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||    T Ä G L I C H E    D O S I S    K U N S T    I M    A P R I L    2 0 2 6    ||

 

30. April 2026

 

Vor 71 Jahren am 30. April 1955 verstarb der Nürnberger Künstler Georg („Schorsch“) Winter.

Georg („Schorsch“) Winter
1899 Nürnberg – 1955 Altdorf b. Nürnberg
‚Bildnis eines Mädchens mit Kuscheltier und Ball‘

unten rechts signiert, undatiert [um 1930-35] Aquarell über Bleistift auf Velinpapier
36 x 26,6 cm
€ 390,-

… zum Angebot …

Georg Winter „darf als einer der großen Unbekannten der Nürnberger Kunstgeschichte gelten.” (Andrea Dippel). Eine (Neu-)Entdeckung ist daher überaus lohnenswert!

Er war Sohn des Schlossers Peter Winter. Die Familie lebte in der Nürnberger Fenitzerstraße 15. Kurzzeitig besuchte er Abendkurse an der dortigen Kunstgewerbeschule (1915-16), bevor er zum Krieg eingezogen wurde. Nach dem Krieg machte er eine Ausbildung zum Dekorationsmaler in Nürnberg, wandte sich dann aber ganz der Kunst zu und studierte bis etwa 1930 an der Kunstakademie Berlin (bei u. a. Carl Hofer). Nach Studienreisen in die Schweiz und nach Italien ließ er sich in Nürnberg als Künstler nieder. Zudem wurde er Lehrer der Meisterklasse für Wandmalerei an der Berufsoberschule. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte er sich im Kunstleben Nürnbergs und nahm an Ausstellungen teil.
Ein herausragendes Selbstbildnis (1928) befindet sich in der Sammlung der Kunstvilla Nürnberg.

Dieses Aquarell wird in der frühen Nürnberger Zeit (um 1930-35), nach dem Berliner Studium, entstanden sein. In flotter, expressiver Auffassung zeigt uns der Künstler ein freudig blickendes Mädchen in blauem Hemd. In den Händen hält sie einen Ball und ein weißes Kuscheltier. Die Haare liegen locker in der Stirn, gerade so als ob sie nur kurzzeitig aus dem Spiel gerissen wurde, zu dem sie gleich wieder zurückkehren wird.

… weitere Werke von Georg Winter …

 

29. April 2026

 

Am 29. April 1994 – vor 32 Jahren – verstarb der Münchner Künstler Fritz Blum.

Fritz Blum
1901 München – 1994 ebd.
‚nächtliche Szenerie mit junger Frau und Tod‘

u. l. signiert, undatiert
Tuschfeder (teilweise grau laviert) auf leichtem Karton
19,6 x 10,5 cm
€ 550,-

… zum Angebot …

Fritz Blum wirkte in München als Maler, Grafiker und Konservator. Seine Ausbildung erhielt er an der Münchner Kunstgewerbeschule und wohl auch an der dortigen Kunstakademie. Bereits 1919 erhielt er den Kunstpreis der Stadt München und 1929 den Dürer-Preis der Stadt Nürnberg.
Ob es das von Brigitte Huber (im „AKL“) für das Jahr 1934 angegebene Ausstellungsverbot de facto gab ist fraglich, lässt sich Blum doch zumindest für das Jahr 1935 auf jeweils einer Ausstellung in München und Berlin nachweisen. Dies sind dann aber auch die einzigen belegbaren Ausstellungsbeteiligungen während des Dritten Reichs. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte Fritz Blum u. a. als Restaurator von Kirchen.

Diese Zeichnung dürfte der Ausführung und dem Motiv nach eher dem frühen Schaffen (um 1930-40) zuzuordnen sein.

Blum zeigt eine nächtliche Großstadtszene. Im Hintergrund hell erleuchtete Stadthäuser, der dunkle Nachthimmel und ein schmaler Sichelmond. Im Vordergrund eine junge Dame in Abendgarderobe und Handtasche, die vor einer Mauer (vielleicht eine Brücke?) steht. Sie wird von einem fahlen Licht bestrahlt und blickt mit einem ernsten, vielleicht sogar eher: hochmütigen, Gesichtsausdruck. Was sie nun nicht bemerkt, geschieht hinter ihr und wirkt wie ein surreal gruseliges Einsprengsel. – Denn hinter der Mauer reckt sich ein lachender Totenkopf mit großen hohlen Augen und offenem Mund empor. Vielleicht ein Vorzeichen, ein Menetekel für das bevorstehende Schicksal der Dame…

… weitere Werke von Fritz Blum …

28. April 2026

 

Vor 129 Jahren wurde der Maler, Zeichner und Grafiker Karl Friedrich Brust in Frankfurt am Main geboren (28. April 1897).

Karl Friedrich Brust
1897 Frankfurt a. M. – 1960 München
‚figürliche Komposition‘

u. r. monogrammiert & datiert (1950)
Bleistift auf Papier
69,8 x 49,8 cm (Blatt)
Am unteren Rand mit einer Widmung des Künstlers an seinen Neffen.
€ 300,-

… zum Angebot …

Karl Friedrich Brust ist besonders bekannt für seinen eigenständigen informellen Ausdruck, dem er sich ab den 1950er Jahren zuwandte. Hier ein figürliches Werk, das kurz davor entstand.

Brust besuchte kurzzeitig die Kunstgewerbeschule Offenbach (1913-14), war aber als Maler zum Großteil Autodidakt. Nach seinem Kriegsdienst (1915-18) war er freischaffend tätig. Ab den frühen 1920er Jahren zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen. 1931 erfolgte der Umzug von Frankfurt nach Berlin. 1937 wurden insgesamt zehn Werke aus dem Bestand des Städelschen Kunstinstituts als „entartet“ beschlagnahmt. Bei der Bombardierung Berlins 1943-44 kam es zum Verlust eines Großteils seines Schaffens.
Nach dem Krieg hielt er sich bis 1949 in Oberfranken auf und siedelte dann nach München über. Dort wurde er Bildredakteur beim Th. Martens-Verlag. Ab den 1950er Jahren wandte er sich der Abstraktion zu.

Diese hier vorliegende Zeichnung entstand der Datierung nach in der Anfangsphase der Münchner Schaffenszeit. Brust wendet sich nun langsam immer mehr der Ungegenständlichkeit zu, ist hier jedoch noch ganz im Figürlichen.

Am unteren Rand trägt die Zeichnung eine handschriftliche Widmung des Künstlers (“Meinem Neffen Wolfgang”), was der Komposition zudem einen sehr persönlichen Charakter verleiht.

27. April 2026

 

Bereits am 9. April haben wir Margarethe Krieger mit einem Bildnis von Michel Simon zu dessen 131. Geburtstag kennengelernt. Heute ist der 90. Geburtstag der Künstlerin selbst (27. April 1936) und hierzu gibt es eine kleine Auswahl aus ihrem wunderbaren Schaffen.

