|| K Ü N S T L E R S E H E N . . . ||
Der Münsteraner Künstler Bernhard Bröker bereiste 1924 Spanien und hielt u. a. seine Eindrücke aus Ronda (Andalusien) zeichnerisch fest. Hier sehen wir zwei sehr schöne Beispiele dafür.
Bernhard Bröker
1883 Münster – 1969 ebd.
„Ronda“
monogrammiert & datiert (1924)
Bleistift auf Papier
26,8 x 18 cm
€ 140,-
Bernhard Bröker begann anfangs eine handwerkliche Malerlehre und übte danach bis zum 20. Lebensjahr diesen Beruf aus. Ab 1903 besuchte er die Kunstakademie in Berlin und war dort Schüler des ebenfalls aus Münster stammenden Fritz Grotemeyer. Daneben studierte er auch noch an der Hochschule für bildende Künste in Berlin. Es folgten Studienreisen nach u.a. Italien, Spanien und Skandinavien, sowie eine Tätigkeit in Dresden, bevor er ab 1913 eine Dozentenstelle an der Werkkunstschule in seiner Heimatstadt annahm. An der Werkkunstschule blieb er fortan einen großen Teil seines Lebens (1913-43 und 1948-55) tätig.
Diese beiden Zeichnungen stammen von einer der Studienreisen nach Spanien.
… weitere Werke von Bernhard Bröker …
unten:
„Ronda. Barrio de St. Francisko“
monogrammiert & datiert (1924), Bleistift auf Papier, 23 x 32 cm
€ 240,-
…und nochmals ein Werk von Erwin Oehl, dessen Geburtstag sich heute (10. Juni) zum 118. Mal jährt.
Erwin Oehl
1907 Thalmässing – 1988 München
‚Ansicht aus Paris mit der Rotonde de la Villette‘
unten rechts signiert & datiert (1939)
Öl auf Leinwand auf Platte
42,5 x 34 cm
€ 1.900,-
Dieses Gemälde entstand ebenso 1939, damit während der Exilzeit des Ehepaars Erwin und Louise Oehl und zugleich im Jahr des Kriegsbeginns.
Als Betrachter blicken wir hier auf eine Ansicht aus der französischen Hauptstadt. Im Hintergrund erhebt sich die 1788 erbaute, markante Rotonde de la Villette. Im vorderen und mittleren Bild zeigt sich eine leicht geschwungene Straße mit Passanten und Autos. Ganz vorne links erhebt sich eine Straßenlaterne fast über die gesamte Bildhöhe.
Die Lichtverhältnisse wirken etwas diffus und schwer greifbar. Der gerade im rechten Bereich dunkel ausgeführte Himmel, ist links etwas aufgebrochen und lässt Sonnenlicht durch. Zugleich sind die Baumkronen deutlich in Bewegung und ebenso hält auch die junge Frau im Vordergrund ihren Sommerhut fest, gerade so, als ob der Wind diesen gerade ergreifen wollte. Auch die im Hintergrund zu sehenden Passanten scheinen einen schnellen Schritt zu haben.
Ohne Zweifel hat Erwin Oehl hier einen Moment vor dem Gewittereinbruch festgehalten – es ist demnach tatsächlich die Ruhe vor dem Sturm, was man als Betrachter vielleicht auch symbolisch deuten mag…
… weitere Werke von Erwin Oehl …
Peter Berndt hatte uns schon einmal in seine expressiv realistischen Landschaften entführt, nun zeigt er uns eine Partie am Königsgraben in Brandenburg.
Peter Berndt
1937 Neugersdorf – 2021 ebd.
„Bäume am Königsgraben“
rechts unten signiert, 1997
Mischtechnik auf Aquarellkarton
70,1 x 89,9 cm
€ 850,-
Peter Berndt wuchs in Neugersdorf in der Oberlausitz auf. Die ersten künstlerischen Impulse erhielt er von dem in Zittau tätigen Adolf Schorisch. Von 1955 bis 1961 besuchte er die Hochschule für bildende Künste in Berlin und war dort zuletzt Meisterschüler von Bernhard Dörries. 1964 erhielt er den Ersten Preis der Karl-Hofer-Gesellschaft (Berlin) und ein Jahr später den „Rompreis“ mit dem er sich bis 1967 in Italien aufhalten konnte.
