|| K Ü N S T L E R S E H E N . . . ||
Der vor 130 Jahren – am 19. August 1896 – zur Welt gekommene Paul Biesemann, zeigt hier eine Landschaft bei Kalkar.
Paul Biesemann
1896 Rotterdam – 1943 Düsseldorf-Kaiserswerth
‚Ansicht bei Kalkar‘
unten rechts signiert, undatiert
Öl auf Leinwand/Platte
30 x 39 cm
€ 570,-
Biesemann erhielt seine künstlerische Ausbilung vor allem in Düsseldorf. Dort schloss er sich modernen Künstlerkreisen an. – Wurde Mitglied im „Jungen Rheinland“ und bei der „Rheinischen Sezession“ an.
Er lebte und arbeitete in Rees, Kalkar und Düsseldorf-Kaiserswerth.
Dieses Gemälde zeigt ein ruhiges, expressiv realistisches Motiv bei Kalkar.
… weitere Werke von Paul Biesemann …
Am 5. April 1914 entstand diese Zeichnung von Fritz Burkhardt mit einer Ansicht der Hersbrucker Mauergasse. Ein seltenes Früh- bzw. Jugendwerk des Künstlers.
Fritz Burkhardt
1900 Arnstein – 1983 München
„Hersbruck Mauergasse“
unten rechts monogrammiert und datiert (5. April 1914)
Bleistift auf leichtem Karton
24,4 × 16,4 cm
€ 100,-
Fritz Burkhardt wuchs in Hersbruck auf und besuchte dort ab 1910 das Gymnasium. Von 1914 bis 1920 verbrachte er seine Studienjahre in Eichstätt, wo er auch Eduard Aigner kennenlernte. Bereits aus dieser frühen Zeit sind Zeichnungen und Aquarelle mit Motiven aus Hersbruck und der näheren Umgebung überliefert.
1924 bis 1927 studierte Burkhardt in München, unternahm 1928 eine Italienreise. Er wurde Mitglied der „Juryfreien“ und erhielt 1934 den Albrecht-Dürer-Preis der Stadt Nürnberg. Nach einer Parisreise zog er sich im Dritten Reich zunehmend aus dem öffentlichen Kunstbetrieb zurück.
Nach 1945 gehörte Burkhardt zu den Gründungsmitgliedern der Münchner „Neuen Gruppe“ und nahm rege am dortigen Kunstleben teil.
… weitere Werke von Fritz Burkhardt …
Im Mai 1957 hielt Curt Wittenbecher während einer Reise nach Griechenland seinen Blick von der Akropolis in einem Aquarell fest.
Curt Wittenbecher
1901 Magdeburg – 1978 Bremen
„Auf der Akropolis“
unten rechts monogrammiert, verso signiert & datiert (15. Mai 1957)
Aquarell auf Aquarellkarton
43,5 x 57,5 cm
€ 330,-
Curt Wittenbecher war Maler und Grafiker. Nach seiner Ausbildung in Magdeburg und Berlin arbeitete er zunächst in Magdeburg, bevor ihn die Kriegsereignisse ins Allgäu führten. Ab 1949 lebte er in Worpswede und seit 1955 in Bremen. Zu seinen bevorzugten Bildthemen gehörten Naturdarstellungen und Landschaften, die er auf zahlreichen Reisen in Deutschland festhielt.
Seine Landschaften und Naturdarstellungen fand Wittenbecher auch immer wieder im mediterranen Raum. Dieses auf den 15. Mai 1957 datierte Akropolis-Aquarell zeigt einen farbstarken, expressiven Ausschnitt der antiken Anlage.
… weitere Werke von Curt Wittenbecher …
Um 1920-30 hat der saarländische Künstler Karl Alexander Schmidt diesen „Walddurchblick bei Grube Dechen“ festgehalten. Aus zeichnerischer und auch aus dokumentarischer Sicht her eine sehr schöne Komposition.
Karl Alexander Schmidt
1890 Saarland(?) – 1973
„Walddurchblick bei Grube Dechen (Saar)“, [um 1920-30]
unten links signiert & unten rechts auf unterlegtem Papier signiert
Tuschfeder auf Karton
24,3 x 17 cm
Mit einer rückseitigen Widmung des Künstlers an eine „Landsmännin“.
€ 180,-
Karl Alexander Schmidt wuchs im Saarland auf, verzog aber später an die Weser. Ab 1914 bis 1932 war er Lehrer an der Volksschule in Bensen (Hessisch Oldendorf). Zuletzt lebte er in Hameln (Redenallee 9).
Neben Motiven aus der Region vom Süntel und Hohenstein, finden sich auch immer wieder saarländische (Industrie-)Motive in seinem Schaffen. – So auch dieser Blick auf das Steinkohlebergwerk Grube Dechen bei Neunkirchen (Saar).
… weitere Werke von Karl Alexander Schmidt …
Im September 1959 entstand dieses Schwarzwald-Aquarell von Curt Wittenbecher. Die charakteristischen, vom Wind geformten Fichten gehören zu den markanten Landschaftsbildern der Schwarzwaldhöhen und wurden von Wittenbecher in einer freien, atmosphärischen Aquarelltechnik festgehalten.
Curt Wittenbecher
1901 Magdeburg – 1978 Bremen
„Wetterfichten im Schwarzwald“
unten rechts monogrammiert, verso signiert, betitelt und datiert (September 1959)
Aquarell auf Aquarellkarton
44 × 57,4 cm
€ 450,-
Curt Wittenbecher war Maler und Grafiker. Nach seiner Ausbildung in Magdeburg und Berlin arbeitete er zunächst in Magdeburg, bevor ihn die Kriegsereignisse ins Allgäu führten. Ab 1949 lebte er in Worpswede und seit 1955 in Bremen. Zu seinen bevorzugten Bildthemen gehörten Naturdarstellungen und Landschaften, die er auf zahlreichen Reisen in Deutschland festhielt.
Dieses Aquarell entstand im September 1959 und gehört zu einer Reihe von Schwarzwald-Darstellungen aus dieser Schaffenszeit. Die vom Wetter geprägten Fichten verleihen der Landschaft ihren unverwechselbaren Charakter und stehen beispielhaft für Wittenbechers Interesse an den unterschiedlichen Erscheinungsformen der Natur.
… weitere Werke von Curt Wittenbecher …
1973 zeichnete Günter Schönfeld diese weite Rhönlandschaft mit Blick auf die Stadt Tann. Interessanterweise ist diese Zeichnung eine Vorarbeit zu dem gestern gezeigten Aquarell des Künstlers.