Margarethe Krieger
1936 Mannheim – 2010 Heidelberg
„Oskar Werner als Hamlet“

u. r. signiert & datiert (1985)
Lithografie / Maschinenbütten
69,8 x 49,8 cm (Blatt)
€ 300,-

… zum Angebot …

Margarethe Krieger war eine vorzügliche Zeichnerin, Grafikerin und Illustratorin, die vor allem durch ihre eindringlichen Menschendarstellungen etwas Bleibendes hinterlassen hat. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Karlsruher Kunstakademie (bei Karl Hubbuch).
Schon früh fand sie ihr bevorzugtes Thema: der Mensch. Sie schuf Porträts sowie Illustrationen zu Literatur und auch biblischen Themen.
Für Ihr Schaffen erhielt sie zahlreiche Preise, wie 1968 den Grafikpreis im Musée d´Art Moderne (Paris) und 1992 den Willibald-Kramm-Preis (Heidelberg).

Die zuerst gezeigte Lithografie zeigt Oskar Werner in einer seiner größten Rolle: als Hamlet. Das Bildnis zeigt sich in einer Nahaufnahme, dadurch wie auch durch die spontan erscheinende Pinselführung erscheint das Werk beinahe wie eine Abstraktion. Schnell und impulsiv ist die Farbe gesetzt, was an den Informel denken lässt. Doch aus der Mitte heraus bildet sich ein Gesicht, mit geschlossenen Augen, aufgestützt auf die rechte Hand, nachdenklich, traurig und müde…

Die weiteren Bilder zeigen Oskar Werner nochmals als Hamlet, weiterhin als Bacchus, daneben Illustrationen zu „Hiob“ sowie zu Paul Claudels „Der seidene Schuh“ und weiteres.

WICHTIG: Im Museum im Graf-Eberstein-Schloss Gochsheim in Kraichtal wird noch bis 29. Nov. 2026 eine Ausstellung zu ihrem 90. Geburtstag gezeigt!

… weitere Werke von Margarethe Krieger …

 

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26. April 2026

 

Heute vor 120 Jahren (26. April 1906) wurde der Hamburger Künstler Erich Wessel geboren.

Erich Wessel
1906 hamburg – 1985 ebd.
‚Dreiviertelporträt eines Mannes‘

unsigniert, undatiert [um 1950] Gouache & Kohle / Bütten
54,8 x 44,2 cm
€ 280,-

… zum Angebot …

Erich Wessel machte anfangs eine Lehre als Dekorationsmaler (1921-24) und arbeitete auch kurzzeitig als Gehilfe. 1928 besuchte er die Hamburger Kunstgewerbeschule (bei Arthur Illies), bevor er sich aber bereits 1929 als freischaffender Künstler betätigte. Er trat der Hamburger Künstlerschaft bei, beteiligte sich an Ausstellungen und unternahm Studienreisen. Befreundet war er u. a. mit Adolf Wriggers, Rolf Böhlig. Nach dem Krieg begann er sich nach 1945 im Kunstleben zu engagieren. Er eröffnete zudem eine private Malschule und wurde ab 1949 Dozent an der Schule für Bekleidungs-Industrie und an der VHS-Hamburg.

Erich Wessel schuf ein reichhaltiges Kunstschaffen, in dem er stets gegenständlich blieb und einen expressiv realistischen Ausdruck bevorzugte.

Dieses vorliegende Portrait wird in der frühen Nachkriegszeit entstanden sein. Ein Mann mittleren Alters blickt nachdenklich, vielleicht sorgenvoll ins Leere. Er trägt einen braunen Mantel, einen graublauen Schal und schwarzen Hut. Gerade die Gesichtspartien, die neusachliche Einflüsse erkennen lassen, sind von Wessel überaus detailliert und individualisiert ausgeführt.

… weitere Werke von Erich Wessel …

 

25. April 2026

 

Benjamin Vautier stammt aus der Schweiz und wurde zu einem bedeutenden Vertreter der Düsseldorfer Schule. – Heute jährt sich der Todestag des Künstlers (25. April 1898) so zahlreicher wunderbarer Genreszenen zum 128. Mal.

Benjamin Vautier
1829 Morges – 1898 Düsseldorf
‚wartender Mann in Tracht mit Regenschirm und Hündchen‘

l. u. signiert, undatiert
Öl / Leinwand (doubl.)
39,5 x 28 cm
€ 4.600,-

… zum Angebot …

Benjamin Vautiers Vater war Lehrer und Pfarrer. Der Sohn schlägt aber eine andere Laufbahn ein – er wird anfangs Emailleur und ist nebenbei stets künstlerisch tätig. Der Drang zur Kunst ist so groß, dass er sich aus dem vierjährigen Arbeitsvertrag freikauft und zur Düsseldorfer Kunstakademie geht. Fortan wird Düsseldorf seine neue Heimat. Vautier etabliert sich über die Zeit vollends als einer der bedeutendsten Genremaler der Düsseldorfer Schule.

Dieses hier gezeigte Gemälde ist ein sehr schönes, detailreiches Beispiel für Vautiers Genremalerei.
Zum gewählten Sujet schreibt Andreas Schroyen: „Dargestellt ist eine männliche Person als Ganzfigur en face innerhalb eines Wohnraumes. Sie hält die Hände hinter dem Rücken und hat unter dem linken Arm einen Regenschirm geklemmt. Bekleidet ist der Mann mit einer ländlichen Tracht des 19. Jahrhunderts […]. Die Person blickt aus der rechten Bildseite hinaus. Sie hat vermutlich bei regnerischem Wetter den Raum betreten und scheint nun auf jemanden zu warten. […] Charakteristisch für Vautiers Stil ist eine große malerische Präzision, die mit kleinen Details, wie dem Regenschirm, den schmutzigen Stiefeln sowie dem im Schwung festgehaltenen Pendel auch hier eine Geschichte erzählt.“

 

24. April 2026

 

Vor 125 Jahren (24.04.1901) erblickte Josef Arens das Licht der Welt. – Bekannt wurde er vor allem als Künstler für Industrie- und Arbeitsszenen, sowie als frühes Mitglied der Künstlersiedlung Halfmannshof.

Josef Arens
1901 Oedingen – 1979 Unkel
‚(wohl) Landschaft in Serbien mit Kuhhirte und Gespann, vor Gebirgskulisse mit Kloster‘

rechts unten signiert, undatiert
Öl / Hartfaser
77,7 x 86,7 cm
€ 1.300,-

… zum Angebot …

Josef Arens ist besonders bekannt für seine überaus fein und detailliert gezeichneten Industrie- und Arbeitsdarstellungen, deren Motive er in der Region um Gelsenkirchen fand. Daneben schuf er auch zahlreiche Landschafts- und Stadtansichten, in denen er Eindrücke festhielt, die er auf seinen zahlreichen Reisen empfing. So bereiste Arens u. a. Kleinasien, Marokko, Tunesien, Senegal, Italien, Griechenland, sowie Südfrankreich und Jugoslawien.

