W I L L I G Ö T Z L (29.06.1907 Zeltweg, Steiermark – 03.04.1978 Villach)
Weitere Werke von Willi Götzl
Zur Motivseite ‚Norddeutsche Landschaften‘
„Hafen von Langeoog“ (1960)
Aquarell und Bleistift auf Velinpapier („CMFabriano“), verso am oberen Rand durch Klebeband unter Passepartoutmaske gesetzt
€ 390,-
Titel
„Hafen von Langeoog“ [so unten links in Blei betitelt]
Technik
Aquarell und Bleistift auf Velinpapier („CMFabriano“), verso am oberen Rand durch Klebeband unter Passepartoutmaske gesetzt
Signatur
unten rechts in Blei signiert „Willi Götzl“
Jahr
unten rechts in Blei datiert „26. Aug. 1960“
Größe
Größe: 47,3 x 65 cm (Blatt) bzw. 68,6 x 85 cm (Passepartout)
Zustand
Blatt verso am oberen Rand durch Klebeband unter Passepartoutmaske gesetzt; leichte Druckstellen im Blatt; im Bereich des früheren Passepartoutausschnitts etwas nachgedunkelt und Farben leicht aufgehellt; verso in Blei bezeichnet (wohl von früherem Rahmenmacher); verso in den Randbereichen umlaufend braunes Klebeband; partiell leicht (stock-)fleckig
Zu Wilhelm (Willi) Götzl (29.06.1907 Zeltweg, Steiermark – 03.04.1978 Villach):
Maler, Zeichner, Grafiker.
Als Kind lebte er in Villach und besuchte dort die Schule.
Ab 1922 als kaufmännischer Handelsangestellter tätig.
Ab 1937 freischaffender Künstler in Villach und Umgebung.
In den 1930er Jahren Anleitung durch Franz Wiegele, Willibald Zunk und Raimund Kalcher, ansonsten Autodidakt.
Zeitlebens besonders eng befreundet mit dem Bildhauer Josef Dobner, der eine Portrait-Büste (um 1955) von Götzl fertigte.
1940 Soldat im Zweiten Weltkrieg zunächst mit der Möglichkeit zum Malen und Zeichnen, ab 1943 an der Ostfront und dort schwer verwundet.
1944 an der Kunstbergung aus dem bombenzerstörten Atelier von Wiegele beteiligt.
In der Nachkriegszeit wurde Götzl zu einem wichtigen lokalen Exponenten der lyrischen Richtung des Kärntner Spätexpressionismus.
Das umfangreiche Œuvre (Öl, Aquarelle, Druckgraphik) umfaßt neben Portraits v. a. Landschaften. Ausgedehnte Studienaufenthalte in Italien, Deutschland, Frankreich, England und in der Schweiz. Götzls Stil bildete und festigte sich unter dem Einfluß von Wiegele und der Nötscher Schule. Die frühen Arbeiten sind formgebunden und koloristisch fein nuanciert, später pastos und temperamentvoll im Farbauftrag mit starken Komplementärkontrasten. Bei der Wiedergabe der meist atmosphärisch positiven Stimmungen dominieren kontrastreiche und lichtdurchflutete Motive in harmonischen und klaren Formen. Besonders die sehr ausdrucksstarken See- und Winter-Landschaften in hellen, freundlichen Farben zeugen von Götzls großer Naturverbundenheit. Nach einer expressiven Hauptschaffenszeit wirken im Spätwerk die Gemälde in Komposition und Koloristik deutlich ruhiger. Die bevorzugte Aquarell-Technik diente primär zum raschen Festhalten von Bildimpressionen und zur Herstellung von Entwurfsskizzen.
1987 wurde in Goritschach (Ortsteil von Pörtschach am Wörther See) eine Straße nach Willi Götzl benannt.
Sammlungen
Museum Moderner Kunst Kärnten, Klagenfurt
Artothek, Klagenfurt
Kunstsammlungen der Stadt Klagenfurt
Museum der Stadt Villach
Artothek des Bundes, Wien
Einzelausstellungen
1938 Künstlerhaus, Klagenfurt
1949 Galerie Kleinmayr, Klagenfurt
1977 Stadthaus, Klagenfurt
1986 Museum der Stadt, Villach
Mitgliedschaften
Kunstverein Kärnten
Literatur
— Spielvogel-Bodo, Ilse (1994): Villach – im Herzen Kärntens, Klagenfurt: Kärntner Dr.- und Verl.-Ges., S. 60
— Wlattnig, Robert: Willi Götzl, in: „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, De Gruyter-Verlag, Onlineversion
— Landesausstellung Kärntner Kunst 1900-1970 [Ausstellungskatalog], Klagenfurt: Druckerei Carinthia 1970, unpag.

