Das damalige künstlerische Umfeld beschreibt Marius Winzeler (2014) wie folgt:
„Die überwältigende Vorherrschaft der abstrakten Kunst, von Informel, Tachismus, action painting, Konstruktivismus ergriff den Westberliner Lehrbetrieb ebenso wie die gesamte Künstlerschaft. Doch bildete sich früh eine Gegenbewegung. Dazu gesellte sich auch Peter Berndt als ein Künstler, der sich der Landschaftsmalerei verschrieb und der Wege fand, um dieser in der Gegenwart ein neues Gesicht und eine neue Selbstverständlichkeit zu geben.“
Peter Berndt wurde zu einem zentralen Vertreter der sog. „Neuen Landschaft“.
Dem Titel nach zeigt Berndt hier das etwa 30 km lange Gewässer Königsgraben, welches seinen Beginn bei der Gemeinde Elbe-Parey hat und bei Rathenow in die Havel mündet. In der für den Künstler ganz eigenen Farb- und Formsprache entsteht eine sehr reizvolle Komposition. Obgleich das Motiv an sich wenig spektakulär ist, schafft es Peter Berndt diese Landschaft so darzustellen, dass sie das Auge des Betrachters immer wieder an sich zieht, um Neues zu entdecken.
… weitere Werke von Peter Berndt …
Lothar Braun entführt uns dieses Mal in die Niederlande und zeigt uns einen wunderschön lockeren, detailreichen Blick auf die Windmühle „De Koe“ bei Veere in der Provinz Zeeland.
Lothar Braun
1931 Duisburg – [nach 2006]
‚Windmühle De Koe‘
u. r. signiert, [um 1980-85]
Aquarell & Bleistift auf Karton
38 x 53 cm (Blatt)
€ 400,-
Nach dem Landfermann-Gymnasium (Duisburg) begann Lothar Braun ein Studium der Malerei, Bildhauerei, Kunstgeschichte und Philosophie in Düsseldorf. Hierauf wurde er Kunsterzieher an der Mercator-Universität in Duisburg und am Gymnasium am Moltkeplatz in Krefeld. Neben seiner Lehrtätigkeit war er stets künstlerisch aktiv und zeigte seine Werke bei Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes, des Wirtschaftsverbandes Bildender Künstler und der Duisburger Sezession. 1971 wurde er beim „Europapreis für Malerei” in Oostende (Belgien) ausgezeichnet. Lothar Braun unternahm immer wieder Reisen, wobei ihn besonders das Meer und (mediterrane) Landschaften (u. a. Mykonos, Rhodos) zu Motiven reizten.
Dieses feine Aquarell zeigt einen von unten führenden Blick auf die 1909 erbaute Windmühle „De Koe“ bei der niederländischen Gemeinde Veere (Provinz Zeeland). Im Vordergrund begrenzt ein Holzzaun dezent den Blick, dahinter erstreckt sich eine große Weide bis zum Gebäude. Über allem liegt ein tiefer, locker bewölkter Himmel.
… weitere Werke von Lothar Braun …
Der wunderbare Aquarellist Ewald Becker-Carus unternahm immer wieder Reisen und häufig zog es in dabei nach Italien, in die Schweiz und in das Tessin. Hier zeigt er eine farblich zauberhafte Ansicht aus Brissago am nordwestlichen Ufer des Lago Maggiore.
Ewald Becker-Carus
1902 Dingelstedt – 1994 Schloss Hamborn
„Brissago“
unten rechts signiert, verso Künstler- u. Nachlassstempel, undatiert [um 1960]
Aquarell auf Ingrespapier
48,8 x 36,2 cm
Aus dem Nachlass des Künstlers.
€ 240,-
Nach seinen Studien an der Kunstakademie Dresden (1923-27) und an der Akademie für Graphik in Leipzig (1927), sowie einer kurzzeitigen Lehrtätigkeit in Niesky, war Ewald Becker-Carus von 1933 bis zur politisch bedingten Schließung 1937 Kunsterzieher an der Rudolf-Steiner-Schule in Hamburg-Altona. Danach arbeitete er freischaffend, wurde 1940 zum Kriegsdienst eingezogen und begann nach 1945 wieder mit dem Aufbau seines Ateliers an der Hamburger Elbchaussee. Ab 1949 war er zudem an der Rudolf Steiner-Schule Hamburg-Wandsbek tätig und übernahm dort den Aufbau des Kunstunterrichts.
