|| T Ä G L I C H E D O S I S K U N S T I M A U G U S T 2 0 2 6 ||
Vor 40 Jahren – am 31. August 1986 – starb der pfälzische Maler Peter Heieck in Bad Dürkheim.
Peter Heieck
1898 Ludwigshafen – 1986 Bad Dürkheim
‚Bildnis von Dr. von Brockdorff (Schney über Lichtenfels)‘
unten links signiert, [um 1952]
Öl / Leinwand auf Platte
41,4 x 30,6 cm
€ 420,-
Peter Heieck erlernte zunächst den Beruf des Formers und Kernmachers. Während des Ersten Weltkriegs begann er nach einem Lazarettaufenthalt mit ersten Zeichen- und Porträtstudien. 1917/18 besuchte er die Abendakademie Mannheim und erhielt parallel Privatunterricht bei Willy Weber. 1918/19 folgte der Besuch der Kunstakademie Karlsruhe und wenig später besuchte er Abendkurse an der Dekorationsfachschule Zimmermann in Mannheim.
Ab 1921 arbeitete Heieck als freischaffender Künstler, insbesondere als Landschafts- und Porträtmaler. Nach dem Zweiten Weltkrieg ließ er sich in Bad Dürkheim nieder. Neben Porträts entstanden Landschaften und Stillleben.
Das um 1952 entstandene Bildnis des damals in Schney über Lichtenfels lebenden Dr. von Brockdorff zeigt exemplarisch Heiecks zurückhaltende, auf den individuellen Ausdruck konzentrierte Porträtauffassung.
Womöglich handelt es sich hierbei um Hugo Graf von Brockdorff (1879-1970).
Am 30. August 1981 – vor 45 Jahren – starb der Maler, Zeichner und Grafiker Friedrich Vogel in Stuttgart.
Friedrich Vogel
1903 Pforzheim – 1981 Stuttgart
‚farbige Abstraktion‘
unten rechts monogrammiert & datiert (27. April 1977)
Ölfarben auf Leinwand
21,5 x 14 cm
€ 90,-
Friedrich Vogel war als Künstler Autodidakt und arbeitete beruflich als Kaufmann. Ab den 1930er Jahren schuf er vor allem kleinformatige Stillleben, Landschaften und figürliche Darstellungen. Dabei arbeitete er in Öl, Pastell und Mischtechnik und entwickelte zunächst eine gemäßigt impressionistische, später vom expressiven Realismus und der Neuen Sachlichkeit geprägte Bildsprache.
Nach 1945 wandte sich Vogel zunehmend dem Informel zu. Es entstand ein vielfältiges abstraktes Werk, in dem Farbe, Form und freie Gestaltung bestimmend wurden.
Die vorliegende, auf 1977 datierte Arbeit gehört zu dieser späten Schaffensphase.
Ein großer Teil seines künstlerischen Nachlasses befindet sich im Stadtarchiv Stuttgart.
… weitere Werke von Friedrich Vogel …
Vor 101 Jahren – am 29. August 1925 – wurde der vielseitige Künstler Wilfried Reckewitz in Barmen geboren.
Wilfried Reckewitz
1925 Barmen – 1991 Wuppertal-Barmen
‚Abstraktion in Grau, Braun, Schwarz und Rot‘
Unten mittig signiert & datiert (Sept. 1963)
Aquarell & Tusche auf Büttenpapier
34 x 55,2 cm
€ 1.100,-
Wilfried Reckewitz besuchte 1942 die Meisterschule für das gestaltende Handwerk in Wuppertal-Barmen und studierte ab 1945 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Werner Heuser, Ewald Mataré, Otto Pankok und Otto Coester. Bereits 1946 wurden seine Arbeiten in der Kunsthalle Düsseldorf in der Ausstellung „Junge Ernte“ gezeigt. 1949 wurde Reckewitz Mitglied des Rings Bergischer Künstler (RBK), 1952 erhielt er den Dr.-Ludwig-Lindner-Preis des RBK.
1964 erhielt er gemeinsam mit Gertrud Höhler den Förderpreis des Von der Heydt-Museums.
Das im September 1963 entstandene Blatt zeigt eine reduzierte Komposition aus Grau, Braun, Schwarz und Rot, in der flächige und geschwungene Formen spannungsvoll aufeinander reagieren.
Vor 164 Jahren – am 28. August 1862 – wurde der niederländische Maler und Zeichner Frans Smissaert in Den Haag geboren.
Frans Smissaert
1862 Den Haag – 1944 Laren
‚Fischer beim Einholen der Netze‘
unten rechts monogrammiert, [um 1895–1900]
Kohle auf Karton
31,9 x 25,7 cm
€ 210,-
Frans Smissaert erhielt bereits mit zwölf Jahren Zeichenunterricht und widmete sich zunächst vor allem der Darstellung der niederländischen Landschaft. Erst um 1900 begann er intensiver zu malen und studierte anschließend an der Akademie in Den Haag. Von 1902 bis 1907 wurde er von Willem Roelofs unterrichtet. Reisen führten ihn unter anderem nach Paris. 1914 ließ er sich in Laren nieder.
Meer, Dünen und Fischer gehören zu den wiederkehrenden Motiven in Smissaerts Werk.
Die vorliegende Zeichnung zeigt sechs Fischer beim Einholen ihrer Netze. Die Figuren erscheinen ruhig und ganz in ihre Arbeit vertieft, während die weite, nur angedeutete Umgebung die für Smissaert charakteristische Verbindung von Mensch und Landschaft bestimmt.
… weitere Werke von Frans Smissaert …
Und noch ein Jahrestag: vor 98 Jahren – am 27. August 1928 – starb der Maler, Zeichner und Grafiker Wilhelm Oesterle in Berlin.
Wilhelm Oesterle
1876 Wagenstadt – 1928 Berlin
„Mann und Frau“
unten rechts signiert
Aquarell auf Papier
43,8 x 29,6 cm
€ 490,-
Wilhelm Oesterle wuchs in einer religiösen Kleinbauernfamilie auf und wurde mit 14 Jahren Vollwaise. Nach einer Lehre bei dem Kirchen- und Dekorationsmaler Karl Weiß besuchte er die Handwerkerschule in Berlin und anschließend die Kunstgewerbeschule in Karlsruhe. 1906 ging er zurück nach Berlin und wurde Schüler von Lovis Corinth.
