T H E O D O R H U G O F E N N E R S (21.01.1877 St. Hubert/Niederrhein – 21.09.1956 Nürnberg)
Weitere Werke von Theodor Hugo Fenners
„Alte Bäuerin“ (1953)
Öl auf Hartfaser, gerahmt
€ 880,-
Titel
„Alte Bäuerin“ [so verso betitelt, gelistet im Werkverzeichnis (Krick 2002): Nr. 1953/12 – 106 (S. 132), sowie verso auf aufgeklebtem Etikett vom Enkel des Künstlers, Horst Krick, bestätigt]
Technik
Öl auf Hartfaser, gerahmt
Signatur
unten links signiert, sowie verso oben nochmals signiert
Jahr
verso datiert „1953“
Größe
Größe: 79,2 x 59,5 cm (ohne Rahmen) bzw. 92 x 72 cm (mit Rahmen)
Zustand
schwach fleckig; Platte an Ecken etwas bestoßen (unter Rahmung nicht sichtbar)
Platte verso leicht fleckig
Rahmen an den Kanten mitunter sehr leicht berieben
Ausstellungen
1) 1999 Retrospektive Theodor Hugo Fenners, Stadtmuseum Schwabach
2) 2000 Einzelausstellung, Galerie im Schlosspavillon, Ismaning
3) 2002 Retrospektive zum 125. Geburtstag, Kunstmuseum Erlangen
Abbildung
Krick, Horst (2002): Theodor Hugo Fenners. Werkverzeichnis, Köln: Verlag media dell‘ arte, S. 71 (ganzseitige Farbabbildung)
Ein Foto der Katalogseite ist unten angefügt.
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[1] Im Werkverzeichnis wird irrigerweise „Malkarton“ als Bildträger angegeben
Werkbeschreibung
Theodor Hugo Fenners ist einer der wenigen, beachtenswerten Künstler, der trotz seines eher fortgeschritten Alters (Jg. 1877!) zu einem eigenständigen expressiv-realistischen Ausdruck fand.
Fenners wuchs in ärmlichen Verhältnissen am Niederrhein auf. Von einem Lehrer, der sein Talent erkannte, wurde er gefördert und konnte auf diese Weise in Düsseldorf, Berlin und Krefeld studieren. Ab 1909 war er in Essen freischaffend tätig. Im Ersten Weltkrieg war er als Sanitäter tätig, kehrte dann wieder nach Essen zurück.
Ab Mitte der 1920er Jahre unternahm er Studienreisen nach England, Frankreich, Belgien und in die Niederlande. Nach 1933 zieht sich Fenners vermehrt zurück und unternimmt zahlreiche Wanderungen durch Deutschland, wobei ihn besonders das Frankenland nachdrücklich beeindruckt.
Durch Ausbombungen der Stadt Essen 1944 verlor er den Großteil seines bisherigen Schaffens und er selbst zieht nach Franken (ab 1946 lebt er in Nürnberg), wo ein starkes Spätwerk entsteht.
Seine damaligen Hauptthemen sind der (bäuerliche) Mensch, die Tiere und die Landschaft.
Bei diesem Gemälde aus dem Spätwerk handelt es sich um das Bildnis einer „alten Bäuerin“ (1953). Die alte Frau trägt ein blaues Kleid mit weißem Kragen. Sie sitzt auf einem roten Sessel, die Arme sind locker darauf gelegt. Den Hintergrund belässt Fenners ganz bewusst diffus. Es ist dabei vor allem das Kolorit und der schwungvoll dynamische Pinselstrich, der das Werk auszeichnet. Besonders im Kleid aber auch im Hintergrund ist der Abstraktionsgard deutlich erhöht und dem damals über 75 Jahre alten Künstler gelingt damit eine ganz eigenwillige Portraitmalerei, die den Ausdruck eines expressiven Realismus in Verbindung bringt mit einem traditionellen, bäuerlich-ländlichen Motiv.
