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||    K Ü N S T L E R    S E H E N    . . .    ||

 

29. April 2026

 

Am 17. April hatte uns Fritz Schuber in einem Aquarell mitgenommen nach Pettensiedel, heute blicken wir auf einen farblich ganz vorzüglichen Momenteinfang bei Bruneck in Südtirol.

Friedrich (Fritz) Schuber
*1942 Wien
„bei Bruneck / Südtirol“

u. r. & u. l. signiert, undatiert [um 1997-2000] Aquarell auf Aquarellkarton
35 x 43,7 cm
€ 570,-

… zum Angebot …

Fritz Schuber zeigte sein künstlerisches Talent bereits in der Kindheit und Jugend. Sein Vater beschäftigte sich in der Freizeit mit Zeichnungen und Aquarellmalerei, was sich auch auf den Sohn übertrug. Seit 1969 lebt er in Nürnberg und ab den 1980er Jahren beginnt er sich intensiv mit der diffizilen Kunst der Aquarellmalerei auseinanderzusetzen, er besucht Seminare in Österreich (u.a. bei Gottfried Salzmann), nimmt an der internationalen Sommerakademie in Salzburg (in der Malklasse von Georg Eisler) sowie an Malklassen Heribert Maders bei der internationalen Sommerakademie in Bruneck teil. Darauf wirkt er selbst lange Jahre als Dozent – an der Volkshochschule Nürnberg, bei der Reichenhaller Akademie, beim Kunstsommer Viktring/Klagenfurt und an der Akademie Geras.

Zu der hier gezeigten Region hat Schuber eine ganz besondere Beziehung, da er von 1997 bis 2000 an den dortigen Internationalen Sommerakademien in Bruneck teilnahm.
Wir blicken entlang eines Weges hinunter in die Ortschaft. Links am Weg stehen Strommasten, die das Auge zugleich zur Bildmitte leiten und damit in das wunderschöne Lichtspiel im Zentrum führen. Hellere und dunklere Partien liegen hier auf eine ganz eigentümliche Weise beieinander, was an eine kurze Auflockerung bei bewölktem Himmel denken lässt. Das Licht bricht kurzzeitig durch, erhellt partiell die Szenerie und diesen besonderen Moment kann Fritz Schuber unnachahmlich einfangen.

… weitere Werke von Fritz Schuber …

 

27. April 2026

 

Der großartige Landschaftsmaler Hermann Dieste nimmt uns in diesem eindrucksvollen Gemälde mit in eine vom flirrend-strahlenden Sonnenlicht durchzogene Region der Toskana. Ein schlicht wunderschöner Momenteinfang, der zum Träumen einlädt.

Hermann Dieste
*1931
„Toskana“

unten links signiert, undatiert
Öl / Leinwand
100 x 100 cm
€ 1.700,-

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In diesem Gemälde führt uns Hermann Dieste ein ganz anderes Sujet als es für ihn sonst üblich ist vor Augen. Während Diestes Werke zumeist weite Gebirgs-, oder Waldlandschaften zeigen, so ist das vorliegende Motiv in den Süden zu lokalisieren. Konkret handelt es sich um ein Motiv aus der Toskana, welches durch das monochrome Kolorit und das große Format zweifelsohne eine besondere Stellung im Schaffen des Künstlers einnimmt. Nur durch verschiedenste feine Abstufungen der Farbe Rot erschafft er diese warme, vom Licht durchflutete Landschaft. – Die Spannweite reicht dabei von einem etwas dunkleren satten Ton im Vordergrund bis zu einem zarten Rot am Horizont.

Das so oft zitierte und gelobte „Licht des Südens“ wird hier auch Hermann Dieste ergriffen und beeinflusst haben, der ganz offensichtlich meisterhaft darum rang das Erlebte und Erspürte malerisch umzusetzen.

 

26. April 2026

 

In diesem stark abstrahierten, farbstarken Aquarell führt uns Jürgen Spieß zurück in das Jahr 1974 auf die Insel Sylt.

Jürgen Spieß
1937 Heidelberg – 2014 Lenti (Ungarn)
„Sylt“

rechts unten signiert & datiert (1974)
Aquarell auf festerem Aquarellkarton
51 x 73,1 cm
€ 360,-

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Jürgen Spieß war sowohl Maler, Zeichner und Grafiker, als auch Keramiker.
Er besuchte die Mannheimer Kunstgewerbeschule (ab 1954) und machte darauf eine Ausbildung zum Drucker / Lithograph. Hierauf wandte er sich dann aber ganz der Kunst zu, hatte erste Ausstellungen und studierte zwischen 1958-61 in Paris. Es folgten mehrere Studienreisen. Ab 1966 war er zunächst in Kiefersfelden und ab 1973 dann in Gars am Inn tätig. 1980 eröffnete er seine eigene Keramik-Werkstatt in einem Bauernhaus. Im Jahr 2000 zog er nach Lenti in Ungarn.

