R E I N E R    S C H W A R Z    (geb. 28.02.1940 Hirschberg/Riesengebirge [Jelenia Góra])

 

Weitere Werke von Reiner Schwarz

 

 

„Der Spachtel“ (1999)

Kohle und Farbstifte auf Bütten („BFK Rives (France)“)

€ 1.400,-

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Titel
„Der Spachtel“ [Werkverzeichnis: 5/1999]

Technik
Kohle und Farbstifte auf Bütten („BFK Rives (France)“)

Signatur
oben rechts signiert

Jahr
oben rechts datiert „[19]99“

Größe
Größe: 57 x 76,5 cm

Zustand
Blattränder mit leichten Abrissspuren; Ecken minimal bestoßen; im Eckbereich unten rechts und oben links leichte Druckstellen; verso in den oberen beiden Ecken Reste von früherer Befestigung

Provenienz
Galerie Kühn, Lilienthal

Ausstellung
2009 Einzelausstellung „Die Dinge des Lebens“ Galerie Kühn, Lilienthal

 

 

Freundliche Hinweise zum Werk kamen vom Künstler, dem digitale Fotografien der Zeichnung vorliegen.

 

 

Reiner Schwarz ist einer der ganz eigenwilligen und ganz eigenständigen Berliner Künstler.

Ab 1960 studierte er an der Hochschule für bildende Künste Berlin und besuchte dort von 1961 bis 1964 die Malklasse von Mac Zimmermann. 1962 unternahm er eine Studienreise nach Venedig und Florenz und studierte dort intensiv die italienische Malerei – vor allem der Sienesen und Manieristen. 1964 absolvierte Schwarz sein erstes Staatsexamen und schloss hieran eine weitere Studienreise nach Italien (Rom) an. 1965 wurde er zum Meisterschüler ernannt.
Seit 1968 arbeitet Reiner Schwarz als freier Maler und Grafiker in Berlin.
Zwischen 1971 und 1991 wird Schwarz in seinem Schaffen durch die Galerie Brusberg in Hannover und Berlin vertreten.
1974 richtet er sich eine eigene Druckwerkstatt für Lithografie ein.
Das Schaffen von Reiner Schwarz ist von vielen Preisen und Ehrungen begleitet, darunter u. a. 1972 & 1976 Medaillen der Internationalen Grafikbiennale Frechen, 2. Senefelder-Preis für Lithografie in Offenbach (1977), Förderpreis des Kulturpreises Schlesien des Landes Niedersachsen (1979), Preis der 1. Internationalen Lithografie-Biennale der Ostseeländer, Nidzica (1996).

1988 Beginn der großformatigen Zeichnungen auf Packpapier aus der DDR.
„Von diesen Packpapieren, auf denen Reiner Schwarz bis heute arbeitet, ist der Mensch verschwunden. Man erlebt Stillleben, Gegenstände des täglichen Gebrauchs und eben menschenleere Räume […]” [1]  
“Reiner Schwarz zeigt den Blick auf die Wirklichkeit, aus der der Mensch verbannt ist und nur das zu sehen ist, was er angerichtet hat … Seine Botschaft ist sanft, aber subversiv. Sie ist Widerstand gegen die unmenschliche Schnelligkeit der Maschine. In den Bildern wird für einen anderen Umgang mit der Zeit und damit auch mit dem Leben plädiert” (Helmut Börsch-Supan).

Dieser hier zentral und vergrößert gezeigte “Spachtel” ist ein sehr schönes Beispiel für die großformatige Zeichenkunst von Reiner Schwarz.
Von links fällt das Sonnenlicht auf dieses eher unübliche Stillleben-Arrangement und Reiner Schwarz versteht es dabei meisterhaft das Licht-Schatten-Spiel in verschiedenen, zart nuancierten Graubereichen umzusetzen. Die Unterlage, die Schale und auch der Spachtel erhalten dadurch eine reizvolle Anziehungskraft und lassen das Auge des Betrachters behutsam auf der Oberfläche der Objekte entlang wandern.

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[1] Vita auf der Homepage von Reiner Schwarz.

 

 

Zu Reiner Schwarz (geb. 28.02.1940 Hirschberg/Riesengebirge [Jelenia Góra]):
Maler, Zeichner, Grafiker.
1950 Übersiedlung nach Hannover
1960 Studienbeginn an der Hochschule für bildende Künste Berlin
1961-64 Malklasse von Mac Zimmermann Anfangsgründe der Lithografie
1962 Studienreise nach Venedig und Florenz, Studium der italienischen Malerei, vor allem der Sienesen und Manieristen
1964 Erstes Staatsexamen und Studienreise nach Rom
1965 Meisterschüler
1968 arbeitet seitdem als freier Maler und Grafiker in Berlin
1971-91 Vertretung durch die Galerie Brusberg in Hannover und Berlin für das gesamte Werk
1974 Einrichtung einer eigenen Druckwerkstatt für Lithografie
1977 2. Senefelder-Preis für Lithografie in Offenbach
1972 & 1976 Medaillen der Internationalen Grafikbiennale Frechen
1979 Förderpreis des Kulturpreises Schlesien des Landes Niedersachsen
1984 Werkkatalog der Lithografien im Verlag der Galerie Brusberg Berlin
1987 Arbeitsaufenthalt mit Rolf Münzner und Peter Schnürpel in der Druckwerkstatt Kätelhön
1988 Beginn der großformatigen Zeichnungen auf Packpapier
1996 Preis der 1. Internationalen Lithografie-Biennale der Ostseeländer, Nidzica
2011 Arbeitsaufenthalt bei artbellwald, Schweiz von mehreren Monaten

Sammlungen
Kupferstichkabinett Berlin
Herzog Anton Ulrich-Museum (Braunschweig)
Kunsthalle Bremen
Mathildenhöhe Darmstadt
Kupferstichkabinett Darmstadt
Sprengel-Museum (Hannover)
Kunsthalle Kiel
Museum der bildenden Künste (Leipzig)
Bayerische Staatsgemäldesammlung (München)
MoMA (New York)
Kunstforum Ostdeutsche Galerie (Regensburg)
Emsland-Museum (Sögel)

Literatur
— Staps, Sven-Wieland: Reiner Schwarz, in: „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, De Gruyter-Verlag, Onlineversion
— Internetseite des Künstlers