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||    T Ä G L I C H E    D O S I S    K U N S T    I M    M A I    2 0 2 6    ||

 

21. Mai 2026

 

Am 26. April hatten wir an den 120. Geburtstag von Erich Wessel gedacht, heute jährt sich der Todestag (21. Mai 1985) des Hamburger Künstlers zum 41. Mal.

Erich Wessel
1906 Hamburg – 1985 ebd.
‚Bremer Roland‘

unsigniert, verso Nachlassstempel, undatiert
Lithografie / Karton
61 x 43 cm
€ 60,-

… zum Angebot …

Erich Wessel machte anfangs eine Lehre als Dekorationsmaler (1921-24) und arbeitete auch kurzzeitig als Gehilfe. 1928 besuchte er die Hamburger Kunstgewerbeschule (bei Arthur Illies), bevor er sich aber bereits 1929 als freischaffender Künstler betätigte. Er trat der Hamburger Künstlerschaft bei, beteiligte sich an Ausstellungen und unternahm Studienreisen. Befreundet war er u. a. mit Adolf Wriggers, Rolf Böhlig. Nach dem Krieg begann er sich nach 1945 im Kunstleben zu engagieren. Er eröffnete zudem eine private Malschule und wurde ab 1949 Dozent an der Schule für Bekleidungs-Industrie und an der VHS-Hamburg.

Erich Wessel schuf ein reichhaltiges Kunstschaffen, in dem er stets gegenständlich blieb und einen expressiv realistischen Ausdruck bevorzugte.

… weitere Werke von Erich Wessel …

 

20. Mai 2026

 

Vor 118 Jahren – am 20. Mai 1908 – wurde der wunderbare Künstler Hans Jürgen Kallmann geboren.

Hans Jürgen Kallmann
1908 Wollstein (Posen) – 1991 Pullach
„Abendröte über den Dächern“, [um 1940]

u. r. signiert
Pastellkreiden / Velinpapier
88 x 66,5 cm
€ 2.200,-

… zum Angebot …

Hans Jürgen Kallmann macht 1925 sein Abitur in Halle und beginnt ein Medizinstudium, dass er aber 1930 abbricht. Er zieht nach Berlin, besucht die Meisterklasse Emil Orliks an den „Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst“, bricht dies aber nach einem Semester wieder ab. Er bildet sich autodidaktisch weiter, wird gefördert durch Max Slevogt und kann sich langsam etablieren. 1934 wird ihm der Rompreis zuerkannt, 1935 erhält er den Preis der Abraham-Lincoln-Stiftung und 1936 den Hessischen Staatspreis.

Ein signifikanter Einschnitt ist 1937 die Beschlagnahme von insgesamt sechs Werken als „entartet“. Hans Jürgen Kallmann gilt als „jüngster ‚Entarteter‘“. In der Folge kann er vornehmlich nur noch an private Sammlerfreunde verkaufen und aus dem öffentlichen Kunstbetrieb zieht er sich nahezu ganz zurück.

Durch Kriegseinwirkung verliert Kallmann einen Großteil seines damaligen Schaffens.
Nach dem Krieg lebt Kallmann vor allem in Pullach und wird gefragter Porträtist.

Diese Zeichnung zeigt einen Blick auf einen menschenleeren Dorfrand im Abendlicht. Der Vordergrund ist schon beinahe ganz verdunkelt und die Fassaden der Häuser heben sich düster von dem verglühenden Schein der untergehenden Sonne ab. Darüber liegt ein tiefer, grau dunkler Himmel.

 

19. Mai 2026

 

Vor 99 Jahren – am 19. Mai 1927 – wurde der Maler, Zeichner, Grafiker und Bildhauer Alfred Klosowski in Hamburg geboren.

Alfred Klosowski
1927 Hamburg – 2020 ebd.
‚florale Abstraktion‘ (Neujahrsgruß für 1969)

gewidmet & signiert
Tusche / Bütten
30 x 21,6 cm
€ 300,-

… zum Angebot …

Alfred Klosowski studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg (bei Willi Titze, Theo Ortner). Danach war er als freischaffender Künstler, sowie als Werbegrafiker, Innenraumgestalter und Messebauer tätig. Seine Werke sind in vielen norddeutschen Städten im öffentlichen Raum sichtbar, so u. a. ein Glasbetonfenster an der U-Bahnstation-Lutterothstraße (1963) in Hamburg, sowie „Keramikvögel“ (Steinzeug, 1974) in der Hamburger Straße (Hudekamp) in Lübeck.

Diese Zeichnung mit einer schwungvollen floralen Abstraktion wurde vom Künstler zudem mit einer schönen Widmung samt Neujahrsgruß für 1969 versehen.

… weitere Werke von Alfred Klosowski …

 

18. Mai 2026

 

Vor genau 54 Jahren – am 18. Mai 1972 – verstarb der Maler Andreas Harsch.