Dieses schön große, stark expressive Aquarell zeigt in hohem Abstraktionsgrad einen Blick von der Sylter Küste auf das Meer. Der Künstler wird diese Ansicht sicher während einer seiner zahlreichen Studienreisen als Motiv ausgewählt haben.

 

25. April 2026

 

Vor einiger Zeit hat uns Friedrich Kunitzer in einem Aquarell vor sein Künstlerhaus im Jammertal geführt. Nun zeigt er uns eine junge Frau in Schwälmer Tracht im Jahr 1947.

 

Friedrich Kunitzer
1907 Przedecz [Moosburg] – 1998 Kördorf
‚Junge Frau in Schwälmer Tracht‘

oben rechts signiert & datiert (1947)
Öl & Tempera / Karton
44,6 x 32 cm
€ 670,-

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Nach Krieg und Gefangenschaft gelangte Friedrich Kunitzer 1946 zurück nach Deutschland.
„Noch hatte er einen polnischen Paß, und erst 1946 erlangte er die vollgültige deutsche Staatsbürgerschaft. In dieser Situation in eine der zerstörten deutschen Metropolen zu gehen, wo die Not am größten war, das wäre in diesem Augenblick unvernünftig und ohne Perspektive gewesen. Stattdessen bot sich die Gelegenheit, zu Verwandten nach Alsfeld in Oberhessen zu ziehen, dort im bäuerlichen Betrieb der Familie zu arbeiten, dabei die eigenen Kräfte zu regenerieren und mit sich über seinen weiteren Werdegang ins Reine zu kommen“ (Bernd Küster).
1947 wurde er einer der Gründer des Berufsverbandes Bildender Künstler in Lauterbach, bevor er 1949 schließlich nach Wiesbaden verzog.

 

Das vorliegende Werk entstand in dieser kurzen, aber wichtigen Schaffensphase in Alsfeld. Es war eine Phase der Bewusstwerdung und der erneuten Selbstfindung. Kunitzer blieb konsequent bei seinem expressiv-realistischen Ausdruck.

Die Darstellung dieser jungen Frau in einer Tracht steht in engem Kontext zu dem Werk „Schwälmer Bauer“ (Abb. in Küster 1996: 77), welches in demselben Jahr (1947) entstand, so dass es sich nahelegt, dass Kunitzer auch hier eine Schwälmer Tracht zeigt.

… weitere Werke von Friedrich Kunitzer …

 

24. April 2026

 

Dieses Mal ist es eine ganz ruhige, ja: idyllische, Ansicht, wenn uns Arthur von Scheibenhof im Jahr 1956 zur oberfränkischen Burg Gaillenreuth im Landkreis Forchheim mitnimmt.

Arthur von Scheibenhof
1887 Pergine Valsugana, Italien – 1963 Klingenthal (Vogtland)
„Burggaillenreuth“

rechts unten signiert & datiert (1956)
Aquarell über Bleistift auf Papier
27,2 x 35,9 cm (Motiv)
€ 350,-

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Über den Maler, Zeichner und Grafiker Arthur von Scheibenhof ist nur sehr wenig bekannt.
In den 1920er/30er Jahren war er in Tschechien ansässig, war dort Mitglied im „Metznerbund“ und in diesem Zusammenhang ist er auf Ausstellungen in Karlsbad [Karlovy Vary] und Reichenberg [Liberec] nachweisbar.

In diesem Aquarell aus dem Jahr 1956 zeigt er eine ganz ruhige ländliche Szenerie aus der Ortschaft Burggaillenreuth (Ebermannstadt). Die wunderschöne, bereits im 12. Jahrhundert erwähnte Burg Gaillenreuth mit ihren rotbraunen Dächern wird von dem kräftigen Grün der umgebenden Bäume harmonisch eingerahmt. Eine angenehm idyllische und tatsächlich zeitlose Komposition.

 

23. April 2026

 

Farbgewaltig und intensiv führt uns Peter Berndt einen Wehr bei der Gemeinde Am Mellensee (Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg) des Jahres 1996 vor Augen.

Peter Berndt
1937 Neugersdorf – 2021 ebd.
„Wehr bei Mellensee“

rechts unten signiert, 1996
Mischtechnik auf Aquarellkarton
70 x 100 cm
€ 880,-

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Peter Berndt wuchs in Neugersdorf in der Oberlausitz auf. Die ersten künstlerischen Impulse erhielt er von dem in Zittau tätigen Adolf Schorisch. Von 1955 bis 1961 besuchte er die Hochschule für bildende Künste in Berlin und war dort zuletzt Meisterschüler von Bernhard Dörries. 1964 erhielt er den Ersten Preis der Karl-Hofer-Gesellschaft (Berlin) und ein Jahr später den „Rompreis“ mit dem er sich bis 1967 in Italien aufhalten konnte.
Das damalige künstlerische Umfeld beschreibt Marius Winzeler (2014) wie folgt:
„Die überwältigende Vorherrschaft der abstrakten Kunst, von Informel, Tachismus, action painting, Konstruktivismus ergriff den Westberliner Lehrbetrieb ebenso wie die gesamte Künstlerschaft. Doch bildete sich früh eine Gegenbewegung. Dazu gesellte sich auch Peter Berndt als ein Künstler, der sich der Landschaftsmalerei verschrieb und der Wege fand, um dieser in der Gegenwart ein neues Gesicht und eine neue Selbstverständlichkeit zu geben.“

Peter Berndt wurde zu einem zentralen Vertreter der sog. „Neuen Landschaft“.

