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||    K Ü N S T L E R    S E H E N    . . .    ||

 

20. April 2026

 

Im Frühjahr 1924 bereiste Erich Hartmann Italien und während dieser Zeit entstand diese flotte Landschaftszeichnung aus Ischia.

Erich Hartmann
1886 Elberfeld – 1974 Sylt
„Epomeo, Casamicciola“

unsigniert, Nachlassstempel, [April 1924] Kohle / Karton
52,1 x 39,5 cm
€ 275,-

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Im März 1924 reisten Erich und Ida Hartmann über Bern nach Italien. Dort angekommen hatten sie Aufenthalte in u.a. Florenz, Rom, Neapel. Den April verbrachten sie auf Ischia in Casamicciola, bevor sie nach Assisi reisten.
Diese flotte, menschenleere Zeichnung zeigt einen Blick auf den Berg Epomeo, sowie einen Ausschnitt der Gemeinde Casamicciola und wird sich damit direkt in den April 1924 datieren lassen.

Erich Hartmann ist vor allem als Maler der Hamburgischen Sezession bekannt. Er studierte anfangs an der Düsseldorfer Akademie (1903-06), sowie an der Privatschule von Hermann Gröber in München und darauf Studium an der dortigen Akademie. Durch eine Verwundung im Weltkrieg kam er nach Altona und fortan blieb er in Hamburg ansässig. 1919 trat er der dortigen Sezession bei und es entstanden gewaltige, expressive Werke. Im Dritten Reich wurden einerseits Werke des Künstlers als „entartet“ beschlagnahmt, andererseits erhielt er aber auch öffentliche Aufträge für Wandbilder. Beispielhaft für die vielen „Graubereiche“, was deutlich macht, dass stets der einzelne Künstler zu betrachten ist und Schablonen hier nicht helfen. Nach 1945 war er Professur an der Landeskunstschule Hamburg.

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18. April 2026

 

Am 7. April haben wir bereits ein Aquarell des Rappensees von Ewald Becker-Carus betrachtet. Dieses Mal nimmt uns der Künstler mit zu einem Weingarten in Camedo am 7. April 1960.

Ewald Becker-Carus
1902 Dingelstedt – 1994 Schloss Hamborn
„Weingarten in Camedo mit Blick auf Gridone“

links unten signiert & verso monogr. & datiert (7.4.1960)
Aquarell auf Ingrespapier
53,2 x 39,5 cm
Aus dem Nachlass des Künstlers.
€ 260,-

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Nach seinen Studien an der Kunstakademie Dresden (1923-27) und an der Akademie für Graphik in Leipzig (1927), sowie einer kurzzeitigen Lehrtätigkeit in Niesky, war Ewald Becker-Carus von 1933 bis zur politisch bedingten Schließung 1937 Kunsterzieher an der Rudolf-Steiner-Schule in Hamburg-Altona. Danach arbeitete er freischaffend, wurde 1940 zum Kriegsdienst eingezogen und begann nach 1945 wieder mit dem Aufbau seines Ateliers an der Hamburger Elbchaussee. Ab 1949 war er zudem an der Rudolf Steiner-Schule Hamburg-Wandsbek tätig und übernahm dort den Aufbau des Kunstunterrichts.

Das Aquarell war stets die von Ewald Becker-Carus bevorzugte künstlerische Technik, die er über Jahre hinweg für sich verfeinerte, um so eine jeweils ganz eigene Stimmung zu erzeugen.

Diese schöne, ruhige Ansicht auf einen Weingarten in Camedo, ein Ortsteil von Centovalli im Tessin, sah Becker-Carus im April 1960 vor sich. Ganz unspektakulär, aber überaus stimmig und harmonisch blicken wir auf diesen zeitlosen Momenteinfang.

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17. April 2026

 

2014 hat Fritz Schuber diesen zauberhaft lichtdurchfluteten Moment in Pettensiedel (Markt Igensdorf, Lkr. Forchheim) erlebt und malerisch eingefangen.

