A L B E R T S C H N E L L E R
(10.05.1892 Jechtingen (Kaiserstuhl) – 01.06.1970 Grünwettersbach)

Weitere Werke von Albert Schneller
Zum Themenflyer ‚Bilder des Schmerzes‘
„Kindermord“ (1950)
Öl auf fester Platte, ungerahmt
€ 2.300,-
Titel
„Kindermord“ [so verso betitelt]
Technik
Öl auf fester Platte, ungerahmt
Signatur
unten links signiert „A. Schneller“, sowie verso signiert „A. Schneller / Grünwettersbach“
Jahr
unten links datiert „[19]50“
Größe
Größe: 81 x 107,5 cm
Zustand
Ecken bestoßen; oberer Rand links stärker bestoßen; insgesamt Platte leicht wellig; in den Ecken und Randbereichen mitunter leichte Verluste der Farbschicht; insgesamt etwas beschmutzt und fleckig; verso (farb-)fleckig und berieben
Nach einer handwerklichen Malerlehre besuchte Albert Schneller von 1913 bis 1915 die Kunstgewerbeschule in Karlsruhe, sowie – nach seinem Kriegsdienst – von 1919 bis 1925 die Kunstakademie in Karlsruhe (bei Friedrich Fehr und Hans Adolf Bühler). Bereits zum Ende seines Studiums konnte er sich an Ausstellungen im Karlsruher Kunstverein beteiligen.
Nach seinem Studium lebte er in Grünwettersbach und war dort als Künstler tätig. Es entstanden zur damaligen Zeit vor allem Dorfansichten, Landschaften, figürliche Kompositionen wobei hierbei das Bauern-Sujet einen besonderen Part einnimmt. Schneller bevorzugte einen schnellen, expressiv realistischen Ausdruck mit breitem Strich.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und anschließender Gefangenschaft kehrte er nach Grünwettersbach zurück. Künstlerisch fand er zu einem neuen Landschaftsstil und zu einer stärker abstrahierten Figurenmalerei. Er konnte sich wieder an Ausstellungen in u. a. Karlsruhe beteiligen. Verstärkt behandelt er auch religiöse Themen.
Nach seinem Tod führten die Hinterbliebenen das Wohnhaus des Künstlers in dem Burgweg als Albert-Schneller-Museum weiter und schafften es, dieses noch jahrzehntelang als solches zu führen. Der Burgweg wurde später in Albert-Schneller-Straße umbenannt.
Dieses vorliegende, großformatige Gemälde Albert Schnellers datiert auf 1950 und entstand damit in der frühen Nachkriegszeit, in der sich Schneller einer stärker abstrahierten Darstellungsweise zuwandte, ohne aber das Gegenständliche zu verlassen. Dass er dabei auch immer wieder religiöse Themen bearbeitete, zeigt dieses Werk beispielhaft, greift er hier doch das berühmte Thema des “Kindermords” auf eine überaus eigenwillige Weise auf. Der schnelle, breite Strich mag an Skizzen erinnert, doch ist es ohne Zweifel eine ausformulierte, große Komposition.
Als Betrachter haben wir hier eine Nachtszene vor uns. Von links rücken die Soldaten heran, welche – notabene – in ihren Uniformen sehr an Soldaten des Zweiten Weltkrieges erinnern, um die Kinder zu ergreifen und zu ermorden. Rechts im Bild drängen sich Mütter und Kinder zusammen, wobei diese nur in groben Zügen und farbflächig dargestellt sind. Ganz markant ist an diesem Werk, dass Schneller die leuchtenden Farben, dabei besonders das Blond der Haare, pastos und leuchtend einsetzt.
Zu Albert Schneller (10.05.1892 Jechtingen (Kaiserstuhl) – 01.06.1970 Grünwettersbach):
Maler, Zeichner, Grafiker, Schriftsteller.
Anfangs auf Wunsch der Eltern absolvierte er eine handwerkliche Malerlehre. Nach Abschluss Reise über die Alpen nach Italien.
Albert Schneller besuchte von 1913 bis 1915 die Kunstgewerbeschule in Karlsruhe.
1916-18 Kriegsdienst in Frankreich. Durch eine Verwundung kam er in ein Lazarett nach Dresden, wo er immer wieder Galerien und Museen aufsuchte.
1919 bis 1925 die Kunstakademie in Karlsruhe (bei Friedrich Fehr und Hans Adolf Bühler). In den Semesterferien arbeitete er als Malergehilfe, um sich das Studium zu verdienen, da Schneller zur damaligen zeit bereits Waise war und keine Unterstützung der Familie erhielt.
Bereits zum Ende seines Studiums konnte er sich an Ausstellungen im Karlsruher Kunstverein beteiligen.
Schneller hatten engen Kontakt zu den Künstlerkollegen Fritz Siegrist (1888-1963) und Hugo Bickel.
Nach seinem Studium lebte er in Grünwettersbach und war dort als Künstler tätig. Es entstanden zur damaligen Zeit vor allem Dorfansichten, Landschaften, figürliche Kompositionen wobei hierbei das Bauern-Sujet einen besonderen Part einnimmt. Schneller bevorzugte einen schnellen, expressiv realistischen Ausdruck mit breitem Strich.
In einem für den privaten Freundes-, Bekanntenkreis verfassten Text gibt die Tochter des Künstlers an: „[19]34 [gemeint wohl: 1937] wurde von meinem Vater der schöne Holzschnitt: Straßenmusikannten[sic] in einer Hohn- und Spott-Ausstellung als ‚Beispiel entarteter Kunst‘ zwangsweise gezeigt.“ Dies konnte jedoch bislang nicht belegt werden.
Kriegsteilnahme und anschließende Gefangenschaft.
Nach dem Zweiten Weltkrieg fand er zu einem neuen Landschaftsstil und zu einer stärker abstrahierten Figurenmalerei. Schneller behandelt verstärkt auch religiöse Themen.
Er konnte sich wieder an Ausstellungen in u. a. Karlsruhe beteiligen.
Nach seinem Tod führten die Hinterbliebenen das Wohnhaus des Künstlers in dem Burgweg als Albert-Schneller-Museum weiter und schafften es, dieses noch jahrzehntelang als solches zu führen. Der Burgweg wurde später in Albert-Schneller-Straße umbenannt.
2016 ging das Erbe der ebenso künstlerisch tätigen Söhne Heimdall und Tankred an die Stadt Karlsruhe, die sich damit verpflichtete „den Kern des künstlerischen Erbes der Familie Schneller dauerhaft zu sichern.“
Ausstellungen
— 1923 (zusammen mit Karl Brutzer), Kunstverein Karlsruhe
— 1924 Kunstverein Karlsruhe, in den folgenden Jahre mehrere Beteiligungen an Ausstellungen
— Weitere Ausstellungsbeteiligungen in den 1920er Jahren in Mannheim und Baden-Baden.
— Nach 1945 erneute Ausstellungsbeteiligungen v. a. in Karlsruhe und Baden-Baden.
— Ab 1965 jährliche Ausstellungen im vom Sohn Heimdall errichteten Ausstellungsgebäude in Grünwettersbach.
Veröffentlichungen
1960, „Leben und Wirken des Malers Gottlob“, Grünwettersbach: Selbstverlag
Literatur
— „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, De Gruyter-Verlag, Onlineversion
— Mülfarth, Leo (1987): Kleines Lexikon Karlsruher Maler, Karlsruhe: Badenia Verlag, S. 247






































