W I L H E L M   J A K O B   H E R T L I N G   (16.12.1849 Katzenelnbogen – 08.10.1926 München)

 

Weitere Werke von Wilhelm Jakob Hertling
Zur Motivseite ‚Süddeutsche Landschaften‘

 

 

wohl „Blick ins Altmühltal“ (wohl 1914)

Mischtechnik (Gouache, Bleistift, Deckweiß) auf festem Karton, gerahmt

€ 1.500,-

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Titel
ohne Titel [(wohl) „Blick ins Altmühltal“]

Technik
Mischtechnik (Gouache, Bleistift, Deckweiß) auf festem Karton, gerahmt

Signatur
unten rechts signiert, sowie verso Nachlassstempel

Jahr
undatiert [(wohl) 1914]

Größe
Größe: 58,3 x 69 cm (ohne Rahmen) bzw. 81,7 x 92,5 cm (mit Rahmen)

Zustand
Rahmen ungeöffnet; Rahmen an Ecken / Kanten etwas bestoßen und leicht fleckig; Blatt partiell sehr leicht fleckig; verso etwas berieben und leicht fleckig

 

 

Wilhelm Jakob Hertling war einer der ganz großen, heutzutage aber viel zu oft übersehenen Landschaftsmaler und -zeichner. Herausragend sind bei ihm besonders die Darstellungen ruhiger, idyllischer Landschaften, welche Hertling in einer verhalten modernen (Münchner) Weise ausführte.
Der Künstler war Sohn des Handelsmanns Jacob Hertling und dessen Frau Caroline, geb. Meyer. Nach 1860 wanderte die Familie in die USA aus. Dort arbeitete der junge Wilhelm Jakob in einer Malfabrik und stellte Landschaftsbilder in Serie her. 1870 kehrte er nach Deutschland zurück und beginnt etwas später (1873-74) ein Studium an der Städel-Schule in Frankfurt (bei Eduard Jakob von Steinle). Von 1875 bis 1879 bildete er sich in der Kronberger Malerkolonie bei Adolf Schreyer und Anton Burger weiter und hieran schloss sich ein Studium an der Kunstakademie Berlin (bei Hans Gude) an. Ab 1882 war er schließlich in München ansässig und zählte dort zum Kreis um Adolf Lier. Er hatte Bekanntschaften mit Josef Wenglein, Peter von Halm.
1893 heiratete er Hedwig von Golther, verw. Baronin von Hügel und ist mit dieser ab 1896 in München-Gern wohnhaft.
Hertling ist ab 1899 bei den Ausstellungen im Glaspalast vertreten.
Ab etwa 1900 entstanden vermehrt Aquarelle, was auch durch ein beginnendes Augenleiden bedingt war.
Hertling war vornehmlich als Landschaftsmaler tätig und fand seine Motive insbesondere im Taunus, der Fränkischen Schweiz und der Region um München.
Nach seinem Tod zeigte die Galerie Heinemann 1927 in München eine große Gedächtnisausstellung.

Dieses hier gezeigte, verhältnismäßig große Werk von Hertling zeigt eine dieser idyllischen Landschaften. Aus dem Vordergrund zieht sich ein Fluss weit in das Bild hinein. Links am Ufer erheben sich Hügel mit einer kleinen Gemeinde. Rechts am Uferausschnitt weitere Häuser. Über allem liegt ein gräulich bewölkter Himmel. Es sind dabei nicht zuletzt die feinen Details wie die Blätter auf dem Wasser und der kleine Holzsteg am linken vorderen Ufer, welche die Ansicht überaus reizvoll machen. Kompositorisch und farblich eine voll überzeugende, überaus stimmungsvolle Komposition.
Rückseitig findet sich der Stempel des Rahmenherstellers Karl Goedecke in München, dessen damaliger Rahmen aber im Späteren ausgetauscht wurde. Dieser Hinweis auf Goedecke ist dahingehend interessant, da laut Ausstellungskatalog Goedecke die Hertling-Werke rahmte, welche 1927 in der Galerie Heinemann ausgestellt waren. Weiterhin dürfte das kleine, handschriftlich nummerierte, teilweise überklebte, Etikett [“[?]4”] auf diese Gedächtnisausstellung hinweisen. Nimmt man diese Nummer als Katalognummer an, so müsste diese auf eine “4” enden, was exakt zu dem Werk “Blick ins Altmühltal” (1914, Kat.Nr. 64) passen würde.
Diese Lokalisierung passt plausibel zu der gezeigten Ansicht und man könnte dabei beispielsweise an das kleine Städtchen Essing denken.

 

 

Zu Wilhelm Jakob Hertling (16.12.1849 Katzenelnbogen – 08.10.1926 München):
Maler, Zeichner; Sohn des Handelsmanns Jacob Hertling und dessen Frau Caroline, geb. Meyer
nach 1860 wanderte die Familie in die USA aus; dort arbeitet er in einer Malfabrik und stellt Landschaftsbilder in Serie her
1870 kehrt er nach Deutschland zurück
1873-74 Studium an der Städel-Schule in Frankfurt (bei Eduard Jakob von Steinle)
1875-79 Weiterbildung in der Kronberger Malerkolonie bei Adolf Schreyer und Anton Burger; anschließend Studium an der Kunstakademie Berlin (bei Hans Gude)
ab 1882 in München ansässig und zählte dort zum Kreis um Adolf Lier; Bekanntschaften mit Josef Wenglein, Peter von Halm
1886 malte er am Chiemsee
1893 Heirat mit Hedwig von Golther, verw. Baronin von Hügel
ab 1896 in München-Gern wohnhaft
ab 1899 bei den Ausstellungen im Glaspalast vertreten
ab 1900 entstanden vermehrt Aquarelle, was auch durch ein beginnendes Augenleiden bedingt war
15.03.-15.4.1927 Gedächtnisausstellung in der Galerie Heinemann (München)

Hertling war vornehmlich als Landschaftsmaler tätig und fand seine Motive insbesondere im Taunus, der Fränkischen Schweiz und der Region um München

Werke befinden sich u.a. im Besitz des Lindenau-Museums (Altenburg), der Staatlichen Graphischen Sammlungen (München), des Lenbachhauses, der Neuen Pinakothek (München)