W A L T H E R J . S C H N E I D E R (23.06.1907 Probstzella – ?)
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„Nachtarbeiter“ (1932)
Kaltnadelradierung auf etwas festerem Reispapier, ungerahmt
€ 350,-
Titel
„Nachtarbeiter“ [1]
Technik
Kaltnadelradierung auf etwas festerem Reispapier, ungerahmt
Signatur
unten rechts signiert „W. J. Schneider“
Jahr
undatiert [1932]
Größe
Größe: 25 x 31,3 cm (Blatt) bzw. 17,5 x 23,6 cm (Druck)
Auflage
Auflage der Griffelkunst-Vereinigung (Hamburg), hierzu unten links typographisch bezeichnet „Griffelkunst Vrg. Hbg.“; veröffentlicht in der B-Reihe, Nr. 4
Zustand
recto & verso insgesamt etwas gebräunt / nachgedunkelt; unterer Rand sehr leicht uneben zugeschnitten; Ecken schwach bestoßen; Ecke oben links mit kleinen Knickspuren
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[1] Siehe hierzu: Lieselotte Kruglewsky-Anders (Hrsg.) (1977): 50 Jahre Griffelkunst-Vereinigung, Hamburg: Griffelkunst, S. 127.
Walther J. Schneider ist ein heute nahezu vergessener Maler, Grafiker und Lehrer. Dass diese Vergessenheit ungerechtfertigt ist, zeigt sein wechselvolles Leben und auch die Anerkennung, die zu Lebzeiten seinem Schaffen entgegengebracht wurde.
Bis 1924 besuchte Schneider das Realgymnasium zu Erfurt. Hierauf folgte bis 1925 der Besuch der bedeutenden privaten Malschule von Hans Hofmann (München). Dort erhielt er Unterricht von Heinrich Ehmsen. 1925 wechselte er an die Kunstakademie Düsseldorf und wurde Schüler von Ernst Aufseeser. Es schlossen sich 1926 allgemeine Studien der Kunstgeschichte an.
Walther J. Schneider zog nach Hamburg und arbeitete 1927 im Bildhaueratelier von Richard Luksch in Hamburg. Er unternimmt Studienreisen nach Ungarn und Italien.
Ab 1929 arbeitete er in Hamburg-Lokstedt als freischaffender Künstler und beginnt verstärkt mit seinem Schaffen an die Öffentlichkeit zu gehen.
In den frühen 1930er Jahren bewarb er sich mindestens zweimal um den Großen Staatspreis der Preußischen Akademie der Künste Berlin.
1930 war er mit zwei Gemälden (“Porträt L. K.”, “Kanalpenner”) beteiligt an der “Ausstellung Hamburgischer Künstler” im Kunstverein Hamburg.
Im darauf folgenden Jahr (1931) schuf er das Wandbild “Verfassungsfeier” für die Fritz-Schumacher-Schule (Timmerloh 27-29, Hamburg). Dieses Wandbild wurde 1936, auf Veranlassung des Ortsgruppenleiters der NSDAP, aufgrund des Motivs abgekratzt. Das Werk wurde beachtenswerterweise durch Eduard Bargheers “Landgewinnung” ersetzt.
Noch vor dieser Werkszerstörung erhielt er 1932 ein Stipendium von der Senatskommission für die Kunstpflege (Hamburg). In diesem Zusammenhang werden dann auch die insgesamt fünf Radierungen entstanden sein, die Schneider im ersten Quartal 1932 für die “Griffelkunst-Vereinigung” schuf. Die hier überlieferten Titel verweisen allesamt auf soziale Motive: “Kinder”, “Arbeitslose”, “Schutenstaker”, “Nachtarbeiter”, Auflauf”.
Spätestens 1940 ist er in Magdeburg ansässig und dort wohnhaft in der Hecklinger Straße 15. Weshalb es Schneider nach Magdeburg zog ist unbekannt. Bis 1953 war er Leiter des Bereichs Gebrauchsgrafik an der Fachschule für angewandte Kunst Magdeburg.
Diese Radierung ist eines der Exemplare, die Schneider 1932 für die damals noch junge “Griffelkunst-Vereinigung” schuf. Dicht, dunkel, eng und gedrängt zeigt der Künstler hier die Arbeiter. Es ist kein plattes Lob auf die Arbeit bzw. den Arbeiter, was sich sonst häufig in damaligen Industrie-, oder Arbeiterdarstellungen findet. Vielmehr verweist er ungeschönt auf die harte körperliche Arbeit. Schneider gelingt es auf diese Weise dieses Thema der Industrie-, Arbeiterdarstellungen mit der Problematik der sozialen Frage überzeugend zu verbinden, was seine Grafik auch aus kulturhistorischer Perspektive relevant werden lässt.
Werke des Künstlers tauchen so gut als nie auf. Weiterhin sind derartige frühe Auflagen der “Griffelkunst-Vereinigung” ebenso von großer Seltenheit.
Zu Walther J. Schneider (23.06.1907 Probstzella – ?):
Maler, Grafiker, Lehrer.
Bis 1924 besuchte er das Realgymnasium zu Erfurt.
1924-25 Besuch der privaten Malschule Hans Hofmann (München) und dort ebenso Unterricht von Heinrich Ehmsen.
1925 Besuch der Kunstakademie Düsseldorf (bei Ernst Aufseeser).
1926 allgemeine Studien der Kunstgeschichte.
1927 arbeitete er im Bildhaueratelier von Richard Luksch in Hamburg.
Studienreisen nach Ungarn und Italien.
Ab 1929 arbeitete er in Hamburg-Lokstedt.
In den frühen 1930er Jahren bewarb er sich mindestens zweimal um den Großen Staatspreis der Preußischen Akademie der Künste Berlin.
1930 mit zwei Gemälden (“Porträt L. K.”, “Kanalpenner”) beteiligt an der “Ausstellung Hamburgischer Künstler” im Kunstverein Hamburg.
1931 schuf er das Wandbild “Verfassungsfeier” für die Fritz-Schumacher-Schule (Timmerloh 27-29, Hamburg). Auf Veranlassung des Ortsgruppenleiters der NSDAP wurde das Wandbild 1936 wegen des Motivs abgekratzt. Das Werk wurde von Eduard Bargheers “Landgewinnung” ersetzt.
1932 erhielt er ein Stipendium von der Senatskommission für die Kunstpflege (Hamburg). In diesem Zusammenhang werden dann auch die insgesamt fünf Radierungen entstanden sein, die Schneider im ersten Quartal 1932 für die “Griffelkunst-Vereinigung” schuf. Die überlieferten Titel verweisen allesamt auf soziale Motive: “Kinder”, “Arbeitslose”, “Schutenstaker”, “Nachtarbeiter”, Auflauf”.
Spätestens 1940 in Magdeburg ansässig und dort wohnhaft in der Hecklinger Straße 15.
Bis 1953 Leiter des Bereichs Gebrauchsgrafik an der Fachschule für angewandte Kunst Magdeburg.
Mitgliedschaften
Verband Bildender Künstler der DDR