In diesem hier vorliegenden Werk zeigt Berndt einen Blick auf einen Wehr bei der Gemeinde Am Mellensee. Die Melage aus Rotbraun und Violett der Wehranlage spiegelt sich leicht im Wasser und fügt sich farblich stimmig in die vielseitig blühende Umgebung aus Wiesen, Büschen und Bäumen ein. Es ist ein ganz intensiver Blick, den Berndt hier einfängt, bei dem es ihm gelingt die ruhige Stimmung, das Dahinfließen des Wassers, wie auch die Lebendigkeit des Moments in Farbe und Ausdruck wiederzugeben.

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22. April 2026

 

Zusammen mit Arne Siegfried blicken wir dieses Mal in eine verwinkelte Straßenszene in Deià auf Mallorca.

Arne Siegfried
1893 Luzern – 1985 Schaffhausen
„Deyá / Mallorca“

rechts unten signiert, undatiert [um 1950-60] Öl / Lw.
41,2 x 23,8 cm
€ 1.100,-

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Arne Siegfried war ein ganz wunderbarer, vielseitiger Künstler. Nach Studien in Luzern und München (bei Willi Geiger), lebte er einige Jahre am Ammersee (1921-24), bevor er in die Schweiz zurückkehrte. In Zürich gründete er eine Kunstschule, er unternahm zahlreiche Reisen nach u. a. Frankreich, Spanien, Italien. 1945 erschien der deutlich autobiografisch gefärbte – empfehlenswert! – Roman „Aus eines Malers Lebensmappe“ (Zürich). Ab 1953 lebte er im Schloss Herblingen (Schaffhausen).

In klaren Farben hält Arne Siegfried in dem vorliegenden Gemälde einen Blick auf eine Straße in Deià auf Mallorca fest. Alle Flächen – selbst der Himmel – zeigen sich in erdfarbenen Tönen bzw. Abstufungen hiervon; die Besonderheit des mediterranen Lichts, des mediterranen Himmels wird hierdurch auf eine ganz eigene Weise dem Betrachter übermittelt. Mitunter ist die Farbe pastos und flächig aufgetragen, so dass der Eindruck einer gewissen Rustikalität und Urwüchsigkeit entsteht. Die Häuser, die hohen Türme und nicht zuletzt der seitlich ins Bild ragende, im oberen Bereich gar über den Rand hinausragende, Baum beherrschen die vordergründige Fläche. Diese „rustikale Dominanz“ wird sowohl durch die enge Gasse, als auch durch die einzige, scheinbar absichtlich klein dargestellte, anonymisierte Person noch verstärkt.

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21. April 2026

 

Am 11. April hat uns Hugo Wallenius bereits nach Curaçao mitgenommen. Nun begeben wir uns nochmals mit ihm auf die Reise und folgen ihm auf eine Straße in Recife.

Hugo Wallenius
1892 Hamburg – 1948 Wattenscheid
„Strassenansicht in Recife (recto)“ / Entwurf für Plakat/Werbung „O Brasil“ (verso)

verso signiert, undatiert [um 1930-33] Aquarell & Bleistift auf Karton
30,1 x 22,4 cm

Abb. in: Kunstkontor Dr. Doris Möllers (2001): „Aus dem Nachlaß von Hugo Wallenius (Hamburg 1892 – 1948 Wattenscheid)“, Nr. 48.

€ 330,-

… zum Angebot …

Hugo Wallenius arbeitete die erste Zeit vor allem als Lithograph bei verschiedenen Druckereien und Firmen in Deutschland. Daneben bildete er sich auch künstlerisch weiter, besuchte die Hamburger Kunstgewerbeschule (bei Arthur Illies) und nahm an ersten Ausstellungen teil.
1929 reiste Wallenius nach Brasilien und war in Recife als Lithograph tätig. Es entstand ein farbintensives Werk, bis ihn dann 1933 gesundheitliche Gründe zu einer Rückkehr nach Deutschland zwangen. Bereits 1936 zog es ihn aber erneut nach Südamerika. Dieses Mal zog er nach Kolumbien und war dort als Lithograph tätig. Der schlechte Gesundheitszustand seiner Mutter rief ihn jedoch 1938 abermals aus Südamerika zurück.

Das vorliegende Werk wird aus der Schaffensphase in Brasilien stammen.
In warmen Farben eröffnet sich ein Straßenzug, der vor uns abbiegt und in das Bild hinein führt. Das Rot, Orange und Violett der Gebäude wird dabei immer wieder durchbrochen vom Grün der Vegetation.
In Recife war Wallenius als Lithograph tätig und so dürfte die wunderbare, farbstarke „O Brasil“-Rückseite auch ein Entwurf für eine solche Auftragsarbeit (ein Plakat, eine Werbeanzeige?) gewesen sein.

