand, auf Karton aufgezogen
24,5 × 18,5 cm
€ 1.250,-
Rudolf Schick erhielt seine künstlerische Ausbildung ab 1858 bei Wilhelm Schirmer in Berlin. Nach Studienaufenthalten in Bayern gewann er 1864 den Großen Staatspreis für Geschichtsmaler mit seinem Gemälde „Der gefesselte Prometheus von Okeanos und den Nereiden betrauert“.
Es folgten Reisen nach London, Paris, Tirol und mehrfach nach Italien, wo er Arnold Böcklin kennenlernte. Gemeinsam mit diesem arbeitete Schick später in Basel an den Wandgemälden des Museums. Nach seiner Rückkehr nach Berlin unternahm er weitere Italienreisen und setzte sich intensiv mit der Kunst der italienischen Renaissance auseinander. Trotz seines frühen Todes im Alter von nur 46 Jahren hinterließ er ein kleines, aber qualitativ bemerkenswertes Œuvre.
Dieses Gemälde entstand vermutlich während eines Italienaufenthalts und zeigt das fein beobachtete Bildnis eines rastenden Bergbauern. Lichtführung, Haltung und ruhiger Ausdruck verleihen der Darstellung eine eindrucksvolle Präsenz und spiegeln Schicks besonderes Gespür für Mensch und Landschaft wider.
… weitere Werke von Rudolf Schick …
Heute vor 11 Jahren – am 7. August 2015 – verstarb der ungemein vielseitige, ungemein eigenständige Künstler Armin Sandig in Hamburg.
Armin Sandig
1929 Hof/Saale – 2015 Hamburg
„Steinbruch in Pygmalien“, 1976
rechts unten signiert
Bleistift & Buntstifte auf Malkarton
40,1 × 50,3 cm
€ 790,-
Armin Sandig war als Künstler Autodidakt und entwickelte sich zu einer der eigenständigsten Stimmen der deutschen Nachkriegskunst. Bereits als Jugendlicher stellte er seine Arbeiten aus.
Seit 1951 lebte und arbeitete er in Hamburg, wo er sich zunächst mit informellen und tachistischen Bildlösungen auseinandersetzte, bevor er sich ab den 1970er Jahren einer stärker figurativen, jedoch weiterhin vieldeutigen Bildsprache zuwandte.
Zudem prägte er als Vizepräsident, später Präsident, über viele Jahre die Freie Akademie der Künste in Hamburg.
Die Zeichnung „Steinbruch in Pygmalien“ entstand 1976, in einer Phase des stilistischen Wandels. Die dichte Struktur aus Linien und Formen erinnert noch an informelle Arbeiten, lässt zugleich aber bereits landschaftliche und gegenständliche Anklänge erkennen. Der poetische Titel verweist dabei weniger auf eine eindeutige Deutung als auf eine offene, assoziative Betrachtung – ganz im Sinne von Sandigs Auffassung, dass Kunst nicht primär rational erklärt, sondern vor allem erlebt werden sollte.
Bis 11.09.2026 zeigt die Galerie „kleine gegenwart“ (Hamburg) die Ausstellung „Armin Sandig – Nichts fällt vom Himmel“.
… weitere Werke von Armin Sandig …
Heute vor 123 Jahren – am 6. August 1903 – wurde der Maler und Zeichner Eduard Aigner in Neuhaus an der Pegnitz geboren.
Eduard Aigner
1903 Neuhaus an der Pegnitz – 1978 München
‚Elefant in einem Tierpark mit zwei Besuchern‘
unsigniert
Tusche, teilweise grau laviert auf Velinpapier
29,3 × 42,3 cm
€ 250,-
Eduard Aigner absolvierte zunächst eine Lithografenlehre in Nürnberg, bevor er von 1923 bis 1930 an der Kunstakademie München studierte. Anschließend ließ er sich dauerhaft in München nieder. 1929 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Bundes Fränkischer Künstler, 1932 wurde er mit dem Albrecht-Dürer-Preis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Aigner maßgeblich am Wiederaufbau der Münchner Künstlergenossenschaft beteiligt.
Diese Zeichnung entstand vermutlich nach einem Motiv aus dem Münchner Tierpark Hellabrunn, den der Künstler mehrfach als Inspirationsquelle nutzte.
… weitere Werke von Eduard Aigner …
Vor 117 Jahren – am 5. August 1909 – wurde der Maler, Zeichner und Grafiker Helmut Lankhorst in Mülheim an der Ruhr geboren.
Helmut Lankhorst
1909 Mülheim an der Ruhr – 1979 ebd.
„Rosig-biederer Strandunhold“, [um 1948-50]
links unten monogrammiert, verso Künstlerstempel
Mischtechnik auf Ingrespapier
61,5 × 47,5 cm
Das Werk war 1969 Teil der Ausstellung „Helmut Lankhorst zum 60. Geburtstag“ im Städtischen Museum von Mülheim an der Ruhr.
€ 690,-
Nach dem Abitur studierte Helmut Lankhorst zunächst an der privaten Münchner Malschule „Die Form“ sowie an der Kunstakademie München. Auf Wunsch seiner Familie unterbrach er seine künstlerische Laufbahn jedoch für eine kaufmännische Ausbildung.
Erst die Jahre als Küstenwache in Norwegen während des Zweiten Weltkriegs gaben ihm die Möglichkeit, sich intensiv dem Zeichnen und Malen zu widmen – eine Erfahrung, die seinen weiteren Weg entscheidend prägte.
Seit 1946 arbeitete er neben seiner kaufmännischen Tätigkeit als Künstler. 1968 wurde er mit dem Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr ausgezeichnet.
Heute vor 45 Jahren – am 4. August 1981 – starb der Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer Theodor Brün in Hagen.
Theodor Brün
1885 Hamm – 1981 Hagen
„Soldat lesend mit Mütze“
unten mittig signiert & datiert (1916)
Tuschfeder auf sandfarbenem Karton
22 × 16,8 cm
€ 370,-
Theodor Brün begann 1905 zunächst ein Jurastudium in München, entschied sich jedoch schon bald für die Kunst. Er studierte an der Münchner Akademie und besuchte anschließend die Académie Julian in Paris. Der Erste Weltkrieg unterbrach seine künstlerische Entwicklung – als Soldat in Polen, Frankreich und Galizien hielt er seine Erlebnisse und den Alltag in zahlreichen eindrucksvollen Federzeichnungen fest.