Das Aquarell war stets die von Ewald Becker-Carus bevorzugte künstlerische Technik, die er über Jahre hinweg für sich verfeinerte, um so eine jeweils ganz eigene Stimmung zu erzeugen.
Diese Brissago-Ansicht ist ein sehr schönes Beispiel dafür.
… weitere Werke von Ewald Becker-Carus …
In diesem großformatigen Gemälde zeigt uns der wunderbare Landschaftsmaler Hermann Dieste ein idyllisches Motiv „im Fränkischen“.
Hermann Dieste
*1931
„Im Fränkischen“
unten rechts signiert, undatiert [um 1990]
Öl / Leinwand
80 x 100 cm
€ 2.200,-
Das Motiv des hier vorliegenden Gemäldes hat Hermann Dieste dem Titel nach “im Fränkischen” gefunden. Ganz bewusst wird er eine genauere Lokalisierung vermieden haben, um so dem Ganzen einen gewissen idealtypischen Charme zu belassen.
Der Bildaufbau zieht sich dabei aus dem rechten Vordergrund nach links hinten. So stehen rechts am Rand höhere Bäume, wie auch das markante Haus, während danach die sich am Fluss entlangziehende Landschaft zum Hintergrund hin immer kleiner wird. Menschen sind bei Dieste ganz bewusst weggelassen und fungieren hier auch nicht, im Gegensatz zu vielen Vertretern der Münchner Schule, als Staffage. Dieste hat rein die dörfliche Landschaft und deren zeitlose Stimmung im Blick, die in ihrer Ruhe an einen Sonntagnachmittag denken lässt.
Dieste ist zweifelsohne einer der wichtigsten Vertreter einer realistischen Landschaftsmalerei nach 1945, der zudem in seinem Schaffen durch die Motivwahl aber vor allem durch die künstlerische Meisterschaft einen hohen Wiedererkennungswert besitzt.
… weitere Werke von Hermann Dieste …
Lothar Braun nimt uns dieses Mal mit in das Tessin und zeigt uns in dieser Tuschzeichnung eine zeitlose Ansicht auf ein markant uriges Gebäude in Corippo.
Lothar Braun
1931 Duisburg – [nach 2006]
‚Haus in Corippo im Verzascatal (Valle Verzasca, Tessin)‘
u. r. signiert, [um 1980-85]
Tuschfeder & Bleistift auf Velinpapier
39,3 x 54 cm (Blatt)
€ 420,-
Nach dem Landfermann-Gymnasium (Duisburg) begann Lothar Braun ein Studium der Malerei, Bildhauerei, Kunstgeschichte und Philosophie in Düsseldorf. Hierauf wurde er Kunsterzieher an der Mercator-Universität in Duisburg und am Gymnasium am Moltkeplatz in Krefeld. Neben seiner Lehrtätigkeit war er stets künstlerisch aktiv und zeigte seine Werke bei Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes, des Wirtschaftsverbandes Bildender Künstler und der Duisburger Sezession. 1971 wurde er beim „Europapreis für Malerei” in Oostende (Belgien) ausgezeichnet. Lothar Braun unternahm immer wieder Reisen, wobei ihn besonders das Meer und (mediterrane) Landschaften (u. a. Mykonos, Rhodos) zu Motiven reizten.
Lothar Brauns Werke sind bestimmt von klarer, idealisierter Architektur in reduziertem Kolorit, das mitunter an Farbflächenmalerei denken lässt. Von besonderer Bedeutung ist neben dem Licht, das immer wieder markant eingesetzte Blau, welches den oftmals minimalistisch anmutenden Motiven Tiefe und Weite verleiht.
… weitere Werke von Lothar Braun …
Vor wenigen Tagen hatten wir an Ludwig Neu erinnert als sich dessen Todestag (14. Mai 1980) zum 46. Mal jährte.