… weitere Werke von Hugo Wallenius …

 

21. April 2026

 

Es gibt viel zu entdecken in dieser feinen Potsdam-Zeichnung des vor 216 Jahren (21.04.1810) geborenen Alfred Gomersal Vickers!

Alfred Gomersal Vickers
1810 Lambeth – 1837 Pentonville
„Potsdam vom Mühlenberg aus gesehen“

unsigniert, [um 1833-36] Bleistift / Velinpapier
27,6 x 41,9 cm
Vormals in der Kunstsammlung der „Ford Foundation“, New York
€ 2.300,-

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In Alfred Gomersal Vickers nur kurzem künstlerischem Schaffen reizten ihn, neben maritimen Motiven, vor allem Stadtansichten. Und sicher waren es auch jene detailreichen, feinlinigen Architektur- und Stadtkompositionen, die ihm bereits in frühen Jahren zu einer beachtlichen Bekanntheit verhalfen.
Mit nicht einmal 18 Jahren begann er auszustellen und mit 23 Jahren erhielt er von einem der damals einflussreichsten Verleger Englands, Charles Heath, den Auftrag für dessen Zeitschrift „Annuals“ Ansichten aus Russland anzufertigen. Hierfür reiste Vickers über Norddeutschland, Polen und das Baltikum nach Russland und sowohl während der Hin- als auch der Rückreise entstanden Ansichten – nachweisen lassen sich u.a. Motive aus Hamburg, Lübeck, Berlin, Potsdam, Krakau.

Die vorliegende Zeichnung ist in diese Schaffensphase einzuordnen, wobei unklar ist, ob Vickers das Motiv bei seiner Hin- oder erst bei der Rückfahrt fand.
Ganz typisch für den Künstler ist der Detailreichtum, wie die einzeln herausgearbeiteten Hausdächer, ebenso die Bäume oder auch die Windmühlen am linken Rand. Der ‚vom Mühlenberg aus‘ hinweg über die Havel weit in das Bild führende Blick zeigt die Silhouette Potsdams mit ihren markanten Bauwerken. Künstlerisch wie auch regionalgeschichtlich ein ganz feines, zauberhaftes Objekt.

20. April 2026

 

Eine keinesfalls idyllische – dafür aber künstlerisch reizvolle – Straßenszene aus der kleinen Eifelgemeinde Schönecken zeigt uns hier Adolf Herres.

Adolf Herres
1888 Mülheim a. d. Ruhr – 1969 Trier
„Original-Studie Schönecken – Eifel“
rechts unten signiert, undatiert [um 1930-35]

Aquarell und Kohle auf Velinpapier
30,9 x 22 cm
Aus dem Nachlass des Künstlers.
€ 330,-

… zum Angebot …

Adolf Heres absolvierte anfangs eine Lehre als Glasmaler und besuchte hierauf die Kunstgewerbeschule in Trier sowie die Münchner Akademie. Nach seiner Militärzeit im Ersten Weltkrieg ließ er sich als Glasmaler in Trier nieder, schuf daneben in seiner Freizeit aber immer auch Zeichnungen und Aquarelle, deren Motive er bei Wanderungen und Spaziergängen fand.
Nach 1945 hatte er keine regelmäßige Arbeit mehr und seinen Lebensunterhalt verdiente er sich als freier Mitarbeiter beim Entwerfen von Kirchenfenstern und durch den Tausch kleiner Aquarelle gegen Naturalien. Der Künstler geriet in Vergessenheit.

Das vorliegende Aquarell dürfte um 1930-35 entstanden sein und es wird eines jener Werke, deren Motiv der Künstler bei einem seiner Ausflüge fand.
Herres zeigt hier einen Blick in eine Straße im kleinen Eifelort Schönecken. Die Sonne scheint von links in die Straße hinein, so dass die Hausfassade links noch im Düsteren liegt und sich der Schatten des Hauses bis zur Gegenseite zieht. An dieser Gegenseite nun hat Herres als unerwartetes Detail eine Person (einen älteren Mann?) zwischen das hellgrüne und das hellrote Haus eingefügt.

 

20. April 2026

 

Im Frühjahr 1924 bereiste Erich Hartmann Italien und während dieser Zeit entstand diese flotte Landschaftszeichnung aus Ischia.

Erich Hartmann
1886 Elberfeld – 1974 Sylt
„Epomeo, Casamicciola“

unsigniert, Nachlassstempel, [April 1924] Kohle / Karton
52,1 x 39,5 cm
€ 275,-

… zum Angebot …

Im März 1924 reisten Erich und Ida Hartmann über Bern nach Italien. Dort angekommen hatten sie Aufenthalte in u.a. Florenz, Rom, Neapel. Den April verbrachten sie auf Ischia in Casamicciola, bevor sie nach Assisi reisten.
Diese flotte, menschenleere Zeichnung zeigt einen Blick auf den Berg Epomeo, sowie einen Ausschnitt der Gemeinde Casamicciola und wird sich damit direkt in den April 1924 datieren lassen.

