O T T O F R I E D R I C H W E B E R (07.12.1890 Elberfeld – 21.01.1957 Wuppertal)
Weitere Werke von Otto Friedrich Weber
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Chioggia-Ansicht mit Brücke (um 1950-55)
Öl auf Leinwand, Keilrahmen, gerahmt
€ 1.400,-
Titel
ohne Titel [Chioggia-Ansicht mit Brücke, hierzu unten rechts lokalisiert „Chioggia“]
Technik
Öl auf Leinwand, Keilrahmen, gerahmt
Signatur
unten rechts signiert „Otto F. Weber“
Jahr
undatiert [um 1950-55]
Größe
Größe: 69,5 x 89,5 cm (ohne Rahmen) bzw. 80,5 x 100,5 cm (mit Rahmen)
Zustand
mitunter leicht fleckig und etwas nachgedunkelt; im Eckbereich unten rechts leichte Craquelé-Bildung; Leinwand verso leicht fleckig
Otto Friedrich Weber war Sohn eines Schlossermeisters in Elberfeld, dessen Beruf er nach dem Wunsch der Eltern eigentlich auch erlernen sollte. Durch Empfehlung seines Zeichenlehrer kam er an die Werkkunstschule in Wuppertal (bei Max Bernuth). Frühe Förderung erfuhr Weber durch den Bankier August von der Heydt (1851 Elberfeld – 1929 Bonn), der Zeichnungen Webers ankaufte und ihm den Besuch der Kunstakademien in Dresden (bei Carl Bantzer) und München (bei Hermann Urban) ermöglichte.
Um 1910 unternahm Weber eine Parisreise und machte dort Bekanntschaft mit zahlreichen Künstlern der Avantgarde. Während dieser Zeit stellte er 1911 als einziger deutscher Künstler bei den Pariser Herbstsalons aus. 1914 reiste er nach Spanien und zugleich weigerte er sich der Einberufung zum Kriegsdienst nachzukommen. Am 19. Februar 1916 heiratete er Maria Elisabeth, geb. Prestel (1886-1965). In Barcelona schloss er sich der Künstlerkolonie um Robert Delaunay an und war in jener Zeit zudem als Karikaturist für spanische Zeitungen tätig. 1919 Rückkehr mit der Familie nach Elberfeld. 1927 erneuter Parisaufenthalt.
In der NS-Zeit wurde er mit einem Reiseverbot belegt, was ihm das Arbeiten stark erschwerte. 1937 wurden im Rahmen der „Entartete Kunst“-Aktion insgesamt 22 Werke Webers beschlagnahmt (u.a. in der Städtischen Galerie in Wuppertal-Elberfeld, bei den Städtischen Kunstsammlungen Düsseldorf, dem Wallraf-Richartz-Museum in Köln). 1943 wurde sein Atelier mit einem Großteil seines bisherigen Schaffens bei einem Phosphorangriff auf Wuppertal zerstört. Zu Beginn des Julis 1945 traf er beim Zeichnen in der Natur Winston Churchill, der ebenso im Freien seiner künstlerischen Neigung nachging (beide porträtierten sich gegenseitig und tauschten die Resultate aus, eine Mikrofilmaufnahme von O.F.Webers Zeichnung findet sich im Sir Churchill Archive Trust, Cambridge).
1956 konnte er durch Spenden erneut nach Spanien reisen. Nach der Rückkehr von dieser sehr eindrücklichen Reise verstarb Weber unerwartet und plötzlich.
Dieses hier vorliegende Gemälde wird dem eher späten, reifen Schaffen des Künstlers um 1950-55 zuzuordnen sein.
Otto Friedrich Weber zeigt hier ein für ihn ganz typisches Motiv, welches zugleich seine große Liebe zum mediterranen Raum bezeugt. In einer gedämpften Farbigkeit und in expressiv realistischer Ausführung blickt der Betrachter auf einen Kanal in Chioggia. Links und rechts stehen Gebäude, an diese schmiegen sich kleine Boote an und im mittleren Bereich verbindet eine Brücke (Ponte di Vigo?) die beiden Seiten.
Im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern, die in ihren mediterranen Ansichten vor allem ein starkes Kolorit bevorzugen, hat Weber hier ruhige, gedämpfte Farben gewählt, welche weit mehr Ruhe als Dynamik vermitteln. Ganz in diesem Sinne ist es auch typisch, dass Weber menschenleere Ansichten festhält.
Zu Otto Friedrich Weber (07.12.1890 Elberfeld – 21.01.1957 Wuppertal):
Maler, Zeichner.
Sohn eines Schlossermeisters in Elberfeld, dessen Beruf er nach dem Wunsch der Eltern erlernen sollte.
