H A N N S    F A Y    (24.06.1888 Frankenthal – 28.10.1957 Neustadt a.d.W)

 

Weitere Werke von Hanns Fay
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Am Sterbebett (wohl um 1920-30)

Lithografie auf sandfarbigem Karton

€ 400,-

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Titel
ohne Titel [Am Sterbebett (Gevatter Tod?)]  
Ein Sterbender liegt im Bett, neben dem Bett ein Angehöriger(?), der den Puls fühlt. Hinter dem Bett am Kopfende taucht der Tod mit lachendem Mund hinter einem Vorhang auf. Der Arzt steht mit dem Rücken zur Szenerie und ist ganz in die Lektüre eines Buches vertieft.

Technik
Lithografie auf sandfarbigem Karton

Signatur
unten rechts in Blei signiert „Hanns Fay“, sowie unten links monogrammiert „F“

Jahr
undatiert [wohl um 1920-30]

Größe
Größe: 41,2 x 53,3 cm (Blatt) bzw. (etwa) 28,5 x 35,5 cm (Druck)

Zustand
insgesamt etwas gebräunt / nachgedunkelt; am unteren Rand horizontal verlaufende Druckspur; leicht (stock-)fleckig; im Blattbereich oben links (nicht im Bild) kleiner bräunlicher Fleck (etwa 1x1mm); verso leichte Lagerspuren und leicht fleckig

 

 

Hanns Fay war ein vielseitiger Künstler, der u. a. als Dekorationsmaler, Grafiker, Maler, Illustrator, Zeichner wirkte, obgleich er beachtenswerterweise als Künstler zum Großteil Autodidakt gewesen ist.
Anfangs machte Fay eine Lehre als Tüncher und Dekorationsmaler (1902-05). Zwischen 1907 und 1908 besuchte er die Tagesklasse für Fachzeichnen und dekoratives Malen in der II. Handwerkerschule Berlin und war danach bis 1911 als Dekorationsmaler in Berlin tätig.
1914 zog er zurück in seine pfälzische Heimat und ließ sich in Speyer als freischaffender Künstler nieder. In den 1920er Jahren gestaltete er dort öffentliche Gebäude und Kirchen und entwarf zudem Notgeld der Stadt.
1924 reiste er zusammen mit Heinrich Ullmann (1872-1953) nach Italien.
1933 verzog er nach Neustadt an der Weinstraße und ist weiterhin als Künstler tätig. Eine sehr unrühmliche Rolle spielte Fay in jenem Jahr als Mitglied der „Notgemeinschaft Pfälzer Künstler”, als er ein Rundschreiben unterschrieb in dem gefordert wurde, “daß man mit der vergangenen Zeit aufräumen und die reaktionären liberalen Malereien doch beseitigen müsse”[1], wie der hier konkret attackierte Hans Purrmann dem Künstlerkollegen Heinrich Brüne in einem Brief (v. 22.12.1933) mitteilte.
Nach 1945 wandte er sich vermehrt einem expressiven realistischen Ausdruck zu. Fay wurde Mitglied im „Bund Pfälzer Künstler“ und in der „Pfälzischen Künstler-Vereinigung“. Besonders im pfälzischen Raum konnte er seine Werke auf zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zeigen.

Die vorliegende Grafik ist in das frühe Schaffen von Hanns Fay einzuordnen und zeigt noch deutlich dessen damals moderne künstlerische Ausrichtung.
Motivisch greift er ein eindringliches, fesselndes Thema auf, bei dem es sich womöglich um eine Illustration handeln dürfte. Vielleicht ist hier an eine moderne Interpretation von „Gevatter Tod“ zu denken? Ein Sterbender liegt im Bett, neben dem Bett steht ein Angehöriger(?), der den Puls fühlt. Hinter dem Bett am Kopfende taucht der grinsende Tod hinter einem Vorhang auf. Der Arzt steht mit dem Rücken zur Szenerie und ist ganz in die Lektüre eines Buches vertieft.

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[1] Zitiert nach der Seite „Leben“ auf der Homepage des Hans-Purrmann-Archivs.

 

 

Zu Hanns Fay (24.06.1888 Frankenthal – 28.10.1957 Neustadt a.d.W.):
Dekorationsmaler, Graphiker, Maler, Illustrator.
Als Künstler größtenteils Autodidakt.
1902-05 Lehre als Tüncher und Dekorationsmaler.
1907-08 Besuch der Tagesklasse für Fachzeichnen und dekoratives Malen in der II. Handwerkerschule Berlin.
bis 1911 Dekorationsmaler in Berlin
1914 Umzug nach Speyer und dort als freischaffender Künstler tätig
in den 1920er Jahren gestaltete er öffentliche Gebäude und Kirchen in Speyer und Umgebung und entwarf Notgeld der Stadt
1924 Reise mit Heinrich Ullmann (1872-1953) nach Italien, Aufenthalt in Sizilien.
1933 Umzug nach Neustadt an der Weinstraße
nach 1945 wandte er sich verstärkt einem expressiven Realismus zu

zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen insbesondere im pfälzischen Raum

1949 Ausmalung des Saalbaus Neustadt an der Weinstraße (verbrannt)

Mitgliedschaften
Bund Pfälzer Künstler
Pfälzische Künstler-Vereinigung (Notgemeinschaft Pfälzer Kunst)

Sammlungen
Erkenbert-Museum, Frankenthal
Pfalz-Galerie, Kaiserslautern
Landesmuseum, Mainz
Historisches Museum, Speyer
Pfälzische Landesbibliothek, Speyer
Albert-Weisgerber-Museum, St. Ingbert