A R N E    S I E G F R I E D    (03.09.1893 Luzern – 05.12.1985 Schaffhausen)

 

Weitere Werke von Arne Siegfried

 

 

‚Blick auf „Hotel Vins Restaurant Meran“‘ (1932)

Aquarell und Bleistift auf Velinpapier („MBM inalterable (France)“), ungerahmt

€ 600,-

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Titel
‚Blick auf „Hotel Vins Restaurant Meran“‘

Technik
Aquarell und Bleistift auf Velinpapier („MBM inalterable (France)“), ungerahmt

Signatur
unten links signiert „Arne Siegfried“

Jahr
unten links datiert „[19]32“

Größe
Größe: 31,4 x 48 cm

Zustand
insgesamt etwas nachgedunkelt / gebräunt; leicht stockfleckig; die oberen beiden Ecken mit kleinen Einstichlöchlein; oberer Rand etwas uneben zugeschnitten; rechter Rand mittig mit Einriss (Länge etwa 1cm); Ecken schwach bestoßen
Verso nachgedunkelt und (stock-)fleckig; in den vier Ecken und oben mittig kleine Reste von früherer Befestigung; verso unten rechts von späterr Hand in blauem Kugelschreiber beschrieben

 

 

Arne Siegfried war ein überaus vielseitiger Schweizer Maler, Grafiker, Bildhauer, Keramiker, Illustrator und auch Schriftsteller. Gerade mit seinem modernen Kunstschaffen wirkt er in der Relevanz deutlich über die Schweiz hinaus.
Kindheit und Jugend verlebte er in Luzern und besuchte hierauf weiterführende Schulen in St. Gallen und Zug. Ab etwa 1912 begann er ein Kunststudium in Luzern, wurde dann aber 1914 zum Militärdienst eingezogen. Aufgrund einer Erkrankung kam er in ein Sanatorium. Nach seiner genesung setzt er sein Kunststudium fort, zunächst an der Accademia di Belle Arti di Brera (Mailand) und ab 1919 bei Willi Geiger an der Kunstakademie München.
Am Ammersee lebte und arbeitete er bis 1924, bevor er wieder in die Schweiz (bis 1928 in Luzern und später in Zürich) zurückkehrte.
Siegfried war fast jährlich etwa drei bis vier Monate in Paris, wovon er starke Beeinflussungen erhielt.
1930 war er neben seiner freien künstlerischen Tätigkeit noch Gründer der Freien Kunstschule in Zürich.
1937 Beschlagnahme von neun Arbeiten bei der Aktion „Entartete Kunst“.
Siegfried unternahm weiterhin zahlreiche Studienreisen nach u. a. Rom, in die Niederlande und die Provence.
1949 erhält er von der Stadt Zürich einen Literaturpreis. Ab 1953 lebte er im Schloss Herblingen (Schaffhausen).

Dieses hier gezeigte Aquarell entstand 1932 und wird während einer der vielen, frühen Reisen des Künstlers entstanden sein.
Markant im Bild ist der Gebäudekomplex an einer eher dörflich bzw. kleinstädtisch wirkenden Straße. Zentral darin gelegen das „Hotel & Restaurant Meran“. Dieses erscheint nun keinesfalls wie eine noble Unterkunft, eher wie eine etwas abgelegene, vielleicht auch etwas heruntergekommene Herberge, was dem an sich großen Namen nicht ganz gerecht zu werden mag.
Künstlerisch eine sehr schöne, expressiv realistisch erfasste Komposition. Schnell und sicher sind die Farben auf das Blatt gesetzt, schwungvoll ist der Weg ausgeführt.

 

 

Zu Arne Siegfried (03.09.1893 Luzern – 05.12.1985 Schaffhausen):
Maler, Grafiker, Bildhauer, Keramiker, Illustrator, Schriftsteller; Kindheit und Jugend in Luzern; Besuch weiterführender Schulen in St. Gallen und Zug; ab etwa 1912 Kunststudium in Luzern; 1914 Einberufung zum Militärdienst; aufgrund einer Erkrankung kam er in ein Sanatorium; nach seiner Heilung Studium an der Accademia di Belle Arti di Brera (Mailand) und 1919 Studium bei Willi Geiger (München); 1921-24 lebte Siegfried am Ammersee in Oberbayern; 1924 Umzug in die Schweiz (bis 1928 in Luzern und später in Zürich); Siegfried war fast jährlich etwa drei bis vier Monate in Paris, wovon er starke Beeinflussungen erhielt; 1930 Gründer der Freien Kunstschule in Zürich; 1937 Beschlagnahme von neun Arbeiten bei der Aktion -Entartete Kunst-; Studienreisen nach u.a. Rom, in die Niederlande und die Provence; 1945 erscheint der auf autobiografischen Erlebnissen basierende Roman „Aus eines Malers Lebensmappe“ (Zürich: Büchergilde Gutenberg); 1949 erscheint der Roman „Der gnadenlose Weg des Hermann Prank“ (Zürich: Büchergilde Gutenberg); 1949 erhält er von der Stadt Zürich einen Literaturpreis; ab 1953 wohnhaft im Schloss Herblingen (Schaffhausen); ab 1920 Einzel- und Gruppenausstellungen; ein Werk (Selbstbildnis, 1928) befindet sich im Kunstmuseum Bern; Siegfried schuf mehrere Grafikmappen (u.a. „Die Stadt“ (München), „Ecce Homo“ (Gauting), „7 innerschweizer Ansichten“ (Zürich))

Literatur
— SCHNYDER VON WARTENSEE, Paul (1954): Der Maler und Keramiker Arne Siegfried, in: Mitteilungsblatt / Freunde der Schweizer Keramik – Bulletin de la Société des amis de la céramique suisse; Heft 27; S. 15
— VIERHAUS, Rudolf (Hrsg.) (2008): Deutsche biographische Enzyklopädie [Bd. 9]; München: Saur; S. 436
— „Allgemeines Künstlerlexikon“ (AKL), Onlineversion, Künstler-ID: 00222845
— „SIKART Lexikon zur Kunst in der Schweiz“ [sikart.ch]