Günter Schönfeld
1911 Fünfeichen (Guben) – 1988
‚weite Landschaft in der Rhön mit Blick auf Tann‘
unten links signiert, lokalisiert und datiert (1973)
Bleistift auf Zeichenpapier
29,7 x 39,8 cm
€ 100,-
Günter Schönfeld war Zeichner, Maler, Grafiker und Gebrauchsgrafiker. Nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule in Offenbach, Kriegsdienst und russischer Kriegsgefangenschaft ließ er sich 1946 in Wildeshausen nieder.
Von dort aus unternahm er über viele Jahrzehnte Studienreisen innerhalb Deutschlands sowie nach Österreich und Italien. Seine Zeichnungen dokumentieren auf eine ganz eigene Weise Städte, Bauwerke und Landschaften.
Diese Zeichnung mit einer Rhönlandschaft bei Tann ist ein sehr schönes Beispiel für Schönfelds Schaffen.
… weitere Werke von Günter Schönfeld …
1973 entstand diese weite Landschaft der Rhön mit Blick auf die Stadt Tann. Während einer seiner zahlreichen Studienreisen hielt Günter Schönfeld die offene, sanft hügelige Landschaft der Rhön fest.
Günter Schönfeld
1911 Fünfeichen (Guben) – 1988
‚weite Landschaft in der Rhön mit Blick auf Tann‘
unten rechts signiert und datiert (1973)
Aquarell & Bleistift auf Aquarellkarton
36,4 x 50,8 cm
€ 220,-
Günter Schönfeld war Zeichner, Maler, Grafiker und Gebrauchsgrafiker. Nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule in Offenbach, Kriegsdienst und russischer Kriegsgefangenschaft ließ er sich 1946 in Wildeshausen nieder.
Von dort aus unternahm er über viele Jahrzehnte Studienreisen innerhalb Deutschlands sowie nach Österreich und Italien.
Seine Zeichnungen dokumentieren auf eine ganz eigene Weise Städte, Bauwerke und Landschaften.
Zu diesen Reiseblättern gehört auch dieses Aquarell mit einem schönen, ruhig stimmungsvollen Blick in die Rhönlandschaft bei Tann.
… weitere Werke von Günter Schönfeld …
1959 entstand diese Zeichnung von Günter Schönfeld in Hemslingen bei Rotenburg (Wümme). Während einer seiner zahlreichen Studienreisen hielt der Künstler diese ruhige, ländliche Ansicht in einer charakteristischen Tuschfederzeichnung fest.
Günter Schönfeld
1911 Fünfeichen (Guben) – 1988
‚Hemslingen bei Rotenburg-Wümme‘
unten links signiert, lokalisiert („Heimslingen“ [sic!]) und datiert (1959)
15,8 × 24 cm
Tuschfeder (teilweise grau laviert) auf festerem Zeichenpapier
€ 70,- … zum Angebot …
Günter Schönfeld war Zeichner, Maler, Grafiker und Gebrauchsgrafiker. Nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule in Offenbach, Kriegsdienst und russischer Kriegsgefangenschaft ließ er sich 1946 in Wildeshausen nieder.
Von dort aus unternahm er über viele Jahrzehnte Studienreisen innerhalb Deutschlands sowie nach Österreich und Italien. Seine Zeichnungen dokumentieren auf stimmungsvolle Weise Städte, Dörfer, Landschaften und Bauwerke und vermitteln einen unmittelbaren Eindruck der bereisten Orte.
… weitere Werke von Günter Schönfeld …
1961 hielt Maria del Pilar Prinzessin von Bayern das bunte Treiben auf der Münchner Magdalenendult in einer fein beobachteten Zeichnung fest. Seit Jahrhunderten gehört die Dult zu den beliebtesten Münchner Jahrmärkten – ein Ort, an dem Handel, Handwerk und Alltagsleben aufeinandertreffen.
Maria del Pilar Prinzessin von Bayern
1891 Schloss Nymphenburg, München – 1987 ebd.
„Magdalenendult“ (1961)
unten rechts signiert, betitelt & datiert
Bleistift auf Pergamentpapier
32,2 × 40,8 cm
€ 240,- … zum Angebot …
Maria del Pilar Prinzessin von Bayern war das dritte Kind und die einzige Tochter von Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern und María de la Paz von Spanien. Künstlerisch ausgebildet wurde sie unter anderem von Hans von Bartels, Willi Geiger, Moritz Heymann und Viktoria Zimmermann. Beeinflusst vom französischen Impressionismus schuf sie vor allem bayerische und spanische Landschaften, Stadtansichten, Stillleben und Porträts. Ihr Atelier befand sich im Schloss Nymphenburg.
Die vorliegende Zeichnung zeigt die Magdalenendult im Münchner Hirschgarten. Mit schnellen, sicheren Linien erfasst die Künstlerin die Atmosphäre des traditionsreichen Marktes und verdichtet das geschäftige Miteinander von Buden, Besuchern und Schaustellern zu einer lebendigen Momentaufnahme des Münchner Alltags der frühen 1960er Jahre.
… weitere Werke von Maria del Pilar Prinzessin von Bayern …
1966 entstand diese Zeichnung von Günter Schönfeld mit Blick auf die Burg Meersburg am Bodensee. Während einer seiner zahlreichen Studienreisen hielt er die markante Silhouette der mittelalterlichen Burg fest.
Günter Schönfeld
1911 Fünfeichen (Guben) – 1988
„Meersburg“
unten rechts signiert, lokalisiert und datiert (1966)
Tuschfeder (teilweise grau laviert) und Kugelschreiber auf Zeichenpapier
29,7 × 40,7 cm
€ 100,-
Günter Schönfeld war Zeichner, Maler, Grafiker und Gebrauchsgrafiker. Nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule in Offenbach, Kriegsdienst und russischer Kriegsgefangenschaft ließ er sich 1946 in Wildeshausen nieder.
Von dort aus unternahm er über viele Jahrzehnte Studienreisen innerhalb Deutschlands sowie nach Österreich und Italien. Seine Zeichnungen dokumentieren auf eine ganz eigene, schöne Weise zahlreiche Orte, Gebäude und Landschaften.
Diese Ansicht der Burg Meersburg gehört zu diesen Reisezeichnungen.
… weitere Werke von Günter Schönfeld …
Aus dem 19. Jahrhundert stammt diese Ansicht aus der Region „bej Itzehoe“ von dem belgischen Maler und Zeichner Maximilien Lambert Gelissen.