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg konnte Oesterle erste künstlerische Erfolge verzeichnen. Neben Malerei und Zeichnung widmete er sich insbesondere der Druckgrafik. 1912 entstand mit „Kriegsfurie“ ein frühes Antikriegsblatt. Während seines Kriegsdienstes entstanden weitere Zeichnungen und Radierungen.
Nach 1919 lehrte Oesterle an der Reimannschule in Berlin und engagierte sich gemeinsam mit Käthe Kollwitz in der Bildungsarbeit der freien Gewerkschaften. Auch mit Heinrich Zille arbeitete er zusammen.
Sein Werk kreist vielfach um menschliche und soziale Themen.
Diese Arbeit „Mann und Frau“ zeigt in stark abstrahierender Form ein eng verbundenes Paar.
Vor 157 Jahren – am 27. August 1869 – wurde der Maler Adolf Obst in Berlin geboren.
Adolf Obst
1869 Berlin – 1945 Potsdam
„Am Bergeshang“
rechts unten signiert & datiert (1897)
Öl auf Leinwand, Keilrahmen, gerahmt
96 x 161 cm (ohne Rahmen)
€ 4.600,-
Adolf Obst begann seine Ausbildung mit einer Lehre in der Berliner Reichsdruckerei und besuchte parallel Kurse an der Berliner Kunstakademie. Ab 1888 studierte er dort und wurde ab 1892 Meisterschüler von Eugen Bracht. Bereits 1894 war er erstmals auf der Großen Berliner Kunstausstellung vertreten.
1897/98 unternahm Obst gemeinsam mit dem Schriftsteller Paul Lindenberg eine vom preußischen Kultusminister geförderte Weltreise. Nach seiner Rückkehr gründete er eine private Malschule in Berlin-Wilmersdorf. 1900/01 nahm er als Kriegsmaler und künstlerischer Berichterstatter am deutschen Expeditionskorps in China teil.
Später wurde insbesondere die Landschaft der Mark Brandenburg zu einem Schwerpunkt seines Schaffens.
Das 1897 entstandene großformatige Gemälde „Am Bergeshang“ gehört in die frühe Schaffensphase des Künstlers.
Vor 138 Jahren – am 26. August 1888 – wurde der Maler und Grafiker Willy Habl in Egeln bei Magdeburg geboren.
Willy Habl
1888 Egeln b. Magdeburg – 1964 Hamburg
‚(wohl) böhmische Landschaft‘
unten rechts signiert, [um 1943]
Aquarell und Tuschfeder auf Papier
11,2 x 15,8 cm
Provenienz: Johannes Böse (1879-1955)
€ 370,-
Willy Habl erhielt seinen ersten künstlerischen Unterricht an der Kunstgewerbeschule Kassel. Von 1904 bis 1908 absolvierte er in Hamburg eine Lithographenlehre und studierte parallel an der Hamburger Kunstgewerbeschule bei Friedrich Adler und Carl Otto Czeschka.
Zwischen 1911 und 1914 unternahm Habl zahlreiche Studienreisen, unter anderem nach Oberitalien, Ungarn, Rumänien und auf den Balkan. Nach dem Ersten Weltkrieg war er in der Hamburger Kunstszene tätig und gehörte verschiedenen Künstlervereinigungen an.
Von 1925 bis 1931 lehrte er an der Hamburger Kunstgewerbeschule, anschließend arbeitete er als freischaffender Künstler.
Dieses kleine, feine Landschaftsblatt findet sich interessanterweise auf der Rückseite eines Briefes (Pfingsten 1943) an Johannes Böse, Gründer der Griffelkunst-Vereinigung.
„Die pissende Kuh“ – so heißt diese Grafik des vor 233 Jahren – am 25. August 1793 – in Brünn [Brno] geborenen Künstlers Franz Xaver Rektorzik.
Franz Xaver Rektorzik
1793 Brünn [Brno] – 1851 ebd.
„Die pissende Kuh“
unten links im Druck signiert, um 1830–40
Radierung auf Karton
10,2 × 7,7 cm (Druck)
€ 175,-
Franz Xaver Rektorzik war als Künstler nahezu Autodidakt. Neben seiner Beamtenlaufbahn betätigte er sich stets künstlerisch.
Andreas Andresen schreibt in seinem Band „Die deutschen Maler-Radirer (peintres-graveurs) des neunzehnten Jahrhunderts“ (1870, 4. Bd., S. 108f.) zu diesem, derb betitelten Blatt das Folgende:
„In einer Landschaft steht vorn eine von hinten gesehene Kuh, die ganz die Stellung eingenommen hat, als ob sie pissen wollte oder eben ihre Nothdurft verrichtet hätte. Links weiter zurück liegt eine von vorn gesehene Kuh. Die Landschaft ist vorn flach, erhebt sich aber hinten zu Hügelform, die jedoch nur in Umrissen angedeutet ist. Links unten unter einem Stein der Name Rektorzik f. Ohne Einfassungslinien.“
Heute kein spezieller Jahrestag, sondern ein allgemeiner Sommerblick. Alexander Dinkel zeigt uns in seinen „sommerlichen Feldern“ einen weiten, idyllischen Blick in eine Landschaft, die wohl in den Kraichgau verortet werden kann.
Alexander Baptist Dinkel
1897 Heidelberg – 1981 [?]
„Sommerliche Felder“ (Kraichgau?)
unten rechts signiert, verso oben links mit Künstlername und -adresse
Öl auf fester Platte
58,1 × 72 cm
undatiert
€ 470,-
Alexander Dinkel wuchs in Heidelberg auf. Über seine künstlerische Ausbildung ist nichts bekannt, vermutlich war er Autodidakt. Bereits 1931 ist seine Teilnahme an der Weihnachtsausstellung des Heidelberger Kunstvereins dokumentiert. Es folgten weitere Ausstellungsbeteiligungen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lebte Dinkel in der Bergstraße 19 in Heidelberg.
Seine Landschaftsmalerei ist heute nur vergleichsweise wenig dokumentiert. 2024 waren Werke Dinkels in der Ausstellung „Hempfing und Zeitgenossen – Landschaftsmalerei“ im Museum Hühnerfautei in Schönau zu sehen.
