K A R L P R A H L (05.10.1882 Hamburg – 07.09.1948 Kummerfeld / Pinneberg)
sommerliches Gehöft mit Pferdekoppel (1924)
Öl auf festem Karton, gerahmt
€ 690,-
Titel
ohne Titel [sommerliches Gehöft mit Pferdekoppel (unter Umständen Motiv aus Kummerfeld, wo Prahl damals in einem kleinen Hof lebte)]
Technik
Öl auf festem Karton, gerahmt
Signatur
unten rechts signiert „Karl Prahl“
Jahr
unten rechts datiert „[19]24“
Größe
Größe: 43 x 54 cm (ohne Rahmen) bzw. 48,5 x 59,9 cm (mit Rahmen)
Zustand
insgesamt leicht nachgedunkelt und mitunter schwach fleckig; in den Randbereichen rahmungsbedingt leicht berieben; im rechten Bildbereich mittig und oben minimale Erhebungen im Malgrund; im Eckbereich unten links und unten rechts jeweils kleines Einstichlöchlein
verso etwas berieben und leicht fleckig
Provenienz
12.09.2009 Stahl, Hamburg, Auktion, Los 108 („Pferd auf der Koppel“)
Karl Prahl ist heutzutage vor allem als Gründungsmitglied der “Hamburgischen Sezession” bekannt, obgleich er dieser Gruppe nur etwa ein Jahr angehörte. Sein Schaffen im norddeutschen Impressionismus ist aber überaus eigenständig, zugleich aber auch überschaubar, da durch Kriegszerstörung stark dezimiert, was durch die wenigen Schaffensjahre nach 1945 nicht mehr ausgeglichen werden konnte.
Anfangs absolvierte er eine Malerlehre und besuchte darauf die Kunstgewerbeschule Hamburg (1901-02, bei Julius Wohlers). Im Anschluss daran war Prahl für zwei Jahre in München und bildete sich selbst weiter. Er kehrte nach Hamburg zurück und war dort als Maler und Grafiker freischaffend tätig, wobei er zu dieser Zeit von Alfred Lichtwark gefördert wurde, der ihm Portraitaufträge vermittelte. 1910 hatte er seine erste Einzelausstellung im Hamburger Kunstverein.
Kurz vor dem Ersten Weltkrieg unternimmt er Studienreise nach Nordafrika. Mit Ausbruch des Krieges wird er eingezogen und dient bis 1917 als Soldat.
1917 Heirat mit der Galeristin Maria Kunde. Das Paar wohnte in ihrem Kunstsalon in der Ernst-Maerck-Straße 9.
1919 war Prahl Gründungsmitglied der “Hamburgischen Sezession”, verlässt aber im allgemeinen Streit die Gruppe bereits 1920 wieder. Prahl zog sich in dieser Zeit vom Kunstmarkt zurück und versuchte sich in Pinneberg als Bauer, was aber ohne Erfolg blieb. Aufgrund eines Lungenschadens der Ehefrau zog das Paar auf einen kleinen Hof nach Kummerfeld (Kreis Pinneberg). Dort wandte er sich erneut der Malerei, besonders der Landschaftsmalerei, zu. Prahl engagierte sich zudem in dem Verein “Neederdüütsch Sellschoop”, der niederdeutsche Sprache und Kultur förderte.
In den 1920er und 1930er Jahren erhielt er mehrere Porträtaufträge, darunter u. a. 1923 der Kulturhistoriker Otto Lauffer, 1931 Conrad Borchling, 1935 Hans Pfitzner.
In jener Zeit fanden in Prahls Atelier sog. “Musen-Feierabende” statt, bei denen im Dritten Reich auch immer wieder regimekritische Künstler teilnahmen und auftraten, wie u. a. Heinrich Christian Meier, Reinhold Zulkowsky, Adolf Wriggers, Theo Wilhelm teilnahmen. Karl Prahl “war ein erklärter NS-Gegner, seine ‘Musenfeierabende’ im Atelier am Gänsemarkt wurden ein Treff für Subkultur und Nicht-Nazis” (Maike Bruhns).
Um 1935 schuf er Fresken für das Rathaus Pinneberg. Und 1938 gestaltete er Bilder für den Band “Suur Supp. Een Gropen vull Märken un anner Vertellen” (Hamburg: Pröpper) von Fritz Fischer. Zwischen 1941-42 war er für die Griffelkunst-Vereinigung tätig.
1943 wurde Prahls Hamburger Atelier bei Bombenangriffen komplett zerstört, was zu einem großen Verlust des bisherigen Schaffens führte.
Nach dem Krieg blieb Prahl weiterhin Kummerfeld ansässig, wo er kurz darauf an Lungenkrebs verstarb.
2022 fand in der Drostei in Pinneberg eine umfangreiche Ausstellung zum 140. Geburtstag des Künstlers statt.
