T H E O D O R    H U G O    F E N N E R S    (21.01.1877 St. Hubert/Niederrhein – 21.09.1956 Nürnberg)

 

Weitere Werke von Theodor Hugo Fenners

 

 

„Menschen und Tiere“ (1956)

Öl auf Hartfaser, ungerahmt

€ 950,-

Kaufanfrage

 

 

Titel
„Menschen und Tiere“ [so verso betitelt, gelistet im Werkverzeichnis (Krick 2002): Nr. 1956/2 – 118 (S. 139), sowie verso auf aufgeklebtem Etikett vom Enkel des Künstlers, Horst Krick, bestätigt]

Technik
Öl auf Hartfaser, ungerahmt

Signatur
verso oben signiert

Jahr
verso datiert „1956“
Im Werkverzeichnis wird das Gemälde „Menschen und Tiere“ als letztes Werk gelistet, was darauf verweist, dass es sich dabei um das letzte Gemälde des Künstlers handeln dürfte.

Größe
Größe: 59,7 x 80,2 cm

Zustand
minimal fleckig; Platte an Ecken etwas bestoßen (unter Rahmung nicht sichtbar)
Platte verso leicht fleckig
Rahmen an den Kanten mitunter sehr leicht berieben

Ausstellungen
1) 1999 Ausstellung Dimitar Diankov & Theodor Hugo Fenners, Galerie Klaus Spermann, Berlin
2) 2018, „Theodor Hugo Fenners. Bewahrer und Pionier“, Galerie Bassenge / Archiv Klaus Spermann, Berlin

Abbildung
1) Krick, Horst (2002): Theodor Hugo Fenners. Werkverzeichnis, Köln: Verlag media dell‘ arte, S. 139 (kleine s/w-Abbildung)
Ein Foto der Katalogseite ist unten angefügt.
2) Farbabbildung auf dem Faltblatt zur Ausstellung 2018 in der Galerie Bassenge / Archiv Klaus Spermann.

———————————————————————————
[1] Im Werkverzeichnis wird irrigerweise „Malkarton“ als Bildträger angegeben
[2] Im Werkverzeichnis wird irrigerweise eine Signatur recto unten rechts angegeben.

 

 

Werkbeschreibung
Theodor Hugo Fenners ist einer der wenigen, beachtenswerten Künstler, der trotz seines eher fortgeschritten Alters (Jg. 1877!) zu einem eigenständigen expressiv-realistischen Ausdruck fand.

Fenners wuchs in ärmlichen Verhältnissen am Niederrhein auf. Von einem Lehrer, der sein Talent erkannte, wurde er gefördert und konnte auf diese Weise in Düsseldorf, Berlin und Krefeld studieren. Ab 1909 war er in Essen freischaffend tätig. Im Ersten Weltkrieg war er als Sanitäter tätig, kehrte dann wieder nach Essen zurück.
Ab Mitte der 1920er Jahre unternahm er Studienreisen nach England, Frankreich, Belgien und in die Niederlande. Nach 1933 zieht sich Fenners vermehrt zurück und unternimmt zahlreiche Wanderungen durch Deutschland, wobei ihn besonders das Frankenland nachdrücklich beeindruckt.
Durch Ausbombungen der Stadt Essen 1944 verlor er den Großteil seines bisherigen Schaffens und er selbst zieht nach Franken (ab 1946 lebt er in Nürnberg), wo ein starkes Spätwerk entsteht.
Seine damaligen Hauptthemen sind der (bäuerliche) Mensch, die Tiere und die Landschaft.

Bei diesem Gemälde aus dem Spätwerk greift Fenners diese Theatik beispielhaft in expressiv realistischer Form- und Farbsprache auf. – „Menschen und Tiere“ zeigen sich in strahlend leuchtendem Kolorit. Die drei reduziert ausgeführten, bewusst nicht individualisierten Figuren stehen auf einer Weide- bzw. Wiesenfläche. Ihnen zugeneigt stehen rechts am Rand, gänzlich ohne Scheu, zwei Pferde. Im Hintergrund zeigt sich der Kirchturm und einzelne Dächer des angrenzenden Ortes. Über allem liegt ein strahlend blauer Himmel.
Auf eine herausragende Weise zeigt sich in diesem Werk des fast 80jährigen Künstlers, dass Fenners hier ganz bei sich als Künstler war. Das Thema, seine ländlich fränkische Umgebung und sein ganz eigenwillig entwickelter expressiv realistischer Ausdruck wirken geradezu zeitlos und vermitteln dem Betrachter die ungezwungene Liebe und Leidenschaft mit der Fenners Menschen, Tiere und Landschaft sah.