Am gestrigen Tag jährte sich der Geburtstag des Malers, Grafikers und Kunsterziehers Ernst Wolfhagen (22. August 1907) zum 119. Mal.
Ernst Wolfhagen
1907 Hannover – 1992 ebd.
‚abendliche Landschaft mit Wald, Wiesen und Feldern‘
unten links monogrammiert & datiert (1985)
Aquarell, Tempera auf Aquarellkarton
47 x 35 cm
€ 320,-
Bereits während seiner Schulzeit wurde Wolfhagens künstlerisches Talent von Otto Gleichmann erkannt und gefördert. Von 1926 bis 1932 studierte er Philosophie, Biologie und Kunst in Hannover, Heidelberg und Berlin, unter anderem bei Rudolf Großmann, und schloss mit dem Staatsexamen ab. Ab 1933 arbeitete er im höheren Schuldienst – von 1949 bis 1967 war er als Kunsterzieher an der Ricarda-Huch-Schule in Hannover tätig.
Neben der Malerei entwickelte sich insbesondere der Holzschnitt zu einem wichtigen Bereich seines Schaffens. Ab etwa 1957 wandte sich Wolfhagen verstärkt der Grafik zu; insgesamt entstanden rund 800 Holzschnitte. Daneben schuf er Radierungen und illustrierte literarische Texte, unter anderem von Cesare Pavese, Georg Trakl und französischen Lyrikern.
Diese 1985 entstandene Landschaft zeigt eine abendliche Szenerie mit Wald, Wiesen und Feldern und gehört damit zu Wolfhagens spätem malerischem Schaffen.
… weitere Werke von Ernst Wolfhagen …
…und nochmals eine Erinnerung an den gestrigen 119. Geburtstag des Künstlers Ernst Wolfhagen (*22.08.1907).
Ernst Wolfhagen
1907 Hannover – 1992 ebd.
‚Blick in eine weite Küstenlandschaft‘
unten rechts monogrammiert & datiert (1979)
Aquarell, Tempera auf Aquarellkarton
35,8 x 47,8 cm
€ 360,-
Bereits während seiner Schulzeit wurde Wolfhagens künstlerisches Talent von Otto Gleichmann erkannt und gefördert. Von 1926 bis 1932 studierte er Philosophie, Biologie und Kunst in Hannover, Heidelberg und Berlin, unter anderem bei Rudolf Großmann, und schloss mit dem Staatsexamen ab. Ab 1933 arbeitete er im höheren Schuldienst – von 1949 bis 1967 war er als Kunsterzieher an der Ricarda-Huch-Schule in Hannover tätig.
Neben der Malerei entwickelte sich insbesondere der Holzschnitt zu einem wichtigen Bereich seines Schaffens. Ab etwa 1957 wandte sich Wolfhagen verstärkt der Grafik zu; insgesamt entstanden rund 800 Holzschnitte. Daneben schuf er Radierungen und illustrierte literarische Texte, unter anderem von Cesare Pavese, Georg Trakl und französischen Lyrikern.
Diese 1979 entstandene weite Küstenlandschaft ist ein schönes Beispiel für Wolfhagens spätes expressiv realistisches Schaffen.
… weitere Werke von Ernst Wolfhagen …
Vor 84 Jahren – am 22. August 1942 – fiel der Düsseldorfer Künstler Hellmut Steinebach mit gerade einmal 26 Jahren in Russland. Er hinterließ ein kleines, eindrucksvolles, modernes Schaffen.
Hellmut Steinebach
1916 Düsseldorf – 1942 Russland
‚Stillleben mit Vasen und Lilien auf einem Tisch‘
unsigniert, um 1934–37
Farbkreiden und Kohle auf leichtem Karton
73,9 x 55 cm
€ 650,-
Hellmut Steinebach begann im Wintersemester 1935/36 sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Paul Bindel und Werner Heuser. Nach vier Semestern war ein weiteres Studium in Berlin geplant, das jedoch durch eine militärische Übung unterbrochen wurde. Der Kriegsausbruch verhinderte schließlich die Fortsetzung der Ausbildung.
Auch während seines Kriegsdienstes in Frankreich und Russland blieb Steinebach künstlerisch tätig. Es entstanden unter anderem ein französisches sowie ein russisches Skizzen- und Tagebuch.
Sein erhaltenes Werk umfasst vor allem Landschaften, Stillleben und Tierdarstellungen und zeigt eine farbintensive, expressiv-realistische Bildsprache.
Das vorliegende Stillleben dürfte während seiner Düsseldorfer Studienzeit entstanden sein. Vasen mit Lilien, ein farbiges Tischtuch und die großblättrige Pflanze verbinden sich zu einer sorgfältig aufgebauten, vielschichtigen Komposition. Besonders die vor dem Tisch verlaufende Pflanze erzeugt eine zusätzliche räumliche Ebene.
… weitere Werke von Hellmut Steinebach …
Ein kleiner Blick in die Zukunft, jährt sich doch morgen der Todestag des Nürnberger Künstlers Carl Dotzler – 22. August 1956 – zum 70. Mal.
Carl Dotzler
1874 Nürnberg – 1956 Augsburg
‚Küstenansicht bei Hastings (England)‘
rechts unten signiert & lokalisiert, [wohl 1912]
Tempera, Aquarell, Kreide, Blei auf Karton
48,9 x 59,4 cm
€ 850,-
Nach einer Lithographenlehre in der Nister’schen Kunstanstalt in Nürnberg und Abendkursen an der Kunstgewerbeschule Nürnberg arbeitete Dotzler zunächst als Lithograph. 1898 übernahm er die Leitung einer chromolithographischen Anstalt in Bergen/Norwegen, später war er als Lithograph in Paris tätig und besuchte dort die Académie Julian.
Nach seiner Rückkehr nach Nürnberg studierte er von 1906 bis 1908 an der Münchner Kunstakademie bei Gabriel von Hackl und Ludwig von Löfftz. Ab 1908 arbeitete er in Nürnberg freischaffend mit eigenem Atelier und Zeichenschule. 1912 unternahm er Reisen nach England, Schottland und Norwegen – aus dieser Zeit stammt auch die vorliegende, wohl um 1912 entstandene Küstenansicht bei Hastings.