Die vorliegende Arbeit entstand 1916 und gehört zu dieser Werkgruppe. Anders als viele Kriegsdarstellungen zeigt sie keine Kampfszene, sondern einen stillen Moment des Lesens – ein Ausdruck von Brüns genauer Beobachtungsgabe.
… weitere Werke von Theodor Brün …
Vor 124 Jahren – am 3. August 1902 – wurde der Grafiker und Zeichner Uli Huber in Straßburg geboren.
Uli Huber
1902 Straßburg – [nach 1979]
„Neue Chemnitzer Hütte“ (heute: „Rüsselsheimer Hütte“)
unsigniert, unten rechts datiert (24.7.1931)
Kohle auf Karton
€ 150,-
Uli Huber wuchs in Straßburg auf und besuchte dort 1919 die Kunstgewerbeschule. Von 1920 bis 1924 studierte er an der Kunstgewerbeschule Stuttgart. Ab 1936 lebte Huber in Berlin und arbeitete vor allem als Gebrauchs- und Werbegrafiker. Nach dem Zweiten Weltkrieg leitete er die Meisterschule für Graphik und Buchgewerbe in Berlin und war später dort Abteilungsleiter für Graphik.
Die „Neue Chemnitzer Hütte“ (heute: „Rüsselsheimer Hütte“) ist eine Alpenvereinshütte in den Ötztaler Alpen über dem Ort Plangeroß im Pitztal.
Uli Huber unternahm nachweislich immer wieder Reisen in die Alpen.
Die vorliegende Zeichnung entstand während eines Aufenthalts im Pitztal und datiert exakt auf den 24. Juli 1931.
Der Künstler zeigt hier einen detaillierten, liebevollen Blick auf die Ostseite der im Erdgeschoss gelegenen Küche. Uli Huber befand sich selbst am Esstisch, der als Ausschnitt im vorderen Bildbereich zu sehen ist.
… weitere Werke von Uli Huber …
Vor 170 Jahren – am 2. August 1846 – verstarb der belgische Diplomat und Zeichner Benjamin Mary, auf dessen Reisen zahlreiche eindrucksvolle Landschafts- und Architekturansichten entstanden.
Benjamin Mary
1792 Mons – 1846 Bagnères-de-Luchon
‚Interieur einer Kirche / Abtei‘
rechts unten signiert „B Mary“, wohl datiert „1843“
Aquarell über Bleistiftvorzeichnung auf Papier, auf Karton aufgezogen
24 × 34 cm
€ 1.100,-
Benjamin Mary studierte zunächst Geisteswissenschaften in Enghien sowie Rechtswissenschaften in Brüssel. Nach seiner Einberufung zur Armee und einer Tätigkeit für den Duke of Arenberg führten ihn Ende 1823 Reisen nach Italien, wo er unter anderem mit François-Joseph Navez und François-Marius Granet in Kontakt kam.
Ab 1832 war Mary als belgischer Diplomat in Brasilien tätig und führte dort erfolgreich Handelsverhandlungen. Während seiner Auslandsaufenthalte widmete er sich mit großer Intensität der Zeichnung und Aquarellmalerei.
Dieses Aquarell zeigt den Innenraum einer Kirche beziehungsweise Abtei. Mit sicherem Blick für Lichtführung und Raumwirkung gestaltet Mary eine sakrale Architektur, wie sie für sein zeichnerisches Werk charakteristisch ist.
Vergleichbare Darstellungen finden sich unter seinen auf Reisen entstandenen Architekturansichten.
Vor 133 Jahren – am 1. August 1893 – wurde Walter Becker in Essen geboren. Einer der ganz großen expressiv-realistischen Künstler des 20. Jahrhunderts!
Walter Becker
1893 Essen – 1984 Tutzing
„Das gelbe Kleid“
unten rechts monogrammiert & datiert (1983)
Öl / Leinwand
104,5 × 83,5 cm
€ 4.800,-
Walter Becker erhielt seine künstlerische Ausbildung zunächst an der Kunstgewerbeschule Essen sowie apäter an den Kunstakademien in Karlsruhe und Dresden. Anfangs machte er sich zunächst als Illustrator einen Namen, darunter u. a. Werke von Gogol, Dostojewskij, E.T.A. Hoffmann. Prägend waren die Jahre in Südfrankreich (1924–1935), wo er unter anderem Künstlern wie Georges Braque begegnete. 1937 werden mehrere Arbeiten Beckers als „entartet“ beschlagnahmt. Er selbst zieht sich immer mehr zurück, arbeitet vornehmlich als Zeichner und stellt nur noch selten aus.
1951 bis 1958 war er Dozent an der Kunstakademie Karlsruhe (ab 1952 als Professor) und zieht danach nach Tutzing.
Eine zunehmende Einschränkung seiner Sehkraft führte Anfang der 1970er Jahre zu einer längeren Schaffenspause. Ab 1976 entstand jedoch ein bemerkenswertes Spätwerk, das sich durch eine neue Freiheit in Farbigkeit und Form auszeichnet.
Das Gemälde „Das gelbe Kleid“ entstand 1983 – nur ein Jahr vor seinem Tod.
… weitere Werke von Walter Becker …
Vor 93 Jahren – am 31. Juli 1933 – wurde der Maler und Grafiker Kurt Sonn in Plochingen geboren.
Kurt Sonn
1933 Plochingen – 2020 Lichtenwald
‚Blick auf einen Wehr, dahinter ein Dorf‘
rechts unten signiert
Öl auf Platte
34,5 x 47,5 cm
€ 460,-
Nach seinem Studium an der Stuttgarter Akademie (bei Eugen Funk) widmete sich Kurt Sonn der Malerei und Grafik und arbeitete als freischaffender Künstler. Sein Werk umfasst vor allem Landschaften, Blumenstillleben und Naturmotive, die er in einer gegenständlichen, zugleich farbintensiven Bildsprache umsetzte. Seine Arbeiten zeichnen sich durch einen sensiblen Umgang mit Farbe und Licht sowie eine enge Verbundenheit mit der südwestdeutschen Landschaft aus.
