H A N N S H A G E N A U E R (8.8.1896 Lindenberg – 7.9.1975 Oberammergau)
Weitere Werke von Hanns Hagenauer
„Alphütten am Bödele“ (um 1925-30)
Kohle (teilweise gewischt) und Deckweiß auf sandfarbigem Velinpapier
€ 400,-
Titel
„Alphütten am Bödele“ [so unten links in Blei betitelt]
Das Bödele-Gebiet liegt zwischen Dornbirn und Schwarzenberg.
Technik
Kohle (teilweise gewischt) und Deckweiß auf sandfarbigem Velinpapier
Signatur
unten rechts signiert „Hans Hagenauer“
Jahr
undatiert [um 1925-30]
Größe
Größe: 27 x 29 cm (Motiv) bzw. 41 x 36,5 cm (Blatt)
Zustand
insgesamt etwas gebräunt / nachgedunkelt; Ecke oben links mit Papierverlust; linker Rand unten bestoßen; unterer Rand rechts bestoßen und mit sehr kleinem Feuchtigkeitsschaden; in den Randbereichen sehr schwach wellig; linker Rand mittig mit leichter Druckstelle
verso nachgedunkelt; verso oben rechts in Blei bezeichnet (wohl von früherem Rahmenmacher)
Beigefügt: frühere Rahmenrückwand (Karton), hier kleines Etikett des Rahmenmachers Johannes Thurnhers Nachf. in Dorbirn
Hanns Hagenauer machte anfangs eine Ausbildung zum Buchdrucker, die er 1914 als Geselle abschloss. In demselben Jahr trat er seinen Kriegsdienst an, wurde 1916 schwer verwundet und in der Folge aus dem Militär entlassen. Hagenauer fasste, wie manch andere Künstler zu der Zeit auch, den Entschluss Künstler zu werden. Er studierte von 1920-23 an der Kunstakademie Stuttgart (bei Christian Landenberger, Robert Poetzelberger, Arnold Waldschmidt) und war hierauf von 1925 bis 1932 Kunstlehrer in Dornbirn (Vorarlberg) und in Lech am Arlberg (Österreich). Daneben entstanden auch eigene künstlerische Arbeiten.
Ab 1933 ist er in Gießen/Lahn ansässig.
Den Winter 1937/38 verbringt er in der Künstlerkolonie Willingshausen.
1943 wird Hagenauer Gründungsmitglied des Oberhessischen Künstlerbundes (OKB) „als Kampfbund gegen die vom NS-Regime propagierte Kunstrichtung, nachdem es mit dem Gauleiter von Hessen anläßlich einer nicht regimekonformen Kunstausstellung in Gießen zu einem Zerwürfnis gekommen war“ (Rudof Härtl).
Am 6. Dezember 1944 wird das Atelier bei einem Bombenangriff auf Gießen zerstört.
Bis 1952 bleibt Hagenauer Vorsitzender des OKB, der bemerkenswerterweise 1945 als erste Vereinigung die Lizenz zur Neugründung von den amerikanischen Besatzertruppen erhält.
1952 Übersiedlung nach Oberau im Loisachtal, kurz darauf Umzug nach Garmisch-Partenkirchen. 1975 zieht er nach Oberammergau.
Hagenauer unternimmt zahlreiche Studienreisen, insbesondere nach Frankreich, Italien (Ischia), Jugoslawien, Schweiz, Ungarn, Tschechoslowakei
Diese hier gezeigten „Alphütten am Bödele“ entstammen dem frühen Schaffen des Künstlers. Das gezeigte Bödele-Gebiet liegt zwischen Dornbirn und Schwarzenberg, was damit plausibel zu Hagenauers Lehrtätigkeit in Dornbirn passt.
Zu Hanns Hagenauer (8.8.1896 Lindenberg – 7.9.1975 Oberammergau):
Maler, Zeichner und Graphiker; geboren in Nadenberg (bei Lindenberg, Allgäu)
Ausbildung zum Buchdrucker (1914 Abschluss als Geselle)
ab 1914 Kriegsdienst
1916 schwere Verwundung und Entlassung aus dem Militär; Entschulss Maler zu werden
1918-22 Studium an der Kunstakademie Stuttgart (bei Christian Landenberger, Robert Poetzelberger, Arnold Waldschmidt)
1925-32 freischaffender Maler in Dornbirn (Vorarlberg) und Lech am Arlberg (Österreich)
ab 1933 in Gießen/Lahn ansässig
1943 Gründungsmitglied des Oberhessischen Künstlerbundes (OKB) „als Kampfbund gegen die vom NS-Regime propagierte Kunstrichtung, nachdem es mit dem Gauleiter von Hessen anläßlich einer nicht regimekonformen Kunstausstellung in Gießen zu einem Zerwürfnis gekommen war“ (Härtl 1990: unpag. [S.2])
06. Dezember 1944 Zerstörung des Ateliers bei einem Bombenangriff auf Gießen
1945 Oberhessischer Künstlerbund erhält von amerikanischen Besatzertruppen als erste Vereinigung die Lizenz zur Neugründung
bis 1952 bleibt Hagenauer Vorsitzender des OKB
1952 Übersiedlung nach Oberau im Loisachtal, kurz darauf nach Garmisch-Partenkirchen; zahlreiche Studienreisen, insbesondere nach Frankreich, Italien (Ischia), Jugoslawien, Schweiz, Ungarn, Tschechoslowakei
1975 Übersiedlung nach Oberammergau
Literatur
— HÄRTL, Rudolf (1990): Der Maler Hanns Hagenauer, in: Galerie Norbert Blaeser: Hanns Hagenauer. Wiederentdeckung eines Expressionisten [Ausstellung vom 4. Mai bis 2. Juni 1990], Düsseldorf
— JESSEWITSCH, Rolf / SCHNEIDER, Gerhard (Hrsg.) (2008): Entdeckte Moderne; Kettler; Bönen; S. 487
— ZIMMERMANN, Rainer (1994): Expressiver Realismus. Malerei der verschollenen Generation; Hirmer; München; S. 382






















