C H A R L O T T E H I L M E R (04.05.1909 Hamburg – 07.05.1958 ebd. (Suizid))

Weitere Werke von Charlotte Hilmer
„Häuser im Schnee“ (um 1945)
Öl auf Leinwand, Keilrahmen, gerahmt
€ 2.300,-
Titel
„Häuser im Schnee“ [so betitelt im Katalog (1999) der „Galerie Herold“]
Technik
Öl auf Leinwand, Keilrahmen, gerahmt
Signatur
unten rechts etwas farbschwacher Signaturstempel
Jahr
undatiert [um 1945]
Größe
Größe: 33,4 x 38 cm (ohne Rahmen) bzw. 47,3 x 53,5 cm (mit Rahmen)
Zustand
im Eckbereich unten links sehr kleiner Verlust der oberen Farbschicht; im Bereich oben mittig (im helleren Bereich des Dachgiebels) leichte Craquelé-Bildung
Rahmen an Kanten und Ecken etwas berieben; Rahmen verso mehrfach (wohl von Rahmenmacher) bezeichnet
Ausstellung
1999 Galerie Herold, Hamburg (zusammen mit Arnold Hilmer)
Abbildung
Galerie Herold (1999): Charlotte Hilmer 1909-1958, Hamburg, S. 13 (Kat.Nr. 7).
[Eine Abb. der relevanten Katalogseite findet sich unten.]
Charlotte Hilmer, geb. Wegel, war seit 1939 Ehefrau des Künstlers Arnold Hilmer (1908 Hamburg – 1993 ebd.), doch trat sie zeitlebens auch selbst als Künstlerin auf.
Gemeinsam mit ihrem späteren Mann begann sie ihr Kunststudium 1928-29 an der Landeskunstschule in Hamburg und besuchte dort Kurse bei Eduard Steinbach. Hierauf gingen Beide für ein Jahr an die Königsberger Kunstakademie und der damalige Lehrer Charlotte Wegels war Hans Ludwig Pfeiffer (1903 Rom – 1999 Berlin). Nach dem Jahr in Königsberg war das Paar bis 1933 an der Kunstakademie Stuttgart, wo Charlotte Wegel Kurse bei Robert Breyer und Anton Kolig nahm.
In den frühen 1930er Jahren teilten sich Arnold Hilmer und Charlotte Wegel in Hamburg eine Atelierwohnung in der Langen Reihe mit u. a. Ernst Witt. 1939 erfolgte die Heirat des Künstlerpaars und die Beiden zogen in die Alsterchaussee 11. 1939 hatte sie mit ihrem Mann eine Atelierausstellung, ist 1941 auf einer Schau des Hamburger Kunstvereins vertreten, beteiligte sich 1943 an der Ausstellung „Zwölf Hamburger Künstlerinnen“ (Hamburg-Bergedorf), trat dann aber wohl nicht weiter mit ihrem damaligen Schaffen an die Öffentlichkeit.
Erst nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sie sich etablieren und fand dabei zu einem eigenen expressiv realistischen Ausdruck, der in den späten Schaffensjahren einen hohen Abstraktionsgrad hatte.
In den 1950er Jahren unternahm sie Studienreisen nach Dänemark, Italien und in die Niederlande.
Die Künstlerin verstarb mit nicht einmal 50 Jahren durch Freitod.
Diese um 1945 gemalten „Häuser im Schnee“ sind in ihrer Malweise expressiv realistisch ausgeführt, weisen aber deutlich ein gedämpftes, zurückhaltendes Kolorit auf. Einzig die markant gelbgoldenen Wände mit ihren rötlichen Rahmungen und die grünlichen Fenster heben sich stärker vom hellen Schnee ab und setzen damit Farbakzente. Die Künstlerin erzeugt auf diese Weise einen farblich warmen Gegenpol zum kühlen Umfeld und daneben lässt sie zugleich mit den Komplementärfarben Grün und Rot eine dezente innerbildliche Spannung entstehen.
Nachweislich reiste Charlotte Hilmer in den frühen 1940er Jahren in die Alpenregion (u. a. Karwendel) und so wird auch das Motiv dieses reizvolle Gemäldes auf eine solche Reise zurückgehen.
Zu Charlotte Hilmer, geb. Wegel (04.05.1909 Hamburg – 07.05.1958 ebd. (Suizid)):
Malerin, Zeichnerin, Grafikerin.
Ehefrau des Künstlers Arnold Hilmer (1908 Hamburg – 1993 ebd.).
1928-29 gemeinsam mit ihrem späteren Mann Studium an der Landeskunstschule in Hamburg (bei Eduard Steinbach).
1929-30 zusammen mit Arnold Hilmer studiert sie an der Königsberger Kunstakademie (bei Hans Ludwig Pfeiffer (1903 Rom – 1999 Berlin)).
1930-33 zusammen mit Arnold Hilmer studiert sie an der Kunstakademie Stuttgart (bei Robert Breyer und Anton Kolig).
In den frühen 1930er Jahren teilten sich Arnold Hilmer und Charlotte Wegel in Hamburg eine Atelierwohnung in der Langen Reihe mit u. a. Ernst Witt.
1939 erfolgte die Heirat des Künstlerpaars und die Beiden zogen in die Alsterchaussee 11.
Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte sie sich als Künstlerin etablieren und fand dabei zu einem eigenen expressiv realistischen Ausdruck, der in den späten Schaffensjahren einen hohen Abstraktionsgrad hatte.
In den 1950er Jahren unternahm sie Studienreisen nach Dänemark, Italien und in die Niederlande.
In Charlotte Hilmers Schaffen finden sich „Blüten- und Blumenbilder in leuchtenden Farben, Landschaften mit kreisenden Sonnen in strömenden Linien. Figurenbilder in statuarischer Ruhe, archaisch-weibliche Urformen“ (Maike Bruhns).
Einzelausstellungen (Auswahl)
1939 hatte sie mit ihrem Mann eine Atelierausstellung in Hamburg
1950, 1953, 1955 Kulturelle Vereinigung Voksheim, Hamburg
1956 Museum für Völkerkunde, Hamburg (zusammen mit Arnold Hilmer)
1958 Hamburger Kunsthalle; 1960 Märkisches Museum, Witten
1964 Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath, Frankfurt a. M.
1999 Galerie Herold, Hamburg (zusammen mit Arnold Hilmer)
Sammlungen
Hamburger Kunsthalle
Sammlung der Hamburger Sparkasse
Märkisches Museum, Witten
Sammlung Dr. Maike Bruhns, Hamburg
Literatur
— Dollen, Ingrid von der (2000): Malerinnen im 20. Jahrhundert. Bildkunst der „verschollenen Generation“, München: Hirmer, S. 315
— Familie Kay Rump (Hrsg.) (2013): Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs (überarbeitet von Maike Bruhns); Wachholtz; Neumünster – Hamburg; S. 198
— Heydorn, Volker Detlef (1974): Maler in Hamburg 1966-1974; Christians; Hamburg; S. 127
— Meyer-Tönnesmann, Carsten: Charlotte Hilmer, in: „Allgemeines Künstlerlexikon“, Onlineversion, De Gruyter-Verlag
— Städtisches Gustav-Lübcke-Museum (1962): Charlotte Hilmer. Ausstellung von Ölbildern, Aquarellen, Zeichnungen und Farbholzschnitten (Text Hans Platte) [Ausstellungskatalog], Hamm
Aus: Galerie Herold (1999): Charlotte Hilmer 1909-1958, Hamburg, S. 13 (Kat.Nr. 7).




