Maximilien Lambert Gelissen
1786 Brüssel – 1867 ebd.
„Bej Itzehoe“
unten links signiert
Aquarell mit Bleistiftvorzeichnungen auf Papier
10 x 16,5 cm
€ 600,-
M. L. Gelissen erhielt seine künstlerische Ausbildung bei M. Rubens und Henri van Assche in Brüssel. Er unternahm mehrere Studienreisen nach England und Schottland, beteiliegte sich zeitlebens an mehreren Ausstellungen und Wetbewerben in Brüssel und Gent, sowie auch in England. Landschaften waren sein bevorzugtes Sujet.
… weitere Werke von Maximilien Lambert Gelissen …
Um 1948 hat Ewald Becker-Carus diesen Blick bei einer „Ausfahrt von Hilligenley“ vor sich gehabt und daraus entstand dieses blau ruhige, beinahe: meditative Landschaftsgemälde.
Ewald Becker-Carus
1902 Dingelstedt – 1994 Schloss Hamborn
„Ausfahrt von Hilligenley“
unsigniert, verso Künstler- u. Nachlassstempel, undatiert [um 1948]
Öl auf fester Malplatte
23 x 28,8 cm
Verso mit Widmung des Künstlers an seine Frau vom Juni 1948.
€ 450,-
Ewald Becker-Carus studierte von 1924-27 an der Dresdner Akademie und war dort zuletzt Meisterschüler Richard Drehers. Nach dem Studium folgten Reisen und eine kurze Zeit in der er freischaffend in Dresden tätig war. Im Späteren arbeitete der Künstler vor allem als Kunsterzieher an Rudolf-Steiner-Schulen in Hamburg (bis zu deren Schließungen 1937).
1945 eröffnete er sein Atelier an der Hamburger Elbchaussee erneut und baute dieses aus zum „Studienatelier für bildende Künste“. 1949 nahm er dann wieder eine Lehrstelle an einer Hamburger Rudolf-Steiner-Schule an.
Das vorliegende Werk ist undatiert, darf aber aufgrund der rückseitigen Widmung in die Zeit um 1948 eingeordnet werden. Der Künstler hat das kleine Gemälde seiner Frau Annemarie gewidmet und womöglich zeigt es eine gemeinsame Erinnerung an einen Urlaub auf Hilligenley.
Farblich eine sehr schöne, reduzierte, fast schon monochrome Landschaftskomposition.
… weitere Werke von Ewald Becker-Carus …
In seinem 72. Lebensjahr hat Curt Wittenbecher diesen ruhig lyrischen Blick auf die kleine isländische Gemeinde Hveragerdi (etwa 40 km östlich von Reykjavík) festgehalten.
Curt Wittenbecher
1901 Magdeburg – 1978 Bremen
„’Hvaragererdy‘ [sic!] Island“
rechts unten monogrammiert, verso signiert, betitelt & datiert (21.09.1972)
Aquarell auf Aquarellbütten
54,1 x 45,5 cm
€ 600,-
Curt Wittenbecher war ein meisterlicher Beherrscher der Aquarellmalerei.
Nach Studien in München, Berlin und Magdeburg war er ab 1928 freischaffend in Magdeburg tätig. 1944 musste er kriegsbedingt nach Hindelang im Allgäu umziehen. Im Januar 1945 wurde seine Magdeburger Wohnung bei einem Angriff komplett zerstört, was auch den Verlust eines Großteils des bisherigen Schaffens bedeutete.
1949 zog Wittenbecher in den Norden und ließ sich in Worpswede nieder. Ab 1955 war er freier Künstler in Bremen, erhielt öffentliche Aufträge und übernahm Lehrtätigkeiten.
Das Aquarell ist die von Wittenbecher bevorzugte Technik. Seine vornehmlich landschaftlichen Motive fand er auf zahlreichen Reisen.
… weitere Werke von Curt Wittenbecher …
1981 – mit 90 Jahren! – hat Maria del Pilar Prinzessin von Bayern diesen Blick auf den Ammersee bei Stegen (Ortsteil der Gemeinde Inning am Ammersee) gezeichnet.
Maria del Pilar Prinzessin von Bayern
1891 Schloss Nymphenburg, München – 1987 ebd.
„Stegen“
unten rechts signiert & datiert (1981)
Bleistift auf dünnem, pergaminähnlichem Papier
29,7 x 41,9 cm
€ 220,-
Die Künstlerin war das dritte Kind und die einzige Tochter von Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern (1959-1949) und María de la Paz von Spanien (1862-1946). Unterrichtet wurde sie von Hans von Bartels, Willi Geiger, Moritz Heymann und Viktoria Zimmermann.
Ihr Atelier hatte sie im Nymphenburger Schloss und sie schuf v. a. und bayrische Landschaften und Stadtansichten, Ansichten aus anderen europäischen Regionen, Stillleben und Porträts.
… weitere Werke von Maria del Pilar Prinzessin von Bayern …
Am 18. September 1898 kam der Berlin Maler Martin Wilberg auf einer Reise nach Schloss Runkelstein in Südtirol und dort entstand dann diese wunderschöne Künstlerpostkarte.
Martin Wilberg
1853 Havelberg – 1936 Potsdam-Neubabelsberg
„Runkelstein d. 18. IX. [18]93.“
unten rechts signiert
Bleistift auf Karton, verwendet als Postkarte
9 x 14 cm
€ 180,-
Sehr schöner, stimmungsvoller Blick in den Innenbereich von Schloss Runkelstein (Castel Roncolo). Am rechten Rand hat Wilberg den bekannten Vers aus Victor von Scheffels „Runglstein bei Bozen“ (1855) nochmals abgeschrieben:
„Wer immer ins sonnige Etschland fährt,
Halt‘ Einkehr in diesen Räumen,
Und ist ihm eine Isolde beschert,
Mag er von ihr hier träumen.“
… weitere Werke von Martin Wilberg …
Am 27. August 1898 hat der Berliner Maler Martin Wilberg bei einer Reise diese frühmorgendliche Ansicht auf Besigheim – die wunderschöne „Malerstadt“ – gesehen. Und erfreulicherweise hat er das Motiv direkt für eine Künstlerpostkarte benutzt.
Martin Wilberg
1853 Havelberg – 1936 Potsdam-Neubabelsberg
„Besigheim d. 27. Aug. 1898. Von der Neckarseite aus am frühen Morgen.“
unten rechts signiert, 9 x 14 cm
Bleistift auf Karton, verwendet als Postkarte
€ 160,-
Text der Karte an Victoria Wilberg (Berlin):
„Besigheim d. 27. Aug. 1898. Von der Neckarseite aus am frühen Morgen. Am Mittag bin ich in Esslingen. Heute wird´s heiss! Hoffentlich geht es Euch gut! Herzlicher Gruss. Martin“
… weitere Werke von Martin Wilberg …
1949 hat Maria del Pilar Prinzessin von Bayern diese schöne Ansicht auf das Herrenhaus des 1710 errichteten Schlosses Rübgarten (Pliezhausen) gefunden und zeichnerisch festgehalten. Markant im Vordergrund der Brunnen.
