T H E O D O R H U G O F E N N E R S (21.01.1877 St. Hubert/Niederrhein – 21.09.1956 Nürnberg)
Weitere Werke von Theodor Hugo Fenners
Zum Themenflyer ‚Erdsegen‘
„Späte Mahd“ (1952)
Öl auf Hartfaser, gerahmt
€ 1.100,-
Titel
„Späte Mahd“ [so verso betitelt, gelistet im Werkverzeichnis (Krick 2002): Nr. 1952/6 – 115 (S. 129), sowie verso auf aufgeklebtem Etikett vom Enkel des Künstlers, Horst Krick, bestätigt]
Technik
Öl auf Hartfaser [1], gerahmt
Signatur
unten rechts signiert, sowie verso nochmals signiert
Jahr
unten rechts datiert „[19]52“, sowie verso datiert „1952“
Größe
Größe: 60 x 80 cm (ohne Rahmen) / 73,5 x 93 cm (mit Rahmen)
Zustand
minimal fleckig; Platte an Ecken bestoßen (unter Rahmung nicht sichtbar)
Platte verso leicht fleckig
Rahmen an den Kanten leicht berieben, sowie mitunter mit kleinen Abbrüchen
Provenienz
(spätestens) 2002 Sammlung Klaus Spermann und Renate Knorr, Berlin [so die Angabe im Werkverzeichnis]
Ausstellungen
1) 1952 „Sommerschau Fränkischer Künstler“, Albrecht Dürer-Verein, Fränkische Galerie, Nürnberg
2) 1995 „Theodor Hugo Fenners“, Galerie 29, Münster
3) 1997 Einzelausstellung, Galerie Haus Herbede, Witten
4) 1998 Einzelausstellung „Fränkisches Land“, Alte Hofhaltung, Historisches Museum Bamberg
5) 1999 Retrospektive „Theodor Hugo Fenners“, Stadtmuseum Schwabach
Abbildung
Krick, Horst (2002): Theodor Hugo Fenners. Werkverzeichnis, Köln: Verlag media dell‘ arte, S. 69 (ganzseitige Farb-Abbildung)
Ein Foto der Katalogseite ist unten angefügt.
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[1] Im Werkverzeichnis wird irrigerweise „Malkarton“ als Bildträger angegeben
Werkbeschreibung
Theodor Hugo Fenners ist einer der wenigen, beachtenswerten Künstler, der trotz seines eher fortgeschritten Alters (Jg. 1877!) zu einem eigenständigen expressiv-realistischen Ausdruck fand.
Fenners wuchs in ärmlichen Verhältnissen am Niederrhein auf. Von einem Lehrer, der sein Talent erkannte, wurde er gefördert und konnte auf diese Weise in Düsseldorf, Berlin und Krefeld studieren. Ab 1909 war er in Essen freischaffend tätig. Im Ersten Weltkrieg war er als Sanitäter tätig, kehrte dann wieder nach Essen zurück.
Ab Mitte der 1920er Jahre unternahm er Studienreisen nach England, Frankreich, Belgien und in die Niederlande. Nach 1933 zieht sich Fenners vermehrt zurück und unternimmt zahlreiche Wanderungen durch Deutschland, wobei ihn besonders das Frankenland nachdrücklich beeindruckt.
Durch Ausbombungen der Stadt Essen 1944 verlor er den Großteil seines bisherigen Schaffens und er selbst zieht nach Franken (ab 1946 lebt er in Nürnberg), wo ein starkes Spätwerk entsteht.
Seine damaligen Hauptthemen sind der (bäuerliche) Mensch, die Tiere und die Landschaft.
Bei diesem Gemälde aus dem Spätwerk greift Fenners die von ihm so sehr bevorzugte ländlich bäuerliche Thematik beispielhaft in expressiv realistischer Form- und Farbsprache auf. In dieser „Späten Mahd“ steht das schwere gelbgoldene Kornfeld mächtig im Bild, hebt sich farblich spannungsvoll vom sattblauen Himmel ab, während die beiden Arbeiter mit geschwungenen, breiten Konturen und Farbflächen ausgeführt sind. Die Figuren lassen dabei mitunter an Werke von Werner Paul Schmidt oder auch Michel Wagner denken, die Beide ebenso bäuerlich ländliche Motive in expressiver Darstellung bevorzugten.
