S A B I N E E B E L (03.05.1945 Oldenburg – 12.06.2015 ebd.)
Schriftgebilde aus verschiedenen Darstellungen des Buchstaben „R“ (um 1967-70)
Tusche auf Papier
€ 110,-
Titel
ohne Titel [Schriftgebilde aus verschiedenen Darstellungen des Buchstaben „R“]
Technik
Tusche auf Papier
Signatur
unsigniert
Jahr
undatiert [um 1967-70]
Größe
Größe: 26,4 x 24,6 cm
Zustand
Blattränder sehr leicht uneben zugeschnitten; leichte Druckstellen im Blatt; partiell leicht fleckig; Ecken minimal bestoßen; verso am leicht (stock-)fleckig
Das Schaffen der Malerin, Zeichnerin, Grafikerin und Schriftkünstlerin Sabine Ebel blieb lange Zeit unentdeckt und wurde erst kürzlich einer genaueren Betrachtung unterzogen.
Sabine Ebel war die Tochter des Buchhändlers und Antiquars Rudolf Ebel (1907-1994) und dessen Ehefrau Annelies Ebel (1910-1975). Sie besuchte die Oldenburger Cäcilienschule und schloss diese mit dem Abitur ab (1966). Hierauf ging sie an die Kunsthochschule Kassel (bei Ernst Röttger), bevor sie in den 1970er Jahren kurzzeitig in Hamburg lebte. Im Späteren ist sie wieder im Oldenburger Elternhaus in der Hochhauser Straße 5 ansässig.
Es gibt bislang keinen Hinweis darauf, dass Sabine Ebel mit ihrem Schaffen jemals an die Öffentlichkeit trat bzw. an Ausstellungen teilnahm, so dass hier tatsächlich von einer (Wieder-)Entdeckung gesprochen werden kann.
Neben kalligrafischen Arbeiten, in denen Ebel u. a. Gedichte von Walter Helmut Fritz und Agnes Miegel eigenwillig umsetzte, entstanden vor allem Werke, die die Verbindung zwischen Bild und Buch bzw. Zeichnung und Schrift suchen. Gut vorstellbar, dass dieses gewählte Thema biographisch betrachtet auch mit der Arbeit des Vaters als Buchhändler und Antiquar zusammenhängt.
Ebel bewegt sich damit in einer Tradition des 20. Jahrhunderts, die geprägt wurde von Paul Klees „Schriftbildern“, Cy Twomblys „scribbles“ oder auch Arbeiten Anselm Kiefers. Mit ihrer schriftkünstlerischen Ausbildung gelingt es Ebel dabei einen eigenen Weg zu finden, bei dem oftmals das Schriftbild erhalten bleibt, ohne damit aber irgendeine sinnvolle Lesbarkeit zu vermitteln, so dass organische Abstraktionen zu entstehen scheinen. Für Ebel dürfte in diesen Werken das gelten was Else Lasker-Schüler bereits 1910 sagte: „Die Schrift ist ein Bild für sich und hat nichts mit dem Inhalt zu tun.“ [1]
Neben diesen Werken entstanden noch figürliche Arbeiten, Abstraktionen, die stärker ins Informelle gehen, sowie Collagen und auch Assemblagen.
Bei dieser hier vorliegenden Zeichnung zeigt sich ein solches Schriftbild bzw. Schriftgebilde bei dem sich Ebel rein dem Buchstaben „R“ gewidmet hat. Einer künstlerischen Meditation gleich hat sie hier das „R“ in verschiedenen Größen und in unterschiedlicher Farbstärke ineinandergefügt, aneinandergestellt, miteinander verbunden. Ganz markant und künstlerisch beachtlich sind die dünnen, diagonalen Striche, die Ebel Gebilden gleich in die Freiräume setzte und dadurch zugleich eine gewisse Räumlichkeit im Werk erzeugt.
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[1] Elske Lasker-Schüler: Handschrift, in: „Der Sturm“, Jg. 1, Nr. 39 (Nov. 1910), S. 309-310 [hier: 310].
Sabine Ebel (03.05.1945 Oldenburg – 12.06.2015 ebd.)
Malerin, Zeichnerin, (Gebrauchs-)Grafikerin, Schriftkünstlerin.
Tochter des Buchhändlers und Antiquar Rudolf Ebel (1907-1994) und dessen Ehefrau Annelies Ebel (1910-1975).
Besuch der Cäcilienschule. 1966 Abschluss mit dem Abitur.
Studium an der Kunsthochschule Kassel (bei Ernst Röttger (1889-1967).
In den 1970er Jahren kurzzeitig in Hamburg ansässig (Geibelstraße 42).
Später wieder in Oldenburg im Elternhaus ansässig (Hochhauser Str. 5).
Neben kalligrafischen Arbeiten, in denen Ebel u. a. Gedichte von Walter Helmut Fritz und Agnes Miegel eigenwillig umsetzte, entstanden vor allem Werke, die die Verbindung zwischen Bild und Buch bzw. Zeichnung und Schrift suchen. Ebel bewegt sich damit in einer Tradition des 20. Jahrhunderts, die geprägt wurde von Paul Klees „Schriftbildern“, Cy Twomblys „scribbles“ oder auch Arbeiten Anselm Kiefers. Mit ihrer schriftkünstlerischen Ausbildung gelingt es Ebel dabei einen eigenen Weg zu finden, bei dem oftmals das Schriftbild erhalten bleibt, ohne damit aber irgendeine sinnvolle Lesbarkeit zu vermitteln, so dass organische Abstraktionen zu entstehen scheinen.
Neben diesen Werken entstanden noch expressiv gegenständliche Arbeiten (Figuren, Blumen), Abstraktionen, die stärker ins Informelle gehen, sowie Collagen und auch Assemblagen.
Sammlungen
Deutsches Buch- und Schriftmuseum, Leipzig
Klingspor-Museum, Offenbach am Main
Stadtmuseum Oldenburg
Quelle
Jürgen Derschewsky: Biografien Oldenburger Künstler (Online – derschy.de)










