E W A L D    B E C K E R – C A R U S

 

Weitere Werke von Ewald Becker-Carus

 

 

„Merkendorf (Franken)“ (1947)

„Merkendorf (Franken)“ [so unten rechts in Blei bezeichnet];
Aquarell auf Velinpapier
unten rechts in Blei datiert „24.7.[19]47“
unsigniert, verso u.l. Künstlerstempel, sowie darunter Nachlassstempel

€ 280,-

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Größe
Größe: 33,4 x 47,2cm

Zustand
leichte Druckstellen im Blatt; im Eckbereich oben rechts sehr leicht stockfleckig; im rechten Bereich mittig schwach fleckig; verso am oberen etwas aufgeraut (aufgrund früherer Befestigung); verso leicht fleckig, sowie verso u.r. klein in Blei nummer. „1“

Provenienz
aus dem Nachlass des Künstlers

 

 

Das Aquarell war die von Ewald Becker-Carus bevorzugte künstlerische Technik, die er über die Jahre und Jahrzehnte hinweg für sich verfeinerte, um so durch das jeweilige Objekt eine ganz eigene Stimmung zu erzeugen. Zumeist waren es Landschaften, die ihn anzogen und als Motiv reizten. Erstaunlich ist dabei die Wirkkraft der Farben, welche diese Aquarelle auf den Betrachter entwickelten und entwickeln.

Das vorliegende Werk entstand im Sommer 1947 und damit nur wenige Jahre nach der Wiederaufnahme und dem Ausbau des Ateliers an der Hamburger Elbchaussee.

Womöglich zusammen mit seiner Frau unternahm der Künstler damals Reisen durch Deutschland. Gerade im fränkischen bzw. mittelfränkischen Raum dürfte er sich länger aufgehalten haben, da sich ein Aquarell mit einer Ansicht aus Wolframs-Eschenbach nachweisen lässt, welches auf den 24. April 1947 datiert und damit sicherlich in Verbindung steht zu diesem Motiv vom Juli 1947 mit der markanten Merkendorfer Stadtmauer.

Ganz typisch für Becker-Carus ist der zarte Farbauftrag und vor allem die wunderschöne, lockere Ausführung des Himmels in den verschiedensten Blauabstufungen.

 

 

Zu Ewald Becker-Carus (17.9.1902 Dingelstedt b. Halberstadt – 5.10.1995 Hamborn b. Paderborn):
Maler, Zeichner, Grafiker, Kunsterzieher; 1919 Abitur; 1922 1.Lehramtsprüfung; 1924-27 Studium an der Akademie der bildenden Künste zu Dresden (bei Prof. Richard Dreher, Schwerpunkte waren Landschaftsmalerei, Akt, Kunstgeschichte); Ernennung zum Meisterschüler; 1927 Studienreise durch die Schweiz und Oberitalien und durch die bekanntesten deutschen Kunstmuseen und Galerien (München, Düsseldorf, Kassel, Berlin, Hamburg, Bremen); ab Herbst 1927 selbständig als freischaffender Maler und Graphiker in Dresden tätig; 1927 Beteiligung an einer Gruppenausstellung im Kunstverein Dresden (Brühlsche Terasse, Dresden); 1928-29 Studium der graphischen Techniken an der Akademie für Graphik in Leipzig mit angeschlossenem pädagogischen Institut ( Abschluss: Werklehrerexamen); 1929 Ruf als Leiter des Werkunterrichts und Erzieher an das Pädagogium zu Niesky/Oberlausitz und dort Ausbau des künstlerischen Unterrichts; 1929/30 Auf Grund privater Malaufträge Sommeraufenthalte in Schweden (Stockholm, Jämtland, Lappland); 1933 Lehrauftrag an der Rudolph-Steiner-Schule Hamburg-Altona (Flottbeker Chaussee, heute: Elbchaussee) für künstlerische Fächer und Werkunterricht; dort bis zum Verbot der Schule 1937 durch die Nationalsozialisten tätig; 1938 freischaffend tätig in eigenem Atelier in Hamburg-Altona (heute: Max Brauer-Allee); 1939 Einrichtung des „Atelier für Malerei und Graphik“ in Hamburg-Blankenese, Elbchaussee 82 (heute: 485) mit Werkstatt für Radierung, Holzschnitt, Schnitzen und Plastizieren; 1940 Einberufung zur Wehrmacht; Kriegsdienst in Norddeutschland bis 1945; 1945 Wiederaufnahme und Ausbau des Ateliers an der Elbchausse zum „Studienatelier für bildende Künste“ mit berufsbildendem Unterricht auf den verschiedenen Gebieten der bildenden Kunst (Schwerpunkt Malerei); 1949 Ruf als Professor an die Staatliche Hochschule für Bildende Künste Hamburg, Lerchenfeld, dem er nicht Folge leistete, da dies zwangsläufig die Aufgabe des eigenen Studienateliers in Hamburg-Blankenese zur Folge gehabt hätte; stattdessen folgte er der dringenden Nachfrage der 1946 wiedereröffneten Rudolf Steiner-Schule Hamburg-Wandsbek und übernahm dort den Aufbau des Kunstunterrichts insbesondere in der Oberstufe (bis 1971 dort tätig); 1951 erscheint sein Aufsatz „Über das Farbenerleben des Kindes“ (in: Erziehungskunst. Monatsschrift zur Pädagogik Rudolf Steiners (15. Jg./Heft 8); Verlag Freies Geistesleben; Stuttgart; S. 234-240); 1967 Einzelausstellung in der Anthroposophischen Gesellschaft Hamburg; zu Becker-Carus‘ Schülern gehörten u. a. K.R.H.-Sonderborg, Pit von Frihling, Werner Freytag (bürgerlich: Sauernheimer), Vera Hedrich, Marianne Spälty; im Rahmen der internationalen Waldorfschulbewegung führte er nahezu regelmäßig im Sommer / Herbst öffentliche Künstlerische Kurse in Malen sowie Plastizieren durch, u. a. in: Stockholm, Schweden (1954); Krogerup Höjskole, Dänemark (1956, 1958 und 1959); Hamburg, (1957); Stuttgart, öffentl. päd. Arbeitswoche (1960); Aarhus, Dänemark, Egmont Höjskole (1960, 1961); Helsingfors, Finnland (1961); Wanne-Eikel, Hibernia-Schule (1968); Ejstupholm, Dänemark (1969); Ausstellungsbeteiligungen; Werke befinden sich im Besitz der Waldorfschule Hamburg-Wandsbek, der Waldorfschule Stockholm, im Privatbesitz, sowie bei seinen Erben

Literatur
Familie Kay Rum (Hrsg.): Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs (überarbeitet von Maike Bruhns); Wachholtz; Neumünster – Hamburg; S. 34
HEYDORN, Volker Detlef (1974): Maler in Hamburg 1966-1974; Christians; Hamburg; S. 117
Online-Ausgabe des Allgemeinen Künstlerlexikons (AKL)
KAUPERT, Walter (Hrsg.): Internationales Kunst-Adressbuch 1954/55; Deutsche Zentraldruckerei; Berlin, S. 721