M A X I M E C O L L I G N O N (09.11.1849 Verdun – 15.10.1917 Paris)
‚Blick auf den Kampanile von Santi Giovanni e Paolo (Rom)‘ (1874)
Bleistift auf leichtem Karton, aufgezogen auf gräulichem Karton
€ 750,-
Titel
‚Blick auf den Kampanile von Santi Giovanni e Paolo (Rom)‘ [hierzu oben rechts bezeichnet „S. Gio. e Paolo“, sowie unten links bez. „Rome“, sowie verso von fremder Hand bez. „Santi Giovanni e Paolo in Rom“]
Technik
Bleistift auf leichtem Karton, aufgezogen auf gräulichem Karton
Signatur
unten links signiert „Max. Collignon“
Jahr
oben rechts datiert „2 Avril [18]74“
Größe
Größe: 22,4 x 15 cm (Blatt) bzw. 24 x 16,6 cm (unterlegter Karton)
Zustand
Blatt aufgezogen auf gräulichem Karton; leicht nachgedunkelt; leicht (stock-)fleckig; unterlegter Karton am linken und rechten Rand jeweils mittig mit kleinem Einriss, sowie unten rechts mit Knickspur, sowie verso am oberen Rand mit Resten von Klebestreifen
Maxime Collignon war ein einflussreicher und bedeutender klassischer Archäologe, der als Begründer der wissenschaftlichen Archäologie in Frankreich gilt und besonders für seine Arbeiten zu griechischen Skulpturen bekannt ist.
Er studierte ab 1868 an der der École normale supérieure, 1872 legte er die Agrégation (Staatsexamen) ab und 1878 erfolgte die Promotion. Noch vor der Promotion war er zwischen 1873-74 Mitglied der École française de Rome, sowie darauf bis 1876 Mitglied der École française d’Athènes und unternahm hieran anschließend zusammen mit Louis Duchesne (1843-1922) eine Studienreise nach Kleinansien. Die Erlebnisse und Ergebnisse fassten die Beiden in dem Artikel „Rapport sur un voyage archéologique en Asie Mineure“ zusammen, der Grundlage war für Collignons Band „Notes d’un voyage en Asie-Mineure“ (1897), den Collignon mit eigenen Zeichnungen zur Illustration versah.
1877 erschien der von Collignon verfasste, Maßstäbe setzende Band „Catalogue des vases peints du musée de la société archéologique d’Athènes” (Paris: Thorin). 1879 wurde er Professor in Bordeaux. 1883 wechselte er an die Sorbonne und vertrat dort seinen Lehrer Georges Perrot auf dessen Lehrstuhl. 1892 wurde er zunächst zum außerplanmäßigen und 1900 zum ordentlichen Professor ernannt.
Collignon verfasste mehrere standardmäßige Überblickswerke zur griechischen Archäologie und zur Ikonografie antiker Mythologie.
Sein Schaffen wurde begleitet von mehreren Ehrungen und Auszeichnungen. So erfolgte 1894 die Ernennung zum Mitglied der “Académie des inscriptions et belles-lettres” und in demselben Jahr wurde er zum korrespondierenden Mitglied der “Göttinger Akademie der Wissenschaften” gewählt. Ab 1896 war er zudem korrespondierendes Mitglied der “Russischen Akademie der Wissenschaften”.
Neben Zeichnungen, die Maxime Collignon als Illustrationen für eigene Publikationen benutzte, sind von ihm noch weitere feine Zeichnungen und Aquarelle dokumentiert und überliefert.
Diese hier vorliegende Bleistiftzeichnung datiert taggenau auf den 2. April 1874 und zeigt einen detaillierten Blick auf den Kampanile der bedeutenden Basilika Santi Giovanni e Paolo in Rom, eine der ältesten christlichen Stätten.
Collignon war genau zu dieser Zeit Mitglied der École française de Rome, so dass sich dieses Blatt exakt in diese noch frühe Lebens- und Wirkensphase des damals 24jährigen Archäologen einordnen lässt.
Zeichnungen von Maxime Collignon sind eine Seltenheit. Im vorliegenden Fall stammt das Objekt zudem aus einer frühen Lebensphase und lässt sich durch Motiv und Datierung genau in den biografischen Kontext einfügen.
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[1] Erschienen in „Bulletin de Correspondance Hellénique“ (1877, Bd. 1, S. 361-376).
Zu Maxime Collignon (09.11.1849 Verdun – 15.10.1917 Paris):
Archäologe.
Ab 1868 Studium an der der École normale supérieure, 1872 legte er die Agrégation (Staatsexamen) ab und 1878 erfolgte die Promotion.
1873-74 Mitglied der École française de Rome
1874-76 Mitglied der École française d’Athènes
1876-77 Studienreise zusammen mit Louis Duchesne (1843-1922) nach Kleinansien
1877 erschien der von Collignon verfasste Band „Catalogue des vases peints du musée de la société archéologique d’Athènes” (Paris: Thorin).
1879 wurde er Professor in Bordeaux.
1883 wechselte er an die Sorbonne und vertrat dort seinen Lehrer Georges Perrot auf dessen Lehrstuhl.
1892 wurde er zunächst zum außerplanmäßigen und 1900 zum ordentlichen Professor ernannt.


