Nun blicken wir nochmals auf ein Werk – ein ganz außergewöhnliches Werk! Neu zeigt uns hier einen riesigen Schwarm von Wanderheuschrecken über einem Kornfeld in Südamerika. Die Menschen können nur erschrocken, traurig und entsetzt zuschauen…
Ludwig (Luis) Neu
1897 Wasserlos – 1980 Buenos Aires
‚Schwarm von Wanderheuschrecken über einem Kornfeld in Südamerika‘
u. r. sign., [um 1970]
Aquarell, Tusche, Bleistift / Velinpapier
35,3 x 49,5 cm
€ 600,-
Ludwig Neu emigrierte am 15. Mai 1938 nach Buenos Aires. Seine Frau und die gemeinsame Tochter folgten ein halbes Jahr später. „Die ersten zwei Jahre in Buenos Aires fielen der Familie sehr schwer, weil Luis Neu keine Sprachkenntnisse besaß und seine norddeutschen Motive in Südamerika weder Interessenten noch Abnehmer fanden. Trotzdem bauten alle drei eine neue Existenz auf. Neu betätigte sich als Fotograf für das Argentinische Tageblatt und wechselte mehrfach den Brotberuf, bevor er sich in den fünfziger Jahren als Maler wieder durchsetzen konnte“ (Maike Bruhns, 2007).
Neben Landschafts- und Stadtansichten aus Südamerika entstanden auch figürliche Kompositionen und im Gegensatz zu den früheren, vom Impressionismus beeinflussten Werken zeigen diese Arbeiten eine expressiv-realistische, farbeprächtige Wiedergabe.
Das vorliegende Aquarell ist in diese spätere Schaffensphase einzuordnen. Neu, der als Siebzigjähriger zwei Jahre bei den Indios lebte, drückt in diesem Werk seine Verbundenheit mit den dort lebenden Menschen aus, die in diesem Fall einer existenziellen Katastrophe gegenüberstehen.
… weitere Werke von Ludwig (Luis) Neu …
Ludwig Neu, dessen Todestag sich heute (14. Mai) zum 46. Mal jährt, entführt uns in diesem Aquarell auf eine Straße in Bahia (Brasilien).
Ludwig (Luis) Neu
1897 Wasserlos – 1980 Buenos Aires
„Strasse in Bahia (Brasil) I“
u. r. sign., [um 1970]
Aquarell & Kohle / Aquarellbütten
67,2 x 51,5 cm
€ 725,-
Ludwig Neu befand sich seit 1938, dem Jahr seiner Emigration und Ausbürgerung, in Südamerika. Er ließ sich in Rio de Janeiro nieder. In den folgenden schaffensreichen Jahren bereiste er den südamerikanischen Kontinent und hielt seine Eindrücke dabei in zahlreichen Arbeiten fest. Im Gegensatz zu den früheren Werken zeigen diese Arbeiten eine noch stärker expressive Ausrichtung, die sich dabei mitunter in einer ungemeinen Farbenpracht zeigt.
Dieses Aquarell zeigt eine Ansicht von Salvador de Bahia in Brasilien. Der Betrachter befindet sich auf einem erhöhten Standpunkt, der Blick folgt einer steilen Treppe nach unten, vorbei an ein paar Passanten und trifft im Hintergrund auf eine doppeltürmige Kirche (Igreja São Francisco?). Interessant wird die Perspektive durch die links und rechts vom Betrachter ausgehenden Häuserwände, die das Sichtfeld begrenzen und damit zugleich auch fokussieren.
… weitere Werke von Ludwig (Luis) Neu …
Vor ein paar Tagen hatte uns Lothar Braun mitgenommen auf die Insel Milos und heute begleiten wir ihn zu der berühmten Kirche Panagia Paraportiani in Mykonos-Stadt.
Lothar Braun
1931 Duisburg – [nach 2006]
‚Kirche Panagia Paraportiani‘
u. r. signiert & datiert (1985)
Aquarell & Bleistift auf Velinpapier
42,5 x 57,1 cm (Blatt)
€ 500,-
Nach dem Landfermann-Gymnasium (Duisburg) begann Lothar Braun ein Studium der Malerei, Bildhauerei, Kunstgeschichte und Philosophie in Düsseldorf. Hierauf wurde er Kunsterzieher an der Mercator-Universität in Duisburg und am Gymnasium am Moltkeplatz in Krefeld. Neben seiner Lehrtätigkeit war er stets künstlerisch aktiv und zeigte seine Werke bei Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes, des Wirtschaftsverbandes Bildender Künstler und der Duisburger Sezession. 1971 wurde er beim „Europapreis für Malerei” in Oostende (Belgien) ausgezeichnet. Lothar Braun unternahm immer wieder Reisen, wobei ihn besonders das Meer und (mediterrane) Landschaften (u. a. Mykonos, Rhodos) zu Motiven reizten.