Maria del Pilar Prinzessin von Bayern
1891 Schloss Nymphenburg, München – 1987 ebd.
„Rübgarten“
unten links signiert & datiert (1949)
Kohle auf dünnem Zeichenpapier
27,3 x 40 cm
€ 210,-
Die Künstlerin war das dritte Kind und die einzige Tochter von Prinz Ludwig Ferdinand von Bayern (1959-1949) und María de la Paz von Spanien (1862-1946). Unterrichtet wurde sie von Hans von Bartels, Willi Geiger, Moritz Heymann und Viktoria Zimmermann.
Ihr Atelier hatte sie im Nymphenburger Schloss und sie schuf v. a. und bayrische Landschaften und Stadtansichten, Ansichten aus anderen europäischen Regionen, Stillleben und Porträts.
… weitere Werke von Maria del Pilar Prinzessin von Bayern …
Der Mainzer Künstler Hermann Schmidt-Schmied lebte zumeist von April bis November in Südfrankreich und fand im Mediterranen seine Hauptmotive. Hier zeigt er eine wunderschöne Ansicht auf die kleine spanische Gemeinde La Fresneda.
Hermann Schmidt-Schmied
1924 Mainz – 2010 ebd.
„La Fresneda“
unten rechts & verso signiert & datiert (1970)
Öl / Leinwand
70,5 x 100,8 cm
€ 1.900,-
Hermann Schmidt-Schmied wuchs in Mainz auf und erhielt seine Ausbildung auch an der dortigen Kunstschule (1946-53). Durch ein Stipendium kam er 1948 das erste Mal nach Südfrankreich und fortan ließ ihn diese Region nicht mehr los, was sein Schaffen zugleich nachhaltig beeinflusste. Er studierte in der Folge jeweils in den Sommersemestern in Nizza französische Literatur und Geschichte (1948-54) und in Nimes Archäologie (1955-57). 1954 reiste er gemeinsam mit Ferrenc (Feri) Varga (1906-1989) und Jo Brenneis (1910-1994) abermals nach Südfrankreich. Und während dieser Reise lernte er durch Varga auch Pablo Picasso kennen. 1958 gründete er in Arles die Malschule „Atelier du Midi“ und gab dort gut 25 Jahre gut besuchte und etablierte Ferienkurse.
Der Künstler lebte zumeist von April bis November zurückgezogen arbeitend in der kleinen südfranzösischen Gemeinde Saint-Jean-de-Buèges und im Winter in Mainz-Gonsenheim.
Dieses größere Gemälde ist exemplarisch für das leuchtend farbintensive Schaffen des Künstlers.
Schmidt-Schmied zeigt hier eine intensiv flirrende Ansicht auf die kleine spanische Gemeinde La Fresneda.
… weitere Werke von Hermann Schmidt-Schmied …
Der Münsteraner Künstler Bernhard Bröker bereiste 1924 Spanien und hielt u. a. seine Eindrücke aus Ronda (Andalusien) zeichnerisch fest. Hier sehen wir zwei sehr schöne Beispiele dafür.
Bernhard Bröker
1883 Münster – 1969 ebd.
„Ronda“
monogrammiert & datiert (1924)
Bleistift auf Papier
26,8 x 18 cm
€ 140,-
Bernhard Bröker begann anfangs eine handwerkliche Malerlehre und übte danach bis zum 20. Lebensjahr diesen Beruf aus. Ab 1903 besuchte er die Kunstakademie in Berlin und war dort Schüler des ebenfalls aus Münster stammenden Fritz Grotemeyer. Daneben studierte er auch noch an der Hochschule für bildende Künste in Berlin. Es folgten Studienreisen nach u.a. Italien, Spanien und Skandinavien, sowie eine Tätigkeit in Dresden, bevor er ab 1913 eine Dozentenstelle an der Werkkunstschule in seiner Heimatstadt annahm. An der Werkkunstschule blieb er fortan einen großen Teil seines Lebens (1913-43 und 1948-55) tätig.
Diese beiden Zeichnungen stammen von einer der Studienreisen nach Spanien.
… weitere Werke von Bernhard Bröker …
unten:
„Ronda. Barrio de St. Francisko“
monogrammiert & datiert (1924), Bleistift auf Papier, 23 x 32 cm
€ 240,-
…und nochmals ein Werk von Erwin Oehl, dessen Geburtstag sich heute (10. Juni) zum 118. Mal jährt.
Erwin Oehl
1907 Thalmässing – 1988 München
‚Ansicht aus Paris mit der Rotonde de la Villette‘
unten rechts signiert & datiert (1939)
Öl auf Leinwand auf Platte
42,5 x 34 cm
€ 1.900,-
Dieses Gemälde entstand ebenso 1939, damit während der Exilzeit des Ehepaars Erwin und Louise Oehl und zugleich im Jahr des Kriegsbeginns.
Als Betrachter blicken wir hier auf eine Ansicht aus der französischen Hauptstadt. Im Hintergrund erhebt sich die 1788 erbaute, markante Rotonde de la Villette. Im vorderen und mittleren Bild zeigt sich eine leicht geschwungene Straße mit Passanten und Autos. Ganz vorne links erhebt sich eine Straßenlaterne fast über die gesamte Bildhöhe.
Die Lichtverhältnisse wirken etwas diffus und schwer greifbar. Der gerade im rechten Bereich dunkel ausgeführte Himmel, ist links etwas aufgebrochen und lässt Sonnenlicht durch. Zugleich sind die Baumkronen deutlich in Bewegung und ebenso hält auch die junge Frau im Vordergrund ihren Sommerhut fest, gerade so, als ob der Wind diesen gerade ergreifen wollte. Auch die im Hintergrund zu sehenden Passanten scheinen einen schnellen Schritt zu haben.
Ohne Zweifel hat Erwin Oehl hier einen Moment vor dem Gewittereinbruch festgehalten – es ist demnach tatsächlich die Ruhe vor dem Sturm, was man als Betrachter vielleicht auch symbolisch deuten mag…
… weitere Werke von Erwin Oehl …
Peter Berndt hatte uns schon einmal in seine expressiv realistischen Landschaften entführt, nun zeigt er uns eine Partie am Königsgraben in Brandenburg.
