|| T Ä G L I C H E D O S I S K U N S T I M S E P T E M B E R 2 0 2 6 ||
Vor 119 Jahren – am 6. September 1907 – wurde der Künstler Eduard Steiner in München geboren.
Eduard Steiner
1907 München – 1993 Grafrath
‚Gebirgslandschaft im Morgenlicht‘
unten links monogrammiert & datiert (1946)
Öl auf Hartfaserplatte,
45 x 30 cm
€ 490,-
Eduard Steiner studierte ab 1924 in München bei Emil Preetorius und Leo Pasetti und arbeitete bereits während dieser Zeit als Bühnenmaler am Nationaltheater. Ab 1927 war er freischaffend als Kunstmaler, Grafiker und technischer Zeichner tätig. Sein Münchner Atelier wurde 1943 bei einem Bombenangriff zerstört.
Nach dem Krieg wandte sich Steiner zunächst wieder verstärkt der Malerei zu. 1947 lernte er die Begründer der WALA kennen und gestaltete 1948 deren Bildmarke. Ab den späten 1950er Jahren konzentrierte er sich zunehmend auf kartographische Arbeiten und entwickelte eigene Kurwegkarten.
Dieses Werk entstand 1946 und damit in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Eduard Steiner zeigt hier einen expressiven Blick auf eine Gebirgslandschaft im Morgenlicht. In der Motivwahl und dem Kolorit ein ganz bewusster Kontrast zu dem kurz zuvor beendeten Krieg und des damit verbundenen Leid.
… weitere Werke von Eduard Steiner …
Vor 129 Jahren – am 5. September 1897 – wurde die Künstlerin Lis Bertram-Ehmsen in Barmen geboren.
Lis Bertram-Ehmsen
1897 Barmen – 1986 Berlin
‚Soldat, Trommler‘
verso Nachlassstempel, um 1930–40
Kohle auf Papier
42,6 x 22,1 cm
€ 90,-
Lis Bertram-Ehmsen studierte von 1915 bis 1919 an der Kunstgewerbeschule in Wuppertal, bevor sie ihre Ausbildung von 1922 bis 1926 an der Malschule von Hans Hofmann in München-Schwabing fortsetzte. Dort lernte sie Heinrich Ehmsen – ihren späteren Mann – kennen.
Ab 1927 unternahm sie zahlreiche Studienreisen, unter anderem nach Frankreich, Italien, Nordafrika und in die Sowjetunion. Ab 1928 lebte und arbeitete sie in Berlin.
Neben ihrer Malerei widmete sie sich intensiv der Zeichnung. Ihre Arbeiten zeigen häufig Menschen und gesellschaftliche Themen.
Die vorliegende, flott und expressiv ausgeführte Zeichnung zeigt einen Soldaten mit Trommel. Sie ist in die Schaffensphase um 1930–40 einzuordnen.
… weitere Werke von Lis Bertram-Ehmsen …
Vor einem Jahr – am 4. September 2025 – starb der schwäbische Künstler Fritz Allgayer.
Fritz Allgayer
1934 – 2025
‚(wohl) Selbstbildnis‘
unsigniert, Juni 1959
Öl auf Karton
60,1 x 50 cm
€ 440,-
Fritz Allgayer erhielt seine ersten Kunststudien bei Julie Strathmeyer-Wertz in Stuttgart und besuchte anschließend die Kunstakademie Stuttgart bei Hugo Peters und Albrecht Appelhans. Den Großteil seines Lebens arbeitete und lebte er in Kernen-Rommelshausen im Rems-Murr-Kreis.
Sein frühes malerisches Werk ist von einer expressiven, teilweise expressionistischen Bildsprache geprägt. Neben Landschaften, Stillleben und Gartenansichten entstanden später auch nonfigurative Arbeiten mit Anklängen an Kandinsky. Daneben schuf Allgayer Lithografien, Zeichnungen und Illustrationen, unter anderem zu Dostojewskis „Brüder Karamasoff“.
Das vorliegende, 1959 entstandene zeigt wohl ein Selbstbildnis und ist in diese frühe Schaffensphase einzuordnen.
… weitere Werke von Fritz Allgayer …
Und nochmals ein Jahrestag, eine Erinnerung an einen wunderbaren Künstler: vor 54 Jahren – am 3. September 1972 – starb Georg Walter Rössner in Gundelsby.
Georg Walter Rössner
1885 Leipzig – 1972 Gundelsby
‚Besuch im Garten‘
unten rechts signiert, [1921]
Kaltnadelradierung und Aquatinta auf Kupferdruckkarton
24,7 x 34 cm (Blatt) / 15,5 x 20,5 cm (Druck)
€ 110,-
Georg Walter Rössner erhielt bereits 1903 Zeichenunterricht bei Georg Kolbe. Nach dem Umzug nach Berlin studierte er unter anderem bei Arthur Lewin-Funcke und 1905/06 an der Académie Julian in Paris bei Marcel-André Baschet.
Studienreisen führten ihn in die Niederlande, nach Belgien, Italien und Frankreich. In Berlin stand er zudem in Kontakt mit Lovis Corinth und arbeitete unter anderem in den Ateliers von Gerhard Marcks und Richard Scheibe.
1920 trat Rössner der Berliner Sezession bei und wurde von Max Liebermann gefördert. Neben seiner Lehrtätigkeit an der Staatlichen Kunstschule Berlin-Schöneberg erhielt er 1927 ein Stipendium für die Villa Massimo. 1935–39 lehrte er als Austauschprofessor an der Kunstakademie in Santiago de Chile.
Vor 133 Jahren – am 3. September 1893 – wurde der wunderbare Schweizer Künstler Arne Siegfried in Luzern geboren.