Von 1920 bis 1941 lehrte Dotzler an der Nürnberger Kunstgewerbeschule, ab 1928 als Professor. Sein umfangreiches Werk umfasst insbesondere Ölmalerei, Aquarelle und Temperaarbeiten, daneben Zeichnungen und Lithographien.
Vor 37 Jahren – am 20. August 1989 – starb der Maler, Zeichner und Grafiker Franz Werneke in Düsseldorf.
Franz Werneke
1906 Quedlinburg – 1989 Düsseldorf
‚Akte am Strand‘
Aquarell und Blei auf Aquarellkarton
33,8 × 24 cm
unten rechts signiert, verso Nachlassstempel
€ 290,-
Franz Werneke studierte an der Kunstgewerbeschule Essen (1923-25) und an der Kunstakademie Düsseldorf bei Jan Thorn-Prikker und Heinrich Campendonk (1925-30).
Von 1930 bis 1939 arbeitete Werneke vor allem als Illustrator für Jugendzeitschriften und als Porträtzeichner. Daneben entstanden Entwürfe für Bleiverglasungen und Mosaiken. Während des Zweiten Weltkriegs war er von 1940 bis 1945 als technischer Zeichner dienstverpflichtet.
Nach 1945 widmete sich Werneke wieder verstärkt der freien und angewandten Kunst. Neben Porträts, Akten, Landschaften und Stillleben entstanden Arbeiten im Bereich „Kunst am Bau“.
… weitere Werke von Franz Werneke …
Vor 130 Jahren – am 19. August 1896 – wurde der Maler, Zeichner und Grafiker Paul Biesemann in Rotterdam geboren.
Paul Biesemann
1896 Rotterdam – 1943 Düsseldorf-Kaiserswerth
‚Sonnenblumen‘
unten rechts signiert, [um 1930-40]
Öl auf Holzplatte
90 × 70,5 cm
€ 1.400,-
Paul Biesemann wuchs in den Niederlanden auf und war zunächst auf dem Rheinschiff seiner Eltern tätig. 1916 wurde er zum Militärdienst eingezogen; nach einer schweren Gasvergiftung an der Westfront 1917 wurde er aus dem Wehrdienst entlassen. Anschließend besuchte er die Zeichenschule in Rotterdam und ab 1919 die Kunstakademie Düsseldorf. Zu seinen Lehrern gehörten Wilhelm Döringer, Eduard von Gebhardt, Ludwig Heupel-Siegen, Ludwig Keller und Heinrich Nauen.
In Düsseldorf schloss sich Biesemann den modernen Künstlerkreisen an. Ab 1926 gehörte er dem „Jungen Rheinland“ und ab 1929 der „Rheinischen Sezession“ an. Studienreisen führten ihn unter anderem nach Ostfriesland, Italien, Belgien und in die Niederlande. Er lebte und arbeitete in Rees, Kalkar und Düsseldorf-Kaiserswerth.
Biesemanns bevorzugte Motive waren Landschaften, Stadtansichten, Stillleben und maritime Darstellungen.
… weitere Werke von Paul Biesemann …
Vor wenigen Tagen jährte sich der Todestag des Bremer Malers Carl Friedrich Windels (16. August 1954) zum 72 Mal.
Carl Friedrich Windels
1869 Bremen – 1954 Bremen
Bildnisse einer jungen Frau und eines jungen Mannes
Kohle, Farbstifte auf Pappe
unten links signiert & datiert (1933)
41,3 x 54,4 cm
€ 420,-
Carl Friedrich Windels erhielt seinen künstlerischen Unterricht in München und unternahm hierauf Studienreisen in die USA, die Niederlande, nach Paris und Italien. Den Großteil seines Lebens war er in Bremen ansässig und tätig. Gerade im frühen 20. Jahrhundert war Windels auf einigen großen Ausstellungen (Bremen, Berlin, München) vertreten und war zudem Mitglied im „Deutschen Künstlerbund“.
Beachtenswert ist in der damaligen Zeit zudem die verschiedenen Illustrationen / Buchschmucke, die Windels für die Bände des wichtigen Bremer Reformpädagogen Fritz Gansberg (1871 Bremen – 1950 ebd.) schuf, was unter Umständen auch eine persönliche Beziehung zwischen Windels und Gansberg nahelegen könnte.
Die vorliegende Zeichnung entstand 1933 und zeigt in der Kühle und Klarheit beider Portraits deutliche neusachliche Einflüsse.
Vor 52 Jahren – am 17. August 1974 – starb die Hamburger Künstlerin Hella Jacobs.
Hella Jacobs
1905 Hamburg – 1974 ebd.
„Görn“
unten rechts signiert & datiert (1942)
Tusche auf Velinpapier
45,1 × 33,8 cm
€ 460,-
Hella Jacobs erhielt von 1924 bis 1926 ihre künstlerische Ausbildung an den Kunstgewerbeschulen in Hamburg und Altona. Anschließend arbeitete sie als technische Zeichnerin im Architekturbüro Friedrich Ostermeyer und absolvierte parallel eine Tischlerlehre.
Ab 1931 war Jacobs als freischaffende Künstlerin tätig, hatte im Ohlendorffhaus ein Atelier und stand dort in freundschaftlichem Kontakt mit dem Maler Karl Kluth. Studienaufenthalte führten sie nach Italien und Paris.
Das Jahr 1933 stellte für die psychisch angeschlagene Künstlerin – 1930 unternahm sie zwei Suizidversuche – eine arge Zäsur dar. Die Künstlerin „zog sich in die innere Emigration zurück und malte nur noch privat ‚auf Halde‘“ (Maike Bruhns). 1943 verbrannte bei der Bombardierung Hamburgs ein großer Teil ihres bisherigen Werkes.
Diese „Görn“-Zeichnung von 1942 entstand damit in dieser inneren Emigration und zeitlich noch vor der kriegsbedingten Zerstörung des damaligen Schaffens. Zwei Kinder stehen mit dem Rücken zum Betrachter vor einer nur angedeuteten Umgebung. Ist es vielleicht eine Ruine, eine durch Bombeneinschlag zerstörte Hauswand…?
… weitere Werke von Hella Jacobs …
Vor 132 Jahren – am 16. August 1894 – wurde der Maler und Grafiker Rudolf Hengstenberg in Untermais bei Meran geboren.