Peter Berndt
1937 Neugersdorf – 2021 ebd.
„Bäume am Königsgraben“
rechts unten signiert, 1997
Mischtechnik auf Aquarellkarton
70,1 x 89,9 cm
€ 850,-
Peter Berndt wuchs in Neugersdorf in der Oberlausitz auf. Die ersten künstlerischen Impulse erhielt er von dem in Zittau tätigen Adolf Schorisch. Von 1955 bis 1961 besuchte er die Hochschule für bildende Künste in Berlin und war dort zuletzt Meisterschüler von Bernhard Dörries. 1964 erhielt er den Ersten Preis der Karl-Hofer-Gesellschaft (Berlin) und ein Jahr später den „Rompreis“ mit dem er sich bis 1967 in Italien aufhalten konnte.
Das damalige künstlerische Umfeld beschreibt Marius Winzeler (2014) wie folgt:
„Die überwältigende Vorherrschaft der abstrakten Kunst, von Informel, Tachismus, action painting, Konstruktivismus ergriff den Westberliner Lehrbetrieb ebenso wie die gesamte Künstlerschaft. Doch bildete sich früh eine Gegenbewegung. Dazu gesellte sich auch Peter Berndt als ein Künstler, der sich der Landschaftsmalerei verschrieb und der Wege fand, um dieser in der Gegenwart ein neues Gesicht und eine neue Selbstverständlichkeit zu geben.“
Peter Berndt wurde zu einem zentralen Vertreter der sog. „Neuen Landschaft“.
Dem Titel nach zeigt Berndt hier das etwa 30 km lange Gewässer Königsgraben, welches seinen Beginn bei der Gemeinde Elbe-Parey hat und bei Rathenow in die Havel mündet. In der für den Künstler ganz eigenen Farb- und Formsprache entsteht eine sehr reizvolle Komposition. Obgleich das Motiv an sich wenig spektakulär ist, schafft es Peter Berndt diese Landschaft so darzustellen, dass sie das Auge des Betrachters immer wieder an sich zieht, um Neues zu entdecken.
… weitere Werke von Peter Berndt …
Lothar Braun entführt uns dieses Mal in die Niederlande und zeigt uns einen wunderschön lockeren, detailreichen Blick auf die Windmühle „De Koe“ bei Veere in der Provinz Zeeland.
Lothar Braun
1931 Duisburg – [nach 2006]
‚Windmühle De Koe‘
u. r. signiert, [um 1980-85]
Aquarell & Bleistift auf Karton
38 x 53 cm (Blatt)
€ 400,-
Nach dem Landfermann-Gymnasium (Duisburg) begann Lothar Braun ein Studium der Malerei, Bildhauerei, Kunstgeschichte und Philosophie in Düsseldorf. Hierauf wurde er Kunsterzieher an der Mercator-Universität in Duisburg und am Gymnasium am Moltkeplatz in Krefeld. Neben seiner Lehrtätigkeit war er stets künstlerisch aktiv und zeigte seine Werke bei Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes, des Wirtschaftsverbandes Bildender Künstler und der Duisburger Sezession. 1971 wurde er beim „Europapreis für Malerei” in Oostende (Belgien) ausgezeichnet. Lothar Braun unternahm immer wieder Reisen, wobei ihn besonders das Meer und (mediterrane) Landschaften (u. a. Mykonos, Rhodos) zu Motiven reizten.
Dieses feine Aquarell zeigt einen von unten führenden Blick auf die 1909 erbaute Windmühle „De Koe“ bei der niederländischen Gemeinde Veere (Provinz Zeeland). Im Vordergrund begrenzt ein Holzzaun dezent den Blick, dahinter erstreckt sich eine große Weide bis zum Gebäude. Über allem liegt ein tiefer, locker bewölkter Himmel.
… weitere Werke von Lothar Braun …
Der wunderbare Aquarellist Ewald Becker-Carus unternahm immer wieder Reisen und häufig zog es in dabei nach Italien, in die Schweiz und in das Tessin. Hier zeigt er eine farblich zauberhafte Ansicht aus Brissago am nordwestlichen Ufer des Lago Maggiore.
Ewald Becker-Carus
1902 Dingelstedt – 1994 Schloss Hamborn
„Brissago“
unten rechts signiert, verso Künstler- u. Nachlassstempel, undatiert [um 1960]
Aquarell auf Ingrespapier
48,8 x 36,2 cm
Aus dem Nachlass des Künstlers.
€ 240,-
Nach seinen Studien an der Kunstakademie Dresden (1923-27) und an der Akademie für Graphik in Leipzig (1927), sowie einer kurzzeitigen Lehrtätigkeit in Niesky, war Ewald Becker-Carus von 1933 bis zur politisch bedingten Schließung 1937 Kunsterzieher an der Rudolf-Steiner-Schule in Hamburg-Altona. Danach arbeitete er freischaffend, wurde 1940 zum Kriegsdienst eingezogen und begann nach 1945 wieder mit dem Aufbau seines Ateliers an der Hamburger Elbchaussee. Ab 1949 war er zudem an der Rudolf Steiner-Schule Hamburg-Wandsbek tätig und übernahm dort den Aufbau des Kunstunterrichts.
Das Aquarell war stets die von Ewald Becker-Carus bevorzugte künstlerische Technik, die er über Jahre hinweg für sich verfeinerte, um so eine jeweils ganz eigene Stimmung zu erzeugen.
Diese Brissago-Ansicht ist ein sehr schönes Beispiel dafür.
… weitere Werke von Ewald Becker-Carus …
In diesem großformatigen Gemälde zeigt uns der wunderbare Landschaftsmaler Hermann Dieste ein idyllisches Motiv „im Fränkischen“.
Hermann Dieste
*1931
„Im Fränkischen“
unten rechts signiert, undatiert [um 1990]
Öl / Leinwand
80 x 100 cm
€ 2.200,-
Das Motiv des hier vorliegenden Gemäldes hat Hermann Dieste dem Titel nach “im Fränkischen” gefunden. Ganz bewusst wird er eine genauere Lokalisierung vermieden haben, um so dem Ganzen einen gewissen idealtypischen Charme zu belassen.
Der Bildaufbau zieht sich dabei aus dem rechten Vordergrund nach links hinten. So stehen rechts am Rand höhere Bäume, wie auch das markante Haus, während danach die sich am Fluss entlangziehende Landschaft zum Hintergrund hin immer kleiner wird. Menschen sind bei Dieste ganz bewusst weggelassen und fungieren hier auch nicht, im Gegensatz zu vielen Vertretern der Münchner Schule, als Staffage. Dieste hat rein die dörfliche Landschaft und deren zeitlose Stimmung im Blick, die in ihrer Ruhe an einen Sonntagnachmittag denken lässt.
Dieste ist zweifelsohne einer der wichtigsten Vertreter einer realistischen Landschaftsmalerei nach 1945, der zudem in seinem Schaffen durch die Motivwahl aber vor allem durch die künstlerische Meisterschaft einen hohen Wiedererkennungswert besitzt.
