F R I T Z   B L U M   (21.01.1901 München – 29.04.1994 ebd.)

 

Weitere Werke von Fritz Blum

 

 

nächtliche Szenerie mit junger Frau und lachendem Tod (wohl um 1930-40)

Tuschfeder (teilweise grau laviert) auf leichtem Karton, am oberen Rand befestigt auf Karton

€ 550,-

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Titel
ohne Titel [nächtliche Szenerie mit junger Frau und lachendem Tod]

Technik
Tuschfeder (teilweise grau laviert) auf leichtem Karton, am oberen Rand befestigt auf Karton

Signatur
unten links signiert „F. Blum“

Jahr
undatiert [wohl um 1930-40]

Größe
Größe: 19,6 x 10,5 cm (Blatt) bzw. 15,5 x 7,4 cm (Zeichnung) bzw. 29,7 x 20,8 cm (unterlegter Karton)

Zustand
Blatt am oberen Rand befestigt auf Karton; leicht nachgedunkelt; partiell sehr leicht fleckig; unterlegter Karton am unteren Rand mit Abrissspuren, sowie leicht fleckig; unterlegter Karton verso unten links klein in Blei nummeriert

Provenienz
Dr. Friedrich Wilhelm Denzel (25.05.1902 Nürnberg – 20.03.1972 München) [hierzu auf dem unterlegten Karton unten rechts dunkelvioletter Stempel]

 

 

Fritz Blum wirkte in München als Maler, Grafiker und Konservator. Seine Ausbildung erhielt er an der Münchner Kunstgewerbeschule und wohl auch an der dortigen Kunstakademie. Seine damaligen Lehrer waren Hugo von Habermann und Julius Diez. Bereits 1919 erhielt er den Kunstpreis der Stadt München und zehn Jahre später (1929) wurde ihm der bedeutende Dürer-Preis der Stadt Nürnberg zugesprochen.
Ob es das von Brigitte Huber für das Jahr 1934 angegebene Ausstellungsverbot [1] de facto gab ist fraglich, lässt sich Blum doch zumindest für das Jahr 1935 auf jeweils einer Ausstellung in München und Berlin nachweisen. Dies sind dann aber auch die einzigen belegbaren Ausstellungsbeteiligungen während der Zeit des Dritten Reichs. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte Fritz Blum u. a. als Restaurator von Kirchen in beispielsweise Landshut und Altötting.

Diese hier vorliegende Zeichnung dürfte der Ausführung und dem Motiv nach noch eher dem frühen Schaffen, das heißt um 1930-40, zuzuordnen sein.
Blum zeigt eine nächtliche Großstadtszene. Im Hintergrund hell erleuchtete hohe Stadthäuser, der dunkle Nachthimmel und ein schmaler Sichelmond. Im Vordergrund eine junge Dame in Abendgarderobe und Handtasche, die vor einer Mauer (vielleicht eine Brücke?) steht. Sie wird von einem fahlen Licht bestrahlt und blickt mit einem ernsten, vielleicht sogar eher: hochmütigen, Gesichtsausdruck nach rechts aus dem Bild. Was sie nun nicht bemerkt, geschieht hinter ihr und wirkt wie ein surreal gruseliges Einsprengsel. – Denn hinter der Mauer rechts reckt sich ein lachender Totenkopf mit großen hohlen Augen und offenem Mund empor. Vielleicht ein Vorzeichen, ein Menetekel für das bevorstehende infauste Schicksal der Dame.

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[1] Brigitte Huber: Fritz Blum, in: „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, De Gruyter-Verlag, Onlineversion.

 

 

Zu Fritz Blum (21.01.1901 München – 29.04.1994 ebd.):
Maler, Zeichner, Restaurator, Grafiker.
Besuch der Münchner Kunstgewerbeschule und wohl auch der dortigen Kunstakademie.
In München lebte er in der Georgenstraße 83/4 (um 1935) und später in der Leopoldstraße 25/4.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte Fritz Blum u. a. als Restaurator von Kirchen in beispielsweise Landshut und Altötting.
1935 Beteiligung an der „Großen Münchner Kunstausstellung“ (Neue Pinakothek, München); 1935 Beteiligung an der „Herbst-Ausstellung“ (Preußische Akademie der Künste, Berlin).

Preise
1919 Kunstpreis der Stadt München
1929 Dürer-Preis der Stadt Nürnberg

Literatur
— Brigitte Huber: Fritz Blum, in: „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, De Gruyter-Verlag, Onlineversion