Rudolf Hengstenberg
1894 Untermais bei Meran – 1974 Bremen
„St. Marien – Lübeck“
unten rechts signiert & datiert (1949)
Lithografie auf festerem Velinpapier
€ 120,-
Rudolf Hengstenberg studierte nach einem zunächst begonnenen Architekturstudium an der Technischen Hochschule Berlin ab 1920 an der Stuttgarter Kunstakademie, zunächst bei Christian Landenberger und anschließend bei Heinrich Altherr. 1924 schloss er sein Studium als Meisterschüler Altherrs ab und ließ sich als freier Künstler in Potsdam nieder. In den folgenden Jahren beteiligte er sich regelmäßig an Ausstellungen der Preußischen Akademie der Künste und entwickelte einen eigenen, expressiv-realistischen Ausdruck.
Seine Biografie ist zugleich eng mit der Kunstgeschichte des Dritten Reichs verbunden: Bereits 1931 wurde er Parteimitglied, ab 1939 war er als Kriegsmaler eingesetzt und übernahm 1943 die Leitung der damaligen Nordischen Kunsthochschule in Bremen. Dem entgegen wurden aber 1937 zwei seiner Werke als „entartet“ beschlagnahmt.
Ab 1950 erhielt er wieder öffentliche Aufträge und arbeitete unter anderem an Wandmalereien in Bremen.
Diese 1949 entstandene Ansicht auf die Lübecker Marienkirche gehört damit in die frühe Nachkriegszeit.
Vor 38 Jahren – am 15. August 1988 – starb der Maler, Zeichner und Grafiker Friedrich G. Einhoff in Soltau.
Friedrich G. Einhoff
1901 Baven bei Hermannsburg – 1988 Soltau
‚Blick in eine Dorfstraße‘
unsigniert, um 1924
Kohle auf Zeichenpapier
35,5 x 28,2 cm
Provenienz: Nachlass des Künstlers
€ 900,-
Friedrich G. Einhoff wuchs nach dem Umzug der Familie ab 1905 in Gelsenkirchen auf. Nach dem Abitur arbeitete er zunächst als Grubenarbeiter auf der Zeche Wilhelmine-Viktoria 1/4 und besuchte anschließend die Kunstgewerbeschule Gelsenkirchen. Parallel war er als Maler und Grafiker sowie als Bühnenbildner tätig.
1923 begann Einhoff in Berlin ein Studium für das Berufsschullehramt, das er 1925 mit dem Staatsexamen abschloss. Bereits während dieser Zeit arbeitete er kontinuierlich künstlerisch. Es folgten Lehrtätigkeiten in Frankfurt am Main und Rostock sowie eine intensive Auseinandersetzung mit Kunstgeschichte, Pädagogik und Psychologie.
Das vorliegende Blatt dürfte noch aus dieser frühen Berliner Studienzeit stammen. Dargestellt ist eine von Bäumen gesäumte Dorfstraße, die sich unter einer hellen Sonne in die Bildtiefe fortsetzt. Die locker geführten Linien von Bäumen und Wolken verleihen der Zeichnung eine expressive Dynamik. Ein kleines, kaum näher bestimmbares Tier (ein Hund?) auf der Straße bildet dabei einen zurückhaltenden Blickfang.
… weitere Werke von Friedrich G. Einhoff …
Vor 126 Jahren – am 14. August 1900 – wurde der Maler und Zeichner Kurt Neyers in Düsseldorf geboren.
Kurt Neyers
1900 Düsseldorf – 1969 Düsseldorf
„Mosellandschaft“
unten links signiert & datiert (1946)
Öl auf Leinwand
60,7 x 80,5 cm
€ 2.300,-
Kurt Neyers begann 1919 eine Lehre als Glasmaler und besuchte anschließend von 1920 bis 1924 die Düsseldorfer Kunstgewerbeschule. Von 1924 bis 1928 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf und war zuletzt Meisterschüler von Heinrich Nauen.
Bereits früh war Neyers in Ausstellungen vertreten, unter anderem 1929 beim „Jungen Rheinland“. Ab 1928 gehörte er der Rheinischen Sezession an; 1949 war er Mitbegründer der Neuen Rheinischen Sezession. In der unmittelbaren Nachkriegszeit nahm er eine wichtige Stellung im Düsseldorfer Kunstleben ein und war an zahlreichen Ausstellungen beteiligt.
Bis etwa 1950 prägte ein eigenständiger expressiv-realistischer Ausdruck seine Malerei. Neyers beschäftigte sich vor allem mit Landschaften, Stadtansichten und Stillleben. In den folgenden Jahren gewannen konstruktive und zunehmend abstrahierende Tendenzen an Bedeutung, die schließlich bis zur völligen Abstraktion führten.
Die „Mosellandschaft“ von 1946 steht damit exemplarisch für die frühe Nachkriegsphase seines Schaffens. Das Gemälde wurde bereits 1947 in Herbert Griebitzschs Monografie über Kurt Neyers ganzseitig abgebildet.
Heute ein kleiner Blick in die Vergangenheit. – Am 10. August jährte sich der Geburtstag des US-amerikanischen Künstlers George Ketterl zum 87. Mal.
George Ketterl
1939 Fargo, North Dakota – 2010 Venice, California
‚Psychedelische Darstellung zweier Menschen‘
Tuschfeder (teilweise laviert) auf Leinwand
65,8 x 35,3 cm
unten mittig signiert & datiert (1966)
Provenienz: Orlando Galleria, Encino (CA)
€ 2.300,-
George William Ketterl wuchs in Moorhead, Minnesota, auf und studierte zunächst bis 1963 am Moorhead State College. Nach einer Tätigkeit im Werbebereich setzte er seine künstlerische Ausbildung an der University of California, Santa Barbara, und anschließend an der Claremont Graduate School bis 1970 fort.
1970 war er Gründungsmitglied der Kunstfakultät an der California State University, Bakersfield und blieb dort bis zu seinem Tod 2010 als Kunstprofessor tätig. Neben der Malerei arbeitete er als Bildhauer und Performance-Künstler.
Inhaltlich beschäftigte sich Ketterl immer wieder mit der körperlichen, geistigen und intellektuellen Existenz des Menschen sowie mit Zeit, Geschichte und Paradoxien.