Die hier vorgestellte Arbeit steht exemplarisch für dieses Schaffen und vermittelt den ruhigen, konzentrierten Blick des Künstlers auf Natur und Umgebung.
Vor 133 Jahren – am 30. Juli 1893 – wurde der Bildhauer Lothar Otto in Plauen (Thüringen) geboren.
Lothar Otto
1893 Plauen (Thüringen) – 1970 Krailling
‚Stehender, weiblicher Akt‘
unten rechts monogrammiert, [um 1960-1970]
Aquarell auf Aquarellkarton
46,7 x 35,8 cm
€ 350,-
Nach Studien an der Fachschule für Kunst und Keramik in Teplitz-Schönau sowie an der Kunstgewerbeschule Dresden setzte Lothar Otto seine Ausbildung an der Münchner Akademie fort, wo er unter anderem Schüler von Erwin Kurz und Hermann Hahn war. Studienreisen nach Finnland, Schweden, Italien und Paris erweiterten seinen künstlerischen Horizont.
Ab 1939 lebte er in München und zog 1963 nach Garmisch-Partenkirchen.
Dieses Aquarell eines stehenden Aktes vermittelt einen unmittelbaren Einblick in Ottos malerisch-zeichnerische Arbeit. Solche Aktstudien bildeten für Bildhauer häufig eine wichtige Grundlage zur Auseinandersetzung mit Proportion, Bewegung und Körperlichkeit und dokumentieren den sicheren Blick des Künstlers für die menschliche Figur.
Vor 124 Jahren – am 29. Juli 1902 – wurde der Grafiker, Illustrator und Pressezeichner Eduard Braun in Wetzlar geboren.
Eduard Braun
1902 Wetzlar – 1972 Berlin
„Theatergarderobe“
unten mittig signiert, [um 1930]
Tuschfeder über Bleistift auf Velinpapier
26,5 × 25 cm
Provenienz:
1) Galerie Nierendorf, Berlin
2) Sammlung Marvin & Janet Fishman, Milwaukee (USA)
Die Zeichnung wurde auf mehreren Ausstellungen in Berlin, Milwaukee, Frankfurt a. M., Emden, New York City, Atlanta gezeigt.
€ 3.200,-
Eduard Braun begann ein Studium der Agrarwissenschaften, wandte sich jedoch bald der Kunst zu. Er studierte in Düsseldorf und in München. Ab 1926 entstanden seine ersten Holzschnitte, ein Jahr später zog er nach Berlin und arbeitete dort als Illustrator und Zeichner für Zeitschriften wie „Der Querschnitt“, „Simplicissimus“, „Jugend“ und „Ulk“.
Häufig widmete sich Braun Alltagsszenen aus Cafés, Bars oder Theatern und schuf dabei markante Figuren mit prägnanter Mimik und Physiognomie.
1937 wurde sein Holzschnitt „Trödler“ im Zuge der Aktion „Entartete Kunst“ in Düsseldorf beschlagnahmt. Nach Krieg und Gefangenschaft kehrte er 1946 nach Berlin zurück und arbeitete erneut als Zeichner und Illustrator.
Die hier gezeigte „Theatergarderobe“ entstand um 1930 und zählt zu dieser frühen Berliner Schaffensphase. Mit sicherem Strich und feinem Gespür für gesellschaftliche Situationen verbindet Braun Beobachtungsgabe, Humor und Ausdruckskraft.
Vor 72 Jahren – am 28. Juli 1954 – ist der Künstler Herbert Marxen in Flensburg gestorben.
Herbert Marxen
1900 Flensburg – 1954 ebd.
‚Kastanienstillleben‘
rechts unten monogrammiert
Aquarell und Bleistift, partiell mit Deckweiß gehöht, auf Velinpapier
30,8 × 23,5 cm
€ 1.100,-
Herbert Marxen war Maler, Zeichner, Grafiker und Illustrator. Nach seinen Studien an der Kunstgewerblichen Fachschule in Flensburg sowie an der Kunstgewerbeschule in Hamburg entwickelte er früh einen eigenen Stil. Bereits 1922 sorgte sein expressionistisch geprägtes Plakat für die Flensburger Nordmarktage für öffentliche Diskussionen. In den folgenden Jahren arbeitete Marxen unter anderem für die Zeitschriften „Jugend“ und „Simplicissimus“ sowie als Gebrauchsgraphiker und Karikaturist.
1938 wurden rund 200 in seinem Flensburger Künstleratelier (Holm 22-26) beschlagnahmt, zudem wurde er aus der Reichskammer der bildenden Künste ausgeschlossen. Trotz des damit verbundenen Berufsverbots setzte Marxen seine künstlerische Arbeit fort. Nach dem Zweiten Weltkrieg kämpfte er um die Anerkennung und Entschädigung für die verlorenen Werke.
Dieses Kastanienstillleben gehört zu den eher ungewöhnlichen Arbeiten seines Spätwerks. Mit großer Zurückhaltung richtet Marxen den Blick auf ein alltägliches Motiv und macht dessen stille Schönheit zum eigentlichen Bildgegenstand.
Vor 136 Jahren – am 27. Juli 1890 – wurde der Maler, Grafiker, Illustrator und Schriftsteller Otto Franz Kutscher in Magdeburg geboren.
Otto Franz Kutscher
1890 Magdeburg – 1971 Bad Nauheim
„Innenansicht der Darmstädter Verlagshandpresse Joseph Würth / am Tage des 25jährigen Jubiläums am 6. August 1940“
kolorierte Lithographie auf Karton
28,5 × 19,4 cm (ungefaltet)
im Druck monogrammiert & signiert, sowie am Ende der Widmung signiert
Provenienz: Verso handschriftlicher Text von Joseph Würth an einen nicht näher genannten Pfarrer, in dem sich Würth für dessen Glückwünsche zum Verlagsjubiläum bedankt.