… weitere Werke von Hermann Dieste …
Lothar Braun nimt uns dieses Mal mit in das Tessin und zeigt uns in dieser Tuschzeichnung eine zeitlose Ansicht auf ein markant uriges Gebäude in Corippo.
Lothar Braun
1931 Duisburg – [nach 2006]
‚Haus in Corippo im Verzascatal (Valle Verzasca, Tessin)‘
u. r. signiert, [um 1980-85]
Tuschfeder & Bleistift auf Velinpapier
39,3 x 54 cm (Blatt)
€ 420,-
Nach dem Landfermann-Gymnasium (Duisburg) begann Lothar Braun ein Studium der Malerei, Bildhauerei, Kunstgeschichte und Philosophie in Düsseldorf. Hierauf wurde er Kunsterzieher an der Mercator-Universität in Duisburg und am Gymnasium am Moltkeplatz in Krefeld. Neben seiner Lehrtätigkeit war er stets künstlerisch aktiv und zeigte seine Werke bei Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes, des Wirtschaftsverbandes Bildender Künstler und der Duisburger Sezession. 1971 wurde er beim „Europapreis für Malerei” in Oostende (Belgien) ausgezeichnet. Lothar Braun unternahm immer wieder Reisen, wobei ihn besonders das Meer und (mediterrane) Landschaften (u. a. Mykonos, Rhodos) zu Motiven reizten.
Lothar Brauns Werke sind bestimmt von klarer, idealisierter Architektur in reduziertem Kolorit, das mitunter an Farbflächenmalerei denken lässt. Von besonderer Bedeutung ist neben dem Licht, das immer wieder markant eingesetzte Blau, welches den oftmals minimalistisch anmutenden Motiven Tiefe und Weite verleiht.
… weitere Werke von Lothar Braun …
Vor wenigen Tagen hatten wir an Ludwig Neu erinnert als sich dessen Todestag (14. Mai 1980) zum 46. Mal jährte.
Nun blicken wir nochmals auf ein Werk – ein ganz außergewöhnliches Werk! Neu zeigt uns hier einen riesigen Schwarm von Wanderheuschrecken über einem Kornfeld in Südamerika. Die Menschen können nur erschrocken, traurig und entsetzt zuschauen…
Ludwig (Luis) Neu
1897 Wasserlos – 1980 Buenos Aires
‚Schwarm von Wanderheuschrecken über einem Kornfeld in Südamerika‘
u. r. sign., [um 1970]
Aquarell, Tusche, Bleistift / Velinpapier
35,3 x 49,5 cm
€ 600,-
Ludwig Neu emigrierte am 15. Mai 1938 nach Buenos Aires. Seine Frau und die gemeinsame Tochter folgten ein halbes Jahr später. „Die ersten zwei Jahre in Buenos Aires fielen der Familie sehr schwer, weil Luis Neu keine Sprachkenntnisse besaß und seine norddeutschen Motive in Südamerika weder Interessenten noch Abnehmer fanden. Trotzdem bauten alle drei eine neue Existenz auf. Neu betätigte sich als Fotograf für das Argentinische Tageblatt und wechselte mehrfach den Brotberuf, bevor er sich in den fünfziger Jahren als Maler wieder durchsetzen konnte“ (Maike Bruhns, 2007).
Neben Landschafts- und Stadtansichten aus Südamerika entstanden auch figürliche Kompositionen und im Gegensatz zu den früheren, vom Impressionismus beeinflussten Werken zeigen diese Arbeiten eine expressiv-realistische, farbeprächtige Wiedergabe.
Das vorliegende Aquarell ist in diese spätere Schaffensphase einzuordnen. Neu, der als Siebzigjähriger zwei Jahre bei den Indios lebte, drückt in diesem Werk seine Verbundenheit mit den dort lebenden Menschen aus, die in diesem Fall einer existenziellen Katastrophe gegenüberstehen.
… weitere Werke von Ludwig (Luis) Neu …
Ludwig Neu, dessen Todestag sich heute (14. Mai) zum 46. Mal jährt, entführt uns in diesem Aquarell auf eine Straße in Bahia (Brasilien).
Ludwig (Luis) Neu
1897 Wasserlos – 1980 Buenos Aires
„Strasse in Bahia (Brasil) I“
u. r. sign., [um 1970]
Aquarell & Kohle / Aquarellbütten
67,2 x 51,5 cm
€ 725,-
Ludwig Neu befand sich seit 1938, dem Jahr seiner Emigration und Ausbürgerung, in Südamerika. Er ließ sich in Rio de Janeiro nieder. In den folgenden schaffensreichen Jahren bereiste er den südamerikanischen Kontinent und hielt seine Eindrücke dabei in zahlreichen Arbeiten fest. Im Gegensatz zu den früheren Werken zeigen diese Arbeiten eine noch stärker expressive Ausrichtung, die sich dabei mitunter in einer ungemeinen Farbenpracht zeigt.
Dieses Aquarell zeigt eine Ansicht von Salvador de Bahia in Brasilien. Der Betrachter befindet sich auf einem erhöhten Standpunkt, der Blick folgt einer steilen Treppe nach unten, vorbei an ein paar Passanten und trifft im Hintergrund auf eine doppeltürmige Kirche (Igreja São Francisco?). Interessant wird die Perspektive durch die links und rechts vom Betrachter ausgehenden Häuserwände, die das Sichtfeld begrenzen und damit zugleich auch fokussieren.
… weitere Werke von Ludwig (Luis) Neu …
Vor ein paar Tagen hatte uns Lothar Braun mitgenommen auf die Insel Milos und heute begleiten wir ihn zu der berühmten Kirche Panagia Paraportiani in Mykonos-Stadt.
Lothar Braun
1931 Duisburg – [nach 2006]
‚Kirche Panagia Paraportiani‘
u. r. signiert & datiert (1985)
Aquarell & Bleistift auf Velinpapier
42,5 x 57,1 cm (Blatt)
€ 500,-
Nach dem Landfermann-Gymnasium (Duisburg) begann Lothar Braun ein Studium der Malerei, Bildhauerei, Kunstgeschichte und Philosophie in Düsseldorf. Hierauf wurde er Kunsterzieher an der Mercator-Universität in Duisburg und am Gymnasium am Moltkeplatz in Krefeld. Neben seiner Lehrtätigkeit war er stets künstlerisch aktiv und zeigte seine Werke bei Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes, des Wirtschaftsverbandes Bildender Künstler und der Duisburger Sezession. 1971 wurde er beim „Europapreis für Malerei” in Oostende (Belgien) ausgezeichnet. Lothar Braun unternahm immer wieder Reisen, wobei ihn besonders das Meer und (mediterrane) Landschaften (u. a. Mykonos, Rhodos) zu Motiven reizten.