Das hier gezeigte Gemälde entstand während der frühen Zeit des Künstlers in Kummerfeld und womöglich hat er dieses ruhige, menschenleere Gehöft auch dort als Motiv gefunden.
Zu Karl Prahl (05.10.1882 Hamburg – 07.09.1948 Kummerfeld / Pinneberg):
Maler, Zeichner, Grafiker.
Anfangs Malerlehre.
1901-02 Besuch der Kunstgewerbeschule Hamburg (bei Julius Wohlers)
Im Anschluss daran war Prahl für zwei Jahre in München und bildete sich selbst weiter.
Rückkehr nach Hamburg und dort als Maler und Grafiker freischaffend tätig.
Er wird zu dieser Zeit von Alfred Lichtwark gefördert, der ihm Portraitaufträge vermittelt.
Kurz vor dem Ersten Weltkrieg unternimmt er Studienreise nach Nordafrika.
1914-17 Kriegsdienst
1917 Heirat mit der Galeristin Maria Kunde. Das Paar wohnte in ihrem Kunstsalon in der Ernst-Maerck-Straße 9.
Prahl zog sich vom Kunstmarkt zurück und versuchte sich in Pinneberg als Bauer, was aber ohne Erfolg blieb.
Aufgrund eines Lugendschadens der Ehefrau zog das Paar auf einen kleinen Hof nach Kummerfeld. Dort wandte er sich erneut der Malerei, besonders der Landschaftsmalerei, zu.
Prahl engagierte sich zudem in dem Verein “Neederdüütsch Sellschoop”, der niederdeutsche Sprache und Kultur förderte.
Sein Atelier am Hamburger Gänsemarkt behielt Prahl.
Prahl erhielt mehrere Porträtaufträge, darunter u. a. 1923 der Kulturhistoriker Otto Lauffer, 1931 Conrad Borchling, 1935 Hans Pfitzner.
In den 1920er und 1930er Jahren fanden in Prahls Atelier “Musen-Feierabend” statt, bei denen im Dritten Reich auch immer wieder regimekritische Künstler teilnahmen und auftraten, wie u. a. Heinrich Christian Meier, Reinhold Zulkowsky, Adolf Wriggers, Theo Wilhelm teilnahmen.
Prahl war befreundet u.a. mit dem Schriftsteller C. A. Lange, Ludwig Kunstmann, Hugo Sieker, Robert Nihil.
Um 1935 schuf er Fresken für das Rathaus Pinneberg.
1938 schuf er die Bilder für den Band “Suur Supp. Een Gropen vull Märken un anner Vertellen” (Hamburg: Pröpper) von Fritz Fischer.
1941-42 war er für die Griffelkunst-Vereinigung tätig.
1943 wurde Prahls Atelier komplett zerstört, was zu einem großen Verlust des bisherigen Schaffens führte.
Karl Prahl “war ein erklärter NS-Gegner, seine ‘Musenfeierabende’ im Atelier am Gänsemarkt wurden ein Treff für Subkultur und Nicht-Nazis” (Maike Bruhns).
Nach dem Krieg blieb Prahl weiterhin Kummerfeld ansässig, wo er kurz darauf an Lungenkrebs verstarb.
Einzelausstellungen
1910 Hamburger Kunstverein
1935 Atelierausstellung, Hamburg
1949 Retrospektive, Agentur des Rauhen Hauses, Hamburg
2022 Ausstellung zum 140. Geburtstag, Drostei, Pinneberg
Mitgliedschaften
— 1919 Gründungsmitglied der “Hamburgischen Sezession”, verlässt aber im allgemeinen Streit die Gruppe bereits 1920 wieder
— “Deutscher Künstlerbund“
— “Hamburgische Künstlerschaft”
Preise
1903, 2. Preis bei einem von der Mosaikplatten- und Tonwarenfabrik (Sinzig) ausgeschriebenen “Wettbewerb um Muster für Fussböden”
Sammlungen
Kunsthalle Hamburg; Museum für Hamburgische Geschichte; Altonaer Museum, HamburgMuseum für Kunst und Gewerbe, Hamburg; Städtisches Museum, Flensburg; Drostei, Pinneberg
Literatur
— Familie Kay Rum (Hrsg.) (2013): Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs (überarbeitet von Maike Bruhns), Neumünster – Hamburg: Wachholtz, S. 355
— Heydorn, Volker Detlef (1974): Maler in Hamburg 1966-1974, Hamburg: Christians, S. 138
— Jaacks, Gisela (1992): Gesichter und Persönlichkeiten, Hamburg: Museum für Hamburgische Geschichte, S. 169
— Weimar, Friederike (2003): Die Hamburgische Sezession 1919-1933. Geschichte und Künstlerlexikon, Fischerhude: Verlag Atelier im Bauernhaus, S. 138-139
— „Allgemeines Künstlerlexikon“ (AKL), De Gruyter-Verlag, Onlineversion

