Erich Hartmann ist vor allem als Maler der Hamburgischen Sezession bekannt. Er studierte anfangs an der Düsseldorfer Akademie (1903-06), sowie an der Privatschule von Hermann Gröber in München und darauf Studium an der dortigen Akademie. Durch eine Verwundung im Weltkrieg kam er nach Altona und fortan blieb er in Hamburg ansässig. 1919 trat er der dortigen Sezession bei und es entstanden gewaltige, expressive Werke. Im Dritten Reich wurden einerseits Werke des Künstlers als „entartet“ beschlagnahmt, andererseits erhielt er aber auch öffentliche Aufträge für Wandbilder. Beispielhaft für die vielen „Graubereiche“, was deutlich macht, dass stets der einzelne Künstler zu betrachten ist und Schablonen hier nicht helfen. Nach 1945 war er Professur an der Landeskunstschule Hamburg.

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18. April 2026

 

Am 7. April haben wir bereits ein Aquarell des Rappensees von Ewald Becker-Carus betrachtet. Dieses Mal nimmt uns der Künstler mit zu einem Weingarten in Camedo am 7. April 1960.

Ewald Becker-Carus
1902 Dingelstedt – 1994 Schloss Hamborn
„Weingarten in Camedo mit Blick auf Gridone“

links unten signiert & verso monogr. & datiert (7.4.1960)
Aquarell auf Ingrespapier
53,2 x 39,5 cm
Aus dem Nachlass des Künstlers.
€ 260,-

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Nach seinen Studien an der Kunstakademie Dresden (1923-27) und an der Akademie für Graphik in Leipzig (1927), sowie einer kurzzeitigen Lehrtätigkeit in Niesky, war Ewald Becker-Carus von 1933 bis zur politisch bedingten Schließung 1937 Kunsterzieher an der Rudolf-Steiner-Schule in Hamburg-Altona. Danach arbeitete er freischaffend, wurde 1940 zum Kriegsdienst eingezogen und begann nach 1945 wieder mit dem Aufbau seines Ateliers an der Hamburger Elbchaussee. Ab 1949 war er zudem an der Rudolf Steiner-Schule Hamburg-Wandsbek tätig und übernahm dort den Aufbau des Kunstunterrichts.

Das Aquarell war stets die von Ewald Becker-Carus bevorzugte künstlerische Technik, die er über Jahre hinweg für sich verfeinerte, um so eine jeweils ganz eigene Stimmung zu erzeugen.

Diese schöne, ruhige Ansicht auf einen Weingarten in Camedo, ein Ortsteil von Centovalli im Tessin, sah Becker-Carus im April 1960 vor sich. Ganz unspektakulär, aber überaus stimmig und harmonisch blicken wir auf diesen zeitlosen Momenteinfang.

… weitere Werke von Ewald Becker-Carus …

17. April 2026

 

2014 hat Fritz Schuber diesen zauberhaft lichtdurchfluteten Moment in Pettensiedel (Markt Igensdorf, Lkr. Forchheim) erlebt und malerisch eingefangen.

Friedrich (Fritz) Schuber
*1942 Wien
„Pettensiedel“
unten rechts & verso signiert
Aquarell auf Ingrespapier
34,2 x 47,2 cm
€ 580,-

… zum Angebot …

Fritz Schuber zeigte sein künstlerisches Talent bereits in der Kindheit und Jugend. Sein Vater beschäftigte sich in der Freizeit mit Zeichnungen und Aquarellmalerei, was sich auch auf den Sohn übertrug. Seit 1969 lebt er in Nürnberg und ab den 1980er Jahren beginnt er sich intensiv mit der diffizilen Kunst der Aquarellmalerei auseinanderzusetzen, er besucht Seminare in Österreich (u.a. bei Gottfried Salzmann), nimmt an der internationalen Sommerakademie in Salzburg (in der Malklasse von Georg Eisler) sowie an Malklassen Heribert Maders bei der internationalen Sommerakademie in Bruneck teil. Darauf wirkt er selbst lange Jahre als Dozent – an der Volkshochschule Nürnberg, bei der Reichenhaller Akademie, beim Kunstsommer Viktring/Klagenfurt und an der Akademie Geras.

Das hier vorliegende Aquarell stammt aus dem Jahr 2014. Der Künstler hatte durch seine Bekanntschaft mit dem Bildhauer Harro Frey (1942-2011) eine enge Beziehung zu Pettensiedel und er konnte in dessen Werkstatt auch mehrfach ausstellen.
Fritz Schuber nimmt hier den Betrachter mit auf einen Weg mit Blickrichtung zum Dorf. Rechts erhebt sich ein hoher Baum, der den Weg in leichten Schatten legt. Ein zauberhaft lockeres, einfühlsames, ja: harmonisches Werk, das beispielhaft verdeutlicht, weshalb der Künstler als „Aquarellist des Lichts“ bezeichnet wird.

