M A R G A R E T H E K R I E G E R (27.4.1936 Mannheim – 22.7.2010 Heidelberg[?])
Weitere Werke von Margarethe Krieger
„Oskar Werner als Hamlet“ (1985)
Lithografie auf Maschinenbütten
€ 300,-
Titel
„Oskar Werner als Hamlet“ [so unten links in Blei betitelt]
Technik
Lithografie auf Maschinenbütten
Signatur
unten rechts signiert
Jahr
unten rechts datiert „[19]85“
Größe
Größe: 69,8 x 49,8 cm (Blatt)
Auflage
unten mittig nummeriert „46/C“
Zustand
im Bereich des früheren Passepartoutausschnitts gleichmäßig sehr leicht nachgedunkelt; verso an den Rändern umlaufend braunes Klebeband
Provenienz
Berthold Zimmermann (geb. 1935 in Karlsruhe), damaliger Kraichtaler Bürgermeister und Ehrenbürger Kraichtals. Hierzu unten rechts von der Künstlerin gewidmet „für Erika und Berthold Zimmermann“
[In seiner Amtszeit (1971-88) setzte sich Zimmermann stark für das dortige Kulturleben ein. So war er maßgeblich an der Etablierung der örtlichen Gemäldegalerie beteiligt, unter seiner Federführung wurden das Badische Bäckerei-Museum, das Deutsche Zuckerbäcker-Museum und auch das Heimatmuseum eröffnet. Dass er sich auch für die in der Region lebenden Künstler einsetzte, zeigt diese Widmung Margarethe Kriegers.]
Margarethe Krieger war eine ganz vorzügliche Zeichnerin, Grafikerin und Illustratorin, die vor allem durch ihre eindringlichen Menschendarstellungen etwas Bleibendes hinterlassen hat. Krieger studierte an der Karlsruher Kunstakademie (bei Karl Hubbuch).
Schon früh fand sie zu ihrem bevorzugten Metier: dem Menschen. Sie schuf dabei vor allem schwarz-weiß Zeichnungen, Druckgrafiken und Buchillustrationen.
Für Ihr Schaffen erhielt sie 1968 den Grafikerpreis im Musée d´Art Moderne (Paris), 1973 wurde ihr der Internationale Kunstpreis für ausländische Künste am Musée d´Art Moderne (Paris) zuerkannt, 1978 bekam sie die Goldmedaille der Italienischen Akademie der Künste, 1979 wurde sie mit der Ehrengabe des Zentralverbandes der Sozialversicherten Deutschland ausgezeichnet und 1992 erhielt sie den Willibald-Kramm-Preis (Heidelberg).
Neben ihrer kunsterzieherischen Tätigkeit in Weinheim, schuf sie Illustrationen zu Büchern wie u. a. „Don Quijote“, wie auch zu Büchern und Personen der Bibel und auch zu Werken von u. a. Anna Maria Achenrainer, Willem Enzinck, Dagmar Mutius, Ana Simon.
Die hier gezeigte Lithografie zeigt Oskar Werner in einer seiner größten Rolle: als Hamlet. Das Bildnis zeigt sich in einer Nahaufnahme dem Betrachter, dadurch wie auch durch die schnelle, spontan erscheinende Pinselführung erscheint das Werk anfangs beinahe wie eine Abstraktion. Schnell und impulsiv hat Krieger die Farbe gesetzt, was an Werke des Informel denken lässt. Doch aus der Mitte heraus bildet sich ein Gesicht, mit geschlossenen Augen, aufgestützt auf die rechte Hand, nachdenklich, traurig und müde. In erstaunlichen Abstufungen sind Details und Stimmungen dieses Gesichts eingefangen, wodurch die Künstlerin eben nicht nur Oskar Werner, sondern auch den Schmerz des Prinzen in herausragender druckgrafischer Kunst unnachahmlich einfängt.
Zu Margarethe Krieger (27.4.1936 Mannheim – 22.7.2010 Heidelberg[?]):
Malerin, Zeichnerin, Grafikerin, Illustratorin; seit früher Kindheit mit der Familie in Heidelberg ansässig; Studium an der Kunstakademie Karlsruhe (bei Karl Hubbuch); 1961 Illustrationen zur Erzählung „Hol über!“ von Ludwig Friedrich Barthel; 1968 Grafikerpreis im Musée d´Art Moderne (Paris); 1973 Internationaler Kunstpreis für ausländische Künste am Musée d´Art Moderne (Paris); 1978 Goldmedaille der Italienischen Akademie der Künste; 1979 Ehrengabe des Zentralverbandes der Sozialversicherten Deutschland; 1979 entstanden Illustrationen (Rohrfederzeichnungen) zu Don Quichotte; 1992 Willibald-Kramm-Preis (Heidelberg); lehrte Kunsterziehung in Weinheim; im Januar 2004 erlitt sie einen Schlaganfall; illustrierte u.a. das biblische Buch „Hiob“, sowie die Geschichte vom verlorenen Sohn; zentrale Motive des Schaffens von Margarethe Krieger waren Leiderfahrung, Not, Reifung, Verzicht und Selbstprüfung; ihren künstlerischen Nachlass vermachte sie der Stadt Kraichtal
Literatur / Quellen
— HÄUSLLER, Volkmar (2005): Brecht in der Buchkunst und Graphik; Augsburg; S. 134
— „Chiffren des Seins“ in Schwarz und Weiß. Nachruf: Heidelberger Künstlerin Margarethe Krieger verstorben „, in: Mannheimer Morgen (v. 03.08.2010)
— Internetseite von Syberberg Filmproduktion [syberberg.de]