Andreas Harsch
1884 Reichenau an der Maltsch(Rychnov nad Malší) – 1972 Wien
Flusslandschaft (Darstellung der Maltsch in Südböhmen?)

unten links signiert
Öl / Karton
30 x 54,6 cm cm
€ 750,-

… zum Angebot …

Andreas Harsch wuchs in Reichenau an der Maltsch (Rychnov nad Malší) im Böhmerwald an der Grenze zu Österreich auf. Nach dem Besuch der Holzfachschule in Wallern (Volary) konnter er sich seinen Wunsch erfüllen und nach Wien gehen. Dort besuchte er neben seiner Arbeit künstlerische Abendkurse und sobald er genügend Geld angespart hatte bewarb er sich erfolgreich an der Kunstakademie München. Aus finanziellen Gründen musste er notgedrungen nach Wien zurückkehren, besuchte dort die Kunstakademie und war im Folgenden vornehmlich in bzw. um Wien tätig.

Anzunehmen ist daher auch, dass das vorliegende Werk ein Motiv aus seiner unmittelbaren bzw. ihn persönlich berührenden Umgebung zeigt. Man kann hierbei bspw. an eine signifikante Flussbiegung der Maltsch denken. Zentral im Werk liegt die vom Fluss umschlängelte Fläche auf der sich Grasflächen und Sträucher finden. Durch einen etwas satteren Farbauftrag, sowie eine hellere Farbgebung, erreicht der Künstler eine Tiefenwirkung, welche diese Fläche gegenüber dem eher matt gehaltenen Waldhintergrund abhebt. Ganz am Horizont sind schwach die Andeutungen von Hügelketten zu erkennen.

 

17. Mai 2026

 

Vor 115 Jahren – am 17. Mai 1911 – erblickte Oskar Kurt Döbrich (kurz: OKD) das Licht der Welt.

Oskar Kurt Döbrich
1911 Metz (Lothringen) – 1970 Münster
„Geisterphantasie“

u. r. monogr. & dat. (1934)
Tusche / Papier
22,8 x 18,1 cm
€ 920,-

… zum Angebot …

Die Familie von Oskar Kurt Döbrich wurde mit Kriegsausbruch 1914 aus Lothringen vertrieben und ließ sich im Münsterland nieder. Im Anschluss an die Schulzetit in Münster studierte er von 1933-37 in Berlin (u.a. bei Georg Tappert und Karl Rössing). Gerade die Bedeutung Tapperts ist hier zu beachten, wurde dieser doch bereits im Februar 1933 aus seinem Lehramt entlassen und nur auf Druck von Kollegen im Herbst 1933 wieder eingestellt, bevor er dann 1937 endgültig die Akademie verlassen musste.
In der Folge war Döbrich als Kunsterzieher tätig, wurde 1940 zum Kriegsdienst einberufen. 1944 erlitt er eine schwere Verletzung, geriet in russische Gefangenschaft und kehrte im Oktober 1946 nach Münster zurück. Ab 1949 war er dann Kunsterzieher in Rheine und ab 1952 in Münster.

Diese vorliegende Zeichnung entstand 1934 und ist damit in die Berliner Zeit einzuordnen.
Wir sehen hier eine modern gestaltete Deckenlampe, an der ein seltsames, abstoßendes Wesen hängt. – Eine Art Mischwesen zwischen Mensch und Tier. Eine Hand und ein Fuß sind definitiv menschlich, während die Gegenstücke eher an einen Vogel denken lassen, so dass unweigerlich die Harpyie in den Sinn kommt. Der Kopf ist sicherlich menschlich, doch erinnert die Physiognomie auch mehr an Wesen aus Fabeln oder Mythen. – Der große, zahnlose Mund mit der gespaltenen Zunge verweist hierbei wohl auf die Schlange. Und der gesamte Körper dieses Wesens scheint ein kurzes, von Ornamenten geschmücktes, Kleidungsstück zu tragen.

Ein sicherlich unkonventionelles, überaus reizvolles und künstlerisch voll überzeugendes Werk.

… weitere Werke von Oskar Kurt Döbrich …

 

16. Mai 2026

 

Am 16. Mai 1893 – vor genau 133 Jahren – wurde Käthe Schmitz-Imhoff in Köln geboren.

Käthe Schmitz-Imhoff
1893 Köln – 1985 ebd.
‚Porträt einer jungen Frau‘

u. r. signiert
Öl / Leinwand
46,5 x 33 cm
€ 780,-

… zum Angebot …

Käthe Schmitz-Imhoff stammt aus einer traditionsreichen Kölner Familie von Dombildhauern. Nach dem Besuch des Ursulinengymnasiums begann sie ein Lehramtsstudium in Düsseldorf (1912-15) und hierauf arbeitete sie als Zeichenlehrerin an der zuvor besuchten Ursulinenschule. Ihre künstlerische Ausbildung erhielt sie an der privaten Berliner Malschule von Johannes Walter-Kurau (1920-21) und an der Kunstakademie Düsseldorf (1921-24). Nach dem Studium hielt sie sich in Italien und Südfrankreich auf. Während dieser Zeit hatte sie 1925 ihre erste Ausstellung im Kölner Kunstverein.
Bis 1945 hatte sie einen Lehrauftrag am Sozialpädagogischen Seminar Köln. Nach 1945 lebte Schmitz-Imhoff als freie Malerin in Köln.

Ihr expressiv-realistisches Schaffen besteht vor allem aus wunderbaren figürlichen Kompositionen, Portraits, Landschaften und Stillleben.

… weitere Werke von Käthe Schmitz-Imhoff …

 

15. Mai 2026

 

Vor vier Jahren – am 15. Mai 2022 – verstarb der Künstler Werner D. H. Bissinger.