Die vorliegende Arbeit entstand 1966 und gehört damit zu seiner frühen Schaffensphase – noch vor dem Studienabschluss. Die expressive, psychologisch aufgeladene Darstellung zweier menschlicher Figuren verweist bereits auf zentrale Aspekte seines späteren Schaffens.
2010 starb George Ketterl in Venice, Kalifornien. Im folgenden Jahr widmete ihm die Todd Madigan Gallery der California State University, Bakersfield, die Gedenkausstellung „The Last Paintings“.
Vor 125 Jahren – am 12. August 1901 – wurde der Maler und Zeichner Anton Lamprecht in Allershausen bei Freising geboren.
Anton Lamprecht
1901 Allershausen – 1984 München
„Vorfrühling im Dachauer Moor“
unten rechts signiert & datiert (1958)
Öl auf Leinwand
75,5 × 100,5 cm
Provenienz: Kunsthaus Bühler, Stuttgart
€ 1.100,-
Anton Lamprecht wuchs in Freising auf und zeigte bereits während seiner Schulzeit ein ausgeprägtes zeichnerisches Talent. 1917 begann er sein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf bei Lothar von Kunowski. 1923 kehrte er nach München zurück und setzte seine künstlerische Ausbildung bei Karl Caspar fort.
Ein Reisestipendium der Stadt München ermöglichte ihm einen Italienaufenthalt. Danach war er Mitarbeiter Karl Caspars bei der Ausmalung des Bamberger Doms.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Lamprecht 1947 zu den Mitbegründern der Neuen Gruppe in München. 1959 erhielt er den Rom-Preis und verbrachte daraufhin einen Aufenthalt in der Villa Massimo.
Im Zentrum seines Schaffens stehen weite, häufig menschenleere süddeutsche Landschaften. Daneben entstanden mediterrane Ansichten, Blumenbilder und Porträts. Das Dachauer Moor beschäftigte Lamprecht wiederholt – das hier gezeigte Gemälde von 1958 steht exemplarisch für seine Landschaftsmalerei der reifen Schaffensphase.
Vor 101 Jahren – am 11. August 1925 – starb der Wiener Künstler Julius Zimpel im Alter von nur 29 Jahren.
Julius Zimpel
1896 Wien – 1925 ebd.
‚Blick auf einen Spielplatz‘
unten rechts signiert & datiert (1921)
Farbkreiden, teilweise gewischt, über Bleistift
45 x 63,5 cm
€ 2.400,-
Julius Zimpel war Maler, Zeichner, Grafiker, Illustrator und Kunstgewerbler. Erste künstlerische Anregungen erhielt er durch seinen Onkel Gustav Klimt. Ab 1911 besuchte er die Kunstgewerbeschule in Wien (u. a. bei Kolo Moser). Nach dem Ersten Weltkrieg arbeitete Zimpel für die Wiener Werkstätte und entwarf Bucheinbände, Stoffe, Glasdekor, Keramiken, Metallgegenstände und Spielzeug.
1923 übernahm er nach dem Tod von Dagobert Peche die künstlerische Leitung der Wiener Werkstätte.
Neben seinem kunstgewerblichen Schaffen entstanden Zeichnungen, Druckgrafiken, Buchillustrationen, Gemälde und Aquarelle.
Diese Arbeit von 1921 zeigt eine (Wiener?) Stadtszene mit einer größeren Schaukelkonstruktion und mehreren Figuren. Spielplätze waren in Großstädten zu dieser Zeit noch keineswegs selbstverständlich. Im Wien der Nachkriegsjahre entstanden im Zuge der sozialen Reformpolitik zunehmend Spiel- und Grünflächen, häufig im Umfeld der neu errichteten Gemeindebauten. Zimpels Darstellung besitzt damit neben ihrem künstlerischen auch einen kulturhistorischen Aussagewert.
Julius Zimpel starb am 11. August 1925 an einer Gehirnentzündung. Sein vergleichsweise kleines Œuvre ist auch vor dem Hintergrund seiner kurzen Lebens- und Schaffenszeit von Relevanz.
Vor 85 Jahren – am 10. August 1941 – wurde der Maler, Zeichner und Grafiker Helmut Diekmann in Berlin geboren.
Helmut Diekmann
1941 Berlin – 1968 ebd.
‚Darstellung einer älteren Witwe‘
unten rechts monogrammiert & datiert (1963)
Öl auf leichtem Karton
61,5 x 41,2 cm
€ 720,-
Helmut Diekmann fasste bereits im Alter von zwölf Jahren den Entschluss, Maler zu werden. Nach dem Besuch der Heinrich-Zernack-Schule in Berlin absolvierte er 1959/60 die Meisterschule für das Kunsthandwerk.
Seit 1960 arbeitete er als freischaffender Künstler und gehörte zur Kreuzberger Künstlerbohème der frühen 1960er Jahre. Seine Arbeiten wurden unter anderem in der „Kleinen Weltlaterne“, im Berliner Kunstkabinett und später in der Galerie Europa gezeigt.
Diekmann starb im 27. Lebensjahr durch Suizid und hinterließ ein überschaubares, qualitativ starkes Werk.
Er beschäftigte sich vor allem mit Menschen und dem Berliner Stadtbild. Seine Darstellungen wirken häufig melancholisch wie auch teilweise makaber und sozialkritisch.
… weitere Werke von Helmut Diekmann …
Vor 125 Jahren – am 9. August 1901 – wurde der Maler, Zeichner und Grafiker Ernst Bahn geboren.
Ernst Bahn
1901 Bonn – 1978 Münster
„Jesus segnet die Kinder“ [um 1927-34]
unten links signiert
Öl auf Leinwand
80 × 99,8 cm
€ 2.700,-
Ernst Bahn erhielt seine künstlerische Ausbildung zunächst an der Kunstgewerbeschule in Koblenz und studierte anschließend an der Werkschule in Köln, wo ihn insbesondere sein Lehrer Wilhelm Schuler prägte. Auf dessen Rat absolvierte Bahn ein Volontariat als Wandmaler und legte damit die Grundlage für seine spätere Tätigkeit im Bereich der Kirchenmalerei.
1922 ließ er sich in Münster nieder. In den folgenden Jahren erhielt er zahlreiche öffentliche Aufträge, insbesondere für Altarbilder und Wandmalereien in neu errichteten Kirchen Westfalens. Nach den schweren Verlusten des Zweiten Weltkriegs – viele seiner Werke wurden zerstört – arbeitete Bahn erneut für Kirchen und war von 1953 bis 1973 als Kunsterzieher am Clemens-Brentano-Gymnasium in Dülmen tätig.