„Menschen und Tiere“ war 1999 zu sehen bei der Ausstellung “Dimitar Diankov & Theodor Hugo Fenners” in der Galerie Klaus Spermann in Berlin und 2018 war es zentrales Werk in der Schau „Theodor Hugo Fenners. Bewahrer und Pionier“ in der Galerie Bassenge / Archiv Klaus Spermann in Berlin. Für die damalige Ausstellung wurde es auch markant auf der Einladung abgebildet.

„Wohl ist er ein moderner Maler, aber im Grunde seines Wesens ist er seiner bäuerlichen Herkunft treu geblieben. Das zeigen Motive aus der bäuerlichen Welt: weidende Viehherden in sonnendurchfluteter fränkischer Landschaft; oder kraftstrotzende Pferde in der Koppel; oder den pflügenden Bauern hinter einem wuchtigen Dreigespann massiger Zugochsen. Erdgebunden und schwer ist die Atmosphäre dieser Bilder, so daß der Beschauer nahezu körperlich die Plage und den Segen menschlicht Arbeit um das tägliche Brot erfühlt.“ [2]

———————————————————————————
[2] „Der Nürnberger Oberbürgermeister besuchte Künstlerateliers. Eine Stunde ‚Künstlerluft‘ geatmet…“, in: „Fränkische Tagespost“, vom 21.01.1953, zitiert nach: Krick, Horst (2002): Theodor Hugo Fenners. Werkverzeichnis, Köln: Verlag media dell‘ arte, S. 224-225 [hier: 225].

 

 

Zu Theodor Hugo Fenners (21.01.1877 St. Hubert/Niederrhein – 21.09.1956 Nürnberg):
Maler, Zeichner.
Das zeichnerische Talent wird bereits in der Schulzeit erkannt und von einem Lehrer gefördert.
Ab etwa 1895 Studium in Düsseldorf und Berlin.
Um 1900 Besuch der Kunstgewerbeschule Krefeld.
1901 Heirat
1902 Geburt des Sohnes Arthur und kurze Zeit darauf stirbt die Frau.
1905 erneute Heirat
1906 Geburt der Tochter Annemarie
1909 Umzug der Familie nach Essen
1914-18 Sanitätsdienst im Ersten Weltkrieg
Ab 1924 Studienreisen nach England, Frankreich, Belgien und in die Niederlande.
Ab 1933 zieht er sich vermehrt zurück und unternimmt zahlreiche Wanderungen durch Deutschland, wobei ihn besonders das Frankenland nachdrücklich beeindruckt.
1944 Ausbombung in Essen und Verlust eines Großteils des bisherigen Schaffens. Umzug nach Nürnberg wo die Tochter lebt.
1945 erneute Ausbombung und Umzug in ein kleines Dorf bei Bamberg.
1946 Rückkehr nach Nürnberg

Sammlungen
Museen der Stadt Bamberg
Städtisches Museum, Gransee
Städtisches Museum Kalkar
Kramer Museum, Kempen
Städtische Kunstsammlungen Nürnberg
Stadtmuseum Schwabach
Märkisches Museum, Witten
Sammlung Dr. Gerhard Schneider, Olpe

Mitgliedschaften
1947 Mitbegründer der Künstlergruppe „Der Kreis“, Nürnberg

Literatur
— Grieb, Manfred (Hrsg.) (2007): Das Nürnberger Künstlerlexikon (Bd. 1), München: K.G.Saur, S. 382
— Jessewitsch, Rolf / Schneider, Gerhard (Hrsg.) (2008): Entdeckte Moderne; Kettler; Bönen; S. 482
— Koskull, Maximilian von: „Zum 70. Todestag von Theodor Hugo Fenners – ein Künstler der Moderne aus St. Hubert“, in: Hubertus-Bote, 59. Jg., Nr. 721 (August 2026), S. 19
— Krick, Horst (2002): Theodor Hugo Fenners. Werkverzeichnis, Köln: Verlag media dell‘ arte
— Zachow, Bernd / Frank, Kristiane: Theodor Hugo Fenners, in: „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, Onlineversion, De Gruyter-Verlag

 

 

Aus: Krick, Horst (2002): Theodor Hugo Fenners. Werkverzeichnis, Köln: Verlag media dell‘ arte, S. 139.