€ 250,-
Otto Franz Kutscher studierte an den Kunstgewerbeschulen in Magdeburg und Köln. Er war als Maler, Grafiker, Illustrator und Schriftsteller tätig und gehörte 1943 zu den Mitbegründern des Oberhessischen Künstlerbundes. Außerdem schuf er mehrere Arbeiten im öffentlichen Raum, darunter Wandgemälde im Alten Rathaus in Friedberg sowie – gemeinsam mit Philipp Ess – die Innengestaltung der Friedhofskapelle in Friedberg.
Diese kolorierte Lithographie entstand anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Verlags von Joseph Würth. Sie zeigt den Verleger in einer symbolischen Darstellung und wurde als Jubiläumskarte gestaltet. Auf der Rückseite befindet sich ein handschriftliches Dankschreiben Würths vom 3. September 1940. Das Blatt verbindet damit künstlerische Gestaltung und zeitgeschichtliches Dokument in einem Objekt.
Vor 97 Jahren – am 26. Juli 1929 – wurde der vielseitige Künstler Uwe Wenk-Wolff in Mannheim geboren.
Uwe Wenk-Wolff
1929 Mannheim – 2009 Lindesnes, Norwegen
‚Dorf im Odenwald‘
rechts unten signiert & datiert (1956)
Tusche auf Japanpapier
44,5 x 92,3 cm
€ 460,-
Uwe Wenk-Wolff bekam den ersten künstlerischen Unterricht bei Alfred Schwäger-Crimoso und besuchte danach an der Volkshochschule Zeichenkurse bei Hans Haffenrichter und Joachim Lutz. Ab 1948 wurde Will Sohl zum maßgeblichen Lehrer. Durch das Anraten Sohls besuchte Wenk-Wolff ab 1951 die Kunstakademie Düsseldorf, wechselte aber bereits 1952 an die Münchner Akademie und schloss seine Ausbildung 1955 dort ab.
1954 reiste er das erste Mal nach Norwegen – ein Land, das ihn immer wieder anzog und in dem er sich 1964 schließlich niederließ. 1955 hatte er seine erste Einzelausstellung in der Kunsthalle Mannheim und der Künstler machte sich fortan insbesondere einen Namen als Landschafter mit einer ganz eigenen Handschrift.
Die vorliegende, großformatige Arbeit ist in diese frühe Schaffensphase einzuordnen und zeigt ein wunderbar expressives Dorf im Odenwald.
Im Juli 1925 – vor 101 Jahren – zeichnete Adolf Hacker dieses schöne Bildnis von „Käthe“.
Adolf Hacker
1873 Schwarzenbach a.d.S. – 1943 Heidelberg
„Käthe“
rechts unten signiert, lokalisiert & datiert (Heidelberg, Juli 1925)
Bleistift auf Zeichenpapier
21,8 x 17,6 cm
€ 100,-
Adolf Hacker hatte ein ereignisreiches Leben. – Nach seiner Lehre als Dekorations- und Zimmerlehrer, besuchte er in München die Rosenthal-Kunstschule und darauf die gewerbliche Fortbildungsschule. 1892 ging er zur Marine und blieb dort bis 1896. Nach einem kurzen Besuch der Kunstgewerbeschule Hannover ließ er sich in Heidelberg nieder und führte dort erfolgreich ein Geschäft für Firmen-Malerei und Glas-Schilder.
Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte Adolf Hacker nach Heidelberg zurück und war fortan insbesondere als malender Stadtchronist tätig, was ihm zu großer Bekanntheit und Beliebtheit verhalf.
… weitere Werke von Adolf Hacker …
Vor 62 Jahren – am 24. Juli 1964 – verstarb der Maler, Zeichner und Illustrator Gustav Arnold Thornam in Oslo.
Gustav Arnold Thornam
1877 Kopenhagen – 1964 Oslo
‚Blick von einer Ruine über Häuser in eine weite Flusslandschaft‘
rechts unten signiert & datiert (1896)
Öl / Leinwand
84,5 x 60 cm
€ 1.200,-
Der aus Kopenhagen stammende Gustav Arnold Thornam besuchte 1895 die Technische Schule in Bergen, bevor er sich in den folgenden Jahren erst in Deutschland (1896-97) und später in Frankreich aufhielt (1897-99). Einen Namen machte er sich im Späteren vor allem als Illustrator zahlreicher Bücher.
Dieses Gemälde wird mit der Datierung auf 1896 während seiner Zeit in Deutschland entstanden sein.
Thornam versetzt den Betrachter auf eine Anhöhe, in unmittelbarer Nähe zu einer Ruine. Die gesamte Komposition vermittelt eine nächtliche Stimmung und gut mag man sich den Vollmond hinter den Wolken vorstellen.
Vor 62 Jahren – am 23. Juli 1964 – verstarb der schwäbische Maler und Zeichner Albert Unseld in Ulm.
Albert Unseld
1879 Ulm – 1964 ebd.
„Herbstfeld“
rechts unten signiert & datiert (1943)
Mischtechnik (Aquarell, Tempera, Deckweiß über leichten Bleistiftvorzeichnungen) auf Aquarellkarton
49,7 x 59,1 cm
€ 720,-
Leben und Schaffen von Albert Unseld ist auf das Engste mit seiner Heimatstadt Ulm verbunden.
Nach seinem Abitur in Ulm (1898) beginnt er ein Architekturstudium in Stuttgart (1898-1901). Bis 1906 ist er in Dresden ansässig und unternimmt dann eine einjährige Studienreise durch die Schweiz, Italien, Frankreich und die Niederlande. Ab 1907 ist er als freischaffender Architekt und Maler in Ulm tätig. Zahlreiche Reisen führten in nach Dalmatien, in die Alpen und nach Frankreich.
Im Dritten Reich kann Unseld anfangs an Ausstellungen teilnehmen, ist aber auch von Repressionen betroffen was sich in vorzeitigen Ausstellungsschließungen zeigt. Er zieht sich immer mehr zurück, wählt unverfängliche Landschaftsmotive und bleibt im Privaten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wird er Abgeordneter der Freien Wähler im Ulmer Gemeinderat (1946-56), daneben ist er Leiter des Archäologischen Büros in Ulm und engagiert sich maßgeblich beim Wiederaufbau der Stadt Ulm.