Diese „Späte Mahd“ lässt sich auf insgesamt fünf Ausstellungen nachweisen, wobei die „Sommerschau Fränkischer Künstler“ im Nürnberger Albrecht-Dürer-Haus 1952 noch zu Lebzeiten des Künstlers stattfand, was zugleich auf die Relevanz verweist, die der Künstler dem Gemälde entgegenbrachte.
„Wohl ist er ein moderner Maler, aber im Grunde seines Wesens ist er seiner bäuerlichen Herkunft treu geblieben. Das zeigen Motive aus der bäuerlichen Welt: weidende Viehherden in sonnendurchfluteter fränkischer Landschaft; oder kraftstrotzende Pferde in der Koppel; oder den pflügenden Bauern hinter einem wuchtigen Dreigespann massiger Zugochsen. Erdgebunden und schwer ist die Atmosphäre dieser Bilder, so daß der Beschauer nahezu körperlich die Plage und den Segen menschlicht Arbeit um das tägliche Brot erfühlt.“ [2]
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[2] „Der Nürnberger Oberbürgermeister besuchte Künstlerateliers. Eine Stunde ‚Künstlerluft‘ geatmet…“, in: „Fränkische Tagespost“, vom 21.01.1953, zitiert nach: Krick, Horst (2002): Theodor Hugo Fenners. Werkverzeichnis, Köln: Verlag media dell‘ arte, S. 224-225 [hier: 225].
Zu Theodor Hugo Fenners (21.01.1877 St. Hubert/Niederrhein – 21.09.1956 Nürnberg):
Maler, Zeichner.
Das zeichnerische Talent wird bereits in der Schulzeit erkannt und von einem Lehrer gefördert.
Ab etwa 1895 Studium in Düsseldorf und Berlin.
Um 1900 Besuch der Kunstgewerbeschule Krefeld.
1901 Heirat
1902 Geburt des Sohnes Arthur und kurze Zeit darauf stirbt die Frau.
1905 erneute Heirat
1906 Geburt der Tochter Annemarie
1909 Umzug der Familie nach Essen
1914-18 Sanitätsdienst im Ersten Weltkrieg
Ab 1924 Studienreisen nach England, Frankreich, Belgien und in die Niederlande.
Ab 1933 zieht er sich vermehrt zurück und unternimmt zahlreiche Wanderungen durch Deutschland, wobei ihn besonders das Frankenland nachdrücklich beeindruckt.
1944 Ausbombung in Essen und Verlust eines Großteils des bisherigen Schaffens. Umzug nach Nürnberg wo die Tochter lebt.
1945 erneute Ausbombung und Umzug in ein kleines Dorf bei Bamberg.
1946 Rückkehr nach Nürnberg
Sammlungen
Museen der Stadt Bamberg
Städtisches Museum, Gransee
Städtisches Museum Kalkar
Kramer Museum, Kempen
Städtische Kunstsammlungen Nürnberg
Stadtmuseum Schwabach
Märkisches Museum, Witten
Sammlung Dr. Gerhard Schneider, Olpe
Mitgliedschaften
1947 Mitbegründer der Künstlergruppe „Der Kreis“, Nürnberg
Literatur
— Grieb, Manfred (Hrsg.) (2007): Das Nürnberger Künstlerlexikon (Bd. 1), München: K.G.Saur, S. 382
— Jessewitsch, Rolf / Schneider, Gerhard (Hrsg.) (2008): Entdeckte Moderne; Kettler; Bönen; S. 482
— Koskull, Maximilian von: „Zum 70. Todestag von Theodor Hugo Fenners – ein Künstler der Moderne aus St. Hubert“, in: Hubertus-Bote, 59. Jg., Nr. 721 (August 2026), S. 19
— Krick, Horst (2002): Theodor Hugo Fenners. Werkverzeichnis, Köln: Verlag media dell‘ arte
— Zachow, Bernd / Frank, Kristiane: Theodor Hugo Fenners, in: „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, Onlineversion, De Gruyter-Verlag
Aus: Krick, Horst (2002): Theodor Hugo Fenners. Werkverzeichnis, Köln: Verlag media dell‘ arte, S. 69.




