Werner Dieter Hermann Bissinger
1937 Schwäbisch Gmünd – 2022 ebd.
„Jim Knopf und seine Freunde“

u. r. monogr. & dat. (2017)
Öl / Leinwand
60 x 80 cm

Dez. 2017 – Jan. 2018 ausgestellt bei der „Querschnitt“-Jahresausstellung des Gmünder Kunstvereins, Schwäbisch Gmünd.
Zudem mit einer persönlichen Widmung des Künstlers an seine Frau (zu sehen auf dem 2. Bild).

€ 490,-

… zum Angebot …

Werner D. H. Bissinger besuchte das Parler-Gymnasium in Schwäbisch Gmünd. Während der Schulzeit engagierte er sich für das Schultheater und entwarf hierfür die Kulissen. Zugleich wurde ihm gestattet im Keller des früheren Stadtgartengebäudes künstlerisch tätig zu sein. Auf Wunsch der Eltern studierte er dann „etwas Richtiges“ – Metallchemie und Galvanotechnik (Fachschule in Gmünd). Ab 1966 war er für IBM tätig, wenig später wurde er in die USA geschickt. Künstlerisch war er vorerst nicht mehr aktiv.

1980 lernte er seine spätere Frau Christine kennen, die damals Sprachen und Philosophie studierte und durch sie begann er erneut zu malen.
Nach seiner Rückkehr nach Schwäbisch Gmünd war er wieder künstlerisch tätig und engagierte sich im Kulturleben.
Auf Wunsch von Landrat Diethelm Winter übernahm Bissinger die Neugestaltung der Fachschule für Galvanotechnik in Gmünd. Er unterrichtete in der Folge auch dort.
Ab etwa 2007 widmete er sich ganz der Kunst.
Es entstehen vor allem figürliche Kompositionen und Portraits, Landschaften, Stadtansichten, welche sich besonders durch ein knalliges, intensives Kolorit auszeichnen.

Dieses recht späte, farbstarke Gemälde greift Michael Endes wunderbare Geschichte von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer auf eine ganz eigenwillige, schön naiv anmutende Weise auf.

 

14. Mai 2026

 

Vor 46 Jahren – am 14. Mai 1980 – verstarb der Künstler Ludwig (Luis) Neu.

Ludwig Neu
1897 Wasserlos – 1980 Buenos Aires
„Kanal in Amsterdam“

u. r. sign. & dat. (1932)
Tusche / Ingrespapier
48 x 62,6 cm
€ 750,-

… zum Angebot …

Das Leben des deutsch-jüdischen Künstlers Ludwig Neu ist voller Tragik, bezeugt aber zugleich auch seine Kraft.

Seine Ausbildung erhielt er an der Zeichenakademie in Hanau, der Kunstgewerbeschule Offenbach und an der Kunstakademie München. Nach seinem Kriegsdienst war er 1920 in Frankfurt am Main tätig und lebte etwas später in Hamburg. Dort heiratete er Ida Boch – obgleich sich seine Eltern gegen die Verbindung mit der evangelischen Postbeamtin stellten. In den 1920/30er Jahren unternahm er viele Studienreisen (Orient, Ägypten, Italien, Holland, Norwegen, Island) und wurde zu dieser Zeit gefördert von Gustav Pauli und Gustav Schiefler. Ab 1933 verschlechterten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse Neus so arg, dass er zum Wohlfahrtsempfänger wurde. 1935 wurde ihm beachtenswerterweise das Ehrenkreuz für Frontkämpfer des Ersten Weltkrieges verliehen. Und im folgenden Jahr wurde sein Aufnahmeantrag in die Reichskammer abgelehnt – mit gleichzeitiger Untersagung der weiteren Ausübung des Künstlerberufes. Im Privaten malte und verkaufte Neu jedoch weiterhin. Im Mai 1938 emigrierte die Familie nach Buenos Aires und Neu wurde daraufhin ausgebügert. In seiner neuen Heimat ist er anfangs als Fotograf, dann wieder als Maler tätig. Am 4. Sept. 1954 erfolgt die offizielle Wiedereinbürgerung in Hamburg und 1978 wird ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Diese Tuschzeichnung entstand 1932 während einer der vielen frühen Studienreisen. In diesem Fall waren es die Niederlande und Neu hält einen nächtlichen Blick auf einen Kanal in Amsterdam fest.

… weitere Werke von Ludwig (Luis) Neu …

 

13. Mai 2026

 

Am 13. Mai 1973 – vor 53 Jahren – verstarb der herausragende Aquarellist Hans Brasch.

Hans Brasch
1882 Karlsruhe – 1973 Murrhardt
‚Obstblüte (im Remstal?)‘

verso Nachlassstempel, undatiert
Aquarell / Japanpapier
43,8 x 64,2 cm
€ 550,-

… zum Angebot …

Hans Brasch sollte den väterlichen Malerbetrieb übernehmen, stellte sich aber dagegen und besuchte die Karlsruher Akademie. Nach dem Studium unternimmt er eine Reise nach Paris und Genf, wo er mit Ferdinand Hodler zusammenkommt.
Nach seinem Kriegsdienst ist er in Außerurberg bei St. Blasien (Schwarzwald) tätig. Sein damaliges Schaffen ist bestimmt von Goethes Farbenlehre und von Rudof Steiners Anthroposophie, was sich auch deutlich in seiner Kunst widerspiegelt – er wechselte von der Ölmalerei zum Aquarell. Hans Brasch selbst beschreibt diese Phase so:

“Mein Bemühen war es, in allen Erscheinungen die darin verborgenen schöpferischen Kräfte zu finden. Dazu ist die Wasserfarbe das so viel beweglichere reinere Malmaterial, das zur schonungslosen Klarheit zwingt.”