1964 wird ihm für sein Schaffen verdientermaßen die Ehrenmedaille der Stadt Ulm verliehen.
Die vorliegende Ansicht über ein menschenleeres „Herbstfeld“ datiert auf 1943 und entstand damit gerade in dieser Zeit der Zurückgezogenheit.
Vor 74 Jahren – am 22. Juli 1952 – ist der Maler und Zeichner Benno Zuber in Fürth verstorben.
Benno Zuber
1908 Nürnberg – 1952 Fürth
‚Haus am Wasser‘
rechts unten signiert & datiert (1946)
Mischtechnik (Aquarell, Tempera, Kohle, Deckweiß) auf leichtem Karton
30,8 x 23,4 cm (Blatt)
€ 180,-
Der aus Nürnberg stammende Benno Zuber begann zum Wintersemester 1928/29 sein Studium an der Kunstakademie München, wobei nicht bekannt ist, ob er dieses auch abschloss. In der Folge ist er in Heilsbronn und dann längere Zeit in Fürth ansässig. 1939 heiratete er und durch die Verwandtschaft seiner Frau Anna, kam er dann jahrelang immer wieder auch in die Oberpfalz nach Neustadt an der Waldnaab.
Benno Zuber starb überraschend im 45. Lebensjahr, so dass er zeitlebens kaum eine Möglichkeit hatte sich als Künstler zu etablieren.
Künstlerisch zeigen die wenigen von ihm überlieferten Werke vor allem Landschaften, sowie dörfliche Ansichten und daneben auch vereinzelt Stillleben. Seine Motive fand Zuber vor allem in der Fürther Gegend, sowie in der Region von Neustadt an der Waldnaab.
Diese Mischtechnik ist eine gelungene, schlicht schöne Ansicht auf ein altes, nicht näher lokalisiertes Gebäude an einem Gewässer.
Vor 129 Jahren – am 21. Juli 1897 – wurde Heinrich Ritter Kralik von Meyrswalden in Bornhofen am Rhein geboren.
Heinrich Kralik von Meyrswalden
1897 Bornhofen a. Rhn. – 1958 Stuttgart
‚Portrait eines älteren Mannes in braunem Anzug‘
rechts unten signiert & datiert (1953)
Öl / Leinwand
77 x 57 cm
€ 800,-
Heinrich von Kralik entstammte einer Familien aus Glasindustriellen. Die Eltern starben früh, so dass Heinrich Vollwaise wurde und von einem Onkel auf dessen Weingut im Rheingau aufwuchs.
Dem Wunsch Seeman zu werden, ging er 1914 nach und heuerte in Hamburg bei einem Schiff nach Südamerika an. Bis 1920 blieb er in Chile.
Zurück in Deutschland besuchte er zuerst die Landwirtschaftliche Hochschule in Hohenheim, wechselte aber bereits 1921 an die Stuttgarter Kunstakademie (bis 1924).
Künstlerisch ist Heinrich von Kralik damals merklich geprägt von der Neuen Sachlichkeit.
Bis 1929 lebte die Familie in Böblingen, hierauf bis 1939 in Esslingen-Neckarhalde. Noch 1942 wird er zum Kriegsdienst eingezogen und ist Sanitäter in Russland.
Nach dem Zweiten Weltkrieg ist Heinrich von Kralik anfangs in einer tiefen Schaffens- und Lebenskrise. Er zieht sich in sein Esslinger Atelier zurück, fühlt sich verloren und vergessen. Es folgte eine Hinwendung zur sakralen Kunst, er kann Kirchen ausmalen und Kirchenfenster gestalten. Etwas später findet der Künstler auch wieder zur Porträtmalerei.
Dieses Portraitgemälde ist mit der Datierung auf 1953 dem späten Schaffen zuzuordnen.
Vor 94 Jahren – am 20. Juli 1932 – verstarb die wunderbare schwäbische Künstlerin Emma Joos mit gerade einmal 50 Jahren in Stuttgart.
Emma Joos
1882 Weinsberg – 1932 Stuttgart
‚weite sommerliche Landschaft mit Arbeitern und Heuwagen‘
Nachlassstempel
Bleistift auf Karton
34,5 x 50 cm
€ 360,-
Ab 1896 lebte Emma Joos in Stuttgart und besuchte dort wenige Jahre später die Damen-Malschule an der Königlichen Kunstschule Stuttgart (1899-1903 und 1905-06) Von 1903-05 war sie in München Schülerin Christian Landenbergers an der Schule des Künstlerinnenvereins München.
1906 trat sie dem Württembergischen Malerinnen-Verein bei und erlernte im Atelierhaus des Vereins die verschiedenen Druckgrafiken bei Alexander Eckener. Die Sommer verbrachte die Künstlerin regelmäßig in Abtsgmünd und fand in der dortigen Umgebung zahlreiche Motive.
Emma Joos war weiterhin Mitglied im „Frauenkunstverband (Ortsgruppe Stuttgart)“, sowie im „Künstlerbund Stuttgart“.
Ab 1909 konnte sie ihre Werke auf Ausstellungen öffentlichen präsentieren.
Diese vorliegende Zeichnung wird während eines Abtsgmünder Sommeraufenthalts entstanden sein. Der Blick führt weit in das Bild hinein – hinweg über die Erntearbeit im Vordergrund, dichte Wälder und einzelne Felder, bis ganz im Hintergrund Hohenstadt mit dem markanten Schloss und der Mariä-Opferungskirche sich zeigt.
… weitere Werke von Emma Joos …
Vor 144 Jahren – am 19. Juli 1882 – wurde der Künstler Hans Gerson in Berlin geboren.
Hans Gerson
1882 Berlin – 1941 ebd.
‚Szenerie mit Asiatica (Tempelszene?)‘
links oben signiert & datiert (1920)
Öl / Leinwand
46,2 x 38,2 cm
€ 2.500,-
Hans Gerson studierte in München, an der Kunstakademie Berlin, an der Académie Julian in Paris, sowie in Berlin bei Lovis Corinth. Er schuf vor allem Landschaften, doch entstanden daneben auch figürliche Kompositionen und Bildnisse.
