W A L T E R L E M K E ( P s e u d o n y m : S T E F A N S T I P S ) (1906-1954)
„Fatty´s Atelier / Düsseldorfs Künstlerkneipe“ (wohl 1950-54)
Tuschfeder auf sandfarbigem, leichtem Karton, ungerahmt
€ 550,-
Titel
„Fatty´s Atelier / Düsseldorfs Künstlerkneipe“
Technik
Tuschfeder auf sandfarbigem, leichtem Karton, ungerahmt
Signatur
unten rechts in Blei mit dem Psuedonym signiert „Stips“
Jahr
undatiert [wohl 1950-54]
Größe
Größe: 29,4 x 39,9 cm
Zustand
im Bereich des früheren Passepartoutausschnitts ist das Papier gleichmäßig leicht nachgedunkelt / gebräunt; am unteren Rand mittig kleiner Einriss (etwa 1cm); leichte Druckstellen im Blatt; mitunter leicht (stock-)fleckig; verso etwas fleckig, sowie verso am oberen Rand mittig kleiner Rest von früherer Befestigung mit Klebestreifen
Walter Lemke war im Kulturleben Düsseldorfs der 1930er bis in die 1950er Jahre hinein eine wichtige Figur. Er war sowohl Gaststättenbetreiber, Inhaber von “Fatty´s Atelier” (Hunsrückenstraße 13), Maler, Zeichner wie auch Verfasser von Kabarett-Texten. Für seine Texte und Zeichnungen verwendete er oftmals das Pseudonym “Stefan Stips”.
1935 schuf Lemke das Titelbild zu dem Band “Düsseldorf en Freud’ on Leed. Gedichte in Düsseldorfer Mundart” (Düsseldorf: Hofbauer) von Helene Kels.
In den 1930er Jahren ist er als Kunstmaler in Düsseldorf (Hindenburgwall 29/5) nachweisbar und war zugleich ab April 1936 – mit dem Namenszusatz “Fatty” – als Wirt der Künstlerkneipe “Fatty´s Atelier” tätig. Später lebte er in der Neanderstr. 19.
“Im Oktober 1937 wurde die Gaststätte dann aber nach einer Denunziation polizeilich geschlossen. Dem Wirt wurde unterstellt, Karikaturen angefertigt zu haben, die den ‘Führer verächtlich’ machten und der ‘Hoffnung Ausdruck gaben, daß der Sowjetstern über Deutschland aufgehen möge.’”[1]
Das Lokal konnte im Späteren wieder geöffnet werden, doch es blieb weiterhin unter Beobachtung.
Lemke war aktiv beim 1947 gegründeten “Kom(m)ödchen”-Kabarett, welches in der Hunsrückenstraße 20 (ehemals Gaststätte Knust), direkt gegenüber seiner Künstlerkneipe “Fatty´s Atelier”, lag. Für das “Kom(m)ödchen” war er anfangs zudem als Schreiber tätig.
“Fatty´s Atelier” war eine beliebte und stark frequentierte Düsseldorfer Künstlerkneipe, sowie durch die Initiative des Malers Paul Brandenburg und des Journalisten Heinz Junker auch Treffpunkt von Literaten (u. a. Mitglieder der “Gruppe 61”). Heute wird die Kneipe als Irish Pub betrieben und hat den „Fatty“-Namen noch immer Titel: „The Irish Pub bei Fatty“.
Diese vorliegende Zeichnung entstammt direkt der Hand des Kneipenbesitzers und wurde mit dem „Stips“-Pseudonym unterzeichnet. Zeitlich dürfte das Blatt in die frühen 1950er Jahre einzuordnen sein.
Die voll besetzte Kneipe zeigt dem Betrachter die Bandbreite des Publikums – von Herren im Anzug, über elegante Damen bis zu alternativen Kulturschaffenden, die am Tisch diskutieren.
Ganz markant sind zudem die an den Wänden hängenden Bilder und sicherlich dürfte es reizvoll sein zu überlegen, ob sich diese vielleicht einem Künstler zuordnen lassen, so dass dadurch womöglich ein neuer Kontext sich ergeben könnte. Beispielsweise lässt das Querformat ganz links mit aufgestelltem Zirkus-, Kirmeszelt im Motiv an Arbeiten von Richard Gessner denken.
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[1] Frank Spahring (1997): „… wegen Vergehen nach § 175 verhaftet“: die Verfolgung der Düsseldorfer Homosexuellen während des Nationalsozialismus, Düsseldorf: Grupello, S. 100.
Zu Walter Lemke (Pseudonym: Stefan Stips) (1906-1954):
Gaststättenbetreiber, Inhaber von “Fatty´s Atelier” (Hunsrückenstraße 13), Maler, Zeichner, Verfasser von Kabarett-Texten.
Pseudonym: Stefan Stips.
1935 schuf er das Titelbild zu dem Band “Düsseldorf en Freud’ on Leed. Gedichte in Düsseldorfer Mundart” (Düsseldorf: Hofbauer) von Helene Kels.
In den 1930er Jahren lebte er als Kunstmaler in Düsseldorf (Hindenburgwall 29/5) und war zugleich ab April 1936 – mit dem Namenszusatz “Fatty” – als Wirt der Künstlerkneipe “Fatty´s Atelier” tätig. Später lebte er in der Neanderstr. 19.
“Im Oktober 1937 wurde die Gaststätte dann aber nach einer Denunziation polizeilich geschlossen. Dem Wirt wurde unterstellt, Karikaturen angefertigt zu haben, die den ‘Führer verächtlich’ machten und der ‘Hoffnung Ausdruck gaben, daß der Sowjetstern über Deutschland aufgehen möge.’”
Das Lokal konnte im Späteren wieder geöffnet werden, doch es blieb weiterhin unter Beobachtung.
Lemke war aktiv beim 1947 gegründeten “Kom(m)ödchen”-Kabarett, welches in der Hunsrückenstraße 20 (ehemals Gaststätte Knust), direkt gegenüber seiner Künstlerkneipe “Fatty´s Atelier”, lag.
Für das “Kom(m)ödchen” war er anfangs zudem als Schreiber tätig.
“Fatty´s Atelier” war eine beliebte Künstlerkneipe, sowie durch die Initiative von Paul Brandenburg und Heinz Junker auch Treffpunkt von Literaten (u. a. Mitglieder der “Gruppe 61”).


