Lothar Brauns Werke sind bestimmt von klarer, idealisierter Architektur in reduziertem Kolorit, das mitunter an Farbflächenmalerei denken lässt. Von besonderer Bedeutung ist neben dem Licht, das immer wieder markant eingesetzte Blau, welches den oftmals minimalistisch anmutenden Motiven Tiefe und Weite verleiht.
Das vorliegende Aquarell ist eine für Lothar Braun ganz typische, reduzierte und auch klar strukturierte Komposition mit einem Blick auf die markante und berühmte Kirche Panagia Paraportiani in Mykonos-Stadt. Der von unten führende Blick lässt das Bauwerk als opulent und gewaltig erscheinen. Eine ungemein schöne, stimmungsvolle Komposition.
… weitere Werke von Lothar Braun …
Gemeinsam mit Walter Buhe reisen wir zurück in das Jahr 1955 und blicken auf das wunderschöne Pottenstein.
Walter Buhe
1882 Aschersleben – 1958 Leipzig
‚Blick auf Pottenstein‘
u. l. signiert & datiert (1955)
Aquarell auf Aquarellkarton
35,7 x 49,8 cm
€ 430,-
Nach dem Besuch des Gymnasiums Stephaneum in Aschersleben begann Walter Buhe eine Lithografenlehre in seiner Heimatstadt. Hierauf zog er nach Berlin, wo er die Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin (bei Emil Orlik) besuchte (1904-10) und bald darauf selbst dort unterrichtete (1912-15). Im Ersten Weltkrieg wirkte er als Kriegsmaler und Illustrator. 1920 erhielt er einen Ruf als Professor an die Akademie für graphische Künste in Leipzig und blieb dort bis 1947 tätig. 1957 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Aschersleben ernannt.
Dieses farbschöne, idyllische Aquarell stammt mit der Datierung auf 1955 aus dem späten Schaffen. Buhe wird das wunderschöne Pottenstein mit Burg, Teufelshöhle und vielem anderem besucht haben und fand damals diesen schönen, im besten Sinne: zeitlosen, Blick.
Gemeinsam mit Lothar Braun befinden wir uns hier auf einer menschenleeren Straße der griechischen Insel Milos.
Lothar Braun
1931 Duisburg – [nach 2006]
„Insel Milos“
unsigniert, undatiert [um 1980]
Aquarell & Bleistift auf Ingrespapier
41 x 42,8 cm (Blatt)
€ 280,-
Nach dem Landfermann-Gymnasium (Duisburg) begann Lothar Braun ein Studium der Malerei, Bildhauerei, Kunstgeschichte und Philosophie in Düsseldorf. Hierauf wurde er Kunsterzieher an der Mercator-Universität in Duisburg und am Gymnasium am Moltkeplatz in Krefeld. Neben seiner Lehrtätigkeit war er stets künstlerisch aktiv und zeigte seine Werke bei Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes, des Wirtschaftsverbandes Bildender Künstler und der Duisburger Sezession. 1971 wurde er beim „Europapreis für Malerei” in Oostende (Belgien) ausgezeichnet. Lothar Braun unternahm immer wieder Reisen, wobei ihn besonders das Meer und (mediterrane) Landschaften (u. a. Mykonos, Rhodos) zu Motiven reizten.
Lothar Brauns Werke sind bestimmt von klarer, idealisierter Architektur in reduziertem Kolorit, das mitunter an Farbflächenmalerei denken lässt. Von besonderer Bedeutung ist neben dem Licht, das immer wieder markant eingesetzte Blau, welches den oftmals minimalistisch anmutenden Motiven Tiefe und Weite verleiht.
Das vorliegende Aquarell ist eine für Lothar Braun ganz typische, reduzierte und auch klar strukturierte Komposition mit einem Blick auf die eine Straße auf der Insel Milos. Links und rechts laufen Häuserreihen entlang und an der linken Straßenseite stehen zwei Holzmasten für Stromleitungen, die sich oben über die Straße spannen.
… weitere Werke von Lothar Braun …
Bernhard Huys war sicherlich einer der bekanntesten und produktivsten Künstler in Worpswede mit einer eindrucksvollen und auch dramatischen Vita. In diesem stimmungsvollen Werk nimmt er uns mit nach Bergedorf.
Bernhard (Benni) Huys
1895 Oesede – 1973 Worpswede
„Hof I & II in Bergedorf bei Worpswede“
u. r. & verso signiert
Öl / Karton auf Pappe
50 x 69,9 cm
€ 490,-
Von 1913 bis 1914 studierte Huys Zahnmedizin in Münster, bricht das Studium aber nach dem Tod des Vaters ab. Im Ersten Weltkrieg wurde er früh verwundet und danach nicht mehr eingesetzt. Durch die Erlebnisse wurde er entschiedener Gegner von allem Militärischen. 1917 besuchte er das erste Mal Worpswede, kam fortan jedes Jahr dorthin und ließ sich 1929 ganz nieder.
1931 Heirat mit Maria Gründel (1901-1981). Bernhard Huys begann als Fertiger von Bilderrahmen nach eigener Technik zu arbeiten. Nebenbei malte und zeichnete er. Hilfestellungen erhielt er dabei von Otto Modersohn und Fritz Mackensen.
1943 übernimmt er die Vaterschaft für den unehelichen Sohn Michael von Hanna Ahrens und einem französischen Kriegsgefangenen. Hanna Ahrens hatte davor bereits etliche Verhöre und Drohungen erlitten, so dass die Aussage von Huys für sie eine Befreiung war.
Im Dezember 1943 wird Huys zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Vorausgegangen ist die Denunziation einer Nachbarin, wonach Huys englische Radiosender höre. Am 17. Mai 1945 wurde er „auf Anordnung der Militärregierung“ vorzeitig entlassen.
Nach 1945 kann er sich endlich als Maler etablieren.
Dieses vorliegende Gemälde zeigt einen Blick auf Höfe in Bergedorf. Netzartig legen sich die kahlen Äste der Bäume über die Ansicht. Im Gegensatz zu den meisten Werken des Künstlers, hat Huys in diesem Fall auch eine Person (in Rückansicht) in die herbstliche Partie eingefügt.
Im Sommer 1947 hat der wunderbare Aquarellist Ewald Becker-Carus diesen Blick auf Merkendorf mit der markanten Stadtbefestigung festgehalten.