Karl Schwarz, der erste Direktor des Jüdischen Museums Berlin, schreibt zu ihm:
„Die Kunst Hans Gersons bietet ein gutes Beispiel einer in unseren Tagen häufigen Erscheinung. Er ist der Typus der jüngeren, in der impressionistischen Tradition erzogenen Generation, die sich an den Franzosen begeisterte, sich Meister wie Monet und Degas zum Vorbild nahm, deren malerische Interessen jedoch weiterführen und über das von ihnen zum Ausdruck Gebrachte hinaus mehr das Moderne will.“
Das vorliegende Gemälde zeigt ein außergewöhnliches und zugleich ungewöhnliches Motiv. Es scheint als ob ein dunkler Vorhang zu den beiden Seiten geschoben wird, so dass sich darunter in Form eines hellen Dreiecks ein Arrangement aus Asiatica befindet. Ganz oben am mittigen Rand strahlt eine goldene Mondsichel, darunter eine sitzende Buddha-ähnliche Statue und schließlich in der unteren Bildhälfte eine religiös sakrale Szenerie mit asiatischen Figuren.
… weitere Werke von Hans Gerson …
Vor 62 Jahren – am 18. Juli 1964 – verstarb die Malerin und Kunsterzieherin Anne Dittmer in Lurup (Nübbel) geboren.
Anne Dittmer
1906 Neumünster – 1964 Lurup (Nübbel)
„Landschaft 2“
rechts unten signiert & datiert (1934)
Öl / Leinwand
44,5 x 61 cm
€ 1.100,-
Anne Dittmer studierte an der Kunstgewerbeschule Hamburg (1922-26) und war ab 1929 als Zeichenlehrerin tätig. Anfangs in Flensburg, später in Siegen und ab 1949 schließlich in Neumünster an der dortigen Mädchen-Mittelschule.
Neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin war sie als Künstlerin tätig und schuf Gemälde, Zeichnungen, Illustrationen und Grafiken. Die Sommer verbrachte sie immer wieder in Lurup.
Die Landschaft nimmt im malerischen und zeichnerischen Werk der Künstlerin einen wichtigen Platz ein. Markant ist dabei, dass Anne Dittmer anstelle einer bloßen realistischen Wiedergabe des Motivs, das Gesehene auf eine eigentümliche Weise verklärte, ohne dabei aber zu romantisieren oder gar in einen Kitschbereich zu geraten. Viel eher zeigen sich in der kühlen, reduzierten Darstellung Einflüsse der Neuen Sachlichkeit.
Und auch in dieser „Landschaft 2“ aus dem jahr 1934 sind neusachliche Tendenzen ganz markant sichtbar und spürbar.
Vor 106 Jahren – am 17. Juli 1920 – wurde der Maler, Zeichner und Architekt Karl-Heinz Scheuermann in Lüneburg geboren.
Karl-Heinz Scheuermann
1920 Lüneburg – 2002 Ahrensburg
‚Ansicht auf das Kalkwerk von Pieper & Blunck, Lüneburg‘
links unten signiert & datiert (1946)
Aquarell und Bleistift auf leichtem Karton
16 x 21,3 cm
€ 150,-
Direkt nach seinem Abitur (1939) wurde Karl-Heinz Scheuermann zum Kriegsdienst eingezogen aus dem er 1945 zurückkehrte. Er begann direkt mit einem Doppelstudium an der TH Hannover – Architektur und Malerei. Danach war er sowohl als Architekt wie auch als Künstler tätig.
Bis 1960 beschäftigte er sich dabei intensiv mit Stadt- und Landschaftsbildern, gab dann aber doch seiner Tätigkeit als Architekt den Vorzug. Erst 1988 fokussierte er sich auf die Kunst, engagierte sich in Künstlerkreisen und stellte seine Werke aus.
Dieses Aquarell entstand in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Karl-Heinz Scheuermann kam erst im Jahr zuvor aus dem Krieg zurück. Der Künstler zeigt einen Blick auf das Lüneburger Kalkwerk von Pieper & Blunck. Dort wurde seit 1883 Kreidekalk abgebaut. – Der Betrieb wurde nach 80 Jahren schließlich eingestellt.
Als Scheuermann die Anlagen hier sah und malte war der Abbau noch in vollem Gange, so dass dieses Aquarell neben dem künstlerischen Aspekt auch eine dokumentarische Relevanz erhält.
Vor 119 Jahren – am 16. Juli 1907 – wurde der Objektkünstler, Maler und Kunsterzieher Walter Haarmann geboren.
Walter Haarmann
1907 – ?
‚konstruktives Objekt‘
verso signiert & datiert (1982)
Metall, Aluminium, Kunststoff, Stecknadelköpfe auf grüner Kunststoffplatte, auf Pressspanplatte
47,6 x 48,8 x 5,1 cm
€ 840,-
Über den Künstler Walter Haarmann ist wenig bekannt. Nach seinem Besuch der Folkwang-Schule in Essen (bei Max Peiffer Watenphul), studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf und der Staatlichen Kunsthochschule Berlin. Im Anschluss daran war er bis 1960 als Kunsterzieher in Düsseldorf tätig und lebte in der Wildenbruch Straße 43. 1931 beteiligte er sich an einer Ausstellung der „Rheinischen Sezession“.
Werke Haarmanns befinden sich u. a. im Besitz des Museums Folkwang (Essen), des Von der Heydt-Museums (Wuppertal), der Artothek der Stadt Düsseldorf.
Dieses konstruktive, kantige und beinahe futuristische Werk schuf der damals über 70jährige Haarmann 1982.
Vor 133 Jahren – am 15. Juli 1893 – wurde Albert Gustav Bunge in Rathenow geboren. Hier sehen wir ein frühes Aquarell aus seiner Münchner Schaffenszeit.