Das vorliegende Gemälde dürfte wohl nach Jugoslawien bzw. nach Serbien zu verorten sein. Da Arens auch immer ein Augenmerk auf Trachten und folkloristische Elemente legte, mag man die Kleidung des gezeigten Kuhhirten in einen solchen kulturellen Kontext setzen.

Wie für das Gemälde posierend steht der Hirte neben seinen zwei geschmückten Kühen, die hinter sich einen kleinen Wagen haben. Bereits kurz dahinter erhebt sich die Felsen- und Gebirgskulisse, welche im weiten Hintergrund beinahe bis zum oberen Bildrand steil aufragt. Im mittleren Bildbereich und damit noch vor den höheren Bergen des Hintergrunds, liegt ein Kloster, dessen Mauern sich bis über den rechten Rand hinaus erstrecken. Ein heller, locker von Wolken umspielter Himmel liegt über der Szenerie und bildet damit zugleich einen aufhellenden Pol zu den vornehmlich erdigen, schweren Farbtönen der Landschaft, des Klosters und der Figuren.

 

23. April 2026

 

Vor 31 Jahren (23. April 1994) verstarb der wunderbare Künstler Wolfgang Niesner. Hier schauen wir auf einen ganz kleinen Ausschnitt seines reichhaltigen Schaffens (4 Grafiken & 1 Zeichnung).

Wolfgang Niesner
1925 Freudenthal (Sudetenschlesien) – 1994 München
„Flora“

im Druck monogrammiert, [1975] Kupferstich
16,8 x 13 cm (Druck) bzw. 23,5 x 20,9 cm (Blatt)
€ 280,-

… zum Angebot …

Wolfgang Niesner war auf dem Feld der druckgrafischen und zeichnerischen Künste nach 1945 eine Ausnahmeerscheinung. Er betätigte sich in vielen Techniken, bevorzugte aber besonders die Radierung, den Kupferstich und den Holzschnitt. Neben der Druckgrafik schuf Niesner, der sich selbst als “Augenmenschen” charakterisierte, ein umfangreiches zeichnerisches Werk, sowie auch Gemälde, vereinzelt Glasmalereien und kleinere bildhauerische Arbeiten.

Niesner war ab 1950 Mitglied im traditionsreichen „Verein für Original-Radierung“ (kurz: „Radierverein“, München), dessen 1. Vorsitzender er zwischen 1975 und 1981 auch war.
Freundschaften bestanden u. a. zu Anton Bruder, Ernst Kößlinger, Alfred Oberli, Richard Seewald, Gabriele Waldert.

Die Witwe Friederike Niesner beschreibt ihn wie folgt: “Wolfgang Niesner hatte eine heitere, liebenswürdige, ja herzliche Wesensart. Das wissen besonders seine Freunde. Es machte ihn aber vieles, was sich in der Welt ereignete sehr betroffen und das schlug sich in seinem Werk nieder.”

Die hier gezeigte „Flora“ ist ein wunderschönes Beispiel für Niesners Druckgrafik. Neben diesem Werk sehen wir noch drei weitere Grafiken und eine Zeichnung aus Porto Santo (Madeira).

… weitere Werke von Wolfgang Niesner …

 





 

22. April 2026

 

Vor 74 Jahren (22.04.1952) verstarb der vielseitige Hamburger Künstler Oskar Schwindrazheim. Hier geleitet er uns in einen (seinen?) blühenden Garten.

Oskar Schwindrazheim
1865 Hamburg-St. Georg – 1952 Hamburg-Altona
‚Terrassenaufgang mit blühenden Hortensien‘

zweifach signiert, undatiert
Pastellkreiden / Karton
34,2 x 24,6 cm
€ 340,-

… zum Angebot …

Oskar Schwindrazheim war sowohl Maler und Zeichner, als auch Bibliothekar, Schriftsteller und Lehrer. Nach seinen Studien an der Kunstgewerbeschule Hamburg und der Münchner Kunstakademie wurde er Atelierchef bei der Hamburger Kunst- und Gewerbe-Firma Georg Hulbe. Im Späteren arbeitete er freischaffend und war daneben auch als Kunstdozent tätig. 1891 gründete er den ersten deutschen Volkskunstverein und gab hierzu auch die Zeitschrift „Beiträge zu einer Volkskunst“ heraus. Von 1907 bis 1924 war er Lehrer und Bibliothekar an der Altonaer Kunst- und Gewerbeschule.

Im künstlerischen Schaffen von Schwindrazheim finden sich oftmals Meer- oder Flussmotive.
In diesem Fall zeigt er uns einen farblich ganz zauberhaft lockeren Stimmungseinfang aus einem Garten. Das zarte, helle Licht, das langsam von links eindringt, lässt an eine Morgenstimmung denken. Aus einer leichten Schräge geht der Blick auf den Terrassenaufgang. Fünf Kübel mit blühenden Hortensien stehen auf der Anhöhe, während sich im Hintergrund hohe Bäume in verschiedenen Grüntönen erheben.

 

21. April 2026

 

Es gibt viel zu entdecken in dieser feinen Potsdam-Zeichnung des vor 216 Jahren (21.04.1810) geborenen Alfred Gomersal Vickers!

Alfred Gomersal Vickers
1810 Lambeth – 1837 Pentonville
„Potsdam vom Mühlenberg aus gesehen“

unsigniert, [um 1833-36] Bleistift / Velinpapier
27,6 x 41,9 cm
Vormals in der Kunstsammlung der „Ford Foundation“, New York
€ 2.300,-

… zum Angebot …

In Alfred Gomersal Vickers nur kurzem künstlerischem Schaffen reizten ihn, neben maritimen Motiven, vor allem Stadtansichten. Und sicher waren es auch jene detailreichen, feinlinigen Architektur- und Stadtkompositionen, die ihm bereits in frühen Jahren zu einer beachtlichen Bekanntheit verhalfen.
Mit nicht einmal 18 Jahren begann er auszustellen und mit 23 Jahren erhielt er von einem der damals einflussreichsten Verleger Englands, Charles Heath, den Auftrag für dessen Zeitschrift „Annuals“ Ansichten aus Russland anzufertigen. Hierfür reiste Vickers über Norddeutschland, Polen und das Baltikum nach Russland und sowohl während der Hin- als auch der Rückreise entstanden Ansichten – nachweisen lassen sich u.a. Motive aus Hamburg, Lübeck, Berlin, Potsdam, Krakau.