1930 verzog er nach Stuttgart. 1937 werden in Frankfurt a. M. sechs Werke – vier Aquarelle und zwei Gemälde – aus öffentlichem Besitz als “entartet” beschlagnahmt.
Im Dritten Reich ist Brasch mit Werken nur auf zwei Ausstellungen (Karlsruhe und Stuttgart) nachweisbar. Nach 1945 engagierte sich Brasch stark im Stuttgarter Kunstleben.
Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in einem Altersheim in Murrhardt.

In dieser ‘Obstblüte’ sind wir auf einer Anhöhe und blicken in eine weite, hügelige Landschaft, die wohl ins Remstal lokalisiert werden kann. Auf der abfallenden Wiese und Weide stehen Obstbäume in Blütenpracht. Die uns gegenüberliegenden Hügel sind dunkel bewaldet und im Tal meint man einzelne Hausdächer zu erkennen.

… weitere Werke von Hans Brasch …

 

13. Mai 2026

 

Ebenso am 13. Mai – vor genau 140 Jahren (1886) – wurde Guido Schreiber (Postinspektor und Künstler!) geboren.

Guido Schreiber
1886 Bad Dürrheim – 1979 Bochum
‚Blick auf Bad Säckingen mit dem Fridolinsmünster‘

u. r. sign. & dat. (1925)
Öl / Karton
38,5 x 48 cm
€ 820,-

… zum Angebot …

Der „malende Postbeamte“ Guido Schreiber war als Künstler zum Großteil Autodidakt. Zwar entstanden bereits in den Jahren ab 1905 erste Zeichnungen, doch wurde die Malerei erst ab 1917 intensiver. In diesem Jahr verzog Schreiber, der berufsbedingt zahlreiche Umzüge hatte, endgültig nach Villingen.
„Dort lernt er den Maler Richard Duschek (1884-1959) kennen […] dem er Wesentliches verdankt und beinahe lebenslang freundschaftlich verbunden bleibt“. In den 1920er Jahren werden Werke Schreibers vermehrt in Ausstellungen gezeigt, von den Schriftleitern der „Badischen Heimat“, Max Wingenroth und später Hermann Eris Busse, wird er gefördert, Zeichnungen von ihm erscheinen als Illustrationen in jener Zeitschrift und auch Bücher mit Bezug zur Heimatregion werden mit seinen Arbeiten geschmückt. Er beginnt sich verstärkt zu etablieren und „[in] den 30er Jahren ist Schreiber an allen wichtigen Ausstellungen der Baaremer Künstler beteiligt, so auch in Donaueschingen 1932 und 1935“ (Hans-Jörg Pott).

Eine sehr schöne Würdigung gibt Andreas Zoller:
„Guido Schreiber ist ein wichtiges Zwischenglied in einer von extremen Positionen bestimmten Kunstregion. Im gewissen Sinne kann man ihm eine Vorreiterrolle zuerkennen, da er in seinen besten Werken mit traumwandlerischer Sicherheit die Gegensätze überwunden hat.“

Neben der Ansicht auf Bad Säckingen, sehen wir hier eine wunderbare expressive Gewitterstimmung (Öl, 1925) und eine farbstarke Straße in Haslach im Kinzigtal (Aquarell, 1928).

… weitere Werke von Guido Schreiber …

 

12. Mai 2026

 

Vor 141 Jahren – am 12. Mai 1885 – kam der Schweizer Künstler Jean Lehmann zur Welt. Hier blicken wir auf ein farbstarkes Stillleben.

Jean Lehmann
1885 Dagmersellen (Luzern) – 1969 Zürich
‚ Obststillleben‘

u. l. monogr. & dat. (1931)
Öl / Leinwand
39,3 x 49,2 cm
€ 1.750,-

… zum Angebot …

Auf Wunsch der Eltern machte Jean Lehmann anfangs eine Ausbildung im Hotelfach (1900-05). Parallel dazu besuchte er die Kunstgewerbeschule Luzern. Als Buchhalter in Sardinien verdiente er sich sein weiteres Kunststudium in Venedig (1907-08). Sein Studium in München (ab 1910) verdiente er sich vorab als Museumsdiener. Es war dann wohl auch diese Zeit in der er das erste Mal in Dachau war. Von 1912-22 lebte er in St. Moritz.
Ab diesen Jahren konnte Lehmann seine Werke öffentlich ausstellen und er begann sich zu etablieren.
Zwischen 1922 und 1936 lebte er in Dachau – es entstanden Werke in kräftigen, ungemischten, strahlenden Farben und einem expressiv realistischen Ausdruck. „Es ist seine fruchtbarste Schaffensperiode. Regelmäßig beteiligt er sich an den Ausstellungen der Münchner Secession und der Künstlervereinigung Dachau“ (Horst Heres).

Jean Lehmann malte insbesondere (winterliche) Landschaften, Darstellungen des bäuerlich-dörflichen Lebens und Stillleben.