Lothar Brauns Werke sind bestimmt von klarer, idealisierter Architektur in reduziertem Kolorit, das mitunter an Farbflächenmalerei denken lässt. Von besonderer Bedeutung ist neben dem Licht, das immer wieder markant eingesetzte Blau, welches den oftmals minimalistisch anmutenden Motiven Tiefe und Weite verleiht.
Das vorliegende Aquarell ist eine für Lothar Braun ganz typische, reduzierte und auch klar strukturierte Komposition mit einem Blick auf die markante und berühmte Kirche Panagia Paraportiani in Mykonos-Stadt. Der von unten führende Blick lässt das Bauwerk als opulent und gewaltig erscheinen. Eine ungemein schöne, stimmungsvolle Komposition.
… weitere Werke von Lothar Braun …
Gemeinsam mit Walter Buhe reisen wir zurück in das Jahr 1955 und blicken auf das wunderschöne Pottenstein.
Walter Buhe
1882 Aschersleben – 1958 Leipzig
‚Blick auf Pottenstein‘
u. l. signiert & datiert (1955)
Aquarell auf Aquarellkarton
35,7 x 49,8 cm
€ 430,-
Nach dem Besuch des Gymnasiums Stephaneum in Aschersleben begann Walter Buhe eine Lithografenlehre in seiner Heimatstadt. Hierauf zog er nach Berlin, wo er die Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin (bei Emil Orlik) besuchte (1904-10) und bald darauf selbst dort unterrichtete (1912-15). Im Ersten Weltkrieg wirkte er als Kriegsmaler und Illustrator. 1920 erhielt er einen Ruf als Professor an die Akademie für graphische Künste in Leipzig und blieb dort bis 1947 tätig. 1957 wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Aschersleben ernannt.
Dieses farbschöne, idyllische Aquarell stammt mit der Datierung auf 1955 aus dem späten Schaffen. Buhe wird das wunderschöne Pottenstein mit Burg, Teufelshöhle und vielem anderem besucht haben und fand damals diesen schönen, im besten Sinne: zeitlosen, Blick.
Gemeinsam mit Lothar Braun befinden wir uns hier auf einer menschenleeren Straße der griechischen Insel Milos.
Lothar Braun
1931 Duisburg – [nach 2006]
„Insel Milos“
unsigniert, undatiert [um 1980]
Aquarell & Bleistift auf Ingrespapier
41 x 42,8 cm (Blatt)
€ 280,-
Nach dem Landfermann-Gymnasium (Duisburg) begann Lothar Braun ein Studium der Malerei, Bildhauerei, Kunstgeschichte und Philosophie in Düsseldorf. Hierauf wurde er Kunsterzieher an der Mercator-Universität in Duisburg und am Gymnasium am Moltkeplatz in Krefeld. Neben seiner Lehrtätigkeit war er stets künstlerisch aktiv und zeigte seine Werke bei Ausstellungen des Deutschen Künstlerbundes, des Wirtschaftsverbandes Bildender Künstler und der Duisburger Sezession. 1971 wurde er beim „Europapreis für Malerei” in Oostende (Belgien) ausgezeichnet. Lothar Braun unternahm immer wieder Reisen, wobei ihn besonders das Meer und (mediterrane) Landschaften (u. a. Mykonos, Rhodos) zu Motiven reizten.
Lothar Brauns Werke sind bestimmt von klarer, idealisierter Architektur in reduziertem Kolorit, das mitunter an Farbflächenmalerei denken lässt. Von besonderer Bedeutung ist neben dem Licht, das immer wieder markant eingesetzte Blau, welches den oftmals minimalistisch anmutenden Motiven Tiefe und Weite verleiht.
Das vorliegende Aquarell ist eine für Lothar Braun ganz typische, reduzierte und auch klar strukturierte Komposition mit einem Blick auf die eine Straße auf der Insel Milos. Links und rechts laufen Häuserreihen entlang und an der linken Straßenseite stehen zwei Holzmasten für Stromleitungen, die sich oben über die Straße spannen.
… weitere Werke von Lothar Braun …
Bernhard Huys war sicherlich einer der bekanntesten und produktivsten Künstler in Worpswede mit einer eindrucksvollen und auch dramatischen Vita. In diesem stimmungsvollen Werk nimmt er uns mit nach Bergedorf.