Die vorliegende Zeichnung ist in diese Schaffensphase einzuordnen, wobei unklar ist, ob Vickers das Motiv bei seiner Hin- oder erst bei der Rückfahrt fand.
Ganz typisch für den Künstler ist der Detailreichtum, wie die einzeln herausgearbeiteten Hausdächer, ebenso die Bäume oder auch die Windmühlen am linken Rand. Der ‚vom Mühlenberg aus‘ hinweg über die Havel weit in das Bild führende Blick zeigt die Silhouette Potsdams mit ihren markanten Bauwerken. Künstlerisch wie auch regionalgeschichtlich ein ganz feines, zauberhaftes Objekt.

20. April 2026

 

Im Frühjahr 1924 bereiste Erich Hartmann Italien und während dieser Zeit entstand diese flotte Landschaftszeichnung aus Ischia.

Erich Hartmann
1886 Elberfeld – 1974 Sylt
„Epomeo, Casamicciola“

unsigniert, Nachlassstempel, [April 1924] Kohle / Karton
52,1 x 39,5 cm
€ 275,-

… zum Angebot …

Im März 1924 reisten Erich und Ida Hartmann über Bern nach Italien. Dort angekommen hatten sie Aufenthalte in u.a. Florenz, Rom, Neapel. Den April verbrachten sie auf Ischia in Casamicciola, bevor sie nach Assisi reisten.
Diese flotte, menschenleere Zeichnung zeigt einen Blick auf den Berg Epomeo, sowie einen Ausschnitt der Gemeinde Casamicciola und wird sich damit direkt in den April 1924 datieren lassen.

Erich Hartmann ist vor allem als Maler der Hamburgischen Sezession bekannt. Er studierte anfangs an der Düsseldorfer Akademie (1903-06), sowie an der Privatschule von Hermann Gröber in München und darauf Studium an der dortigen Akademie. Durch eine Verwundung im Weltkrieg kam er nach Altona und fortan blieb er in Hamburg ansässig. 1919 trat er der dortigen Sezession bei und es entstanden gewaltige, expressive Werke. Im Dritten Reich wurden einerseits Werke des Künstlers als „entartet“ beschlagnahmt, andererseits erhielt er aber auch öffentliche Aufträge für Wandbilder. Beispielhaft für die vielen „Graubereiche“, was deutlich macht, dass stets der einzelne Künstler zu betrachten ist und Schablonen hier nicht helfen. Nach 1945 war er Professur an der Landeskunstschule Hamburg.

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19. April 2026

 

Mitte April 1937 brach ein Künstler zu einer Reise nach Frankreich auf und hielt seine Eindrücke und Erlebnisse in einem Skizzenbuch fest. – Ein feines, flottes und durchaus modernes Zeugnis.

Unbekannter (deutscher) Künstler
‚Skizzenbuch mit 32 Zeichnungen‘
unsigniert, teilw. datiert (April-Juli 1937)

32 Zeichnungen (23 Bleistift, 3 Farbkreiden, 6 Tusche), in Skizzenbuch („Esquisse“)
10,5 x 13,5 cm
€ 530,-

… zum Angebot …

Auf Basis der Bezeichnungen lässt sich sagen, dass das Skizzenbuch während einer Reise (von Belgien) nach Frankreich im Zeitraum von (spätestens) April bis zum Juli 1937 entstand. – Die erste Datierung ist vom 22. April und die letzte Datierung vom 6. Juli 1937.

Vielleicht haben wir bei der hier zuerst gezeigten Zeichnung („nach Réalité (Bruxelles)“) den Künstler in einem Selbstbildnis vor uns. In wenigen dünnen Linien zeigt sich ein dünner Mann, der mit seiner rechten Hand nach unten weist.

Mithilfe der Bezeichnungen lässt sich zumindest teilweise die Reiseroute des Künstlers nachverfolgen: Paris, Maissons-Laffitte, La Malmaison, Gisors, Provins, Clermont-Ferrand.

Es ist offensichtlich, dass diese Reise kein bloßer Urlaub war, denn dafür ist diese Zeitspanne von mindestens zweieinhalb Monaten doch zu lang. Vielmehr darf man wohl annehmen, dass es eine Studienreise eines Künstlers oder eines Kunststudenten war. Und bezogen auf den Zeitraum der Reise ist es zudem interessant zu bemerken, dass die damalige Pariser Weltausstellung vom 25. Mai bis zum 25. November stattfand, so dass es keinesfalls unwahrscheinlich ist, dass dieser unbekannte Künstler auch die Weltausstellung besuchte bzw. seine Frankreichreise eben explizit mit dieser Großveranstaltung verband. Und nebenbei war es auch die damalige Weltausstellung auf welcher das monumentale „Guernica“-Gemälde Picassos im spanischen Pavillon präsentiert wurde.

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18. April 2026

 

Vor 193 Jahren (18. April 1893) wurde der niederländische Künstler Pieter van der Brug geboren.

Pieter van der Brug
1897 Woudsend – 1993 Nijefurd
‚Stillleben‘
unten rechts signiert & datiert (1934)
Öl auf Leinwand
40,5 x 50,3 cm
€ 430,-

… zum Angebot …

Ein Stillleben-Arrangement mit verschiedenen Küchenutensilien und Obst präsentiert uns hier Pieter van der Brug.
Der Grundton des Werks ist deutlich das Violett, das sich im unterlegten Tuch, dem Vorhang im Hintergrund, sowie, in Form des Samowars wiederfindet. Harmonisch fügen sich ein dunkelbraunes und ein jadegrünes Gefäß dem Samowar bei. Dieses Trio wirkt dann auch dunkler, gedämpfter wie der kleinere linke Bildbereich. Denn in diesem linken Bereich fällt zunächst der veränderte Untergrund, in Form eines zart grünblauen Tuches, auf. Diesem neuen, helleren Kolorit folgen auch die Objekte auf diesem Untergrund. Im hinteren Bereich steht eine umgekippte Siebschüssel aus Keramik, die einen weißgräulichen Innenteil zeigt. In dieser Schüssel und davor liegen vereinzelt Äpfel und Birnen.

Pieter van der Brug war vornehmlich Autodidakt. Anfangs war er in Amsterdam ansässig (1918-28), bevor er nach Nijefurd (Zuidwest-Friesland) zog und dort fortan blieb.

 
17. April 2026

 

Am heutigen 17. April möchte ich an Anja Decker erinnern, die vor 118 Jahren geboren wurde.

