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Provenienz Bernheim de Villers (1941)

Weitere Werke von unbekannten Künstlern

 

 

 

‚stehender weiblicher Akt‘ (1941)

Linolschnitt auf sandfarbigem Velinpapier, in Schutzfolie, unter Passepartout

€ 2.200,-

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Titel
‚stehender weiblicher Akt‘

Technik
Linolschnitt auf sandfarbigem Velinpapier, in Schutzfolie, unter Passepartout

Signatur
unten rechts nicht aufgelöst monogrammiert „S.“

Jahr
unten rechts datiert „1941“

Größe
Größe: 26 x 9,5 cm (Druck)/ 35 x 25 cm (Blatt) / 39,9 x 50,3 cm (Passepartout)

Zustand
durchgehend etwas gebräunt / nachgedunkelt; in den Randbereichen etwas fingerspurig und fleckig; Eckbereich oben links mit Ausschnitt (etwa 2,5×0,5cm); Ecke oben rechts etwas knittrig und mit Knickspur; verso etwas gebräunt und leicht fleckig

Provenienz
Am unteren Rand handschriftlich in Blei ausgeführte Widmung “pour Bernheim de Villers”, i. e. Gaston Bernheim de Villers (20.12.1870 Brüssel – 13.07.1953 Paris).

 

 

Freundliche Hinweise kamen dankenswerterweise von Guy-Patrice Dauberville (Archives Bernheim-Jeune, Paris), dem dieses Werk jedoch bislang nicht bekannt war.

 

 

Werkbeschreibung
Der Künstler des hier vorliegenden Blattes ist nicht bekannt, doch verweisen sowohl die modern expressive Ausführung wie auch das interessante Entstehungsjahr und nicht zuletzt die durch die Widmung angezeigte exquisite Provenienz darauf, dass hier ein überaus reizvolles, ja: ein besonderes Werk vor uns liegt.

Der handschriftlichen Widmung nach wurde das Blatt vermacht an Bernheim de Villers, womit der Kunsthändler und auch selbst als Maler tätige Gaston Bernheim de Villers (20.12.1870 Brüssel – 13.07.1953 Paris) gemeint ist. Dieser entstammte der legendären französischen Kunsthändlerfamilie und war Sohn von Alexandre Bernheim (1839-1915). Der Vater führte Gaston und dessen Bruder Joseph (Josse) Bernheim-Jeune (1870-1941) ab den 1890er Jahren in den Kunsthandel ein und gerade Josse und Gaston wurden zu maßgeblichen Förderern der Moderne. So zeigten sie 1901 die erste maßgebliche Retrospektive mit Werken Vincent van Goghs. Daneben gab es Ausstellungen von u. a. Claude Monet, Henri Matisse, Pierre Bonnard, Paul Cézanne, Kees van Dongen, Paul Signac, Amedeo Modigliani, Picasso, Marc Chagall.

Gaston Bernheim de Villers floh während des Zweiten Weltkrieges zusammen mit seiner Frau Suzanne Adler (1883-1961) aus Paris. Das Paar lebte anfangs in Monaco bis es dort 1943 auch zu gefährlich wurde und es zu vermehrten Verhaftungen kam. Hierauf emigrierten sie nach Luzern, wo sie bereits eine Galerie besaßen und wohin zuvor bereits die Neffen Jean und Henri geflüchtet waren.

Die schwungvollen, wellenförmigen Konturen des Aktes lassen mitunter an Darstellungen des herausragenden Chaim Soutine denken, der jedoch so gut als nie einen Akt schuf und sich zudem als Maler und Zeichner, nicht aber als Grafiker, betätigte. Daneben kommen vielleicht noch Holzschnitte der Brücke-Künstler in den Sinn.
Nichtsdestotrotz wird es sich dabei ohne Zweifel um einen Vertreter der Moderne handeln, der hier diese wohl als Unikat ausgeführte Grafik an Gaston Bernheim de Villers vermachte.
Das Gesicht der Frau liegt halb im Schatten, die rechte Hand selbstbewusst in die Hüfte gestützt und sie scheint mit ihrem Rücken an einer Wand zu lehnen. Alles dargestellt in einem hohen, überaus eigenwilligen Abstraktionsgrad. Ganz vorzüglich wirkt dabei die kräftig satte schwarze Farbgebung.