Bernhard (Benni) Huys
1895 Oesede – 1973 Worpswede
„Hof I & II in Bergedorf bei Worpswede“
u. r. & verso signiert
Öl / Karton auf Pappe
50 x 69,9 cm
€ 490,-
Von 1913 bis 1914 studierte Huys Zahnmedizin in Münster, bricht das Studium aber nach dem Tod des Vaters ab. Im Ersten Weltkrieg wurde er früh verwundet und danach nicht mehr eingesetzt. Durch die Erlebnisse wurde er entschiedener Gegner von allem Militärischen. 1917 besuchte er das erste Mal Worpswede, kam fortan jedes Jahr dorthin und ließ sich 1929 ganz nieder.
1931 Heirat mit Maria Gründel (1901-1981). Bernhard Huys begann als Fertiger von Bilderrahmen nach eigener Technik zu arbeiten. Nebenbei malte und zeichnete er. Hilfestellungen erhielt er dabei von Otto Modersohn und Fritz Mackensen.
1943 übernimmt er die Vaterschaft für den unehelichen Sohn Michael von Hanna Ahrens und einem französischen Kriegsgefangenen. Hanna Ahrens hatte davor bereits etliche Verhöre und Drohungen erlitten, so dass die Aussage von Huys für sie eine Befreiung war.
Im Dezember 1943 wird Huys zu einer Zuchthausstrafe verurteilt. Vorausgegangen ist die Denunziation einer Nachbarin, wonach Huys englische Radiosender höre. Am 17. Mai 1945 wurde er „auf Anordnung der Militärregierung“ vorzeitig entlassen.
Nach 1945 kann er sich endlich als Maler etablieren.
Dieses vorliegende Gemälde zeigt einen Blick auf Höfe in Bergedorf. Netzartig legen sich die kahlen Äste der Bäume über die Ansicht. Im Gegensatz zu den meisten Werken des Künstlers, hat Huys in diesem Fall auch eine Person (in Rückansicht) in die herbstliche Partie eingefügt.
Im Sommer 1947 hat der wunderbare Aquarellist Ewald Becker-Carus diesen Blick auf Merkendorf mit der markanten Stadtbefestigung festgehalten.
Ewald Becker-Carus
1902 Dingelstedt – 1994 Schloss Hamborn
„Merkendorf (Franken)“
unsigniert, verso Künstler- u. Nachlassstempel, u. r. datiert (24.7.1947)
Aquarell auf Velinpapier
33,4 x 47,2 cm
Aus dem Nachlass des Künstlers.
€ 280,-
Nach seinen Studien an der Kunstakademie Dresden (1923-27) und an der Akademie für Graphik in Leipzig (1927), sowie einer kurzzeitigen Lehrtätigkeit in Niesky, war Ewald Becker-Carus von 1933 bis zur politisch bedingten Schließung 1937 Kunsterzieher an der Rudolf-Steiner-Schule in Hamburg-Altona. Danach arbeitete er freischaffend, wurde 1940 zum Kriegsdienst eingezogen und begann nach 1945 wieder mit dem Aufbau seines Ateliers an der Hamburger Elbchaussee. Ab 1949 war er zudem an der Rudolf Steiner-Schule Hamburg-Wandsbek tätig und übernahm dort den Aufbau des Kunstunterrichts.
Das Aquarell war stets die von Ewald Becker-Carus bevorzugte künstlerische Technik, die er über Jahre hinweg für sich verfeinerte, um so eine jeweils ganz eigene Stimmung zu erzeugen.
Das vorliegende Werk entstand im Sommer 1947 und damit nur wenige Jahre nach der Wiederaufnahme und dem Ausbau des Ateliers an der Hamburger Elbchaussee.
Womöglich zusammen mit seiner Frau unternahm der Künstler damals Reisen durch Deutschland. Gerade im fränkischen bzw. mittelfränkischen Raum dürfte er sich länger aufgehalten haben, da sich ein Aquarell (vom 24. April 1947) mit einer Ansicht aus Wolframs-Eschenbach nachweisen lässt und damit sicherlich in Verbindung steht zu diesem Motiv vom Juli 1947 mit der markanten Merkendorfer Stadtmauer.
Ganz typisch für Becker-Carus ist der zarte Farbauftrag und vor allem die wunderschöne, lockere Ausführung des Himmels in den verschiedensten Blauabstufungen.