Friedrich (Fritz) Schuber
*1942 Wien
„Pettensiedel“
unten rechts & verso signiert
Aquarell auf Ingrespapier
34,2 x 47,2 cm
€ 580,-

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Fritz Schuber zeigte sein künstlerisches Talent bereits in der Kindheit und Jugend. Sein Vater beschäftigte sich in der Freizeit mit Zeichnungen und Aquarellmalerei, was sich auch auf den Sohn übertrug. Seit 1969 lebt er in Nürnberg und ab den 1980er Jahren beginnt er sich intensiv mit der diffizilen Kunst der Aquarellmalerei auseinanderzusetzen, er besucht Seminare in Österreich (u.a. bei Gottfried Salzmann), nimmt an der internationalen Sommerakademie in Salzburg (in der Malklasse von Georg Eisler) sowie an Malklassen Heribert Maders bei der internationalen Sommerakademie in Bruneck teil. Darauf wirkt er selbst lange Jahre als Dozent – an der Volkshochschule Nürnberg, bei der Reichenhaller Akademie, beim Kunstsommer Viktring/Klagenfurt und an der Akademie Geras.

Das hier vorliegende Aquarell stammt aus dem Jahr 2014. Der Künstler hatte durch seine Bekanntschaft mit dem Bildhauer Harro Frey (1942-2011) eine enge Beziehung zu Pettensiedel und er konnte in dessen Werkstatt auch mehrfach ausstellen.
Fritz Schuber nimmt hier den Betrachter mit auf einen Weg mit Blickrichtung zum Dorf. Rechts erhebt sich ein hoher Baum, der den Weg in leichten Schatten legt. Ein zauberhaft lockeres, einfühlsames, ja: harmonisches Werk, das beispielhaft verdeutlicht, weshalb der Künstler als „Aquarellist des Lichts“ bezeichnet wird.

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16. April 2026

 

In den 1930er Jahre hielt sich Gerd Baukhage in der Schweiz auf und während dieser Zeit sah er 1938 diesen ‚blühenden Kirschbaum in Albonago (Tessin)‘.

Gerd Baukhage
1911 Herten – 1998 Köln
„Blühender Kirschbaum in Albonago (Tessin)“
verso sign.
Öl / Platte
51 x 33 cm
€ 1.500,-

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Bekannt ist Gerd Baukhage für seine radikalen „Versperrungen“ – eigenwillige Stillleben mit alten Holz-, Metallstücken, Gittern, Nägeln,…

Dieser „Apfelbaum“ entstammt der früheren, malerischen Phase.
Nach einem kurzen Architekturstudium in München (1930-32) begann er 1933 ein Studium der Malerei in Düsseldorf. Doch bereits im Sommer desselben Jahres verließ er die Akademie wieder, um sich in der Schweiz niederzulassen.

„Baukhages Familie pflegte Verbindungen zu einer Familie Iringer in Rikon im Kanton Zürich. Sie hatte schon in den Hungerjahren nach dem Ersten Weltkrieg seinen jüngsten Bruder Günther aufgenommen. Jetzt wohnte sie in Zürich und bot dem jungen Künstler einen Arbeitsplatz in einer Gartenlaube im Vorort Honk. Er malte freundliche Landschaftsbilder und lebte von Gelegenheitsverkäufen, bis die Behörden auf ihn aufmerksam wurden und ihn – ohne Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis – Anfang 1934 auswiesen. Erst zwei Jahre später – er hat sich in jenen Monaten bei Geschwistern und Bekannten in Deutschland aufgehalten – kehrte er zurück und fand bei einer Marty Hochstrasser, die er durch die Iringers kennenlernte, eine Bleibe in Lugano“ (Wolfgang Becker).

Bis zum Kriegsbeginn blieb Baukhage als Maler in Lugano.
Das kleine Dorf Albonago liegt an den Hängen des Monte Brè (östlich von Lugano). Der leicht aus der Mitte nach rechts gerückte Kirschbaum reicht mit seinen Zweigen bis an die Bildränder – seine Blüten heben sich dabei die pastose Malweise markant ab. Hinter dem Baum sehen wir einen Hang, ein Gebäude und schließlich das Gebirge.