Anja Decker
1908 Berlin – 1995 München
‚italienische Straßenszene‘
unten rechts sign. & dat. (1932)
Öl & Tempera auf Leinwand / Foamboard
38 x 50,5 cm
€ 1.500,-

… zum Angebot …

Anja Decker hatte in ihrer Jugend und der frühen Schaffenszeit ein ungemein spannendes Leben. Zeitweise lebte sie auf der Krim, in der Schweiz und schließlich in Deutschland. Ende der 1920er Jahre begann sie ihr Studium an der Münchner Akademie an welches sich zahlreiche Studienreisen, unter anderem nach Österreich, Ungarn, Jugoslawien, England, Belgien und wiederholt nach Italien und Frankreich anschlossen.
Ab etwa 1950 wandte sich Anja Decker der abstrakten Kunst zu und fand hierbei zu einem eigenständigen Stil.

Das vorliegende Werk datiert auf 1932 und entstand demnach während einer der frühen Studienreisen. Unter einem strahlend blauen Himmel zeigt sich der Blick auf ein (italienisches) Dorf. Aus dem Vordergrund führt ein, durch Sonnenlicht in ein zartes Violett getauchter, Weg leicht geschwungen zum Eingangstor. Links und rechts hiervon zeigen sich Steinmauern, die ebenfalls in zartem Violett ausgeführt sind. Hinter der Mauer bilden Büsche, Bäume und Sträucher in verschiedenen Grüntönen eine farbliche Abgrenzung zwischen dem Violett des Vordergrunds (Weg und Mauer) und dem hellen Ockerton der Gebäude.
Als ein kleines, feines Detail hat die Künstlerin in diese menschenleere Ansicht ein Pferd gestellt, welches auf der mittleren Wegstrecke gerade beim Grasen ist.

 
16. April 2026

 

Heute am 16. April jährt sich der Todestag von Ignaz Kaufmann zum 51. Mal.

Ignaz Kaufmann
1885 Braunseifen [Ryžoviště] – 1975 Buenos Aires
‚Herrenbildnis‘
oben rechts monogr. & dat. (1925)
Öl / Leinwand
75 x 55 cm
€ 1.900,-

… zum Angebot …

Ignaz Kaufmann wuchs in dem mährischen Dorf Braunseifen auf, ab 1891 lebte die Familie in Wien, wo er seine erste künstlerische Ausbildung erhielt. Hierauf studierte er in Wien und Stuttgart und unternahm Studienreisen nach Paris und Italien bis der Weltkrieg ausbrach und Kaufmann als Soldat eingezogen wurde. Nach Kriegsende besuchte Kaufmann ein Semester lang die Kunstakademie in Wien. Es folgten weitere Studienreisen nach Paris, Venedig, Wien und Berlin.
Spätestens 1921 ist er in Stuttgart ansässig. Dort war er u. a. im Bekanntenkreis des Architekten Oscar Bloch (1881-1937), den er auch porträtierte, stellte im Württembergischen Kunstverein aus und wurde Mitglied im Stuttgarter Künstlerbund.

Ab 1933 setzten Repressionen ein, Kaufmann konnte nur noch an „Jüdischen Kunstausstellungen“ teilnehmen und war dort vertreten neben u. a. Alice Haarburger, Trude Munk, Klara Neuburger, Emilie Ott, Else Samuel und Paula Straus. Daneben arbeitete er im Stuttgarter “Freien Jüdischen Lehrhaus” und half anderen Juden bei deren Emigration. Er selbst emigrierte 1939 nach England. Zum 10. Dezember 1939 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.
Ignaz Kaufmann kehrte nicht mehr nach Deutschland zurück und sein Schaffen geriet in Vergessenheit.

Das vorliegende Gemälde datiert auf 1925 und entstand damit in der Stuttgarter Schaffenszeit des Künstlers. Womöglich wird es sich bei diesem gelungenen expressiv realistischen Herrenbildnis um ein Auftragsportrait handeln.

 
15. April 2026

 

In der Mitte des Monats schauen wir dieses Mal – als eine kleine Ausnahme! – auf nichts Modernes, sondern richten den Blick etwas weiter zurück in die Vergangenheit auf ein kleines, handgemaltes Kalenderbild für den Monat April.

unbekannter Künstler (19. Jhd.)
‚Kalenderbild für den Monat April‘
unsigniert
Gouache auf Papier
5,3 x 7,5 cm (inkl. Goldrand)
€ 100,-

… zum Angebot …

In diesem kleinen, feinen Monatsbild April zeigt uns ein namentlich nicht genannter Künstler die Darstellung eines jungen, am Boden sitzenden Sämanns mit rotem Mantel, schwarzem Hut unter dem goldene Locken hervorkommen und hellen Hosen. Mit seiner linken Hand weist er in die frühlingshafte Landschaft. Die dort im Hintergrund zu sehenden Bäume sind (noch) kahl, werden aber bald grünen. Links am Bildrand, vor einer Gebäudemauer, ein kleiner Putto mit einem Getreidesack und zwei Wagenrädern, was deutlich auf die Feldarbeiten hinweist.

 
14. April 2026

 

Vor wenigen Tagen (10. April) jährte sich der Todestag des Hamburger Künstlers Ernst Witt.

Ernst Witt
1901 Hamburg – 1977 ebd.
„Brücke in Marseille“
unten rechts signiert & datiert (1953)
Gouache, Farbkreiden auf Karton
45 x 60 cm (Motiv)
vormals Sammlung von Dr. Konrad Hans Havemann (1899-1986)
€ 2.200,-

… zum Angebot …

Ernst Witt besuchte anfangs die Kunstgewerbeschule Hamburg (1919-23) und war hierauf freischaffend in Hamburg tätig. In den 1930ern hatte er mehrere Studienaufenthalte in Frankreich, Spanien und Marokko. Zugleich trat er noch vor 1933 der KPD und der ASSO bei. 1937 wurden zwei Werke aus dem Bestand der Hamburger Kunsthalle als „entartet“ beschlagnahmt. 1938 war er acht Monate lang in Paris bei Arnold Fiedler, der bereits 1937 dorthin emigrierte. Den eigentlichen Plan ebenso in Paris zu bleiben führte Witt dann doch nicht aus, kehrte nach Hamburg zurück und wurde später für zehn Tage in Fuhlsbüttel inhaftiert. Im Juni 1943 ging ein Großteil seines Schaffens bei einer Bombardierung Hamburgs verloren. Nach 1945 war er künstlerisch aktiv, engagierte sich in Künstlervereinigungen und war zudem als Kunsterzieher tätig.

Diese expressiv realistische Ansicht entstand während einer Reise nach Frankreich.
Bei der dargestellten Brücke wird es sich um die Kreisbogenbrücke am kleinen Fischerhafen Vallon des Auffes im Herzen von Marseille handeln.

Beachtenswert ist zudem die Provenienz. – Der Künstler hat das Werk am 24. November 1954 an Dr.-Ing. Konrad Havemann (1899-1986) gewidmet. Der Widmung nach übergab er das Werk zu Dr. Havemanns Ernennung zum Baudirektor, was auch inhaltlich mit dem Brückenmotiv gut passt, da Dr. Havemann zeitweise Leiter der Hauptabteilung „Bücken- und Ingenieurbau“ im Hamburger Tiefbauamt war.

