B E N N O    F I S C H E R    ( z u g e s c h r i e b e n )    (11.04.1828 Dresden – 1865 ebd.)

 

 

 

Portrait von Daniel Schulz (18.03.1788 Marburg – 14. 12.1855 Creuzburg (Wartburgkreis, Thüringen))

Pastellkreiden auf Papier, aufgezogen auf Spannrahmen, gerahmt, unter Glas

€ 790,-

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Titel
ohne Titel [Portrait von Daniel Schulz (18.03.1788 Marburg – 14. 12.1855 Creuzburg (Wartburgkreis, Thüringen)), hierzu verso auf der Rahmenrückwand alt bezeichnet, wobei hier der Nachname irrigerweise mit „Schulze“ benannt wird.]

Technik
Pastellkreiden auf Papier, aufgezogen auf Spannrahmen, gerahmt, unter Glas

Signatur
unten links signiert „B. Fischer“ [Die Arbeit wird angeboten als an Benno Fischer zugeschrieben.]

Jahr
unten links datiert „1854“

Größe
Größe: 52 x 42,5 cm (ohne Rahmen) bzw. 59,5 x 50 cm (mit Rahmen)

Zustand
Blatt aufgezogen auf Spannrahmen; im Bereich oben rechts leicht fleckig
Rahmen etwas berieben an Ecken und Kanten; Rahmenrückwand verso fleckig, sowie mit früheren (restaurierten) Einrissen

Provenienz
Den rückseitigen Angaben zufolge längere Zeit in Familienbesitz. Hierzu verso oben mittig auf der Rahmenrückwand beschrieben „Unser Ur-Urgroßvater“.

 

 

Benno Fischer war ein vornehmlich in Dresden tätiger Maler und Zeichner, dessen durchaus qualitatives Schaffen aber aufgrund seines frühen Todes nur einen recht geringen Umfang aufweist. Von 1848 bis 1853 studierte er an der Kunstakademie Dresden. Dabei wurde ihm im letzten Studienjahr (1853) im Rahmen der Dresdner Akademieausstellung ein Ehrenzeugnis verliehen. Nach dem Akademiebesuch ging er bis 1856 zur weiteren Fortbildung in das Dresdner Atelier von Julius Hübner (1806 Oels – 1882 Loschwitz). Hübner war damals in Dresden ein wichtiger und bedeutender Künstler, sowie ab 1841 einflussreicher Professor der Akademie.
Bereits ab 1849 war Benno Fischer vertreten bei Kunstausstellungen der Akademie und des Kunstvereins in Dresden.
In Dresden lebte Fischer in der Schössergasse Nr. 20.
Zu seinen bevorzugten Sujets zählten Portraits, Genredarstellungen und Historienszenen wie bspw. “Bahnhäuschen”, “Wanderbursch”, “Holzleserin”.

Dieses hier vorliegende fein ausgeführte Bildnis ist, unter Beachtung einer gewissen Vorsicht, an Benno Fischer zuzuschreiben. Das Motiv und die Ausführung stimmen mit vergleichbaren Werken des Künstlers überein, doch lassen sich aufgrund des nur gering dokumentierten Schaffens, nur wenige Vergleichsobjekte finden, so dass in diesem Fall eine – sehr plaubsibel erscheinende – Zuschreibung als der Quellenlage angemessen erscheint.
Der hier Dargestellte Daniel Schulz (18.03.1788 Marburg – 14. 12.1855 Creuzburg (Wartburgkreis, Thüringen)) war Landwirt und Kammergutspächter – verso irrigerweise bezeichnet mit „Schulze“. Er war Sohn des in Marburg lebenden (Weiß-)Baders Heinrich Philipp Schulz und der Philippine Christine, geb. Blenner. Spätestens 1811 war er in Creutzburg als Handelsmann tätig. Am 18. November 1811 heiratete er dort Anna Dorothea Pfefferkorn (19.09.1794 Creuzburg – 12.06.1833 ebd.), älteste Tochter des Johann Georg Pfefferkorn, Metzger in Creuzburg, und dessen Frau Anne Sabine, geb. Sachs.
Das Ehepaar Schulz hatte zwei Söhne und zwei Töchter.
Daniel Schulz starb laut Sterberegister „[i]n Folge des Brandes“, wobei unklar ist, was für ein Brand hierbei gemeint ist. Das Begräbnis (am 16. Dezember 1855) erfolgte als so genannte “Standesleiche”, was den sozialen S tand von Daniel Schulz widerspiegelt.
Im Sterberegister wird er als „Gutsbesitzer“ vermerkt. Daniel Schulz war Pächter des Kammerguts (Schafhofs) in Creuzburg, was einer seiner Söhne später noch fortsetzte. Ein K./C. Schulz ist noch in den 1880er Jahren dort als Pächter nachweisbar.

Künstlerisch eine überaus feine Zeichnung, die ganz typisch und exemplarisch ist für die repräsentative Portraitmalerei des Bürgertums aus dem mittleren 19. Jahrhundert.

Den rückseitigen Angaben zufolge war das Werk längere Zeit in Familienbesitz. Hierzu ist es verso oben mittig auf der Rahmenrückwand beschrieben mit „Unser Ur-Urgroßvater.

 

 

Zu Benno Fischer (11.04.1828 Dresden – 1865 ebd.):
Maler, Zeichner.
1848-53 Studium an der Kunstakademie Dresden.
1853 wurde ihm im Rahmen der Dresdner Akademieausstellung ein Ehrenzeugnis verliehen.
1853-56 Besuch des Dresdner Ateliers von Julius Hübner (1806 Oels – 1882 Loschwitz).
Ab 1849 war Fischer vertreten bei Kunstausstellungen der Akademie und des Kunstvereins in Dresden.
In Dresden lebte Fischer in der Schössergasse Nr. 20.
Zu seinen bevorzugten Sujets zählten Portraits, Genredarstellungen und Historienszenen wie bspw. “Bahnhäuschen”, “Wanderbursch”, “Holzleserin” [1].

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[1] So die Titel der drei bei der Akademie-Ausstellung in Dresden 1858 gezeigten Werke.

 

 

Biografie des Porträtierten

Daniel Schulz (18.03.1788 Marburg – 14.12.1855 Creuzburg (Wartburgkreis, Thüringen):
Landwirt, Kammergutspächter.
Sohn des in Marburg lebenden (Weiß-)Baders Heinrich Philipp Schulz (?-?) und der Philippine Christine, geb. Blenner.
Spätestens 1811 in Creutzburg als Handelsmann tätig.
18. November 1811 Heirat mit Anna Dorothea Pfefferkorn (19.09.1794 Creuzburg – 12.06.1833 ebd.), älteste Tochter des Johann Georg Pfefferkorn, Metzger in Creuzburg, und dessen Frau Anne Sabine, geb. Sachs.
Das Paar hatte zwei Söhne und zwei Töchter, daunter die Tochter Justina Christina Wilhelmina (1816-1864).
Schulz starb laut Sterberegister „[i]n Folge des Brandes“, wobei unklar ist, was für ein brand hierbei gemeint ist.
Das Begräbnis (am 16. Dezember) erfolgte als so genannte “Standesleiche”, was den sozialen S tand von Daniel Schulz widerspiegelt.
Im Sterberegister wird er als „Gutsbesitzer“ vermerkt. Daniel Schulz war Pächter des Kammerguts (Schafhofs) in Creuzburg, was einer seiner Söhne später noch fortsetzte. Ein K./C. Schulz ist noch in den 1880er Jahren dort als Pächter nachweisbar