Dieses Werk malte Lehmann 1931 und es entstand damit in dieser Dachauer Zeit.
Wir sehen ein Obststillleben in erstaunlich warmen, satten Farbtönen. Der Blick geht von oben auf einen dunkelbraunen, schlichten Holztisch. Im Hintergrund eine hellbraune Wand, sowie im rechten Bereich der Ansatz eines rötlichen Tuches oder Vorhangs.
Kompositorisch und farblich ein sowohl ausgewogenes und zugleich auch eigenwillig modernes Stillleben, welches beispielhaft für Jean Lehmanns Dachauer Jahre ist.

 

11. Mai 2026

 

Am heutigen 11. Mai wäre die großartige Künstlerin Romane Holderried Kaesdorf 104 Jahre alt geworden.

Romane Holderried Kaesdorf
1922 Biberach/Riß – 2007 ebd.
„Lilien- und Normalzeitung“

16 S., geheftet (41,5 x 29 cm)
erschienen in der Edition Klaus und Dagmar Dieterich (Stuttgart)
Auflage: 1.000 Exemplare, davon die Ex. 1-250 von der Künstlerin signiert, sowie mit Stempel nummeriert, dieses Exemplar trägt die Nummer „177“
€ 140,-

… zum Angebot …

Romane Holderried Kaesdorf zählt zu den ganz großen, eigenwilligen Künstlerinnen – und vor allem Zeichnerinnen! – des deutschen Südwestens.

Diese seltene und kuriose Publikation der „Lilien- und Normalzeitung“ stammt aus der frühen Schaffensphase der Künstlerin. „Die künstlerische Anerkennung setzte erst mit den ab 1970 entstandenen zeichnerischen Werken ein. Unter diesen Umständen mag es für die Künstlerin schwer gewesen sein, den davor entstandenen Bildern mit dauerhafter Wertschätzung zu begegnen. Dennoch ist es angebracht, die vor 1970 entstandenen Arbeiten als eigenständigen Werkkomplex zu betrachten […]“ (Uwe Degreif (2007): Ungeliebte Bilder? Zu den Werken 1946-1967, in: Degreif, Uwe / Froitzheim, Eva-Marina (Hrsg.): Romane Holderried Kaesdorf; Stuttgart: Josef Fink; S. 8-12 [hier: S. 12]).
Diese „Lilien- und Normalzeitung“ ist an das Ende dieses beschriebenen Umbruchs einzuordnen und es zeigen sich in den Illustrationen bereits jene zeichnerischen absurd skurrilen Elemente, welche im Späteren als signifikant für Holderried Kaesdorf gelten dürfen.
Zuletzt gab es im Kunstmuseum Stuttgart bis Mitte April 2026 eine umfassende Ausstellung zu ihr.

 

10. Mai 2026

 

Vor genau 134 Jahren – am 10. Mai 1892 – kam der eigenwillige Künstler Albert Schneller in Jechtingen zur Welt.

Albert Schneller
1892 Jechtingen – 1970 Grünwettersbach
‚nächtliche Kriegsszene‘

u. r. signiert & datiert (1939)
Öl / Platte
80,2 x 100,6 cm
€ 2.600,-

… zum Angebot …

Nach einer handwerklichen Malerlehre besuchte Albert Schneller die Kunstgewerbeschule in Karlsruhe (1913-15), sowie – nach Kriegsdienst – die dortige Kunstakademie (1919-25).
Er zog nach Grünwettersbach und war dort als Künstler tätig. Es entstanden vor allem expressive Dorfansichten, Landschaften, figürliche Kompositionen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und Gefangenschaft kehrte er nach Grünwettersbach zurück. Künstlerisch fand er zu einem neuen Ausdruck und zu einer stärker abstrahierten Figurenmalerei. Er konnte sich wieder an Ausstellungen in u. a. Karlsruhe beteiligen.

Dieses großformatige Gemälde Albert Schnellers datiert auf 1939 – das Jahr des Kriegsausbruches und zugleich eine Zeit in der sich Kunst- und Kulturpolitik im Dritten Reich immer restriktiver gegenüber modernen Tendenzen zeigte.
Schneller zeigt hier eine Soldatenszene, die so gar nichts mit der Heroisierung der Armee gemein hat. Es ist dunkle Nacht, links ein Sichelmond und von rechts nahen dunkle Gewitter-, besser: Kriegswolken. Im Vordergrund rennt ein Soldat über die Bildfläche. Im linken Arm hält er einen Brief bzw. einen Zettel, was ihn zweifelsohne als Meldegänger ausweist. Hinter ihm liegt ein Soldat am Boden. Das kühle Blau-Schwarz und das fahle Gesicht zeigen bereits dessen Tod an; weitere Geschosse schlagen in unmittelbarer Nähe ein.

Im Schaffen des Künstlers wie auch mit Bezug auf das damalige Kunstschaffen im Allgemeinen sicherlich ein im besten Sinne: besonderes Gemälde.

… weitere Werke von Albert Schneller …

 

09. Mai 2026

 

Am 9. Mai 1998 – vor 28 Jahren – verstarb der Künstler Hans-Joachim Stenzel.