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13. April 2026

 

Vor gut 100 Jahren schuf der (noch) neunjährige Hellmut Steinebach dieses Selbstbildnis(?) mit Blick auf den Rhein.

Hellmut Steinebach
1916 Düsseldorf – 1942 Russland
‚Selbstbildnis(?) am Rhein‘
rechts bez. & dat. (1926)
Bleistift auf Kalenderblatt
17,7 x 23,2 cm
€ 90,-

… zum Angebot …

Der Terminus ‚verschollene Generation‘ wurde von Rainer Zimmermann an den Jahrgängen 1890-1905 erarbeitet, wobei es relativierend heißt, dass „eine Generation innerhalb starrer Jahreszahlen nie ganz erfaßt [wird]. Deshalb wurden geringe Abweichungen in Geburtsjahrgängen in wenigen Fällen hingenommen, sofern es die künstlerische und biographische Zugehörigkeit gebot. (1980: 26).

Bei Hellmut Steinebach ist es sicher schwer von einer ‚geringen Abweichung‘ beim Geburtsjahr zu sprechen, doch finden sich Anknüpfungspunkte zu Vertretern der ‚verschollenen Generation‘ – die künstlerische Ausbildung, der expressiv-realistische Ausdruck, sowie der frühe Tod im Weltkrieg.
Schon früh befasste er sich mit der Kunst. Die Schwester Eva schreibt rückblickend: „Meine Geschwister [d.h. Hellmut und Marieluise] musizierten und zeichneten miteinander und zogen in ihren verwandten Charakteren den Umgang mit Literatur und Kunst dem lauten Dasein vor“ (1975: 200).
Hellmut Steinebach besuchte ab 1935/36 die Kunstakademie Düsseldorf und war Schüler von Paul Bindel und Werner Heuser – Vertreter der Moderne. Die Militärzeit und der Kriegsbeginn unterbrachen das Studium. 1942 fiel Steinebach in Russland.

Beim Entstehen dieser Zeichnung war er keine zehn Jahre alt und womöglich hat er sich hier selbst dargestellt – die Hände in den Hosentaschen, oberhalb des Rheins entlang wandernd und auf ein Schiff schauend. Der locker sitzende Hut, die Schuhe und die hochgezogenen Socken lassen an einen fröhlichen „Naturburschen“ denken.

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12. April 2026

 

Vor 201 Jahren (12. April 1825) erblickte Ludwig Thiersch das Licht der Welt.

Ludwig Thiersch
1825 München – 1909 ebd.
„Unsere gute Mama“ (Bildnis der verstorbenen Mutter)
unten links signiert, bezeichnet & datiert (28.03.1878)
Bleistift auf Karton
29,9 x 39,8 cm
€ 750,-

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Ludwig Thiersch war Maler, Zeichner, Kirchenmaler. Bekannt wurde er insbesondere als Experte für byzantinische Kunst, was ihm bedeutende Aufträge und auch Ehrungen in Griechenland und Russland einbrachte.

Die hier gezeigte Bleistiftzeichnung ist ein ganz persönliches Zeugnis seins künstlerischen Schaffens.
Der ausführlichen und detaillierten Bezeichnung nach hat Thiersch hier das Bildnis seiner wenige Stunden zuvor verstorbenen Mutter, Amalie Thiersch, geb. Löffler (1794 Gotha – 1878 München), gezeichnet. Diese liegt nun ruhig im Bett, die Hände sind zusammengefaltet auf dem Bauch, die Augen geschlossen.
Es ist ein Bildnis der Ruhe und der Zeitlosigkeit, wie auch ein Beweis für die innige Liebe, die der Sohn seiner Mutter entgegenbrachte. Ganz ergreifend und anrührend ist dann auch die so liebevolle Bezeichnung des damals fast 53jährigen Sohnes, der hier seine Mutter als „unsere gute Mama“ benennt.

 
11. April 2026

 

Vor 40 Jahren (11. April 1986) starb Wilhelm von Hillern-Flinsch in seinem 103.(!) Lebensjahr.

Wilhelm von Hillern-Flinsch
1884 Freiburg – 1986 München
„Auf Gut Forken (Buddenbrock/Ostpreußen)“
unten rechts monogr. & dat. (1940)
Tusche / Papier
23,9 x 32 cm
€ 790,-

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Wilhelm von Hillern-Flinsch
1884 Freiburg – 1986 München
„Schafalm bei Hofgastein“
unten rechts monogr. & dat. (20. Juni 1942)
Kreide / Karton
30,5 x 37,2 cm
€ 1.100,-

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Wilhelm von Hillern-Flinsch hat eine Vita, die sicher für mehr Leben gereicht hätte. – Mehrere erfolgreiche Berufe, mehrere Wohnorte, viele Reisen, drei Ehen.

Nach Schulbesuchen in Königsfeld, Wandsbeck und an der Klosterschule Roßleben, begann er die Offizierslaufbahn. 1910 schied er aus dem Militär aus und wurde Bobfahrer. Nach dem Kriegsdienst (1914-18) reiste er nach Schweden und widmete sich der Kunst. Seine Ausbildung erhielt er in München (ab 1922). Mitte der 1930er Jahre zog er (wie andere Künstler auch) nach Berlin, hoffend auf ein möglichst (noch) freies künstlerisches Umfeld. Nachdem sein Berliner Atelier 1943 ausgebombt wurde, ging er nach Kärnten und Gastein. Von 1945 bis 1953 war er in Schweden und arbeitete als Gärtner, später als Porträtist und Leiter einer Malschule. 1953 kehrte er nach München zurück und schuf ein fulminantes Spätwerk.

Diese beiden Zeichnungen stammen aus turbulenten Zeiten (1940-42).
Das Gut Forken gehörte dem Roßlebener Schulfreund Horst Freiherr von Buddenbrock. Die „Schafalm“ wird Hillern-Flinsch während einer der Reisen nach Gastein gesehen haben.
Beide Blätter zeichnen sich durch eine spontane Dynamik aus, wobei besonders das Kantige, Klare in der Menschendarstellung heraussticht. Während die Feldarbeiter noch freier, ungezwungener reden, wirkt die „Schafalm“ merklich gedrückter, dichter, dunkler.

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10. April 2026

 

Vor 141 Jahren (10. April 1885) wurde Arthur Hoffmann geboren.

Arthur Hoffmann
1885 Leipzig – [vor 1955] ‚Landschaft mit tanzender Kindergruppe unter hohen Bäumen (Maientanz?)‘
unten rechts signiert
Öl auf festem Malkarton
49,5 x 36,8 cm
€ 420,-

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Über den Maler und Zeichner Arthur Hoffmann ist leider wenig bekannt. Anhand von Ausstellungen lässt er sich vornehmlich in Leipzig nachweisen – er lebte in Leipzig-Schönefeld (Taubestr. 3). Sein nachweisbares Schaffen zeigt vornehmlich Landschaften und dörfliche Ansichten in spätimpressionistischer Manier.