 
15. April 2026

 

Friedrich Kunitzer zog sich 1957 – einer langen Sehnsucht folgend – mit seiner Frau in die Abgeschiedenheit des Jammertals (Taunus) zurück und errichtete ein Blockhaus mit Wohnbereich, Atelier und Schafstall. Es entstand ein reiches Kunstschaffen.

Friedrich Kunitzer
1907 Przedecz [Moosburg] – 1998 Kördorf
‚Haus des Künstlers‘
o. l. sign.
Aquarell / Karton
35,8 x 47,8 cm
€ 1.250,-

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„Meine Sehnsucht war, weg von der Stadt. Ich dachte an die Jugendzeit, […] die noch lebendig in mir war. Es gelang mir, Land zu kaufen, mitten in unserer durch die Industrie verdorrten Landschaft fand ich noch eine Ecke mit Wald, rauschendem klarem Wasser, wo ein einfaches Leben möglich wäre. Ich wurde Bauer. Ein Aussteiger aber wurde ich nicht. Aus was sollte ich aussteigen? Meine Probleme waren immer noch um mich. Ich war eher ein Einsteiger in ein neues bäuerliches Leben und habe mein Leben als Maler an meine Jugend angeknüpft. Ich malte und zeichnete weiter.“ So beschrieb es der Künstler selbst.

In dem Band „Fremd in Deutschland?“ (1973) schreibt Kunitzer: „Trotz Technik und Zivilisation in unserem Lande schaut noch die Wildnis in unser Fenster hinein. Quer durch das Jammertal zogen durch die Jahrhunderte Landsucher von West nach Ost, von Süden nach Norden. Für uns wurde dieses Tal zu einem neuen Angelpunkt. Wir wollten die Welt erobern, wir erlernten das Handwerk der Kunst. Welt, Handwerk und Kunst verschmolzen für uns zu einem Abenteuer eigener Art. Wir haben zwei Weltkriege erlebt, wir erlebten die russische Revolution, erlebten Hunger und Elend, Flucht und Verzweiflung. Allen Abgründen zum Trotz fanden wir endlich wieder Boden unter den Füßen. Neben uns steht die Größe der Natur. Die Nebel steigen aus dem Jammertale, von dem die Leute hier sagen: ‚Wo die Füchse Kaffee kochen.‘“

Dieses sehr persönliche Aquarell zeigt eben jenes Künstlerhaus im Jammertal.

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13. April 2026

 

1908 besuchte Hans Gerson Veurne in Westflandern, wo er die traditionelle Bußprozession miterlebte und sie farbgewaltig festhielt.

Hans Gerson
1882 Berlin – 1941 ebd.
‚Bußprozession in Veurne‘
u. l. sign., [um 1908] Öl / Lw.
115,5 x 140,5 cm
€ 5.500,-

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„Die Kunst Hans Gersons bietet ein gutes Beispiel einer in unseren Tagen häufigen Erscheinung. Er ist der Typus der jüngeren, in der impressionistischen Tradition erzogenen Generation, die sich an den Franzosen begeisterte, sich Meister wie Monet und Degas zum Vorbild nahm, deren malerische Interessen jedoch weiterführen und über das von ihnen zum Ausdruck Gebrachte hinaus mehr das Moderne will.“ So schrieb 1920 Karl Schwarz in „Der Cicerone“. Gerson war gerade in den 1910er und 1920er Jahren an zahlreichen Ausstellungen beteiligt – im Münchner Glaspalast, bei der Berliner Secession, wie auch in der Berliner Galerie von J.B. Neumann.

Das große Gemälde zeigt ein außergewöhnliches Motiv. Für das Jahr 1908 sind zwei Gemälde Gersons mit Ansichten aus Veurne dokumentiert und auch dieses Werk ist dorthin zu lokalisieren.

