S I E G F R I E D    K A D E N    (29.03.1944 Dresden – 20.11.2021 München)

 

Weitere Münchner Künstler

 

 

Exemplar (#8/15) der limitierten Fotoserie „Wandzeichnungen“ (1981)

Kassette (Leinen) mit 18 Fotografien (komplett)

€ 400,-

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Titel
„Wandzeichnungen. (Knöbelstraße 26)“

Technik
Kassette (Leinen) mit 18 Fotografien (komplett)

Signatur
im Innenteil der Kassette vom Künstler handsigniert

Jahr
1981

Größe
Größe: 24,7 x 36,9 cm (je Foto) bzw. 27 x 39 cm (Kassette)

Auflage
im Innenteil der Kassette bezeichnet und handnummeriert „15 Exemplare. Dieses Exemplar trägt die Nr. 8“

Verlag
München: Edition A (Amalienstraße 87)

Zustand
Kassette: etwas berieben; Vorderdeckel sehr leicht fleckig; Ecken schwach bestoßen
Blätter: die Fotografien sehr leicht wellig; die Blätter waren stets in der Kassette und nicht aufgehängt

 

 

Diese in 15 Exemplaren erschienene Kassette mit 18 Fotografien war vom Künstler angedacht als eine Vorarbeit für die „Wandzeichnungen“-Ausstellung in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus. Diese fand vom 1.-27. Juni (im Kunstforum Maximilianstraße) und vom 7. Juli – 2. August 1981 (Lenbachhaus) statt.
Die ersten „Wandzeichnungen“ entstanden in Räumlichkeiten der Knöbelstraße 26, die späteren „Wandzeichnungen“ im öffentlichen Kunstforum der Städtischen Galerie im Lenbachhaus. Die beiden entstandenen „Wandzeichnungen“ sind demnach nicht identisch, was zugleich bedeutet, dass die Fotos der „Wandzeichnungen“ von dieser limitierten Kassette nicht zu finden sind in dem Ausstellungskatalog zu der Aktion im Kunstforum.

In beiden Fällen waren es bewusst rein temporäre Kunstwerke, die Kaden hier an Wände malte. Im Gegensatz zu der Aktion im öffentlichen Kunstforum der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, bewohnte Kaden damals Räume der Knöbelstraße 26. Es bestand hier also eine Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Räumen, worauf der Künstler in einem kurzen Text im Katalog zur Ausstellung 1981 dezidiert hinweist.

Zu der früheren Aktion schreibt Maria Anna Haindl im Innenteil der Kassette u. a.:
„Die Wandzeichnungen von Siegfried Kaden gibt es nur noch auf Photographien. Der Ort ihrer Entstehung, das Zimmer in der Knöbelstraße 26/III ist inzwischen einer Sanierung anheimgefallen.
Egal – im Herbst 1980 traten die Wand, als Träger der Zeichnungen und der Künstler in der Stille des raumes in spannungsvolle Interaktion.
Die Photographien dokumentieren die Ereignisse: Entstehen, Wuchrn, Schrumpfen und Auslöschen von Formen. Diese Formen von symbolischer Einfachheit, drücken aktuelle Seelenzustände aus. Kaden vermied explizit malerische Darstellungsmittel, die Form allein, schwarz auf der weißen Wand, sollte die Botschaft sein.“

Im Katalog zur späteren Ausstellung 1981 setzt Helmut Friedl die „Wandzeichnungen“ mit dem us-amerikanischen action-painting in Verbindung, macht aber auf markante Unterschiede aufmerksam, durch die Kadens Projekt Eigenständigkeit besitzt. So schreibt Friedl:
„Seine Zeichen und Figurationen, die er mit totalem körperlichem Einsatz unmittelbar auf die Wand setzt, sind schwarz. […] Der Verzicht auf die Leinwand oder auf großformatige Papiere als Träger des Bildes befreien den Künstler von der Endgültigkeit seiner Arbeit. Von Anfang an stand die zeitliche Begrenzung der Arbeit fest.“

 

 

Zu Siegfried Kaden (29.03.1944 Dresden – 20.11.2021 München):
Maler, Zeichner, Grafiker, Dozent, Kurator.

