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||    K U N S T    I M    E X I L    ||

 
16. April 2026

 

Heute am 16. April jährt sich der Todestag von Ignaz Kaufmann zum 51. Mal.

Ignaz Kaufmann
1885 Braunseifen [Ryžoviště] – 1975 Buenos Aires
‚Herrenbildnis‘
oben rechts monogr. & dat. (1925)
Öl / Leinwand
75 x 55 cm
€ 1.900,-

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Ignaz Kaufmann wuchs in dem mährischen Dorf Braunseifen auf, ab 1891 lebte die Familie in Wien, wo er seine erste künstlerische Ausbildung erhielt. Hierauf studierte er in Wien und Stuttgart und unternahm Studienreisen nach Paris und Italien bis der Weltkrieg ausbrach und Kaufmann als Soldat eingezogen wurde. Nach Kriegsende besuchte Kaufmann ein Semester lang die Kunstakademie in Wien. Es folgten weitere Studienreisen nach Paris, Venedig, Wien und Berlin.
Spätestens 1921 ist er in Stuttgart ansässig. Dort war er u. a. im Bekanntenkreis des Architekten Oscar Bloch (1881-1937), den er auch porträtierte, stellte im Württembergischen Kunstverein aus und wurde Mitglied im Stuttgarter Künstlerbund.

Ab 1933 setzten Repressionen ein, Kaufmann konnte nur noch an „Jüdischen Kunstausstellungen“ teilnehmen und war dort vertreten neben u. a. Alice Haarburger, Trude Munk, Klara Neuburger, Emilie Ott, Else Samuel und Paula Straus. Daneben arbeitete er im Stuttgarter “Freien Jüdischen Lehrhaus” und half anderen Juden bei deren Emigration. Er selbst emigrierte 1939 nach England. Zum 10. Dezember 1939 wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt.
Ignaz Kaufmann kehrte nicht mehr nach Deutschland zurück und sein Schaffen geriet in Vergessenheit.

Das vorliegende Gemälde datiert auf 1925 und entstand damit in der Stuttgarter Schaffenszeit des Künstlers. Womöglich wird es sich bei diesem gelungenen expressiv realistischen Herrenbildnis um ein Auftragsportrait handeln.

 
07. April 2026

 

Heute ist der 122. Geburtstag (7. April 1997) von Hilde Rubinstein.

Hilde Rubinstein
1904 Augsburg – 1997 Göteborg
‚Hinterhof in Schweden‘ (verso: verworfenes Portrait)
links oben signiert & datiert (1940)
Aquarell, Tempera, Deckfarben auf Aquarellkarton
45,8 x 38,1 cm
€ 860,-

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Hilde Rubinstein trat um 1930 der KPD in Berlin bei. Damals verlagerte sich ihr Schaffen vom malerisch-zeichnerischen mehr zum schriftstellerischen Wirken. Erste Bühnenstücke deuteten auf eine erfolgreiche Zukunft hin.
Doch wie auch bei anderen Künstlern war das Jahr 1933 eine arge Zäsur. Als Jüdin und Kommunistin war sie doppelt gefährdet, wurde am 19. Nov. 1933 in Berlin verhaftet und schließlich am 1. Sept. 1934 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ verurteilt. Am 15. Mai 1935 entließ man sie aus der Haft. Doch aufgrund der weiterbestehenden Gefahr, emigrierte sie schließlich im September 1935 mit ihrer Tochter über Belgien und die Niederlande nach Stockholm. Dort hielt sie sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser, bevor die nächste Zäsur einbrach. – Während einer Russlandreise wurde sie beschuldigt „trotzkistischer Kurier“ zu sein und für zehn Monate inhaftiert. Nach der Haft sollte sie nach Deutschland abgeschoben werden, schaffte es aber in Warschau den Gefangenentransport zu verlassen und schlug sich über Riga nach Schweden durch. Sie lernte Schwedisch, begann zu schreiben und zu übersetzen. 1947 erhielt sie die schwedische Staatsbürgerschaft.

Das vorliegende Werk datiert auf 1940 und entstand damit in den frühen schwedischen Exiljahren nach der Haft in Russland.
Die Szenerie vermittelt eine gedrückte, kühle Stimmung. – Die etwas beschädigte Hausfassade, ebenso wie der grau bewölkte Himmel. Und dennoch liegt dem Ganzen eine gewisse Ruhe und Zeitlosigkeit inne… Der kleine schwarze Vogel am unteren rechten Rand ist dabei ein kleines, feines Detail – zugleich das einzige Lebewesen innerhalb des Motivs.

 

 

Gelegenheiten < 100€ Preis 100€ - 500€ Preis 500€ - 1.000€ Preis 1.000€ - 2.000€ Preis über 2.000€