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16. April 2026

 

In den 1930er Jahre hielt sich Gerd Baukhage in der Schweiz auf und während dieser Zeit sah er 1938 diesen ‚blühenden Kirschbaum in Albonago (Tessin)‘.

Gerd Baukhage
1911 Herten – 1998 Köln
„Blühender Kirschbaum in Albonago (Tessin)“
verso sign.
Öl / Platte
51 x 33 cm
€ 1.500,-

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Bekannt ist Gerd Baukhage für seine radikalen „Versperrungen“ – eigenwillige Stillleben mit alten Holz-, Metallstücken, Gittern, Nägeln,…

Dieser „Apfelbaum“ entstammt der früheren, malerischen Phase.
Nach einem kurzen Architekturstudium in München (1930-32) begann er 1933 ein Studium der Malerei in Düsseldorf. Doch bereits im Sommer desselben Jahres verließ er die Akademie wieder, um sich in der Schweiz niederzulassen.

„Baukhages Familie pflegte Verbindungen zu einer Familie Iringer in Rikon im Kanton Zürich. Sie hatte schon in den Hungerjahren nach dem Ersten Weltkrieg seinen jüngsten Bruder Günther aufgenommen. Jetzt wohnte sie in Zürich und bot dem jungen Künstler einen Arbeitsplatz in einer Gartenlaube im Vorort Honk. Er malte freundliche Landschaftsbilder und lebte von Gelegenheitsverkäufen, bis die Behörden auf ihn aufmerksam wurden und ihn – ohne Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis – Anfang 1934 auswiesen. Erst zwei Jahre später – er hat sich in jenen Monaten bei Geschwistern und Bekannten in Deutschland aufgehalten – kehrte er zurück und fand bei einer Marty Hochstrasser, die er durch die Iringers kennenlernte, eine Bleibe in Lugano“ (Wolfgang Becker).

Bis zum Kriegsbeginn blieb Baukhage als Maler in Lugano.
Das kleine Dorf Albonago liegt an den Hängen des Monte Brè (östlich von Lugano). Der leicht aus der Mitte nach rechts gerückte Kirschbaum reicht mit seinen Zweigen bis an die Bildränder – seine Blüten heben sich dabei die pastose Malweise markant ab. Hinter dem Baum sehen wir einen Hang, ein Gebäude und schließlich das Gebirge.

 
15. April 2026

 

Friedrich Kunitzer zog sich 1957 – einer langen Sehnsucht folgend – mit seiner Frau in die Abgeschiedenheit des Jammertals (Taunus) zurück und errichtete ein Blockhaus mit Wohnbereich, Atelier und Schafstall. Es entstand ein reiches Kunstschaffen.

Friedrich Kunitzer
1907 Przedecz [Moosburg] – 1998 Kördorf
‚Haus des Künstlers‘
o. l. sign.
Aquarell / Karton
35,8 x 47,8 cm
€ 1.250,-

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„Meine Sehnsucht war, weg von der Stadt. Ich dachte an die Jugendzeit, […] die noch lebendig in mir war. Es gelang mir, Land zu kaufen, mitten in unserer durch die Industrie verdorrten Landschaft fand ich noch eine Ecke mit Wald, rauschendem klarem Wasser, wo ein einfaches Leben möglich wäre. Ich wurde Bauer. Ein Aussteiger aber wurde ich nicht. Aus was sollte ich aussteigen? Meine Probleme waren immer noch um mich. Ich war eher ein Einsteiger in ein neues bäuerliches Leben und habe mein Leben als Maler an meine Jugend angeknüpft. Ich malte und zeichnete weiter.“ So beschrieb es der Künstler selbst.

In dem Band „Fremd in Deutschland?“ (1973) schreibt Kunitzer: „Trotz Technik und Zivilisation in unserem Lande schaut noch die Wildnis in unser Fenster hinein. Quer durch das Jammertal zogen durch die Jahrhunderte Landsucher von West nach Ost, von Süden nach Norden. Für uns wurde dieses Tal zu einem neuen Angelpunkt. Wir wollten die Welt erobern, wir erlernten das Handwerk der Kunst. Welt, Handwerk und Kunst verschmolzen für uns zu einem Abenteuer eigener Art. Wir haben zwei Weltkriege erlebt, wir erlebten die russische Revolution, erlebten Hunger und Elend, Flucht und Verzweiflung. Allen Abgründen zum Trotz fanden wir endlich wieder Boden unter den Füßen. Neben uns steht die Größe der Natur. Die Nebel steigen aus dem Jammertale, von dem die Leute hier sagen: ‚Wo die Füchse Kaffee kochen.‘“

Dieses sehr persönliche Aquarell zeigt eben jenes Künstlerhaus im Jammertal.

… weitere Werke von Friedrich Kunitzer …

 
13. April 2026

 

1908 besuchte Hans Gerson Veurne in Westflandern, wo er die traditionelle Bußprozession miterlebte und sie farbgewaltig festhielt.