1945: Überlebt als Kleinkind gemeinsam mit seiner Mutter die Luftangriffe auf Dresden; die Familie flieht anschließend aufs Land.
Nachkriegszeit: Kindheit zunächst in Leipzig, ab 1949 in der DDR.
1957: Übersiedlung der Familie in die Bundesrepublik Deutschland.
Besuch mehrerer Internate; 1967 Abitur am Gymnasium Tutzing.
1967/68: Beginn eines Studiums der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Bochum; baldige Hinwendung zur Kunst.
1968-74: Studium der Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart sowie Studium von Malerei, Grafik und Kunstpädagogik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
1971-73: Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien; zu seinen Lehrern gehörten u. a. Rudolf Hoflehner und Rudolf Hausner.
Nach dem Studium wechselnde Lebens- und Arbeitsorte u. a. in Wien, Pähl, Heidelberg, Palma de Mallorca und München.
1988: Veröffentlichung des Künstlerbuchs Hannibal; Kaden arbeitet zunehmend mit der Verbindung von Zeichnung, Bild und Text.
1993–1994: Lehrtätigkeit an der Freien Kunstakademie Mannheim.
1995: Übersiedlung bzw. längerer Lebensmittelpunkt in Havanna, Kuba; dort entstehen zahlreiche Arbeiten im Spannungsfeld zwischen europäischer und kubanischer Kultur.
1996-98: Vizepräsident der Gesellschaft für Gegenwartskunst und Kirche e. V. (Artheon).
1997: Lehrauftrag für Zeichnen an der Internationalen Sommerakademie in Wismar.
1998: Gastprofessor für Bildende Kunst an der Kunstakademie ISA in Havanna.
1998-99: Entstehung des Bildromans „Stille Tage in Havanna“
1999: Lehrauftrag für Druckgrafik an der Sommerakademie der Schönen Künste in Irsee.
2000-13: Professor an der staatlichen Academia Nacional de Bellas Artes „San Alejandro“ in Havanna.
2006–2007: Lehrtätigkeit an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg.
2005–2011: Tätigkeit als Kurator verschiedener Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst, darunter Las Revoluciones del Mundo / Die Revolutionen der Welt und Los Desastres de la Guerra.
2019: Ausstellung El Hombre de Muchas Casas / The Man of Many Houses in Havanna.
Bis 2020: überwiegender Lebens- und Arbeitsaufenthalt in Havanna; anschließend wieder stärkerer Lebensmittelpunkt in München.

Preise / Ehrungen
1970, 1998: DAAD-Stipendium für Wien.
1981: Förderpreis der Stadt München.
1982: Preis der Biennale Mulhouse.
1984: Staatlicher Förderpreis des Freistaates Bayern.
1985: Preis des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.
1995: Stipendium der Erwin und Gisela von Steiner-Stiftung, München.
2019: Aufnahme als Mitglied in die Bayerische Akademie der Schönen Künste.

Einzelausstellungen (Auswahl)
1984: Galerie Ariadne, Wien
1984: Galerie Fred Jahn, München
1984: Galerie Biedermann, München
1984: Goethe-Institut, Madrid
1984: Galerie Joaquín Mir, Palma de Mallorca
1984: Galerie Juana de Aizpuru, Madrid
1984: Edition Staeck, Heidelber
1984: Galerie Liesbeth Lips, Delft
1985: Galerie van Aken, Köln
1985: Galerie Tilly Haderek, Stuttgart
1985: Palazzo Vignotti, Cortona
1985: Museo de Bellas Artes, Málaga
1985: Palacio de la Madraza, Granada
1986: Galerie Biedermann, München
1987: Galerie Fred Jahn, München
1987: Galerie van Aken, Köln
1988: Galerie Eigen+Art, Leipzig
1988: Galerie Nisple, St. Gallen
1989: Galerie Biedermann, München
1989: Galerie Nisple, St. Gallen
1989: Galerie Ferran Cano, Palma de Mallorca
1992: Galerie Kampl, Passau
1993: Galerie Biedermann, München
1993: Galerie Fred Jahn, München
1993: Auferstehung, Hospitalhof, Stuttgart
1994: Galerie Schuetz, Frankfurt
1994: Galerie Samuelis Baumgarte, Bielefeld
1995: Kunstverein Mannheim – Kriegsspiele
1995: Galerie Nisple, St. Gallen
1995: Galerie Biedermann, München
1996: Goethe-Institut, Rotterdam
1997: Galerie Biedermann, München
2000: Galerie Fred Jahn, München
2000: Galerie Biedermann, München
2000: Galerie Oess, Konstanz
2000: Kunstverein Kronach
2002: Stiftung Ludwig, Havanna
2002: Acuarelas Antillanas, Centro Provincial de las Artes Plásticas y Diseño, Havanna
2003: Galerie Biedermann, München
2005: Galerie K3, Kottigstelzham
2007: Entre los padres / Between the Fathers, Celda Contemporánea, Universidad del Claustro de Sor Juana, Mexiko-Stadt.
2008: Rückblick – Ausblick, Galerie Kampl, München
2012: Inventario, Stiftung Ludwig, Havanna.
2018: Stille Tage in Havanna, Bayerische Akademie der Schönen Künste, München.
2019: El Hombre de Muchas Casas / The Man of Many Houses, Havanna.
2021: Cuba – mi amor. Zeichnungen, Galerie Margret Biedermann, München.

Sammlungen
Bayerische Staatsgemäldesammlungen / Pinakothek der Moderne
Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, München
Staatliche Graphische Sammlung München
Sammlung Herzog Franz von Bayern / Wittelsbacher Ausgleichsfonds
Albertina, Wien
Israel Museum, Jerusalem
Deutsche Bank, Frankfurt am Main