Albert Gustav Bunge
1893 Rathenow – 1967 Salzburg
‚Darstellung des heiligen Nepomuk‘
u. r. signiert, lokalisiert & datiert (München, 1923)
Aquarell mit wenigen Bleistiftvorzeichnungen auf Papier
20 x 13 cm
€ 500,-
Im Ersten Weltkrieg wurde Albert Gustav Bunge so schwer verletzt, dass er seine rechte Hand nicht mehr benutzen konnte. Er musste fortan lernen alles mit links auszuführen. Nach dem Krieg beginnt er sein Kunststudium in München (bei Angelo Jank). Zusammen mit Willy Wenz gründete er die „Gesellschaft für Gebrauchskunst“ (später: „Neue Münchener Kunstwerkstätten AG“).
Bunge zieht 1925 mit seiner Familie nach Emmering (bei Fürstenfeldbruck). Dort ist er nun mit Metallarbeiten beschäftigt. 1937 gründet er die „Werkstätten für künstlerische Emailarbeiten“ und lebt fortan ganz in Reit am Winkl. In Emmering erfolgt weiterhin die Fertigung von Metallobjekten.
Dieses frühe Aquarell entstand in der Münchner Zeit Bunges.
Am 14. Juni jährte sich der Geburtstag von Erwin Graumann – heute können wir an den 38. Todestag (14. Juli 1988) dieses wunderbaren Künstlers denken.
Erwin Graumann
1902 Bielefeld – 1988 Genf
‚aufbrechender Kastanienzweig‘
u. r. signiert & datiert (1937)
Tuschfeder / Papier
56,1 x 44 cm
€ 830,-
1935 emigrierte Erwin Graumann nach Kopenhagen und ein Jahr später reiste er weiter nach Paris. Dort hatte er Bekanntschaften mit u.a. Max Ernst, Hans Arp, Jeanne Bucher und beteiligte sich an Ausstellungen der „Surindépendants.
In dieser Schaffensphase (1937/38) entstanden Zeichnungen, Aquarelle und Gemälde, welche das Thema eines ‚aufbrechenden Kastanienzweigs‘ tragen.
Das vorliegende Blatt ist dem Motiv und der Datierung nach in diese Werkreihe einzuordnen.
… weitere Werke von Erwin Graumann …
Vor 55 Jahren – am 13. Juli 1971 – verstarb der Maler, Zeichner und Grafiker Heinrich Schlief in Soest. Er hinterließ ein faszinierendes, wie auch in Teilen umstrittenes Schaffen.
Heinrich Schlief
1894 Soest – 1971 ebd.
‚Verzückung (nach Wilhelm Morgner)‘
rechts unten signiert, [um 1950-60]
Aquarell, Gouache über Bleistift auf festerem Velinpapier
50 x 70,1 cm
€ 1.900,-
In den 1920er und frühen 1930er Jahren war Heinrich Schlief ein durchaus reger Künstler in Soest. Er nahm an Ausstellungen teil, wurde Mitglied in der „Vereinigung westfälischer Künstler“, lieferte Abbildungen für die „Soester Heimatkalender“ der Jahre 1926 und 1927.
„Danach [d.h. nach 1932] wurde es für einige Jahre still um Schlief. Von 1933 bis 1945 soll Schlief weder in den Akten des Stadtarchivs aufgetaucht sein noch in den vorhandenen Ausstellungsverzeichnissen […]. Schlief war weder Mitglied im Kunstring noch Mitglied in der ‚Reichskammer der Bildenden Künste‘. Letztere berechtigte zur Teilnahme an Ausstellungen unter den Nationalsozialisten. Da Schlief jedoch kein Mitglied war, konnte er auch nicht ausstellen. Die Beschlagnahmung von zwei Gemälden von Schlief Anfang September 1937 aus städtischem Besitz mag den Künstler erst recht darin bestärkt haben, sich als Künstler aus dem Fous der nationalsozialistisch geprägten Umwelt zurückzuziehen. […] Erst 1951 konnte Heinrich Schlief dazu überredet werden, wieder auszustellen“ (Elvira Meisel-Kemper).
Das vorliegende Werk wird, obgleich undatiert, in diese hier beschriebene Lebens- und Schaffensphase der Nachkriegszeit einzuordnen sein.
… weitere Werke von Heinrich Schlief …
Vor 35 Jahren – am 12. Juli 1991 – verstarb der Maler, Zeichner und Kunsterzieher Ernst Straßner.
Ernst Straßner
1905 Eisfeld – 1991 Grasleben
2 Studien (‚Reiter im Wald‘ bzw. ‚berittene Soldaten‘ (womöglich Illustrationsvorlagen))
je rechts unten monogrammiert
je Tusche, grau laviert, auf dünnem Zeichenpapier
11,3 x 11,8 cm bzw. 10,9 x 10,7 cm
€ 150,-
Seine Zeichenlehrerausbildung (1924-28) an der Staatlichen Kunstschule Berlin (u.a. bei Georg Tappert) schloss Ernst Straßner als Studienrat ab und begann im Oktober 1928 sein Referendariat in Berlin. Ab 1928 ist er an Ausstellungen der Preußischen Akademie der Künste beteiligt und ab 1930 wirkte er als Gymnasiallehrer an verschiedenen Schulen. 1938 wird er zum Professor ernannt. Ab 1943 ist er Zeichner beim Militär in Freienwalde und Döberitz. Nach der Kriegsgefangenschaft bei Heilbronn arbeitete er 1946 kurzzeitig in einem kunsthandwerklichen Betrieb bei Kloster Banz (Oberfranken), bevor er nach Braunschweig kommt. Dort beginnt er 1947 mit seiner Lehrtätigkeit an der Kant-Hochschule Braunschweig (später: Pädagogische Hochschule). Von 1951 bis 1976 ist Straßner Vorsitzender der Landesgruppe Braunschweig im BBK.
… weitere Werke von Ernst Straßner …
Ein weiterer Jahrestag am 11. Juli – vor 68 Jahren (am 11. Juli 1958) verstarb der Maler, Zeichner, Grafiker und Illustrator Hans-Wolff von Ponickau in Münster.
