J O S E F A B E R E N S – T O T E N O H L (30.03.1891 Grevenstein – 06.06.1969 Meschede)
Josefa Berens-Totenohl: „Motiv aus dem Gleiertal (Sauerland)“ (wohl um 1925-30)
Josefa Berens-Totenohl: Doppelbildnis zweier Kinder (o.J.)
Zu Josefa Berens-Totenohl (30.03.1891 Grevenstein – 06.06.1969 Meschede):
Malerin, Schriftstellerin.
Josefa Berens Vater war Schmied und Kleinbauer. Die Mutter starb wenige Wochen nach ihrer Geburt.
Ab 1911 besuchte sie das Lehrerinnenseminar in Arnsberg.
Zwischen 1915 und 1918 war sie Hospitantin und Lehrerin an Volksschulen in Arnsberg, Stemel bei Sundern, Oelinghausen und Warstein.
Von 1918 bis 1922 Lehrerin und parallel dazu Besuch der Kunstschule von Hans Carp (1882-1936) in Düsseldorf.
Ab 1923 Lehrerin in in Weser, Höxter, Godelheim (Weserland).
1925 zog sie ins Sauerland nach Gleierbrück, das heute eine Stadtteil von Lennestadt ist. Zu dieser Zeit war sie vornehmlich als Malerin tätig. Ausstellungen in u. a. Arnsberg, Münster, Bad Driburg und Berlin.
Wohl besonders durch den Priester Lorenz Pieper (1875-1951) wurde sie in der Folge zu einer Sympathisantin und ganz sicher auch Anhängerin der Nationalsozialisten. Lorenz Pieper ist deswegen beachtenswert, denn „[k]ein anderer römisch-katholischer Kleriker hat so früh ein Parteibuch der Nationalsozialisten erhalten wie dieser Sauerländer“ (Peter Bürger).
Mit ihrem Bestsellerband „Der Femhof“ hatte sie großen Erfolg und erhielt hierauf 1935 den „Westfälischen Literaturpreis“.
„Mitte der dreißiger Jahre hat JOSEFA BERENS dann vom Malen fast ganz zum Schreiben gewechselt und sich den Beinamen „Totenohl“ zugelegt.“ (Peter Bürger)
Mehrere Auslandsreisen, bei denen sie Dichterlesungen vornahm: Mai-Juli 1934 Norwegenreise. April 1937 Reise nach Prag und ins Sudetenland. Juli 1937 Reise nach Siebenbürgen. 1938 Reisen nach London, Madeira, Lissabon. Mai 1943 Reise nach Posen. März 1944 Reise in die Niederlande.
Nach dem Zweiten Weltkrieg anfangs weiterhin als Schriftstellerin tätig, da sie nur als „Mitläuferin“ klassifiziert wurde.
1956 kam es beim zweiten Westfälischen Dichtertreffen in Schmallenberg zum sog. „Schmallenberger Dichterstreit“, bei dem sich jüngere Schriftsteller u. a. gegen Berens-Totenohl richteten. Diese zog sich darauf aus der Öffentlichkeit zurück und lebte in ihrem „Femhof“ in Gleierbrück.
Lange Zeit blieb sie und ihr Schaffen hochgeachtet und anerkannt in der sauerländischen Region, so dass 1991 zu ihrem 100. Geburtstag gar ein Gedenkstein im Saalhauser Kurpark gesetzt werden sollte. Durch Intervention des dortigen Kultur- und Denkmalpflegeausschusses wurde dies verhindert und in den folgenden Jahren begann eine kritische Recherche und Betrachtung über Leben und Werk der Künstlerin einzusetzen.
Literatur
— Bürger, Peter (2013): Der völkische Flügel der sauerländischen Heimatbewegung. Über Josefa Berens-Totenohl, Georg Nellius, Lorenz Pieper und Maria
Kahle – zugleich ein Beitrag zur Straßennamen-Debatte. = daunlots. internet beiträge des christine-koch-mundartarchivs am museum eslohe. nr. 60, Eslohe
— Peters-Schildgen, Susanne: Josefa Berens-Totenohl, in: „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, De Gruyter-Verlag, Onlineversion