Durch Empfehlung seines Zeichenlehrer kam er an die Werkkunstschule in Wuppertal (bei Max Bernuth).
Frühe Förderung erfuhr er durch den Bankier August von der Heydt (1851 Elberfeld – 1929 Bonn), der Zeichnungen Webers ankaufte und ihm den Besuch der Kunstakademien in Dresden (bei Carl Bantzer) und München (bei Hermann Urban) ermöglichte.
Um 1910 Parisreise und dort Bekanntschaft mit zahlreichen Künstlern der Avantgarde.
1911-12 schuf er zwei Illustrationen für die Zeitschrift „Jugend“.
1914 Reise nach Spanien und Weigerung der Einberufung zum Kriegsdienst nachzukommen.
19.02.1916 Heirat mit Maria Elisabeth, geb. Prestel (1886-1965).
In Barcelona schloss er sich der Künstlerkolonie um Robert Delaunay an. In Spanien war er zudem als Karikaturist für spanische Zeitungen tätig.
1919 Rückkehr mit der Familie nach Elberfeld.
1927 erneuter Parisaufenthalt.
In der NS-Zeit wurde er mit einem Reiseverbot belegt, was ihm das Arbeiten stark erschwerte.
1937 wurden im Rahmen der „Entartete Kunst“-Aktion insgesamt 22 Werke Webers beschlagnahmt (u.a. in der Städtischen Galerie in Wuppertal-Elberfeld, bei den Städtischen Kunstsammlungen Düsseldorf, dem Wallraf-Richartz-Museum in Köln).
1943 wurde sein Atelier mit einem Großteil seines bisherigen Schaffens bei einem Phosphorangriff auf Wuppertal zerstört.
Zu Beginn des Juli 1945 traf er beim Zeichnen in der Natur Winston Churchill, der ebenso im Freien seiner künstlerischen Neigung nachging (beide porträtierten sich gegenseitig und tauschten die Resultate aus, eine Mikrofilmaufnahme von O.F.Webers Zeichnung findet sich im Sir Churchill Archive Trust, Cambridge).
1956 konnte er durch Spenden erneut nach Spanien reisen. Nach der Rückkehr von dieser sehr eindrücklichen Reise verstarb Weber unerwartet und plötzlich.
Ausstellungen
— 1911 & 1913 stellte er als einziger deutscher Künstler bei den Pariser Herbstsalons aus
— 1934 „Gemeinschaftsausstellung deutscher Künstler“ (Kunstpalast am Rhein, Düsseldorf)
— 1935 Beteiligung an der Ausstellung „Maler sehen Deutschland“ (Städtische Kunstsammlung, Duisburg)
— 1936 Beteiligung an der Ausstellung „Westfront 1936. Freie Kunst im neuen Staat“ (Essen)
— 1937 Beteiligung an der „Kunstausstellung“ (Haus der Kunst, Dortmund)
— 1937 Beteiligung an der „Großen Kunstausstellung Düsseldorf“
— 1938 Beteiligung an der „Kunstausstellung“ (Kunsthalle Hamburg)
— 1942 Beteiligung an der „Frühjahrsausstellung Düsseldorf“
— 1942 Beteiligung an der „Winterausstellung Bergischer Künstler“ (Wuppertal)
— Sept.-Okt. 1958 Gedächtnisausstellung im Städtischen Museum Wuppertal
— 1975 „Bergische Kunstgenossenschaft“, Wuppertal
Mitgliedschaften
„Rheinische Sezession“
„Bergische Kunstgenossenschaft“
„Malkasten“
Werke
— Von der Heydt-Museum, Wuppertal
— Museum Kunst der verlorenen Generation – Sammlung Prof. Dr. Heinz Böhme, Salzburg
— Sir Winston Churchill Archive, Cambridge (USA)
— 1928 schuf er ein Wandbild (1,65 x 7m) für den Katalogsaal der Stadtbibliothek Wuppertal
Literatur
— Baum, Marie Luise (1965): Otto Friedrich Weber, in: Wuppertaler Biographien [5. Folge] (hrsg. v. M. L. Baum); Born-Verlag; Wuppertal; S. 85-92
— Gatter, Nikolaus (2012): Aus dem Bienenkorb: Der Maler Otto Friedrich Weber (1890-1957), in: Kunstverein Kunstgeflecht e.V. (Hrsg.): RHEIN! (Nr. 5); Kidemus Verlag; Köln; S. 34-40
— Papenbrock, Martin (Hrsg.) (1996): „Entartete Kunst“, Exilkunst, Widerstandskunst in westdeutschen Ausstellungen nach 1945. Eine kommentierte Bibliographie], Weimar: VDG, S. 543
— „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, De Gruyter-Verlag, Onlineversion