Hans-Joachim Stenzel
1926 Neusalz/Oder – 1998 Weiden
‚Blick aus dem Fenster‘

u. r. signiert & datiert (1954)
Gouache auf Karton
22,3 x 46,8 cm
€ 750,-

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Obgleich sich das künstlerische Talent von Hans-Joachim Stenzel schon früh zeigte, musste er doch anfangs eine Lehre in der Stadtverwaltung von Neusalz (Niederschlesien) beginnen. Diese brach er jedoch nach kurzer Zeit ab und wurde an der Meisterschule für Kunst und Handwerk in Breslau angenommen. Bereits nach dem ersten Semester war er Meisterschüler von Albert Helm und schloss 1944 sein Studium mit Auszeichnung ab.
1945 floh er mit der Familie aus Schlesien und gelangte nach Dresden, wo er die schweren Bombardierungen miterlebte. Im März kam er nach Oberfranken und bezog ein Atelier im Schloß Thurn (Kreis Forchheim), wo er bis 1949 blieb. Hierauf war er anfangs in Erlangen, bevor er ab 1952 als Chefdekorateur in Nürnberg arbeitete.

Der hier vorliegende Blick aus einem (Atelier-)Fenster entstand im März 1954 und ist der frühen Schaffenszeit zuzuordnen. Die Ausschnitte eines Fensterrahmens bilden im Vordergrund die Grundstruktur hinter der sich dann die Landschaft im Licht der Sonne zeigt. Der helle, goldene Glanz der Wolken lässt dabei mehr an einen Morgen als an einen Abend denken, was vielleicht auch die Aufbruchstimmung des jungen, nicht einmal 30 Jahre alten Künstlers wiedergeben mag.

 

08. Mai 2026

 

Vor 127 Jahren – am 8. Mai 1899 – wurde der französische Künstler Roger Guit geboren.

Roger Guit
1899 Pessac-sur-Dordogne (Gironde) – 1978 Labruyère
‚elegant in Schwarz gekleidete Menschengruppe (Theaterbesucher)‘

u. r. signiert & undatiert [um 1920-30] Tusche & Aquarell auf festerem Velinpapier
35,5 x 47,8 cm
€ 750,-

… zum Angebot …

 

Roger Guit ist vor allem als Landschaftsmaler, sowie als Maler der Pariser Theater- und Zirkuswelt bekannt.
Guit war Schüler von Léon Bonnat (1833-1922) und Eugène Carrière (1849-1906). Er fand schnell zu seinen bevorzugten Themen. In Paris lebte er in der rue Custine 49.
Er malte Porträts von u. a. dem Künstler Edmond Heuzé, dem Schauspieler Charles Trenet, den Clowns Albert Fratellini und Auguste Boulicot, dem Schriftsteller Tristan Rémy, den Komponisten Arthur Honegger und Marcel Delannoy.

Diese hier vorliegende Zeichnung wird in die Jahre um 1920-30 einzuordnen sein.
Roger Guit zeigt eine Gruppe aus vier schwarz gekleideten, eleganten Personen – drei Frauen und ein rauchender Herr. Etwas verdeckt rechts hinten zeigen sich die hellvioletten Umrisse einer weiteren weiblichen Person, die aber im Gegensatz zu dem übrigen Quartett deutlich im Hintegrund bleibt.
Die vier Personen wirken ernst, ja beinahe: mürrisch, als seien sie nur schwer zufrieden zu stellen. Dass sie dazu noch nicht eng beieinander sitzen verstärkt diese Stimmung der Nicht-Kommunikation.
Ganz markant und überaus gelungen ist die an Picasso erinnernde Reduktion der Gesichter der beiden Damen, bei denen Guit die Augen in einem Zug zeichnete.

Vielleicht handelt es sich bei dieser sehr modernen Arbeit um die Vorlage für eine geplante Illustration.

 

07. Mai 2026

 

Am 7. Mai 1987 – vor genau 39 Jahren – ist die Künstlerin Else Meidner in London verstorben.

Else Meidner, geb. Meyer
1901 Berlin – 1987 London
‚Betende‘

u. r. monogrammiert & datiert (1950)
Kohle auf Velinpapier
67,1 x 54,6 cm
€ 1.700,-

… zum Angebot …

Else Meidner war anfangs die Schülerin und im Späteren die Ehefrau Ludwig Meidners. Ab Ende der 1920er Jahre etablierte sie sich als Künstlerin und trat aus dem Schatten ihres Manns. Ihre Porträtradierung Alfred Döblins erhält 1928 eine Auszeichnung und 1932 hat sie eine Einzelausstellung bei den Berliner “Juryfreien”.
Diese positive Entwicklung wird 1933 jäh beendet. Zusammen mit dem Sohn David (*1929) lebt das Paar vorerst in Köln, da Ludwig hier eine Anstellung als Zeichenlehrer an der jüdischen Schule Jawne fand. Schließlich im August 1939 emigrieren sie nach England. Die Familie lebt in Armut, während sich die Ehepartner immer fremder werden.
Diese Existenznöte halten auch nach 1945 an und selbst eine Einzelausstellung beider Künstler in der renommierten Ben Uri Gallery (London) kann daran nichts ändern. 1953 kehrt Ludwig Meidner schließlich nach Deutschland zurück, während Else Meidner in London bleibt und 1954 die britische Staatsangehörigkeit annimmt.

Die vorliegende, großformatige Zeichnung entstand in dieser Londoner Zeit. Das Paar lebte noch zusammen, doch waren sie emotional schon voneinander getrennt.