… weitere Werke von Ewald Becker-Carus …
Vor genau 105 Jahren – am 1. Mai 1921 – zeichnete Ernst August von Mandelsloh diesen flotten, modernen Blick auf die Kremsmauer.
Ernst August von Mandelsloh
1886 Wels – 1962 Neumarkt-Sant Veit
„Kremsmauer“
r. u. monogr., u. l. betitelt & datiert (1.5.1921)
Bleistift / Ingrespapier
23 x 29,2 cm
€ 350,-
Ernst August von Mandelsloh absolvierte anfangs eine militärische Ausbildung an der Theresianischen Militärakademie und der Kriegsakademie Wien. Er verließ 1919 er – als Hauptmann – das Militär und zog nach Frankfurt am Main, wo er in Kontakt kam mit Max Beckmann. 1920 begann er als Grafiker zu arbeiten und ab 1921 besuchte er Zeichenkurse am Städelschen Institut. 1927 heiratete er Sophie, geborene Gräfin Goess, und das Paar zog 1930 zurück nach Österreich. In Gmunden am Traunsee übernahm Mandelsloh die künstlerische Werkstattleitung von Schleiss Keramik und kam dabei in Kontakt mit Franz von Zülow und Ernst Huber. Er trat 1931 der Wiener Secession bei und 1934 erhielt er den Staatspreis der Republik Österreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog zu Geschwistern nach Neumarkt-St. Veit, wo er abermals künstlerisch tätig war.
Die hier vorligende Zeichnung entstammt dem frühen Frankfurter Schaffen. Seine Militärkarriere liegt noch nicht lange zurück und er begann sich erst als Künstler zurechtzufinden und zu orientieren.
Die gezeigte “Kremsmauer” ist aus schwungvollen Linien zusammengesetzt, bei denen vor allem die unterschiedliche Schattierung, das Spiel mit den Graustufen, fasziniert. Mandelsloh erreicht dadurch auf subtile Weise eine schöne Tiefe und zugleich hat das Werk dadurch eine moderne Ausrichtung, die in Teilen an surreale Landschaftsdarstellungen denken lässt.
Der wunderbare Peter Berndt hatte uns zuletzt einen farbintensiven Wehr bei Mellensee gezeigt. Nun wird es etwas ruhiger – aber immer noch farbstark – wenn wir uns in Phillipsthal (Nuthetal) umsehen.
Peter Berndt
1937 Neugersdorf – 2021 ebd.
„Philippsthal“
rechts unten signiert, 1996
Mischtechnik auf Aquarellkarton
69,9 x 100 cm
€ 1.000,-
Peter Berndt wuchs in Neugersdorf in der Oberlausitz auf. Die ersten künstlerischen Impulse erhielt er von dem in Zittau tätigen Adolf Schorisch. Von 1955 bis 1961 besuchte er die Hochschule für bildende Künste in Berlin und war dort zuletzt Meisterschüler von Bernhard Dörries. 1964 erhielt er den Ersten Preis der Karl-Hofer-Gesellschaft (Berlin) und ein Jahr später den „Rompreis“ mit dem er sich bis 1967 in Italien aufhalten konnte.
Das damalige künstlerische Umfeld beschreibt Marius Winzeler (2014) wie folgt:
„Die überwältigende Vorherrschaft der abstrakten Kunst, von Informel, Tachismus, action painting, Konstruktivismus ergriff den Westberliner Lehrbetrieb ebenso wie die gesamte Künstlerschaft. Doch bildete sich früh eine Gegenbewegung. Dazu gesellte sich auch Peter Berndt als ein Künstler, der sich der Landschaftsmalerei verschrieb und der Wege fand, um dieser in der Gegenwart ein neues Gesicht und eine neue Selbstverständlichkeit zu geben.“
Peter Berndt wurde zu einem zentralen Vertreter der sog. „Neuen Landschaft“.
In dieser großformatigen Arbeit zeigt Peter Berndt einen idyllischen Ausschnitt aus dem brandenburgischen Dorf Philippstahl (Teil der Gemeinde Nuthetal).
Der Betrachter befindet sich zusammen mit dem Künstler in einem Bauerngarten. Vor uns eine Brunnenpumpe, daneben zahlreiche blühende und sprießende (Nutz-)Pflanzen und im Hintergrund schließlich Häuser des Dorfes.
… weitere Werke von Peter Berndt …
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