Hans-Wolff von Ponickau
1899 Frankfurt a. M. – 1958 Münster
„Misanthroph“
rechts unten signiert & links unten betitelt
posthumer Druck [das Motiv entstand wohl um 1925-28]
Holzschnitt (Handdruck) auf Japanpapier
(etwa) 24 x 14cm (Motiv)
€ 220,-
Hans-Wolff von Ponickau studierte anfangs Landwirtschaft in Bonn und machte 1923 seinen Abschluss als Diplom-Landwirt. Er wandte sich darauf aber der Kunst zu und studierte in München (1923-25) und am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt a. M. (1925-29). Sein damaliges Schaffen war stark vom Expressionismus geprägt. Nach seinem Studium zog er nach Münster und blieb dort, abgesehen von einem erneuten kurzen Intermezzo in Frankfurt (1932-32), fortan ansässig. Ab 1942 war er Mitglied der Kümstlergemeinschaft „Schanze“ (Münster).
Dieser posthum erschienene Holzschnitt ist seinem Ausdruck und dem Motiv nach dem frühen Schaffen Ponickaus zuzuordnen. Geduckt, kauernd, lauernd und finster – so blickt uns dieser „Misanthroph“ an.
Und hier noch ein ganz starkes, expressives Stillleben aus dem us-amerikanischen Exil von Luise Kornsand, deren Geburtstag sich heute zum 150. Male jährt.
Luise Kornsand
1876 Wilferdingen – 1972 South Dennis, MA (USA)
‚Stillleben mit Früchten und zwei Flaschen‘
links oben signiert & datiert (1942)
Öl / Leinwand
61,1 x 50,8 cm
€ 3.400,-
… weitere Werke von Luise Kornsand …
Am 11. Juli 1876 – vor genau 150 Jahren! – wurde die Künstlerin Luise Kornsand geboren!
Luise Kornsand
1876 Wilferdingen – 1972 South Dennis, MA (USA)
‚Stillleben mit Büchern und Tulpen‘
rechts oben signiert & datiert (1929)
Öl / Leinwand
52 x 64,5 cm
€ 2.400,-
Luise Kornsand erhielt ihren maßgeblichen Kunstunterricht an der Malerinnenschule in Karlsruhe (1901-05). Direkt danach hatte sie rasch Erfolge. Sie beteiligte sich an Ausstellungen in u.a. Berlin, Düsseldorf, Mannheim, Baden-Baden und nahm 1913 auch an der großen „Internationalen Frauenkunst-Ausstellung“ in Turin teil.
1922 verstarb der 18 Jahre ältere Ehemann Karl und Luise Kornsand verzog zu ihrem Sohn Emil nach Berlin. Dieser war Geiger – zunächst im Waghalter-Quartett und bei dem Deutschen Opernhaus, später bei der Berliner Staatsoper. Mutter und Sohn wohnten in der Mommsenstraße 2 in Berlin-Charlottenburg.
Das Jahr 1933 bedeutet für Beide eine arge Zäsur. Da der Vater Karl Kornsand jüdischer Abstammung war, galt der Sohn Emil als „Halbjude“ und sowohl Mutter als auch Sohn mussten Repressionen erleiden. Im Sommer 1938 emigrierte zuerst Emil Kornsand in die USA und wohnte anfangs in der New Yorker Bronx, später in Bosteon (MA). Im März 1939 folgte ihm seine Mutter.
Dieses expressiv realistische Stillleben mit Büchern und Tulpen datiert auf 1929 und entstand in der Berliner Schaffenszeit der Künstlerin.
… weitere Werke von Luise Kornsand …
Am 10. Juli 1937 – vor 89 Jahren – wurde der wunderbare Landschaftsmaler Peter Berndt in Neugersdorf (Oberlausitz) geboren.
Peter Berndt
1937 Neugersdorf – 2021 ebd.
„Mohn“
rechts unten signiert & datiert 1999
Mischtechnik auf Aquarellkarton
100 x 70 cm
€ 1.100,-
Peter Berndt wuchs in Neugersdorf in der Oberlausitz auf. Die ersten künstlerischen Impulse erhielt er von dem in Zittau tätigen Adolf Schorisch. Von 1955 bis 1961 besuchte er die Hochschule für bildende Künste in Berlin und war dort zuletzt Meisterschüler von Bernhard Dörries. 1964 erhielt er den Ersten Preis der Karl-Hofer-Gesellschaft (Berlin) und ein Jahr später den „Rompreis“ mit dem er sich bis 1967 in Italien aufhalten konnte.
Das damalige künstlerische Umfeld beschreibt Marius Winzeler (2014) wie folgt:
„Die überwältigende Vorherrschaft der abstrakten Kunst, von Informel, Tachismus, action painting, Konstruktivismus ergriff den Westberliner Lehrbetrieb ebenso wie die gesamte Künstlerschaft. Doch bildete sich früh eine Gegenbewegung. Dazu gesellte sich auch Peter Berndt als ein Künstler, der sich der Landschaftsmalerei verschrieb und der Wege fand, um dieser in der Gegenwart ein neues Gesicht und eine neue Selbstverständlichkeit zu geben.“
Peter Berndt wurde zu einem zentralen Vertreter der sog. „Neuen Landschaft“.
In diesem großformatigen Werk präsentiert Berndt dem Betrachter einen weiten Blick über ein reifes, wogendes Kornfeld. Titelgebend und zugleich farblich den Akzent setzend blühen im Vordergrund rote Mohnblumen.
Eine wunderschöne, rundum gelungene Komposition Peter Berndts voller Ruhe und Zufriedenheit.
… weitere Werke von Peter Berndt …
Tägliche Dosis Kunst im Juli 2026 zum Nachlesen
Tägliche Dosis Kunst im Juni 2026 zum Nachlesen
Tägliche Dosis Kunst im Mai 2026 zum Nachlesen
Tägliche Dosis Kunst im April 2026 zum Nachlesen
Gelegenheiten < 100€ Preis 100€ - 500€ Preis 500€ - 1.000€ Preis 1.000€ - 2.000€ Preis über 2.000€










