Arne Siegfried
1893 Luzern – 1985 Schaffhausen
‚Gefangene‘
Öl auf Leinwand
u.r. in Schwarz signiert, [um 1950]
92 x 60 cm
€ 2.100,-
Arne Siegfried war als Maler, Grafiker, Bildhauer, Keramiker, Illustrator und Schriftsteller tätig. Nach ersten Studien in Luzern setzte er seine Ausbildung an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand und 1919 bei Willi Geiger in München fort.
1921–24 lebte er am Ammersee, später in Luzern und Zürich. Aufenthalte in Paris beeinflussten sein künstlerisches Schaffen nachhaltig. 1930 gründete Siegfried die Freie Kunstschule in Zürich.
1937 wurden neun seiner Arbeiten im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ beschlagnahmt. Ab 1953 lebte er im Schloss Herblingen bei Schaffhausen.
Das um 1950 entstandene Gemälde zeigt zwei Männer in einem kargen, vergitterten Raum. Die uniformähnliche Kleidung und die resignierten Gesichtsausdrücke lassen sie als Gefangene erscheinen.
… weitere Werke von Arne Siegfried …
Vor 124 Jahren – am 2. September 1902 – wurde Victor Bauer in Wien geboren. Ein viel zu sehr vergessener Künstler mit einem eindrucksvollen Schaffen und einer ungemein spannenden Vita.
Victor Bauer
1902 Wien – 1959 Nizza
‚liegender Akt‘
unten rechts signiert & datiert (1932)
Mischtechnik (Deckfarben & Bleistift) auf dünnem Papier
15,9 x 27 cm
€ 2.100,-
Als Jugendlicher lebte Victor Bauer in München und nahm 1918/19 aktiv an den Kämpfen zur Münchner Räterepublik teil. Er wurde nach deren Niederschlagung kurzzeitig in Stadelheim interniert, dann aber 1920 aus Deutschland ausgewiesen. Ab 1922 studierte er sowohl Medizin als auch Malerei in Wien.
1926 war er kurzzeitig in Athen und hatte dort seine erste Einzelausstellung.
In der Folge lebte er in Wien, Berlin und schließlich ab 1932 in Paris. Dort kam er mit der surrealistischen Bewegung in Kontakt, lernte André Breton und Salvador Dalí kennen und arbeitete am 2. Surrealistischen Manifest mit.
Während des Zweiten Weltkriegs war Bauer im Widerstand aktiv. 1943 wurde er von der italienischen OVRA verhaftet und zum Tode verurteilt, doch wurde das Urteil nicht vollstreckt.
Nach 1945 kehrt er nach Nizza zurück und erst ab etwa 1946/47 ist ihm ein freies künstlerisches Arbeiten möglich aus dem heraus ein erstaunlich eigenständiges Werk entsteht.
Der 1932 entstandene liegende Akt gehört zu seinem frühen Werk und ist damit ein seltenes Zeugnis dieser Schaffensphase.
Und noch ein Jahrestag: vor 37 Jahren – am 2. September 1989 – starb der Maler, Zeichner, Grafiker und Bühnenbildner Wilfried Otto in Karlsruhe.
Wilfried Otto
1901 Ludwigshafen – 1989 Karlsruhe
‚Blick auf Häuserpartie‘
unten rechts signiert
Öl auf Leinwand
65,5 x 91 cm
€ 1.500,-
Wilfried Otto erhielt durch Gustav Hartlaub, den damaligen Direktor der Kunsthalle Mannheim, frühe künstlerische Anregungen. Von 1919 bis 1924 studierte er an der Kunstakademie Karlsruhe bei Albert Haueisen und August Babberger, anschließend bis 1927 an der Kunstakademie Berlin als Meisterschüler von Hans Meid. 1928/29 folgte ein Studium bei André Lhote in Paris.
Als freischaffender Künstler war Otto zunächst in Mannheim tätig. Studienreisen führten ihn unter anderem nach Sizilien, Frankreich, in die Niederlande und nach Schweden.
1937 wurden sechs seiner Werke aus öffentlichem Besitz im Rahmen der Aktion „Entartete Kunst“ beschlagnahmt.
Nach dem Krieg arbeitete Otto vor allem als Bühnenbildner, unter anderem am Badischen Staatstheater Karlsruhe.
… weitere Werke von Wilfried Otto …
Vor 141 Jahren – am 1. September 1885 – wurde der Maler und Kunsterzieher Wilhelm Wilcke in Templin geboren.
Wilhelm Wilcke
1885 Templin – 1979 Overath
‚Blick auf Schwanenwerder‘
unten links signiert, [um 1950]
Öl auf Leinwand
60 x 80,3 cm
€ 1.200,-
Wilhelm Wilcke absolvierte zunächst eine Lehrerausbildung in Neuruppin, bevor er von 1908 bis 1910 an der Kunstakademie Breslau Landschaftsmalerei bei Eugen Bracht sowie Kunstgeschichte und Pädagogik studierte.
Nach dem Ersten Weltkrieg setzte er seine Ausbildung bei Hans Licht fort und entwickelte eine rege künstlerische Tätigkeit. Zugleich war er als Kunsterzieher und Dozent in Berlin tätig.
1943 kehrte Wilcke mit seiner Familie nach Templin zurück. Nach 1945 engagierte er sich dort unter anderem in der Denkmalpflege, im Kulturbund und im neu gegründeten Museum. 1953 gründete er den ersten Zirkel für Bildende Kunst in Templin und leitete diesen bis 1964.
Gelegenheiten < 100€ Preis 100€ - 500€ Preis 500€ - 1.000€ Preis 1.000€ - 2.000€ Preis über 2.000€