Gerson führt dem Betrachter einen Moment der Bußprozession vor Augen, die seit 1646 jedes Jahr am letzten Sonntag im Juli veranstaltet wird. Wir befinden uns mitten auf dem Grote Markt. Die im Hintergrund aufragende St.-Nikolaus-Kirche hat bereits den Beginn des religiösen Schauspiels eingeläutet, alle Stände sind geschlossen und die ganze Aufmerksamkeit liegt auf dem von Häuserfassaden eingerahmten Geschehen.
Umgeben von zahlreichen Besuchern, Bürgern, Gläubigen findet im Bildzentrum die Vorführung statt. Die dunkle Gestalt von Christus ist von der Last des Kreuzes niedergefallen, ein Soldat steht neben ihm. Weitere Schergen stehen links und drangsalieren ihn mit Holzspeeren. Im linken Hintergrund wird das Schweißtuch präsentiert.

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11. April 2026

 

Curaçao vor 90 Jahren… So hat es Hugo Wallenius auf seiner Reise nach Kolumbien 1936 erlebt und gesehen.

Hugo Wallenius
1892 Hamburg – 1948 Wattenscheid
„Curaçao“
unsigniert, unten rechts datiert (1936)
Bleistift auf Karton
29,7 x 35,4 cm

Abb. in: Kunstkontor Dr. Doris Möllers (2001): „Aus dem Nachlaß von Hugo Wallenius (Hamburg 1892 – 1948 Wattenscheid)“, Nr. 39.

€ 250,-

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Hugo Wallenius arbeitete die erste Zeit vor allem als Lithograph bei verschiedenen Druckereien und Firmen in Deutschland. Daneben bildete er sich auch künstlerisch weiter, besuchte die Hamburger Kunstgewerbeschule (bei Arthur Illies) und nahm an ersten Ausstellungen teil.
1929 reiste Wallenius nach Brasilien und war in Recife als Lithograph tätig. Es entstand ein farbintensives Werk, bis ihn dann 1933 gesundheitliche Gründe zu einer Rückkehr nach Deutschland zwangen. Bereits 1936 zog es ihn aber erneut nach Südamerika. Dieses Mal zog er nach Kolumbien und war dort als Lithograph tätig. Der schlechte Gesundheitszustand seiner Mutter rief ihn jedoch 1938 abermals aus Südamerika zurück.

Die vorliegende Zeichnung wird während der Überfahrt nach Kolumbien entstanden sein – wohl während eines Zwischenstopps bei der Karibikinsel Curaçao.

Das Schaffen von Wallenius war lange vergessen und bekam erst durch das Kunstkontor Dr. D. Möllers (Münster), durch Ausstellungen und einen Katalog wieder Aufmerksamkeit. Im damaligen Katalog (2001) ist diese Zeichnung abgebildet.

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09. April 2026

 

1960 zeichnete Bernhard Bröker diese schlicht schöne, (früh)sommerliche Ansicht auf den Kasseler Stadtteil Kirchditmold.

Bernhard Bröker
1883 Münster – 1969 ebd.
„Kirchditmold“
links unten monogrammiert & datiert (1960)
Kohle auf Zeichenpapier
29,7 x 39,7 cm
€ 330,-

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Bernhard Bröker machte anfangs eine handwerkliche Malerausbildung und arbeitete bis zum 20. Lebensjahr in diesem Beruf. 1903 wandte er sich dann der Kunst zu und studierte an der Kunstakademie Berlin (bei Fritz Grotemeyer) und an der Hochschule für bildende Künste in Berlin. Es folgten mehrere Studienreisen durch Europa, bevor er nach Münster zurückkehrte. Von 1913 bis 1943 und von 1948 bis 1955 war er Leiter der Fachklasse für Freihandzeichnen an der Werkkunstschule in Münster. Im Späteren lebte Bröker als freischaffender Künstler.
Bedeutsam ist Bröker nicht zuletzt als Gründungsmitglied der Künstlergemeinschaft „Schanze“ (Münster) im Jahr 1919. Später wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Der über 70jährige Künstler zeigt uns hier einen menschenleeren Blick auf den dörflichen Ortsrand von Kirchditmold. Im Vordergrund stehen junge Obstbäume, worauf sich kleine Felder, Beete, Holzzäune und Kleingärten anschließen, bevor dann die Häuser beginnen. Zentral im Bild auf einer leichten Anhöhe steht das Kirchengebäude. Über der ruhigen Szenerie liegt ein locker bewölkter (Sommer-)Himmel.

