E W A L D    B E C K E R – C A R U S    (17.9.1902 Dingelstedt b. Halberstadt – 5.10.1995 Hamborn b. Paderborn)

 

Weitere Werke von Ewald Becker-Carus

 

 

„Burg Giebichenstein/Saale“ (um 1940)

Aquarell auf leicht strukturiertem, sandfarbigem Aquarellkarton

€ 200,-

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Titel
„Burg Giebichenstein/Saale“ [so auf dem Passepartout u.r. auf kleinem Aufkleber betitelt]

Technik
Aquarell auf leicht strukturiertem, sandfarbigem Aquarellkarton („Schoeller Progress“), lose in weißem Passepartout

Signatur
u.r. monogrammiert „E. B.-C.“, sowie verso u.l. Künstlerstempel, sowie darunter Nachlassstempel

Jahr
undatiert [um 1940]

Größe
Größe: 64,2 x 45 cm (Passepartout) bzw. 54,5 x 37 cm (Blatt) bzw. 43,9 x 29,8 cm (Passepartoutausschnitt)

Zustand
Blatt lose in weißem Passepartout; recto & verso durchgehend leicht stockfleckig; im Bereich des Passepartoutausschnitts nachgedunkelt / gebräunt; in den Randbereichen technikbedingt partiell schwach wellig; verso u.r. und o.r. klein in Blei nummeriert „6“; verso am oberen Rand Reste früherer Befestigung

Provenienz
Aus dem Nachlass des Künstlers.

 

 

1933 erhielt Ewald Becker-Carus einen Lehrauftrag an der Rudolph-Steiner-Schule in Hamburg-Altona und war dort bis zu deren Schließung 1937 tätig. In der Folge arbeitete er als freischaffender Künstler und eröffnete 1939 sein „Atelier für Malerei und Graphik“ in Hamburg-Blankenese. Kurze Zeit darauf (1940) wurde er zum Kriegsdienst eingezogen und verbrachte die folgenden Jahre vor allem in Norddeutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg baute er zunächst sein eigenes Hamburger Atelier auf und etablierte es als „Studienatelier für bildende Künste“. Ebenso war er ab 1949 (bis 1971) als Kunstlehrer an der Rudolf Steiner-Schule in Hamburg-Wandsbek tätig.

Das vorliegende Aquarell lässt sich in die Zeit um 1940, und damit in eine verhältnismäßig frühe Schaffensphase, einordnen.
Diese Ansicht auf Burg Giebichenstein ist in vornehmlich erdigen Tönen ausgeführt und gibt eine eher ruhige, kontemplative Stimmung wieder.

 

 

Zu Ewald Becker-Carus (17.9.1902 Dingelstedt b. Halberstadt – 5.10.1995 Hamborn b. Paderborn):
Maler, Zeichner, Grafiker, Kunsterzieher; 1919 Abitur; 1922 1.Lehramtsprüfung; 1924-27 Studium an der Akademie der bildenden Künste zu Dresden (bei Prof. Richard Dreher, Schwerpunkte waren Landschaftsmalerei, Akt, Kunstgeschichte); Ernennung zum Meisterschüler; 1927 Studienreise durch die Schweiz und Oberitalien und durch die bekanntesten deutschen Kunstmuseen und Galerien (München, Düsseldorf, Kassel, Berlin, Hamburg, Bremen); ab Herbst 1927 selbständig als freischaffender Maler und Graphiker in Dresden tätig; 1927 Beteiligung an einer Gruppenausstellung im Kunstverein Dresden (Brühlsche Terasse, Dresden); 1928-29 Studium der graphischen Techniken an der Akademie für Graphik in Leipzig mit angeschlossenem pädagogischen Institut ( Abschluss: Werklehrerexamen); 1929 Ruf als Leiter des Werkunterrichts und Erzieher an das Pädagogium zu Niesky/Oberlausitz und dort Ausbau des künstlerischen Unterrichts; 1929/30 Auf Grund privater Malaufträge Sommeraufenthalte in Schweden (Stockholm, Jämtland, Lappland); 1933 Lehrauftrag an der Rudolph-Steiner-Schule Hamburg-Altona (Flottbeker Chaussee, heute: Elbchaussee) für künstlerische Fächer und Werkunterricht; dort bis zum Verbot der Schule 1937 durch die Nationalsozialisten tätig; 1938 freischaffend tätig in eigenem Atelier in Hamburg-Altona (heute: Max Brauer-Allee); 1939 Einrichtung des „Atelier für Malerei und Graphik“ in Hamburg-Blankenese, Elbchaussee 82 (heute: 485) mit Werkstatt für Radierung, Holzschnitt, Schnitzen und Plastizieren; 1940 Einberufung zur Wehrmacht; Kriegsdienst in Norddeutschland bis 1945; 1945 Wiederaufnahme und Ausbau des Ateliers an der Elbchausse zum „Studienatelier für bildende Künste“ mit berufsbildendem Unterricht auf den verschiedenen Gebieten der bildenden Kunst (Schwerpunkt Malerei); 1949 Ruf als Professor an die Staatliche Hochschule für Bildende Künste Hamburg, Lerchenfeld, dem er nicht Folge leistete, da dies zwangsläufig die Aufgabe des eigenen Studienateliers in Hamburg-Blankenese zur Folge gehabt hätte; stattdessen folgte er der dringenden Nachfrage der 1946 wiedereröffneten Rudolf Steiner-Schule Hamburg-Wandsbek und übernahm dort den Aufbau des Kunstunterrichts insbesondere in der Oberstufe (bis 1971 dort tätig); 1951 erscheint sein Aufsatz „Über das Farbenerleben des Kindes“ (in: Erziehungskunst. Monatsschrift zur Pädagogik Rudolf Steiners (15. Jg./Heft 8); Verlag Freies Geistesleben; Stuttgart; S. 234-240); 1967 Einzelausstellung in der Anthroposophischen Gesellschaft Hamburg; zu Becker-Carus‘ Schülern gehörten u. a. K.R.H.-Sonderborg, Pit von Frihling, Werner Freytag (bürgerlich: Sauernheimer), Vera Hedrich, Marianne Spälty; im Rahmen der internationalen Waldorfschulbewegung führte er nahezu regelmäßig im Sommer / Herbst öffentliche Künstlerische Kurse in Malen sowie Plastizieren durch, u. a. in: Stockholm, Schweden (1954); Krogerup Höjskole, Dänemark (1956, 1958 und 1959); Hamburg, (1957); Stuttgart, öffentl. päd. Arbeitswoche (1960); Aarhus, Dänemark, Egmont Höjskole (1960, 1961); Helsingfors, Finnland (1961); Wanne-Eikel, Hibernia-Schule (1968); Ejstupholm, Dänemark (1969); Ausstellungsbeteiligungen; Werke befinden sich im Besitz der Waldorfschule Hamburg-Wandsbek, der Waldorfschule Stockholm, im Privatbesitz, sowie bei seinen Erben

Literatur
— Familie Kay Rum (Hrsg.): Der neue Rump. Lexikon der bildenden Künstler Hamburgs (überarbeitet von Maike Bruhns); Wachholtz; Neumünster – Hamburg; S. 34
— HEYDORN, Volker Detlef (1974): Maler in Hamburg 1966-1974; Christians; Hamburg; S. 117
Online-Ausgabe des Allgemeinen Künstlerlexikons (AKL)
— KAUPERT, Walter (Hrsg.): Internationales Kunst-Adressbuch 1954/55; Deutsche Zentraldruckerei; Berlin, S. 721