Das hier gezeigte Gemälde gehört zu seiner frühen Schaffensphase und veranschaulicht auf charakteristische Weise Bahns Bestreben, religiöse Themen in einer modernen, klaren und zurückhaltenden Bildsprache zu gestalten.
Vor 186 Jahren – am 8. August 1840 – wurde der Maler Rudolf Schick in Berlin geboren.
Rudolf Schick
1840 Berlin – 1887 Berlin
‚Pfeife rauchender Bergbauer bei der Rast‘
(wohl Italien, um 1864–70)
Öl auf Leinwand, auf Karton aufgezogen
24,5 × 18,5 cm
€ 1.250,-
Rudolf Schick erhielt seine künstlerische Ausbildung ab 1858 bei Wilhelm Schirmer in Berlin. Nach Studienaufenthalten in Bayern gewann er 1864 den Großen Staatspreis für Geschichtsmaler mit seinem Gemälde „Der gefesselte Prometheus von Okeanos und den Nereiden betrauert“.
Es folgten Reisen nach London, Paris, Tirol und mehrfach nach Italien, wo er Arnold Böcklin kennenlernte. Gemeinsam mit diesem arbeitete Schick später in Basel an den Wandgemälden des Museums. Nach seiner Rückkehr nach Berlin unternahm er weitere Italienreisen und setzte sich intensiv mit der Kunst der italienischen Renaissance auseinander. Trotz seines frühen Todes im Alter von nur 46 Jahren hinterließ er ein kleines, aber qualitativ bemerkenswertes Œuvre.
Dieses Gemälde entstand vermutlich während eines Italienaufenthalts und zeigt das fein beobachtete Bildnis eines rastenden Bergbauern. Lichtführung, Haltung und ruhiger Ausdruck verleihen der Darstellung eine eindrucksvolle Präsenz und spiegeln Schicks besonderes Gespür für Mensch und Landschaft wider.
… weitere Werke von Rudolf Schick …
Heute vor 11 Jahren – am 7. August 2015 – verstarb der ungemein vielseitige, ungemein eigenständige Künstler Armin Sandig in Hamburg.
Armin Sandig
1929 Hof/Saale – 2015 Hamburg
„Steinbruch in Pygmalien“, 1976
rechts unten signiert
Bleistift & Buntstifte auf Malkarton
40,1 × 50,3 cm
€ 790,-
Armin Sandig war als Künstler Autodidakt und entwickelte sich zu einer der eigenständigsten Stimmen der deutschen Nachkriegskunst. Bereits als Jugendlicher stellte er seine Arbeiten aus.
Seit 1951 lebte und arbeitete er in Hamburg, wo er sich zunächst mit informellen und tachistischen Bildlösungen auseinandersetzte, bevor er sich ab den 1970er Jahren einer stärker figurativen, jedoch weiterhin vieldeutigen Bildsprache zuwandte.
Zudem prägte er als Vizepräsident, später Präsident, über viele Jahre die Freie Akademie der Künste in Hamburg.
Die Zeichnung „Steinbruch in Pygmalien“ entstand 1976, in einer Phase des stilistischen Wandels. Die dichte Struktur aus Linien und Formen erinnert noch an informelle Arbeiten, lässt zugleich aber bereits landschaftliche und gegenständliche Anklänge erkennen. Der poetische Titel verweist dabei weniger auf eine eindeutige Deutung als auf eine offene, assoziative Betrachtung – ganz im Sinne von Sandigs Auffassung, dass Kunst nicht primär rational erklärt, sondern vor allem erlebt werden sollte.
Bis 11.09.2026 zeigt die Galerie „kleine gegenwart“ (Hamburg) die Ausstellung „Armin Sandig – Nichts fällt vom Himmel“.
… weitere Werke von Armin Sandig …
Heute vor 123 Jahren – am 6. August 1903 – wurde der Maler und Zeichner Eduard Aigner in Neuhaus an der Pegnitz geboren.
Eduard Aigner
1903 Neuhaus an der Pegnitz – 1978 München
‚Elefant in einem Tierpark mit zwei Besuchern‘
unsigniert
Tusche, teilweise grau laviert auf Velinpapier
29,3 × 42,3 cm
€ 250,-
Eduard Aigner absolvierte zunächst eine Lithografenlehre in Nürnberg, bevor er von 1923 bis 1930 an der Kunstakademie München studierte. Anschließend ließ er sich dauerhaft in München nieder. 1929 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Bundes Fränkischer Künstler, 1932 wurde er mit dem Albrecht-Dürer-Preis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Aigner maßgeblich am Wiederaufbau der Münchner Künstlergenossenschaft beteiligt.
Diese Zeichnung entstand vermutlich nach einem Motiv aus dem Münchner Tierpark Hellabrunn, den der Künstler mehrfach als Inspirationsquelle nutzte.
… weitere Werke von Eduard Aigner …
Vor 117 Jahren – am 5. August 1909 – wurde der Maler, Zeichner und Grafiker Helmut Lankhorst in Mülheim an der Ruhr geboren.
Helmut Lankhorst
1909 Mülheim an der Ruhr – 1979 ebd.
„Rosig-biederer Strandunhold“, [um 1948-50]
links unten monogrammiert, verso Künstlerstempel
Mischtechnik auf Ingrespapier
61,5 × 47,5 cm
Das Werk war 1969 Teil der Ausstellung „Helmut Lankhorst zum 60. Geburtstag“ im Städtischen Museum von Mülheim an der Ruhr.
€ 690,-
Nach dem Abitur studierte Helmut Lankhorst zunächst an der privaten Münchner Malschule „Die Form“ sowie an der Kunstakademie München. Auf Wunsch seiner Familie unterbrach er seine künstlerische Laufbahn jedoch für eine kaufmännische Ausbildung.
Erst die Jahre als Küstenwache in Norwegen während des Zweiten Weltkriegs gaben ihm die Möglichkeit, sich intensiv dem Zeichnen und Malen zu widmen – eine Erfahrung, die seinen weiteren Weg entscheidend prägte.