Ewald Becker-Carus
1902 Dingelstedt – 1994 Schloss Hamborn
„Merkendorf (Franken)“
unsigniert, verso Künstler- u. Nachlassstempel, u. r. datiert (24.7.1947)
Aquarell auf Velinpapier
33,4 x 47,2 cm
Aus dem Nachlass des Künstlers.
€ 280,-
Nach seinen Studien an der Kunstakademie Dresden (1923-27) und an der Akademie für Graphik in Leipzig (1927), sowie einer kurzzeitigen Lehrtätigkeit in Niesky, war Ewald Becker-Carus von 1933 bis zur politisch bedingten Schließung 1937 Kunsterzieher an der Rudolf-Steiner-Schule in Hamburg-Altona. Danach arbeitete er freischaffend, wurde 1940 zum Kriegsdienst eingezogen und begann nach 1945 wieder mit dem Aufbau seines Ateliers an der Hamburger Elbchaussee. Ab 1949 war er zudem an der Rudolf Steiner-Schule Hamburg-Wandsbek tätig und übernahm dort den Aufbau des Kunstunterrichts.
Das Aquarell war stets die von Ewald Becker-Carus bevorzugte künstlerische Technik, die er über Jahre hinweg für sich verfeinerte, um so eine jeweils ganz eigene Stimmung zu erzeugen.
Das vorliegende Werk entstand im Sommer 1947 und damit nur wenige Jahre nach der Wiederaufnahme und dem Ausbau des Ateliers an der Hamburger Elbchaussee.
Womöglich zusammen mit seiner Frau unternahm der Künstler damals Reisen durch Deutschland. Gerade im fränkischen bzw. mittelfränkischen Raum dürfte er sich länger aufgehalten haben, da sich ein Aquarell (vom 24. April 1947) mit einer Ansicht aus Wolframs-Eschenbach nachweisen lässt und damit sicherlich in Verbindung steht zu diesem Motiv vom Juli 1947 mit der markanten Merkendorfer Stadtmauer.
Ganz typisch für Becker-Carus ist der zarte Farbauftrag und vor allem die wunderschöne, lockere Ausführung des Himmels in den verschiedensten Blauabstufungen.
… weitere Werke von Ewald Becker-Carus …
Vor genau 105 Jahren – am 1. Mai 1921 – zeichnete Ernst August von Mandelsloh diesen flotten, modernen Blick auf die Kremsmauer.
Ernst August von Mandelsloh
1886 Wels – 1962 Neumarkt-Sant Veit
„Kremsmauer“
r. u. monogr., u. l. betitelt & datiert (1.5.1921)
Bleistift / Ingrespapier
23 x 29,2 cm
€ 350,-
Ernst August von Mandelsloh absolvierte anfangs eine militärische Ausbildung an der Theresianischen Militärakademie und der Kriegsakademie Wien. Er verließ 1919 er – als Hauptmann – das Militär und zog nach Frankfurt am Main, wo er in Kontakt kam mit Max Beckmann. 1920 begann er als Grafiker zu arbeiten und ab 1921 besuchte er Zeichenkurse am Städelschen Institut. 1927 heiratete er Sophie, geborene Gräfin Goess, und das Paar zog 1930 zurück nach Österreich. In Gmunden am Traunsee übernahm Mandelsloh die künstlerische Werkstattleitung von Schleiss Keramik und kam dabei in Kontakt mit Franz von Zülow und Ernst Huber. Er trat 1931 der Wiener Secession bei und 1934 erhielt er den Staatspreis der Republik Österreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog zu Geschwistern nach Neumarkt-St. Veit, wo er abermals künstlerisch tätig war.
Die hier vorligende Zeichnung entstammt dem frühen Frankfurter Schaffen. Seine Militärkarriere liegt noch nicht lange zurück und er begann sich erst als Künstler zurechtzufinden und zu orientieren.
Die gezeigte “Kremsmauer” ist aus schwungvollen Linien zusammengesetzt, bei denen vor allem die unterschiedliche Schattierung, das Spiel mit den Graustufen, fasziniert. Mandelsloh erreicht dadurch auf subtile Weise eine schöne Tiefe und zugleich hat das Werk dadurch eine moderne Ausrichtung, die in Teilen an surreale Landschaftsdarstellungen denken lässt.
Der wunderbare Peter Berndt hatte uns zuletzt einen farbintensiven Wehr bei Mellensee gezeigt. Nun wird es etwas ruhiger – aber immer noch farbstark – wenn wir uns in Phillipsthal (Nuthetal) umsehen.
Peter Berndt
1937 Neugersdorf – 2021 ebd.
„Philippsthal“
rechts unten signiert, 1996
Mischtechnik auf Aquarellkarton
69,9 x 100 cm
€ 1.000,-
Peter Berndt wuchs in Neugersdorf in der Oberlausitz auf. Die ersten künstlerischen Impulse erhielt er von dem in Zittau tätigen Adolf Schorisch. Von 1955 bis 1961 besuchte er die Hochschule für bildende Künste in Berlin und war dort zuletzt Meisterschüler von Bernhard Dörries. 1964 erhielt er den Ersten Preis der Karl-Hofer-Gesellschaft (Berlin) und ein Jahr später den „Rompreis“ mit dem er sich bis 1967 in Italien aufhalten konnte.
Das damalige künstlerische Umfeld beschreibt Marius Winzeler (2014) wie folgt:
„Die überwältigende Vorherrschaft der abstrakten Kunst, von Informel, Tachismus, action painting, Konstruktivismus ergriff den Westberliner Lehrbetrieb ebenso wie die gesamte Künstlerschaft. Doch bildete sich früh eine Gegenbewegung. Dazu gesellte sich auch Peter Berndt als ein Künstler, der sich der Landschaftsmalerei verschrieb und der Wege fand, um dieser in der Gegenwart ein neues Gesicht und eine neue Selbstverständlichkeit zu geben.“
Peter Berndt wurde zu einem zentralen Vertreter der sog. „Neuen Landschaft“.
In dieser großformatigen Arbeit zeigt Peter Berndt einen idyllischen Ausschnitt aus dem brandenburgischen Dorf Philippstahl (Teil der Gemeinde Nuthetal).
Der Betrachter befindet sich zusammen mit dem Künstler in einem Bauerngarten. Vor uns eine Brunnenpumpe, daneben zahlreiche blühende und sprießende (Nutz-)Pflanzen und im Hintergrund schließlich Häuser des Dorfes.
… weitere Werke von Peter Berndt …
Künstler sehen… April 2026 zum Nachlesen
Gelegenheiten < 100€ Preis 100€ - 500€ Preis 500€ - 1.000€ Preis 1.000€ - 2.000€ Preis über 2.000€


