In festen, schnellen und dichten Strichen entsteht das Bildnis einer ins Gebet vertieften Frau, bei der man an eine Arbeiterin denken mag. Die Existenznöte und -ängste werden auch diese, ebenso wie die Künstlerin, umgetrieben und geplagt haben.

 

06. Mai 2026

 

Vor 56 Jahren – am 6. Mai 1970 – starb der Künstler Karl Stachelscheid.

Karl Stachelscheid
1907 Duisburg – 1970 Düsseldorf
‚Stillleben mit Krug, Büchern und Pfeife auf einem Tisch‘

unsigniert, undatiert [um 1930-40] Kreide (schwarz, braun) auf gräulichem Ingrespapier
60,8 x 47 cm
€ 230,-

… zum Angebot …

Die Eltern des Künstlers, Albert und Maria Stachelscheid, betrieben eine Fabrikation für Kisten und Verpackungsmaterial in Düsseldorf. Karl Stachelscheid besucht die Volksschule (1923-28) und die Mittelschule Clarenbach (1928-31). 1931 beginnt er auf Wunsch der Eltern er eine Maler- und Anstreicherlehre, wendet sich dann aber doch der Kunst zu und besucht zwischen 1934-39 die freie Kunstschule für Malerei und Graphik von Hans Carp in Düsseldorf (nach Carps Tod führt Jo Strahn die Schule weiter). Im Anschluss daran geht er bis 1943 an die Kunstakademie Düsseldorf und ist zuletzt Meisterschüler bei Julius Paul Junghanns. In den folgenden Jahren unternimmt der Künstler mit seiner ersten Frau mehrere Reisen und wohnt zeitweise in Tirol. Ab 1957 lebt er dann mit seiner zweiten Frau in Krefeld und die letzten Jahre verbringt er in Düsseldorf. Am 4. Mai 1970 erleidet Karl Stachelscheid einen Schädelbasisbruch in Folge eines Treppensturzes, an dem er schließlich im Theresienhospital in Düsseldorf verstirbt.

Stachelscheid schuf vornehmlich Landschaften, Stadtansicht, Stillleben und figürliche Kompositionen in spätimpressionistischer Ausführung, etwa nach 1950 wandte er sich zudem abstrakten, informellen Werken zu.

Diese flott und sicher gezeichnete Aktstudie wird noch in die frühen Jahre um 1930-40 einzuordnen sein. Und daneben zur Ergänzung noch eine weitere Aktstudie im Querformat aus derselben Schaffenszeit.

… weitere Werke von Karl Stachelscheid …

 

05. Mai 2026

 

Vor 55 Jahren – am 5. Mai 1971 – starb der Düsseldorfer Künstler Albert Henrich.

Albert Henrich
1899 Düsseldorf – 1971 ebd.
‚Stillleben mit Krug, Büchern und Pfeife auf einem Tisch‘

r. o. signiert, undatiert
Öl / Leinwand
40,5 x 50 cm
€ 1.150,-

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Albert Henrich erhielt seine Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf (1913-19) – unterbrochen von zwischenzeitlichem Kriegsdienst. Anfänglich hatte er eine neusachliche Ausrichtung, wandte sich aber dann mehr einem (expressiven) Realismus zu. 1931 wurde ihm der Dürer-Preis der Stadt Nürnberg zugesprochen und 1942 erhielt er den Cornelius-Preis der Stadt Düsseldorf. Studienreisen führten ihn nach u.a. Nordafrika, Italien, Spanien, Südfrankreich.

Albert Henrich war vor allem im Rheinland auf zahlreichen Ausstellungen vertreten. Motivisch blieb er im klassischen Kanon und es entstanden vor allem Stillleben, Landschaften und Portraits.

Dieses Stillleben ist eine ganz typische, beispielhafte Komposition von ihm.

 

04. Mai 2026

 

Vor 117 Jahren (4. Mai 1909) wurde die Hamburger Künstlerin Charlotte Hilmer geboren.

Charlotte Hilmer
1909 Hamburg – 1958 ebd.
‚sitzende, junge Frau‘

u. l. signiert, undatiert [um 1939-45] Öl auf Leinwand, doubliert
60,5 x 50 cm
€ 2.600,-

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Charlotte Hilmer, geb. Wegel, war seit 1939 Ehefrau des Künstlers Arnold Hilmer (1908-1993), doch trat sie zeitlebens auch selbst als Künstlerin auf.
Gemeinsam begannen Beide ihr Kunststudium 1928-29 an der Landeskunstschule Hamburg. Hierauf gingen sie für ein Jahr an die Königsberger Kunstakademie sowie darauf bis 1933 an die Stuttgarter Akademie.
In den frühen 1930er Jahren teilten sie sich eine Hamburg Atelierwohnung in der Langen Reihe mit u. a. Ernst Witt. Nach der Heirat 1939 zog das Paar in die Alsterchaussee 11.
1939 hatte sie mit ihrem Mann eine Atelierausstellung, ist 1941 auf einer Schau des Hamburger Kunstvereins vertreten, beteiligte sich 1943 an der Ausstellung „Zwölf Hamburger Künstlerinnen“, trat dann aber wohl nicht weiter mit ihrem damaligen Schaffen an die Öffentlichkeit.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sie sich etablieren und fand zu einem eigenen expressiv realistischen Ausdruck.
Die Künstlerin verstarb mit nicht einmal 50 Jahren durch Freitod.

