M A R G A R E T H E K R I E G E R (27.4.1936 Mannheim – 22.7.2010 Heidelberg[?])
Weitere Werke von Margarethe Krieger
„zu Paul Claudel: ‚Der seidene Schuh‘ / Proëza zu Rodrigo: ‚Ich bin auf ewig vereint mit Gott, der dir das ewige Leben spendet.’” (1992)
Tuschpinsel auf festem Maschinen-Bütten („Hahnemühle“)
€ 320,-
Titel
„zu Paul Claudel: ‚Der seidene Schuh‘ / Proëza zu Rodrigo: ‚Ich bin auf ewig vereint mit Gott, der dir das ewige Leben spendet.’” [so am unteren Rand in Blei betitelt / verso frühere, verworfene Fassung, diese mit Papier überklebt]
Technik
Tuschpinsel auf festem Maschinen-Bütten („Hahnemühle“)
Signatur
unten links signiert „Margarethe Krieger“
Jahr
unten links datiert „1992“
Größe
Größe: 75 x 55,6 cm (Blatt)
Zustand
verso frühere, verworfene Fassung, diese wurde mit Papier überklebt; Ecken / Ränder sehr leicht bestoßen; Ecke unten rechts klein bezeichnet „22“ [wohl Nummer innerhalb der Illustrationsfolge]; im rechten Bereich sehr leicht fleckig
Provenienz
Berthold Zimmermann (geb. 1935 in Karlsruhe), damaliger Kraichtaler Bürgermeister und Ehrenbürger Kraichtals.
[In seiner Amtszeit (1971-88) setzte sich Zimmermann stark für das dortige Kulturleben ein. So war er maßgeblich an der Etablierung der örtlichen Gemäldegalerie beteiligt, unter seiner Federführung wurden das Badische Bäckerei-Museum, das Deutsche Zuckerbäcker-Museum und auch das Heimatmuseum eröffnet.]
Margarethe Krieger war eine ganz vorzügliche Zeichnerin, Grafikerin und Illustratorin, die vor allem durch ihre eindringlichen Menschendarstellungen etwas Bleibendes hinterlassen hat. Krieger studierte an der Karlsruher Kunstakademie (bei Karl Hubbuch).
Schon früh fand sie zu ihrem bevorzugten Metier: dem Menschen. Sie schuf dabei vor allem schwarz-weiß Zeichnungen, Druckgrafiken und Buchillustrationen.
Für Ihr Schaffen erhielt sie 1968 den Grafikerpreis im Musée d´Art Moderne (Paris), 1973 wurde ihr der Internationale Kunstpreis für ausländische Künste am Musée d´Art Moderne (Paris) zuerkannt, 1978 bekam sie die Goldmedaille der Italienischen Akademie der Künste, 1979 wurde sie mit der Ehrengabe des Zentralverbandes der Sozialversicherten Deutschland ausgezeichnet und 1992 erhielt sie den Willibald-Kramm-Preis (Heidelberg).
Neben ihrer kunsterzieherischen Tätigkeit in Weinheim, schuf sie Illustrationen zu Büchern wie u. a. „Don Quijote“, wie auch zu Büchern und Personen der Bibel und auch zu Werken von u. a. Anna Maria Achenrainer, Willem Enzinck, Dagmar Mutius, Ana Simon.
In diesem Blatt greift die Künstlerin in eindringlich expressiver Manier das im 16. Jahrhundert spielende Historienstück „Der seidene Schuh“ (‚Le Soulier de satin‘, 1925) von Paul Claudel (1868-1955) auf. Die schöne Proëza ist verheiratet mit dem deutlich älteren Richter Don Pelayo, doch liebt sie den Eroberer der neuen Welt Don Rodrigo. Irdisches Machtstreben und (irdische) Lieben sind dabei immer wieder die Momente innerhalb der Handlung. Margarethe Krieger zeigt hier die junge, zarte und schöne Proëza groß im Bild. Der Blick ist nachdenklich, voll Schmerz und Trauer gesenkt, während sie ihre tiefen, an die Mystik erinnernden Worte an Don Rodrigo richtet: „Ich bin auf ewig vereint mit Gott, der dir das ewige Leben spendet.“
Zu Margarethe Krieger (27.4.1936 Mannheim – 22.7.2010 Heidelberg[?]):
Malerin, Zeichnerin, Grafikerin, Illustratorin; seit früher Kindheit mit der Familie in Heidelberg ansässig; Studium an der Kunstakademie Karlsruhe (bei Karl Hubbuch); 1961 Illustrationen zur Erzählung „Hol über!“ von Ludwig Friedrich Barthel; 1968 Grafikerpreis im Musée d´Art Moderne (Paris); 1973 Internationaler Kunstpreis für ausländische Künste am Musée d´Art Moderne (Paris); 1978 Goldmedaille der Italienischen Akademie der Künste; 1979 Ehrengabe des Zentralverbandes der Sozialversicherten Deutschland; 1979 entstanden Illustrationen (Rohrfederzeichnungen) zu Don Quichotte; 1992 Willibald-Kramm-Preis (Heidelberg); lehrte Kunsterziehung in Weinheim; im Januar 2004 erlitt sie einen Schlaganfall; illustrierte u.a. das biblische Buch „Hiob“, sowie die Geschichte vom verlorenen Sohn; zentrale Motive des Schaffens von Margarethe Krieger waren Leiderfahrung, Not, Reifung, Verzicht und Selbstprüfung; ihren künstlerischen Nachlass vermachte sie der Stadt Kraichtal
Literatur / Quellen
— HÄUSLLER, Volkmar (2005): Brecht in der Buchkunst und Graphik; Augsburg; S. 134
— „Chiffren des Seins“ in Schwarz und Weiß. Nachruf: Heidelberger Künstlerin Margarethe Krieger verstorben „, in: Mannheimer Morgen (v. 03.08.2010)
— Internetseite von Syberberg Filmproduktion [syberberg.de]

















