B E R N H A R D    B R Ö K E R    (22.12.1883 Münster – 04.02.1969 ebd.)

 

Weitere Werke von Bernhard Bröker

 

 

Tänzerin, Gitarrespieler und zwei Zuschauer, Szene aus Málaga (1925)

Kohle, teilweise gewischt, Bleitift und Fixativ auf dünnem Papier
oben rechts monogrammiert und abgekürzt lokalisiert „B.B. M.[ünster]“

€ 300,-

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Titel
ohne Titel [Tänzerin, Gitarrespieler und zwei Zuschauer, Szene aus Málaga, hierzu oben rechts bezeichnet „Málaga“]

Jahr
oben rechts datiert „1925“

Größe
Größe: 25,7 x 31,7 cm

Zustand
Fixiermittel (Fixativ) gleichmäßig über der ganzen Zeichnung; insgesamt gleichmäßig etwas nachgedunkelt; Blattränder mitunter minimal uneben zugeschnitten; Ecke unten links mit minimalem Papierverlust; in den oberen Eckbereichen leicht knittrig / wellig; verso in den oberen beiden Ecken Reste früherer Befestigung (Klebe-, Papierreste)

 

 

Bernhard Bröker begann anfangs eine handwerkliche Malerlehre und übte danach bis zum 20. Lebensjahr diesen Beruf aus. Ab 1903 besuchte er die Kunstakademie in Berlin und war dort Schüler des ebenfalls aus Münster stammenden Fritz Grotemeyer. Daneben studierte er auch noch an der Hochschule für bildende Künste in Berlin. Es folgten Studienreisen und eine Tätigkeit in Dresden, bevor er ab 1913 eine Dozentenstelle an der Werkkunstschule in seiner Heimatstadt annahm. An der Werkkunstschule blieb er fortan einen großen Teil seines Lebens (1913-43 und 1948-55) tätig.

Die vorliegende Zeichnung datiert auf 1925 und ist explizit bezeichnet mit „Málaga“. Das Werk wird demnach während einer Spanienreise Brökers entstanden sein. Der damals knapp über 40 Jahre alte Künstler hält hier eine ganz beliebte Tänzerinnen-Szene in schnellen, schwungvollen Strichen fest. Im linken Bildbereich bewegt sich dabei die mit einem weiten, flatternden Tuch umhängte Frau elegant und gebogen zur Musik des am Boden hockenden Giatrrespielers. Am linken und rechten Rand sitzen beispielhaft zwei Zuschauer bzw. Zuhörer – einmal ein jüngerer und einmal ein älterer Mann.

 

 

Zu Bernhard Bröker (22.12.1883 Münster – 04.02.1969 ebd.):
Maler, Zeichner, Illustrator; anfangs Ausbildung als handwerklicher Maler und danach übte er bis zum 20. Lebensjahr diesen Beruf aus; ab 1903 Besuch der Kunstakademie Berlin (bei Fritz Grotemeyer), sowie an der Hochschule für bildende Künste in Berlin; es folgten Studienreisen nach u.a. Italien, Spanien und Skandinavien; später in Dresden ansässig und tätig; 1913-43, sowie 1948-55 Leiter der Fachklasse für Freihandzeichnen an der Werkkunstschule in Münster; 1933 wurde nach Plänen des Architekten Bernhard Tönnies (Münster, ebenso „Schanze“-Mitglied) das modern angelegte, kubische Wohn- und Atelierhaus von Bröker errichtet (Maximilianstraße 7b); später war Bröker freischaffender Maler und Grafiker in Münster
Anfangs waren Brökers Arbeiten vom Impressionismus geprägt. Wohl nach dem Ersten Weltkrieg erhält sein Werk kurzzeitig einen mehr expressionistischen Einfluss, bevor er zu einem neusachlichen Ausdruck findet.

Illustrationen
1924 gestaltete er die Umschlagzeichnung für den Band „Mein Heimatland. Westfälisches Lesebuch für das dritte und vierte Schuljahr.“ (hrsg. V. Katholischen Lehrerverband, Dortmund: Crüwell)
1925 Illustrationen für den Band „De Vuegelfrauen-Versammlung“ (Warendorf: Schnell) von Karl Wagenfeld
1926 Illustrationen für den Band „Die Wiedertäuferstadt“ (Münster: Aschendorff) von Rudolf Predeek
1927 Illustrationen für den Band „Bauern und Heide“ (Münster: Aschendorff) von Ludwig Klug
1931 erschien der Band „Auf Hof und Hufe“ (Münster: Regensberg) von Ludwig Klug mit 21 Holzschnitten Brökers

Ausstellungen (Auswahl)
1934 Beteiligung an der Ausstellung „Westfälische Künstler“, Verein Berliner Künstler, Berlin
1937 Beteiligung an der Ausstellung „Westfalens Beitrag zur deutschen Kunst der Gegenwart“, Haus Rothenburg, Münster
1937-38, 1940, 1942 Beteiligungen an der „Großen Westfälischen Kunstausstellung“, Haus der Kunst, Dortmund
1947 Beteiligung an der Ausstellung „Die freie Künstlergemeinschaft Schanze. Zur 25. Jahresschau“, Münster
1971 vertreten bei der Ausstellung „Kunst seit 1900 gesammelt im Landesmuseum Münster“, Westfälisches Landesmuseum Münster
1999-2000 vertreten bei der Wanderausstellung „Avantgarden in Westfalen? Die Moderne in der Provinz 1902-1933“

Mitgliedschaften
1919 Mitbegründer der freien Künstlergemeinschaft „Schanze“ (Münster), spätere Ernennung zum Ehrenmitglied

Werke
Stadtmuseum Münster
Nationalgalerie Berlin

Literatur
„Allgemeines Künstlerlexikon“ (AKL), Onlineversion, Künstler-ID: 10142426
Westfälisches Museumsamt Münster (Hrsg.) (1999): Avantgarden in Westfalen? Die Moderne in der Provinz 1902-1933; Münster: Ardey; S. 214
Fischer, Detlef (2000): Münster von A bis Z; Münster: Aschendorff; S. 56
Peterschröder, Olaf (2012): Strategie der Verhinderung? Zur Partizipation des Neuen Bauens in der Provinz Westfalen (1918-1933); Karlsruhe: KIT Scientific Publishing; S. 99