Seit 1946 arbeitete er neben seiner kaufmännischen Tätigkeit als Künstler. 1968 wurde er mit dem Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr ausgezeichnet.
Heute vor 45 Jahren – am 4. August 1981 – starb der Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer Theodor Brün in Hagen.
Theodor Brün
1885 Hamm – 1981 Hagen
„Soldat lesend mit Mütze“
unten mittig signiert & datiert (1916)
Tuschfeder auf sandfarbenem Karton
22 × 16,8 cm
€ 370,-
Theodor Brün begann 1905 zunächst ein Jurastudium in München, entschied sich jedoch schon bald für die Kunst. Er studierte an der Münchner Akademie und besuchte anschließend die Académie Julian in Paris. Der Erste Weltkrieg unterbrach seine künstlerische Entwicklung – als Soldat in Polen, Frankreich und Galizien hielt er seine Erlebnisse und den Alltag in zahlreichen eindrucksvollen Federzeichnungen fest.
Die vorliegende Arbeit entstand 1916 und gehört zu dieser Werkgruppe. Anders als viele Kriegsdarstellungen zeigt sie keine Kampfszene, sondern einen stillen Moment des Lesens – ein Ausdruck von Brüns genauer Beobachtungsgabe.
… weitere Werke von Theodor Brün …
Vor 124 Jahren – am 3. August 1902 – wurde der Grafiker und Zeichner Uli Huber in Straßburg geboren.
Uli Huber
1902 Straßburg – [nach 1979]
„Neue Chemnitzer Hütte“ (heute: „Rüsselsheimer Hütte“)
unsigniert, unten rechts datiert (24.7.1931)
Kohle auf Karton
€ 150,-
Uli Huber wuchs in Straßburg auf und besuchte dort 1919 die Kunstgewerbeschule. Von 1920 bis 1924 studierte er an der Kunstgewerbeschule Stuttgart. Ab 1936 lebte Huber in Berlin und arbeitete vor allem als Gebrauchs- und Werbegrafiker. Nach dem Zweiten Weltkrieg leitete er die Meisterschule für Graphik und Buchgewerbe in Berlin und war später dort Abteilungsleiter für Graphik.
Die „Neue Chemnitzer Hütte“ (heute: „Rüsselsheimer Hütte“) ist eine Alpenvereinshütte in den Ötztaler Alpen über dem Ort Plangeroß im Pitztal.
Uli Huber unternahm nachweislich immer wieder Reisen in die Alpen.
Die vorliegende Zeichnung entstand während eines Aufenthalts im Pitztal und datiert exakt auf den 24. Juli 1931.
Der Künstler zeigt hier einen detaillierten, liebevollen Blick auf die Ostseite der im Erdgeschoss gelegenen Küche. Uli Huber befand sich selbst am Esstisch, der als Ausschnitt im vorderen Bildbereich zu sehen ist.
… weitere Werke von Uli Huber …
Vor 170 Jahren – am 2. August 1846 – verstarb der belgische Diplomat und Zeichner Benjamin Mary, auf dessen Reisen zahlreiche eindrucksvolle Landschafts- und Architekturansichten entstanden.
Benjamin Mary
1792 Mons – 1846 Bagnères-de-Luchon
‚Interieur einer Kirche / Abtei‘
rechts unten signiert „B Mary“, wohl datiert „1843“
Aquarell über Bleistiftvorzeichnung auf Papier, auf Karton aufgezogen
24 × 34 cm
€ 1.100,-
Benjamin Mary studierte zunächst Geisteswissenschaften in Enghien sowie Rechtswissenschaften in Brüssel. Nach seiner Einberufung zur Armee und einer Tätigkeit für den Duke of Arenberg führten ihn Ende 1823 Reisen nach Italien, wo er unter anderem mit François-Joseph Navez und François-Marius Granet in Kontakt kam.
Ab 1832 war Mary als belgischer Diplomat in Brasilien tätig und führte dort erfolgreich Handelsverhandlungen. Während seiner Auslandsaufenthalte widmete er sich mit großer Intensität der Zeichnung und Aquarellmalerei.
Dieses Aquarell zeigt den Innenraum einer Kirche beziehungsweise Abtei. Mit sicherem Blick für Lichtführung und Raumwirkung gestaltet Mary eine sakrale Architektur, wie sie für sein zeichnerisches Werk charakteristisch ist.
Vergleichbare Darstellungen finden sich unter seinen auf Reisen entstandenen Architekturansichten.
Vor 133 Jahren – am 1. August 1893 – wurde Walter Becker in Essen geboren. Einer der ganz großen expressiv-realistischen Künstler des 20. Jahrhunderts!
Walter Becker
1893 Essen – 1984 Tutzing
„Das gelbe Kleid“
unten rechts monogrammiert & datiert (1983)
Öl / Leinwand
104,5 × 83,5 cm
€ 4.800,-
Walter Becker erhielt seine künstlerische Ausbildung zunächst an der Kunstgewerbeschule Essen sowie apäter an den Kunstakademien in Karlsruhe und Dresden. Anfangs machte er sich zunächst als Illustrator einen Namen, darunter u. a. Werke von Gogol, Dostojewskij, E.T.A. Hoffmann. Prägend waren die Jahre in Südfrankreich (1924–1935), wo er unter anderem Künstlern wie Georges Braque begegnete. 1937 werden mehrere Arbeiten Beckers als „entartet“ beschlagnahmt. Er selbst zieht sich immer mehr zurück, arbeitet vornehmlich als Zeichner und stellt nur noch selten aus.
1951 bis 1958 war er Dozent an der Kunstakademie Karlsruhe (ab 1952 als Professor) und zieht danach nach Tutzing.
Eine zunehmende Einschränkung seiner Sehkraft führte Anfang der 1970er Jahre zu einer längeren Schaffenspause. Ab 1976 entstand jedoch ein bemerkenswertes Spätwerk, das sich durch eine neue Freiheit in Farbigkeit und Form auszeichnet.
Das Gemälde „Das gelbe Kleid“ entstand 1983 – nur ein Jahr vor seinem Tod.
… weitere Werke von Walter Becker …
Gelegenheiten < 100€ Preis 100€ - 500€ Preis 500€ - 1.000€ Preis 1.000€ - 2.000€ Preis über 2.000€
