Dieses Gemälde ist ein schönes, zumal farbstarkes Beispiel für seine Malerei. Unter den hoch aufragenden, kräftig grünen Bäumen tanzt eine Kinderschar, während sich die Eltern an einem Baumstamm niedergelassen haben. Vielleicht dürfen wir hier an einen Maientanz denken? Hinter der ausgelassenen, sorgenfreien Szenerie weitet sich die Landschaft und der Blick führt über eine goldgelbe Fläche bis zum bläulichen Hügelstreifen in der Ferne. Ein sehr schöner Stimmungseinfang eines warmen, idyllischen Frühsommertages.

 
09. April 2026

 

Vor 131 Jahren (9. April 1885) kam der große Schauspieler Michel Simon zur Welt. – Margarethe Krieger hat ihn mehrfach porträtiert.

Margarethe Krieger
1936 Mannheim – 2010 Heidelberg
„Michel Simon“
unten rechts signiert & datiert (1980)
Lithografie auf Maschinenbütten
Ex. Nr. 42/120
70 x 49,9 cm
€ 140,-

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Margarethe Krieger war eine vorzügliche Zeichnerin, Grafikerin und Illustratorin, die vor allem durch ihre eindringlichen Menschendarstellungen etwas Bleibendes hinterlassen hat. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Karlsruher Kunstakademie (bei Karl Hubbuch).
Schon früh fand sie ihr bevorzugtes Thema: der Mensch. Sie schuf Porträts sowie Illustrationen zu Büchern, Texten (u. a. „Don Quijote“, „König Lear“) und auch biblischen Themen.
Für Ihr Schaffen erhielt sie zahlreiche Preise, wie 1968 den Grafikpreis im Musée d´Art Moderne (Paris) und 1992 den Willibald-Kramm-Preis (Heidelberg).

In dieser Grafik hat sie Michel Simon (1895 Genf – 1975 Bry-sur-Marne) posthum dargestellt. Die Beiden kannten sich seit 1965 und seitdem entstanden zahlreiche Bildnisse.
Margarethe Krieger hat hier den Abstraktionsgrad merklich erhöht. Die äußeren Bereiche sind eher zart, sehr reduziert ausgeführt und führen in ihren lockeren Linien zur Bildmitte, dem Gesicht, hin. Dieses ist signifikant dunkel, mit harten, kantigen Flächen dargstellt. Der Blick aus dem leicht geneigten Kopf geht müde, traurig nach links. Es wirkt alles schwer, voller Trübsinn und Melancholie. Ein hartes gelebtes Leben tritt er auf eine unnachahmliche Weise vor uns.

„Für Michel Simon waren Margarethe Kriegers Zeichnungen wie ein Schock. Weil sie blitzartig etwas von Wahrheit enthüllen, und vor dieser Wahrheit verschlug es ihm die Sprache“ (so in einem Artikel der „Weinheimer Nachrichten“ (v. 27./28.04.1998).

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08. April 2026

 

Heute ist der 78. Geburtstag (8. April 1948) des wunderbaren Künstlers Wolfgang Blanke! Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!

Wolfgang Blanke
*1948 Münster
„Marion“
recto & verso jeweils monogr. & datiert (1997)
Emulsion auf Sperrholz
63,5 x 39 cm
€ 790,-

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Wolfgang Blanke fand nicht auf direktem Wege zur Kunst, seine erste Leidenschaft galt dem Meer. Zwischen 1966 und 1971 war er – mit Unterbrechungen – Seemann bei Hapag-Lloyd. Bereits während dieser Zeit hatte er 1969 seine erste Ausstellung im Rathaus Paderborn.
1971 besuchte er die Kunstakademie Karlsruhe (bei Peter Burger). Zwischen 1972 und 1975 war er am Fachbereich für Kunst- und Werkerziehung, Kunstgeschichte und Archäologie an der Universität Mainz beschäftigt, sowie von 1977 bis 1989 Kunsterzieher am Gymnasium Germersheim. In den Jahren 1990 bis 1992 lebte er auf der Segelyacht „Sakura“, bevor er 1994 an das Germersheimer Gymnasium zurückkehrte. Die Jahre 2003-04 verbrachte er auf der Segelyacht „Duet“ von New York bis Bahamas.

Wolfgang Blankes bevorzugte Themen sind sicherlich der Mensch und die Landschaft. Locker und ungezwungen, kräftig und liebevoll wirken diese eingefangenen Momente. Die besondere Wirkkraft kommt nicht zuletzt daher, dass sich der Künstler intensiv mit Malmaterial und Maltechnik befasste und hierauf aufbauend dann auch den Band „Malen mit Pigmenten und variablen Bindemitteln“ verfasste.

Dieses Werk zeigt nun einen sehr reizvollen, farblich ganz wunderbar leuchtenden (Halb-)Akt. Die dunklere Figur in heller, weißer Kleidung steht vor dem zauberhaft rötlich schimmernden Hintergrund eines sonst nicht näher definierten Raumes.

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07. April 2026

 

Heute ist der 122. Geburtstag (7. April 1997) von Hilde Rubinstein.

Hilde Rubinstein
1904 Augsburg – 1997 Göteborg
‚Hinterhof in Schweden‘ (verso: verworfenes Portrait)
links oben signiert & datiert (1940)
Aquarell, Tempera, Deckfarben auf Aquarellkarton
45,8 x 38,1 cm
€ 860,-

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Hilde Rubinstein trat um 1930 der KPD in Berlin bei. Damals verlagerte sich ihr Schaffen vom malerisch-zeichnerischen mehr zum schriftstellerischen Wirken. Erste Bühnenstücke deuteten auf eine erfolgreiche Zukunft hin.
Doch wie auch bei anderen Künstlern war das Jahr 1933 eine arge Zäsur. Als Jüdin und Kommunistin war sie doppelt gefährdet, wurde am 19. Nov. 1933 in Berlin verhaftet und schließlich am 1. Sept. 1934 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ verurteilt. Am 15. Mai 1935 entließ man sie aus der Haft. Doch aufgrund der weiterbestehenden Gefahr, emigrierte sie schließlich im September 1935 mit ihrer Tochter über Belgien und die Niederlande nach Stockholm. Dort hielt sie sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser, bevor die nächste Zäsur einbrach. – Während einer Russlandreise wurde sie beschuldigt „trotzkistischer Kurier“ zu sein und für zehn Monate inhaftiert. Nach der Haft sollte sie nach Deutschland abgeschoben werden, schaffte es aber in Warschau den Gefangenentransport zu verlassen und schlug sich über Riga nach Schweden durch. Sie lernte Schwedisch, begann zu schreiben und zu übersetzen. 1947 erhielt sie die schwedische Staatsbürgerschaft.