Dieses Gemälde ist in die eher frühe Schaffensphase der Künstlerin einzuordnen und wird in den ersten Jahren nach der Heirat (1939) entstanden sein. In vornehmlich breiten Pinselstrichen und einem mitunter leicht pastosen Farbauftrag entsteht ein ganz eigentümliches, herbes, aber auch gefühlvolles Bildnis. Während das junge Alter und das helle Kleid eher eine Zartheit vermuten lassen, so sieht Charlotte Hilmer hier vielmehr Ernst und Persönlichkeit.

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03. Mai 2026

 

Am 3. Mai 1945 – vor 81 Jahren – wurde Sabine Ebel in Oldenburg geboren.

Sabine Ebel
1945 Oldenburg – 2015 ebd.
‚Schriftgebilde‘

r. u. signiert, undatiert [um 1967-70] Tusche / Karton
24 x 18 cm
€ 340,-

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Das Schaffen der Malerin, Zeichnerin, Grafikerin und Schriftkünstlerin Sabine Ebel blieb lange Zeit unentdeckt und wurde erst kürzlich einer genaueren Betrachtung unterzogen.

Sie war Tochter des Buchhändlers und Antiquars Rudolf Ebel (1907-1994) und dessen Ehefrau Annelies Ebel (1910-1975). Nach ihrem Abitur an der Oldenburger Cäcilienschule (1966) besuchte sie die Kunsthochschule Kassel (bei Ernst Röttger). Im Späteren war sie v. a. im Oldenburger Elternhaus in der Hochhauser Straße 5 ansässig.

Es gibt bislang keinen Hinweis darauf, dass Sabine Ebel mit ihrem Schaffen jemals an die Öffentlichkeit trat – eine tatsächliche (Wieder-)Entdeckung!

Neben kalligrafischen Arbeiten, in denen Ebel u. a. Gedichte von Walter Helmut Fritz und Agnes Miegel eigenwillig umsetzte, entstanden vor allem Werke, die die Verbindung zwischen Bild und Buch bzw. Zeichnung und Schrift suchen.
Ebel bewegt sich damit in einer Tradition von Paul Klees „Schriftbildern“, Cy Twomblys „scribbles“ oder auch Arbeiten Anselm Kiefers. Mit ihrer schriftkünstlerischen Ausbildung findet sie dabei einen eigenen Weg, bei dem oftmals das Schriftbild erhalten bleibt, ohne aber irgendeine sinnvolle Lesbarkeit zu vermitteln, so dass organische Abstraktionen zu entstehen scheinen. Für Ebel dürfte das gelten was Else Lasker-Schüler 1910 in einem Aufsatz im „Sturm“-Heft schrieb: „Die Schrift ist ein Bild für sich und hat nichts mit dem Inhalt zu tun.“

Dieses Schriftgebilde ist ein wunderbares Beispiel für ihren eigenwilligen Ansatz. Wie eine organische Struktur, oder gar wie eine Landschaft, wirken diese aneinandergereihten Buchstaben.

… weitere Werke von Sabine Ebel …

 

01. Mai 2026

 

Vor genau 134 Jahren (1. Mai 1892) wurde die – heute sehr in Vergessenheit geratene – Zeichnerin und Grafikerin Marianne Keil geboren.

Marianne Keil
1892 Markranstädt – 1977
‚Bildnis eines sitzenden Mannes‘

rechts unten signiert & datiert (1942)
Bleistift auf Zeichenpapier
33,2 x 22,1 cm
€ 330,-

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Über Leben und Werk der Zeichnerin und Grafikerin Marianne Keil ist wenig bekannt. Nach dem Besuch der höheren Bürgerschule studierte sie zuerst zwei Semester an der Dresdner Kunstgewerbeschule und hierauf nochmals zwei Semester an der Akademie in Leipzig. Anfang 1920 richtete sie ein Aufnahmegesuch an das Bauhaus in Weimar. Die Bauhausleitung beschloss sie „zunächst ein Probejahr als Studierende des Staatlichen Bauhauses aufzunehmen“. Marianne Keil trat den Studienplatz am Bauhaus jedoch nicht an, da sie „den Plan, das Bauhaus zu besuchen aufgegeben habe“, wie sie ohne weitere Begründung schrieb. Anzunehmen ist, dass sie stattdessen abermals an die Leipziger Akademie ging, da sie dort nachweislich 1927 eine Prämie der Holstein-Stiftung erhielt. In den Folgejahren wird sie vornehmlich in Leipzig ansässig und tätig gewesen sein, worauf Beteiligungen der Künstlerin an den „Jahresschauen Leipziger Künstler“ schließen lassen.
Und auch nach 1945 war sie weiterhin dort ansässig und beschickte u.a. die „Erste Leipziger Grafikschau“ (1947), die „Leipziger Kunstausstellung“ (1948), sowie Ausstellungen in Mittweida und Wurzen.

Die vorliegende Zeichnung datiert auf 1942 und zeigt ein starkes, erstaunlich expressiv realistisches Bildnis eines sitzenden Mannes.

 

 

Gelegenheiten < 100€ Preis 100€ - 500€ Preis 500€ - 1.000€ Preis 1.000€ - 2.000€ Preis über 2.000€