Hans Gerson
1882 Berlin – 1941 ebd.
‚Bußprozession in Veurne‘
u. l. sign., [um 1908] Öl / Lw.
115,5 x 140,5 cm
€ 5.500,-

… zum Angebot …

„Die Kunst Hans Gersons bietet ein gutes Beispiel einer in unseren Tagen häufigen Erscheinung. Er ist der Typus der jüngeren, in der impressionistischen Tradition erzogenen Generation, die sich an den Franzosen begeisterte, sich Meister wie Monet und Degas zum Vorbild nahm, deren malerische Interessen jedoch weiterführen und über das von ihnen zum Ausdruck Gebrachte hinaus mehr das Moderne will.“ So schrieb 1920 Karl Schwarz in „Der Cicerone“. Gerson war gerade in den 1910er und 1920er Jahren an zahlreichen Ausstellungen beteiligt – im Münchner Glaspalast, bei der Berliner Secession, wie auch in der Berliner Galerie von J.B. Neumann.

Das große Gemälde zeigt ein außergewöhnliches Motiv. Für das Jahr 1908 sind zwei Gemälde Gersons mit Ansichten aus Veurne dokumentiert und auch dieses Werk ist dorthin zu lokalisieren.

Gerson führt dem Betrachter einen Moment der Bußprozession vor Augen, die seit 1646 jedes Jahr am letzten Sonntag im Juli veranstaltet wird. Wir befinden uns mitten auf dem Grote Markt. Die im Hintergrund aufragende St.-Nikolaus-Kirche hat bereits den Beginn des religiösen Schauspiels eingeläutet, alle Stände sind geschlossen und die ganze Aufmerksamkeit liegt auf dem von Häuserfassaden eingerahmten Geschehen.
Umgeben von zahlreichen Besuchern, Bürgern, Gläubigen findet im Bildzentrum die Vorführung statt. Die dunkle Gestalt von Christus ist von der Last des Kreuzes niedergefallen, ein Soldat steht neben ihm. Weitere Schergen stehen links und drangsalieren ihn mit Holzspeeren. Im linken Hintergrund wird das Schweißtuch präsentiert.

… weitere Werke von Hans Gerson …

 
11. April 2026

 

Curaçao vor 90 Jahren… So hat es Hugo Wallenius auf seiner Reise nach Kolumbien 1936 erlebt und gesehen.

Hugo Wallenius
1892 Hamburg – 1948 Wattenscheid
„Curaçao“
unsigniert, unten rechts datiert (1936)
Bleistift auf Karton
29,7 x 35,4 cm

Abb. in: Kunstkontor Dr. Doris Möllers (2001): „Aus dem Nachlaß von Hugo Wallenius (Hamburg 1892 – 1948 Wattenscheid)“, Nr. 39.

€ 250,-

… zum Angebot …

Hugo Wallenius arbeitete die erste Zeit vor allem als Lithograph bei verschiedenen Druckereien und Firmen in Deutschland. Daneben bildete er sich auch künstlerisch weiter, besuchte die Hamburger Kunstgewerbeschule (bei Arthur Illies) und nahm an ersten Ausstellungen teil.
1929 reiste Wallenius nach Brasilien und war in Recife als Lithograph tätig. Es entstand ein farbintensives Werk, bis ihn dann 1933 gesundheitliche Gründe zu einer Rückkehr nach Deutschland zwangen. Bereits 1936 zog es ihn aber erneut nach Südamerika. Dieses Mal zog er nach Kolumbien und war dort als Lithograph tätig. Der schlechte Gesundheitszustand seiner Mutter rief ihn jedoch 1938 abermals aus Südamerika zurück.

Die vorliegende Zeichnung wird während der Überfahrt nach Kolumbien entstanden sein – wohl während eines Zwischenstopps bei der Karibikinsel Curaçao.

Das Schaffen von Wallenius war lange vergessen und bekam erst durch das Kunstkontor Dr. D. Möllers (Münster), durch Ausstellungen und einen Katalog wieder Aufmerksamkeit. Im damaligen Katalog (2001) ist diese Zeichnung abgebildet.

… weitere Werke von Hugo Wallenius …

 
09. April 2026

 

1960 zeichnete Bernhard Bröker diese schlicht schöne, (früh)sommerliche Ansicht auf den Kasseler Stadtteil Kirchditmold.

Bernhard Bröker
1883 Münster – 1969 ebd.
„Kirchditmold“
links unten monogrammiert & datiert (1960)
Kohle auf Zeichenpapier
29,7 x 39,7 cm
€ 330,-

… zum Angebot …

Bernhard Bröker machte anfangs eine handwerkliche Malerausbildung und arbeitete bis zum 20. Lebensjahr in diesem Beruf. 1903 wandte er sich dann der Kunst zu und studierte an der Kunstakademie Berlin (bei Fritz Grotemeyer) und an der Hochschule für bildende Künste in Berlin. Es folgten mehrere Studienreisen durch Europa, bevor er nach Münster zurückkehrte. Von 1913 bis 1943 und von 1948 bis 1955 war er Leiter der Fachklasse für Freihandzeichnen an der Werkkunstschule in Münster. Im Späteren lebte Bröker als freischaffender Künstler.
Bedeutsam ist Bröker nicht zuletzt als Gründungsmitglied der Künstlergemeinschaft „Schanze“ (Münster) im Jahr 1919. Später wurde er zum Ehrenmitglied ernannt.

