M A N F R E D   S T E I N H A R D T

 

Weitere Werke von Manfred Steinhardt

 

manfred-steinhardt
Nächtlicher Besuch / Eindringling

Kreidelithographie auf Ingrespapier
u.r. in Blei datiert „1922“

Blattgrösse: 35×27,7cm
Bildgrösse: 27,8x22cm

u.r. in Blei signiert „Manfred Steinhardt“
nicht betitelt

€ 320,-

 

 

Zustand
Druckstellen im Blatt; in der Blattmitte zwei leichte diagonale Stauchungen; Ecken etwas bestoßen

 

 

In schnellen, unruhigen Strichen zeigt sich das Innere eines Schlafzimmers zu nächtlicher Stunde. Ein Besucher/Eindringling (?) öffnet mit einer Laterne in der Hand die Tür und ist gerade dabei einzutreten. Der Schlafende ist aus seinem Schlaf aufgeschreckt und erhebt sich im Bett. Ob es sich um eine friedliche oder eine bedrohliche Situation handelt, überlässt Steinhardt dabei der Phantasie des Betrachters. Flott und sicher gearbeitete expressiv-realistische Komposition! Arbeiten von Manfred Steinhardt tauchen so gut als nie auf dem Kunstmarkt auf!

 

 

Zu Manfred Steinhardt (20.11.1893 Korneuburg (bei Wien) – 1952 London?):
Maler, Graphiker, Werbegraphiker; Schulbesuch in Berlin-Charlottenburg; Besuch der Kunstgewerbeschule Charlottenburg (dort belegte er die Klassen für Zeichnen, Aquarellieren und Modellieren); ursprüngliche Absicht Bildhauer zu werden; hierzu Volontariate bei den Bildhauern Franz Pritel, Hans Schimmelpfennig und Paul Hubrich; 1910 Volontariat beim Werbekünstler und Bühnenbildner Paul Leni; 1912 Anstellung bei Hans Rudi Erdt, sowie später bei dem Werbegraphiker R.L. Leonard; 1915 Anstellung bei verschiedenen Filmtheater-Unternehmen; entwarf zahlreiche Plakate; 1916-18 Kriegsdienst; 1920-23 Besuch der Kunstakademie Berlin (u.a. bei Erich Wolfsfeld), dort belegte er die Klassen für Zeichnen und Lithographie; 1923 Tod des Vaters, wodurch er gezwungen wird sein Studium abzubrechen und die väterliche Buchhandlung zu übernehmen; in dieser Zeit Entwurf von Kunsteinbänden; 1924 übernahm der Bruder die Buchhandlung; ab 1924 als selbstständiger Werbegraphiker tätig; Tätigkeit u.a. für die Verlage Alterthum, Schmoller & Gordon, das Jüdische Nachrichtenblatt, das Israelitische Familienblatt, die Ortsgruppe Berlin des Deutschen Reklameverbandes, die Reichsheimstätten; wohnhaft in Berlin-Charlottenburg (Königin-Luise-Str. 3); (wohl) in den 1920er Jahren Heirat mit Therese, geb. Alsberg; 21.03.1926 Geburt der Tochter Helga; Mitglied im Jüdischen Kulturbund Deutschland; Ausstellungen im Jüdischen Museum Berlin; April 1939 Emigrationsversuch nach England; 1998 wurden Werke Steinhardts in der Ausstellung „Kunst im Exil“ gezeigt (Galerie Kompromißlos, Dinslaken)

Quellen / Literatur
Briefe, Dokumente von M.S. in „Dora Segall Material“ (Leo Baeck Institute, New York)
Central-Verein-Zeitung [Allgemeine Zeitung des Judentums]; Nr. 10 (v. 10. März 1938); S. 14
Neuer Nachrichtenbrief der Gesellschaft für Exilforschung e. V.; Nr. 11 (Juni 1998); S. 10