Die „Alte Bäuerin“ war 1999 Teil der „Retrospektive Theodor Hugo Fenners“ im Stadtmuseum Schwabach, 2000 war es bei der Einzelausstellung in der Galerie im Schlosspavillon in Ismaning und 2002 wurde das Gemälde nochmals gezeigt bei der „Retrospektive zum 125. Geburtstag“ im Kunstmuseum Erlangen.
„Wohl ist er ein moderner Maler, aber im Grunde seines Wesens ist er seiner bäuerlichen Herkunft treu geblieben. Das zeigen Motive aus der bäuerlichen Welt: weidende Viehherden in sonnendurchfluteter fränkischer Landschaft; oder kraftstrotzende Pferde in der Koppel; oder den pflügenden Bauern hinter einem wuchtigen Dreigespann massiger Zugochsen. Erdgebunden und schwer ist die Atmosphäre dieser Bilder, so daß der Beschauer nahezu körperlich die Plage und den Segen menschlicht Arbeit um das tägliche Brot erfühlt.“ [2]
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[2] „Der Nürnberger Oberbürgermeister besuchte Künstlerateliers. Eine Stunde ‚Künstlerluft‘ geatmet…“, in: „Fränkische Tagespost“, vom 21.01.1953, zitiert nach: Krick, Horst (2002): Theodor Hugo Fenners. Werkverzeichnis, Köln: Verlag media dell‘ arte, S. 224-225 [hier: 225].
Zu Theodor Hugo Fenners (21.01.1877 St. Hubert/Niederrhein – 21.09.1956 Nürnberg):
Maler, Zeichner.
Das zeichnerische Talent wird bereits in der Schulzeit erkannt und von einem Lehrer gefördert.
Ab etwa 1895 Studium in Düsseldorf und Berlin.
Um 1900 Besuch der Kunstgewerbeschule Krefeld.
1901 Heirat
1902 Geburt des Sohnes Arthur und kurze Zeit darauf stirbt die Frau.
1905 erneute Heirat
1906 Geburt der Tochter Annemarie
1909 Umzug der Familie nach Essen
1914-18 Sanitätsdienst im Ersten Weltkrieg
Ab 1924 Studienreisen nach England, Frankreich, Belgien und in die Niederlande.
Ab 1933 zieht er sich vermehrt zurück und unternimmt zahlreiche Wanderungen durch Deutschland, wobei ihn besonders das Frankenland nachdrücklich beeindruckt.
1944 Ausbombung in Essen und Verlust eines Großteils des bisherigen Schaffens. Umzug nach Nürnberg wo die Tochter lebt.
1945 erneute Ausbombung und Umzug in ein kleines Dorf bei Bamberg.
1946 Rückkehr nach Nürnberg
Sammlungen
Museen der Stadt Bamberg
Städtisches Museum, Gransee
Städtisches Museum Kalkar
Kramer Museum, Kempen
Städtische Kunstsammlungen Nürnberg
Stadtmuseum Schwabach
Märkisches Museum, Witten
Sammlung Dr. Gerhard Schneider, Olpe
Mitgliedschaften
1947 Mitbegründer der Künstlergruppe „Der Kreis“, Nürnberg
Literatur
— Grieb, Manfred (Hrsg.) (2007): Das Nürnberger Künstlerlexikon (Bd. 1), München: K.G.Saur, S. 382
— Jessewitsch, Rolf / Schneider, Gerhard (Hrsg.) (2008): Entdeckte Moderne; Kettler; Bönen; S. 482
— Koskull, Maximilian von: „Zum 70. Todestag von Theodor Hugo Fenners – ein Künstler der Moderne aus St. Hubert“, in: Hubertus-Bote, 59. Jg., Nr. 721 (August 2026), S. 19
— Krick, Horst (2002): Theodor Hugo Fenners. Werkverzeichnis, Köln: Verlag media dell‘ arte
— Zachow, Bernd / Frank, Kristiane: Theodor Hugo Fenners, in: „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, Onlineversion, De Gruyter-Verlag
Aus: Krick, Horst (2002): Theodor Hugo Fenners. Werkverzeichnis, Köln: Verlag media dell‘ arte, S. 71 (ganzseitige Farbabbildung)






