Der über 70jährige Künstler zeigt uns hier einen menschenleeren Blick auf den dörflichen Ortsrand von Kirchditmold. Im Vordergrund stehen junge Obstbäume, worauf sich kleine Felder, Beete, Holzzäune und Kleingärten anschließen, bevor dann die Häuser beginnen. Zentral im Bild auf einer leichten Anhöhe steht das Kirchengebäude. Über der ruhigen Szenerie liegt ein locker bewölkter (Sommer-)Himmel.

… weitere Werke von Bernhard Bröker …

 
08. April 2026

 

Im Sommer 1969 hat Curt Wittenbecher diese vorgewitterliche Stimmung in Birnau am Bodensee erlebt …

Curt Wittenbecher
1901 Magdeburg – 1978 Bremen
„Birnau (vor dem Sturm)“
rechts unten monogrammiert, verso signiert, betitelt & datiert (Juni 1969)
Aquarell auf leicht strukturiertem Aquarellkarton
42 x 56 cm
€ 360,-

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Curt Wittenbecher war ein meisterlicher Beherrscher der Aquarellmalerei.
Er erhielt seine künstlerische Ausbildung an der Privatschule für graphische Künste in München (1921-24), an der Kunstgewerbeschule Berlin-Charlottenburg und an der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg. Nach einer kurzen Tätigkeit als Dozent in Berlin war er ab 1928 freischaffender Künstler in Magdeburg. 1944 musste er kriegsbedingt nach Hindelang im Allgäu umziehen. Im Januar 1945 wurde seine Magdeburger Wohnung bei einem Angriff komplett zerstört, was auch den Verlust eines Großteils des bisherigen Schaffens bedeutete.
1949 zog Wittenbecher in den Norden und ließ sich in Worpswede nieder. Ab 1955 war er freier Künstler in Bremen, erhielt öffentliche Aufträge und übernahm Lehrtätigkeiten.

Das Aquarell ist die von Wittenbecher bevorzugte Technik. Seine vornehmlich landschaftlichen Motive fand er auf zahlreichen Reisen.
So wird auch diese in zart zerfließenden Farben gemalte Bodensee-Ansicht während eines Aufenthalts in Birnau entstanden sein. Der etwas bewegte, leicht aufgewühlte Himmel deutet dabei bereits auf den im Titel angekündigten, vom Künstler vielleicht erspürten, Sturm hin.

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07. April 2026

 

1947 war Ewald Becker-Carus am Rappensee in den Allgäuer Alpen und es entstand dieses zauberhaft leichte, nun fast 80 Jahre alte Aquarell…

Ewald Becker-Carus
1902 Dingelstedt – 1994 Schloss Hamborn
„Rappensee mit Rappenköpfle bei Oberstdorf / Allgäu“
rechts unten signiert & datiert (1947), verso Künstlerstempel
Aquarell auf Ingrespapier
34,5 x 48 cm
Aus dem Nachlass des Künstlers.
€ 190,-

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Nach seinen Studien an der Kunstakademie Dresden (1923-27) und an der Akademie für Graphik in Leipzig (1927), sowie einer kurzzeitigen Lehrtätigkeit in Niesky, war Ewald Becker-Carus von 1933 bis zur politisch bedingten Schließung 1937 Kunsterzieher an der Rudolf-Steiner-Schule in Hamburg-Altona. Danach arbeitete er freischaffend, wurde 1940 zum Kriegsdienst eingezogen und begann nach 1945 wieder mit dem Aufbau seines Ateliers an der Hamburger Elbchaussee. Ab 1949 war er zudem an der Rudolf Steiner-Schule Hamburg-Wandsbek tätig und übernahm dort den Aufbau des Kunstunterrichts.
Das Aquarell war stets die von Ewald Becker-Carus bevorzugte künstlerische Technik, die er über Jahre hinweg für sich verfeinerte, um so eine jeweils ganz eigene Stimmung zu erzeugen.

Das vorliegende Werk wird während einer Reise 1947 entstanden sein.
Bewusst ohne größere Details zeigt Becker-Carus wie Rappensee und die umgebende Landschaft auf ihn wirkten, wie er den Moment erlebte und erspürte. Das aus dem Bildzentrum kommende Licht erfüllt dabei das Motiv und breitet sich ruhig über Wasser, Ufer und Gebirge aus.

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Gelegenheiten < 100€ Preis 100€ - 500€ Preis 500€ - 1.000€ Preis 1.000€ - 2.000€ Preis über 2.000€