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08. April 2026

 

Im Sommer 1969 hat Curt Wittenbecher diese vorgewitterliche Stimmung in Birnau am Bodensee erlebt …

Curt Wittenbecher
1901 Magdeburg – 1978 Bremen
„Birnau (vor dem Sturm)“
rechts unten monogrammiert, verso signiert, betitelt & datiert (Juni 1969)
Aquarell auf leicht strukturiertem Aquarellkarton
42 x 56 cm
€ 360,-

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Curt Wittenbecher war ein meisterlicher Beherrscher der Aquarellmalerei.
Er erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Privatschule für graphische Künste in München (1921-24), an der Kunstgewerbeschule Berlin-Charlottenburg und an der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg. Nach einer kurzen Tätigkeit als Dozent in Berlin war er ab 1928 freischaffender Künstler in Magdeburg. 1944 musste er kriegsbedingt nach Hindelang im Allgäu umziehen. Im Januar 1945 wurde seine Magdeburger Wohnung bei einem Angriff komplett zerstört, was auch den Verlust eines Großteils des bisherigen Schaffens bedeutete.
1949 zog Wittenbecher in den Norden und ließ sich in Worpswede nieder. Ab 1955 war er freier Künstler in Bremen, erhielt öffentliche Aufträge und übernahm Lehrtätigkeiten.

Das Aquarell ist die von Wittenbecher bevorzugte Technik. Seine vornehmlich landschaftlichen Motive fand er auf zahlreichen Reisen.
So wird auch diese in zart zerfließenden Farben gemalte Bodensee-Ansicht während eines Aufenthalts in Birnau entstanden sein. Der etwas bewegte, leicht aufgewühlte Himmel deutet dabei bereits auf den im Titel angekündigten, vom Künstler vielleicht erspürten, Sturm hin.

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07. April 2026

 

1947 war Ewald Becker-Carus am Rappensee in den Allgäuer Alpen und es entstand dieses zauberhaft leichte, nun fast 80 Jahre alte Aquarell…

Ewald Becker-Carus
1902 Dingelstedt – 1994 Schloss Hamborn
„Rappensee mit Rappenköpfle bei Oberstdorf / Allgäu“
rechts unten signiert & datiert (1947), verso Künstlerstempel
Aquarell auf Ingrespapier
34,5 x 48 cm
Aus dem Nachlass des Künstlers.
€ 190,-

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Nach seinen Studien an der Kunstakademie Dresden (1923-27) und an der Akademie für Graphik in Leipzig (1927), sowie einer kurzzeitigen Lehrtätigkeit in Niesky, war Ewald Becker-Carus von 1933 bis zur politisch bedingten Schließung 1937 Kunsterzieher an der Rudolf-Steiner-Schule in Hamburg-Altona. Danach arbeitete er freischaffend, wurde 1940 zum Kriegsdienst eingezogen und begann nach 1945 wieder mit dem Aufbau seines Ateliers an der Hamburger Elbchaussee. Ab 1949 war er zudem an der Rudolf Steiner-Schule Hamburg-Wandsbek tätig und übernahm dort den Aufbau des Kunstunterrichts.
Das Aquarell war stets die von Ewald Becker-Carus bevorzugte künstlerische Technik, die er über Jahre hinweg für sich verfeinerte, um so eine jeweils ganz eigene Stimmung zu erzeugen.

Das vorliegende Werk wird während einer Reise 1947 entstanden sein.
Bewusst ohne größere Details zeigt Becker-Carus wie Rappensee und die umgebende Landschaft auf ihn wirkten, wie er den Moment erlebte und erspürte. Das aus dem Bildzentrum kommende Licht erfüllt dabei das Motiv und breitet sich ruhig über Wasser, Ufer und Gebirge aus.

… weitere Werke von Ewald Becker-Carus …

 

 

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