Das vorliegende Werk datiert auf 1940 und entstand damit in den frühen schwedischen Exiljahren nach der Haft in Russland.
Die Szenerie vermittelt eine gedrückte, kühle Stimmung. – Die etwas beschädigte Hausfassade, ebenso wie der grau bewölkte Himmel. Und dennoch liegt dem Ganzen eine gewisse Ruhe und Zeitlosigkeit inne… Der kleine schwarze Vogel am unteren rechten Rand ist dabei ein kleines, feines Detail – zugleich das einzige Lebewesen innerhalb des Motivs.

 
06. April 2026

 

Heute ist der 122. Geburtstag (6. April 1904) von Rolf Böhlig.

Rolf Böhlig
1904 Hamburg – 1979 ebd.
‚norddeutsches Dorf an einem Fluss‘
links unten signiert & datiert (1973)
Öl auf Pressspanplatte
39,8 x 42 cm
€ 620,-

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Bis zu seinem 65. Lebensjahr war Rolf Böhlig als Lehrer an der Hamburger Meisterschule für Mode, sowie vor allem an der Berufsschule für Wirtschaftswerbung in Altona tätig. Nach seiner Pensionierung 1969 begann er sich vermehrt der Malerei zu widmen und es entstand ein reichhaltiges, farbkräftiges Spätwerk. Zeitlebens lieferte ihm seine hamburgische, norddeutsche Heimatregion Motive für Aquarelle, Zeichnungen und Gemälde. So entstanden insbesondere Hafenszenen, sowie Landschaften und Stadtansichten.

Diese hier gezeigte expressiv-realistische Flusslandschaft datiert auf 1973 und ist damit in diese späte, farbintensive Schaffensphase einzuordnen.

 
05. April 2026

 

Vor 34 Jahren (5. April 1992) verstarb Karl Otto Hy.

Karl Otto Hy
1904 Rüdesheim – 1992 Wiesbaden
„Gartenkolonie“
rechts unten signiert & datiert (1929)
Aquarell & Bleistift auf Büttenkarton
36 x 25,4 cm
€ 1.600,-

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Nach einer Lehre zum Dekorationsmaler, besuchte Karl Otto Hy die Kunstgewerbeschulen in Mainz und Wiesbaden (1925-29). Seine damaligen Lehrer waren u.a. Hans Christiansen, Otto Fischer-Trachau und Otto Arpke. Bereits neben seinem Studium arbeitete er für den bedeutenden Wiesbadener Architekten Johann Wilhelm Lehr und auch in der Folgezeit war er an zahlreichen Restaurierungen und Gestaltungen von Bauwerken beteiligt. In seiner freien Zeit entstanden immer wieder Aquarelle und Zeichnungen, die mitunter sehr expressiv und farbstark ausfielen.
In den späten 1930er Jahren entstanden jene kühlen, neusachlichen Wiesbaden-Ansichten für die Hy auch heute noch bekannt ist.

Die hier gezeigte „Gartenkolonie“ entstand 1929, dem Jahr des Studienendes – zugleich ein produktives Jahr, das sich durch eine auffallend hohe künstlerische Qualität auszeichnet.

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04. April 2026

 

Vor 66 Jahren (4. April 1960) verstarb Fritz Kronenberg.

Fritz Kronenberg
1901 Köln – 1960 Hamburg
„Deichlandschaft auf Baltrum“

rechts unten signiert & datiert (1936)
Lithographie auf Ingrespapier
61,2 x 92 cm (Blatt)

Auflage der Griffelkunst-Vereinigung [Wahl 42, I. Quartal 1936, B-Reihe], u. U. Zustands-, Probedruck, worauf das unüblich große Blattmaß hindeuten könnte
€ 200,-

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„Als Mitglied der Hamburgischen Sezession erlebte Kronenberg 1933 die NS-Aktionen gegen die moderne Kunst und persönliche Verfemung als ‚Entarteter‘ oder als ‚artfremd‘. Nach der Selbstauflösung der Hamburgischen Sezession blieben Maetzel und er unbeirrt bei ihrer Kunstrichtung. Sie zogen sich zurück. Trotz Gesinnungsschnüffelei und Scherereien mit Feldhütern malten sie weiterhin gemeinsam vor der Natur, wozu sie sich mit großem Rucksack, Feldstuhl und Malutensilien ausrüsteten.“ (Maike Bruhns (2001): Kunst in der Krise (Band 2), Hamburg: Dölling und Galitz, S.250).

In diesem zeitlichen Kontext entstand diese auf das Jahr 1936 datierende Lithografie. Das Blatt ist eine jener etwa 40 Druckgrafiken, die Kronenberg zwischen 1936 und 1961 im Auftrag der Griffelkunst-Vereinigung schuf. – Und demnach handelt es sich bei dieser immerhin 90 Jahre alten Baltrum-Ansicht um eine sehr frühe Arbeit hiervon.
Es ist ein erstaunlicher und für die damalige Zeit sicherlich auch gewagter Minimalismus, der aus dieser Ansicht spricht. Kronenberg verzichtet ganz bewusst auf Details und erst bei einem genaueren Betrachten zeigen sich solch kleine, dezent eingefügte „Verspieltheiten“ wie der hölzerne Zaun rechts vom vorderen Gebäude. Entgegen einer Idealisierung der norddeutschen Landschaft, gelingt es Fritz Kronenberg diese spezielle Ansicht in seiner ganz eigenen Manier, seinem eigenen Empfinden nach festzuhalten. Und so wirkt dieses menschenleere Motiv auf den Betrachter sowohl kühl und abweisend, als auch zugleich verträumt und anziehend. In einer allzu lauten, allzu wilden und allzu wütenden Umwelt, vielleicht wie eine Art Refugium für den Künstler.

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03. April 2026

 

Vor 41 Jahren (3. April 1985) verstarb Heinrich Burkhardt.

Heinrich Burkhardt
1904 Altenburg – 1985 Berlin
‚expressives Frauenportrait‘

1975 | links unten signiert
Mischtechnik auf Karton
22 x 26,4 cm
€ 390,-

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Schüler der Dresdner Akademie, ab 1931 Mitglied der Dresdner Secession. Nach 1945 zunächst Professor an der Meisterschule für Graphik Berlin-Friedrichshain, sowie von 1954 bis 1968 Professor an der Hochschule für bildende Künste (Berlin).
Heinrich Burkhardt schuf ein reichhaltiges, oftmals noch zu entdeckendes Werk.
Dieses farbstarke expressive-realistische Frauenbildnis stammt aus dem Spätwerk.

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