C H A R L O T T E    H I L M E R    (04.05.1909 Hamburg – 07.05.1958 ebd. (Suizid))

 

Weitere Werke von Charlotte Hilmer

 

 

Bildnis einer sitzenden Frau in blauem Kleid (um 1955)

Aquarell auf Ingrespapier („Hahnemühle“)

€ 800,-

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Titel
ohne Titel [Bildnis einer sitzenden Frau in blauem Kleid, verso: Ansätze einer Studie zur vorderseitig gezeigten Frau]

Technik
Aquarell auf Ingrespapier („Hahnemühle“)

Signatur
unten rechts Signaturstempel

Jahr
undatiert [um 1955]

Größe
Größe: 62 x 48,3 cm

Zustand
leichte Druckstellen im Blatt; Blattränder mitunter leicht bestoßen; in den vier Ecken kleine Einstichlöchlein; Ecke oben links mit kleinem Ausriss, sowie daneben mit Einriss (mit Klebeband hinterlegt); partiell schwach fleckig; verso fleckig; verso oben links in blauem Kugelschreiber bez. „165“

 

 

Charlotte Hilmer, geb. Wegel, war seit 1939 Ehefrau des Künstlers Arnold Hilmer (1908 Hamburg – 1993 ebd.), doch trat sie zeitlebens auch selbst als Künstlerin auf.
Charlotte Wegel begann 1928-29 gemeinsam mit ihrem späteren Mann ihr Kunststudium an der Landeskunstschule in Hamburg und besuchte dort Kurse bei Eduard Steinbach. Hierauf gingen Beide für ein Jahr an die Königsberger Kunstakademie und der damalige Lehrer Charlotte Wegels war Hans Ludwig Pfeiffer (1903 Rom – 1999 Berlin). Nach dem Jahr in Königsberg war das Paar bis 1933 an der Kunstakademie Stuttgart, wo Charlotte Wegel Kurse bei Robert Breyer und Anton Kolig nahm.
In den frühen 1930er Jahren teilten sich Arnold Hilmer und Charlotte Wegel in Hamburg eine Atelierwohnung in der Langen Reihe mit u. a. Ernst Witt.
1939 erfolgte die Heirat des Künstlerpaars und die Beiden zogen in die Alsterchaussee 11. 1939 hatte sie mit ihrem Mann eine Atelierausstellung, ist 1941 nochmals auf einer Schau des Hamburger Kunstvereins vertreten, trat dann aber wohl nicht weiter mit ihrem damaligen Schaffen an die Öffentlichkeit. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sie sich etablieren und fand dabei zu einem eigenen expressiv realistischen Ausdruck, der in den späten Schaffensjahren einen hohen Abstraktionsgrad hatte.
In den 1950er Jahren unternahm sie Studienreisen nach Dänemark, Italien und in die Niederlande.
Die Künstlerin verstarb mit nicht einmal 50 Jahren durch Freitod.

In Charlotte Hilmers Schaffen finden sich „Blüten- und Blumenbilder in leuchtenden Farben, Landschaften mit kreisenden Sonnen in strömenden Linien. Figurenbilder in statuarischer Ruhe, archaisch-weibliche Urformen“ (Maike Bruhns, [1]).

Das vorliegende, verhältnismäßig große Aquarell zeigt in wenigen, breiten Strichen das expressiv-realistische Bildnis einer Frau in einem weiten blauen Mantel.
Ganz typisch für das späte Schaffen der Künstlerin ist dabei die Reduktion bei Farbe und Form, was dem Ganzen einen flüchtigen, unvollständigen oder noch werdenden Charakter verleiht. Zugleich ist die Sparsamkeit der Farbe auf diesem großen Format auch ein Wagnis, was sich bei Hilmer oftmals so zeigt, dass die oberen Partien ausformulierter sind, während der untere Teil stärker skizzenhaft auslaufende Züge hat.

Ein ganz ähnliches Aquarell wurde 1999 in der Galerie Herold ausgestellt (siehe dazu Abb. unten).

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[1] Maike Bruhns (2013): Charlotte Hilmer, in: Familie Kay Rump (Hrsg.): Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs (überarbeitet von Maike Bruhns); Wachholtz; Neumünster – Hamburg; S. 198

 

 

Zu Charlotte Hilmer, geb. Wegel (04.05.1909 Hamburg – 07.05.1958 ebd. (Suizid)):
Malerin, Zeichnerin, Grafikerin.
Ehefrau des Künstlers Arnold Hilmer (1908 Hamburg – 1993 ebd.).
1928-29 gemeinsam mit ihrem späteren Mann Studium an der Landeskunstschule in Hamburg (bei Eduard Steinbach).
1929-30 zusammen mit Arnold Hilmer studiert sie an der Königsberger Kunstakademie (bei Hans Ludwig Pfeiffer (1903 Rom – 1999 Berlin)).
1930-33 zusammen mit Arnold Hilmer studiert sie an der Kunstakademie Stuttgart (bei Robert Breyer und Anton Kolig).
In den frühen 1930er Jahren teilten sich Arnold Hilmer und Charlotte Wegel in Hamburg eine Atelierwohnung in der Langen Reihe mit u. a. Ernst Witt.
1939 erfolgte die Heirat des Künstlerpaars und die Beiden zogen in die Alsterchaussee 11.
Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sie sich als Künstlerin etablieren und fand dabei zu einem eigenen expressiv realistischen Ausdruck, der in den späten Schaffensjahren einen hohen Abstraktionsgrad hatte.
In den 1950er Jahren unternahm sie Studienreisen nach Dänemark, Italien und in die Niederlande.
In Charlotte Hilmers Schaffen finden sich „Blüten- und Blumenbilder in leuchtenden Farben, Landschaften mit kreisenden Sonnen in strömenden Linien. Figurenbilder in statuarischer Ruhe, archaisch-weibliche Urformen“ (Maike Bruhns).

Einzelausstellungen (Auswahl)
1939 hatte sie mit ihrem Mann eine Atelierausstellung in Hamburg
1950, 1953, 1955 Kulturelle Vereinigung Voksheim, Hamburg
1956 Museum für Völkerkunde, Hamburg (zusammen mit Arnold Hilmer)
1958 Hamburger Kunsthalle; 1960 Märkisches Museum, Witten
1964 Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath, Frankfurt a. M.
1999 Galerie Herold, Hamburg (zusammen mit Arnold Hilmer)

Sammlungen
Hamburger Kunsthalle
Sammlung der Hamburger Sparkasse
Märkisches Museum, Witten
Sammlung Dr. Maike Bruhns, Hamburg

Literatur
— Dollen, Ingrid von der (2000): Malerinnen im 20. Jahrhundert. Bildkunst der „verschollenen Generation“, München: Hirmer, S. 315
— Familie Kay Rump (Hrsg.) (2013): Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs (überarbeitet von Maike Bruhns); Wachholtz; Neumünster – Hamburg; S. 198
— Heydorn, Volker Detlef (1974): Maler in Hamburg 1966-1974; Christians; Hamburg; S. 127
— Meyer-Tönnesmann, Carsten: Charlotte Hilmer, in: „Allgemeines Künstlerlexikon“, Onlineversion, De Gruyter-Verlag
— Städtisches Gustav-Lübcke-Museum (1962): Charlotte Hilmer. Ausstellung von Ölbildern, Aquarellen, Zeichnungen und Farbholzschnitten (Text Hans Platte) [Ausstellungskatalog], Hamm

 

 

Vergleichsabbildung des Werks „Sitzende“,
aus: Galerie Herold (1999): Charlotte Hilmer. 1909 – 1958, Hamburg, S. 36.