K A R L   F R I E D R I C H   B R U S T   (28.04.1897 Frankfurt a.M. – 06.09.1960 München)

 

Weitere Münchner Künstler

 

 

figürliche Komposition (1950)

Bleistift auf Papier, verso am oberen Rand durch Klebestreifen in Passepartout gesetzt

€ 300,-

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Titel
ohne Titel [figürliche Komposition]

Technik
Bleistift auf Papier, verso am oberen Rand durch Klebestreifen in Passepartout gesetzt

Signatur
unten rechts monogrammiert, sowie am Ende der Widmung signiert

Jahr
unten rechts datiert „[19]50“

Größe
Größe: 29,7 x 20,4 cm (Blatt) bzw. 65 x 50 cm (Passepartout)

Zustand
Blatt verso am oberen Rand durch Klebestreifen in Passepartout gesetzt; im Bereich des Passepartoutausschnitts leicht nachgedunkelt / gebräunt; Ecken schwach bestoßen; leichte Druckstellen im Blatt
Passepartout an Ecken leicht bestoßen, sowie insgesamt leicht nachgedunkelt / gebräunt

Provenienz
am unteren Rand vom Künstler handschriftlich gewidmet: „Meinem Neffen Wolfgang […] Brust“

 

 

Karl Friedrich Brust besuchte von 1913 bis 1914 die Kunstgewerbeschule Offenbach. Als Maler war Brust Autodidakt. Nach seinem Kriegsdienst (1915-18) war er freischaffend tätig. 1922 führte ihn eine Studienreise durch Italien. Ab den frühen 1920er Jahren zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen. Zu nennen ist dabei u. a. die erste Einzelausstellung in der Frankfurter Galerie Schames 1922.
1931 erfolgte der Umzug nach Berlin und in demselben Jahr schuf Brust eine Illustration für die Zeitschrift „Der wahre Jacob“ (Jg. 48, Heft 23, S. 2).
1935-36 unternahm er eine Reise nach Spanien und Ägypten.
1937 wurden insgesamt zehn Werke aus dem Bestand des Städelschen Kunstinstituts (Frankfurt a. M.) als „entartet“ beschlagnahmt.
Bei der Bombardierung Berlins 1943-44 wird ein Großteil seines Schaffens vernichtet.
Nach dem Krieg hielt er sich bis 1949 in Oberfranken auf und siedelte dann nach München über. Dort wurde er Bildredakteur beim Th. Martens-Verlag. Ab 1950 schuf Brust zahlreiche Illustrationen für Kinderbücher. Künstlerisch wandte er sich ab den frühen 1950er Jahren mehr und mehr der Abstraktion zu.

Diese hier vorliegende Zeichnung entstand der Datierung nach in der Anfangsphase seiner Münchner Schaffenszeit. Brust wendet sich nun langsam immer mehr der Ungegenständlichkeit zu, ist hier jedoch noch ganz im Figürlichen. In sehr markanter Zeichenmanier mit verschiedenen Grauabstufungen zeigt sich dem Betrachter das Bildnis einer Frau in einem sonst eher diffusen, unbekannt bleibenden Umfeld. Ihr linker Arm ist erhoben, der rechte Arm hängt herab und sie scheint gerade etwas fallen zu lassen (eine Blume?).
Am unteren Rand trägt die Zeichnung eine handschriftliche Widmung des Künstlers (“Meinem Neffen Wolfgang”), was der Komposition zudem einen sehr persönlichen Charakter verleiht.

 

 

Zu Karl Friedrich Brust (28.04.1897 Frankfurt a.M. – 06.09.1960 München):
Maler, Zeichner, Grafiker, Illustrator.
1913-14 Besuch der Kunstgewerbeschule Offenbach.
Als Maler ist Brust Autodidakt.
1915-18 Kriegsdienst.
Ab 1919 freischaffend tätig.
1922 Studienreise durch Italien.
Ab den frühen 1920er Jahren zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen.
1931 Umzug nach Berlin
1931 Illustration für die Zeitschrift „Der wahre Jacob“ (Jg. 48, Heft 23, S. 2).
1935-36 Reise nach Spanien und Ägypten
1937 werden zehn Werke aus dem Bestand des Städelschen Kunstinstituts als „entartet“ beschlagnahmt.
1943-44 Verlust eines Großteiles seines Schaffens bei der Bombardierung Berlins
1945-49 Aufenthalt in Oberfranken
1949 Übersiedlung nach München und dort Bildredakteur beim Th. Martens-Verlag
Ab 1950 schuf Brust zahlreiche Illustrationen für Kinderbücher
Ab den frühen 1950er Jahren wendet sich Brust der Abstraktion zu.
1953 Reise nach London
1960 Einladung der Deutschen Botschaft in Stockholm zu einer Ausstellung und einem Vortrag.

Ausstellungen
— 1922 Einzelausstellung Galerie Schames, Frankfurt a.M.
— 1948 Teilnahme an der Ausstellung „Kunst des 20. Jahrhunderts“, Regensburg
— 1954 Einzelausstellung Galerie Ophir, München
— 1955 Gast-Teilnahme an der Ausstellung der Gruppe ZEN 49 im Lenbachhaus, München
— 1957 Einzelausstellung Galerie Schüler, Berlin
— 1961 Gedächtnisausstellung im Kunstverein München und Stadtschloss Fulda
— 1963 Gedächtnisausstellung bei der Frankfurter Sezession
— 1964 Gedächtnisausstellung Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath
— 1986 Gedächtnisausstellung im Kunstverein München
— 1990 Einzelausstellung, Galerie Herbert Leidel, München
— regelmäßige Teilnahmen an den Ausstellungen der Neuen Gruppe im Haus der Kunst in München

Mitgliedschaften
— ab 1923 Frankfurter Künstlerbund
— Deutscher Künstlerbund
— Frankfurter Sezession

Sammlungen
Kunstmuseum Bochum; Historisches Museum Frankfurt a.M.; Städel Museum, Frankfurt a.M.; Städtische Galerie Karlsruhe; Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München; Staatliche Grafische Sammlung, München; Lenbachhaus, München; Museum Kunst der Verlorenen Generation – Sammlung Prof. Dr. Heinz R. Böhme, Salzburg

Literatur
— Papenbrock, Martin: Karl Friedrich Brust, in: „Allgemeines Künstlerlexikon“ (AKL), Onlineversion
— Papenbrock, Martin (1996): „Entartete Kunst,“ Exilkunst, Widerstandskunst in westdeutschen Ausstellungen nach 1945. Eine kommentierte Bibliographie, Weimar: VDG, S. 434
— Galerie Nierendorf (1970): Die zwanziger Jahre. Gemälde, Plastiken, Zeichnungen, Druckgraphiken [Bd. 2], Berlin, S. 89