D O R E    M Ö N K E M E Y E R – C O R T Y    (27.04.1890 Dresden – 17.02.1970 ebd.)

 

 

 

Tischkarte für Jenny Schaffer-Bernstein (27.07.1888 Wien – Frühjahr 1943 KZ Auschwitz)
(um 1915-25)

Holzschnitt auf Karton

€ 200,-

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Titel
Tischkarte (mit Holzschnitt eines essenden Paars) für Jenny Schaffer-Bernstein (27.07.1888 Wien – Frühjahr 1943 KZ Auschwitz)

Technik
Holzschnitt auf Karton

Signatur
unten links im Druck signiert „Corty“

Jahr
undatiert [um 1915-25]

Größe
Größe: 14,1 x 16,1 cm (Blatt) bzw. 11,9 x 14 cm (Druck)

Auflage
unten links in Blei bezeichnet „1/10 Probedruck“

Zustand
mittig mit vertikaler Knickspur; Ecken schwach bestoßen; verso oben mittig in Blei bez. “Orig. Holzschnitt von Dora[sic] Mönkemeyer-Corty, Dresden”, sowie verso unten rechts in Blei nochmals Künstlername; verso in den beiden oberen Ecken aufgrund früherer Befestigung etwas aufgeraut

 

 

Dore Mönkemeyer-Corty wirkte besonders in Dresden als (Gebrauchs-)Grafikerin und Plakatkünstlerin. Von 1910 bis 1913 besuchte sie die Kunstgewerbeschule Dresden (bei u. a. Max Frey, Erich Kleinhempel). 1915 erfolgte die Heirat mit dem Künstler Fritz Walter Mönkemeyer (1888-1981). Das Paar lebte fortan in Dresden.
Dore Mönkemeyer-Corty schuf und gestaltete Verpackungen, Vignetten, Neujahrsanzeigen, Tischkarten, Menükarten, Kalender, Diplome, Inserate, Drucksachen und vor allem Plakate.
In den Fachzeitschriften „Gebrauchsgraphik“ und „Das Plakat“ wurden ihre Werke und Entwürfe präsentiert und besprochen. Sie war eine der wenigen Künstlerinnen, die im Gebiet der Gebrauchsgrafik Erfolg hatten. Zudem wurde sie auch international für ihre Arbeit anerkannt. Ab etwa 1925 arbeitete sie fast nur noch an Plakaten.
1945 wurde bei Bombenangriffen auf Dresden ihr Atelier zerstört. Bis 1954 lebte das Paar kriegsbedingt bei Verwandten im Erzegbirge, bevor sie wieder zurück nach Dresden zogen. Nach 1945 kann er sich als Maler etablieren und es beginnt eine produktive Schaffenszeit.

Diese hier im zauberhaft verspielten Holzschnitt ausgeführte Tischkarte wird um 1915-25 entstanden sein. Verwendung fand das Werk schließlich der handschriftlichen Bezeichnung nach für die Schauspielerin Jenny Schaffer-Bernstein, was von besonderer zeitgeschichtlicher und kulturhistorischer Bedeutung ist.
Anfangs war Jenny Schaffer-Bernstein Volontärin am Berliner Theater, wo sie von Ludwig Hartau ausgebildet wurde. Kurze Zeit später sah sie Max Reinhardt und gab ihr Tilla Durieux als Lehrerin. Ab Februar 1911 war sie mit kleinen und mittleren Rollen am Deutschen Theater tätig. Im Sommer 1911 wechselte sie zum “Neuen Theater” nach Frankfurt a. M. und blieb dort zwei Spielzeiten. Dort lernte sie den Schauspieler Otto Bernstein (1887 Posen – Frühjahr 1943 KZ Auschwitz) kennen, den sie später heiratete. Im August 1913 erfolgte der Wechsel nach Dresden an das Königliche Hoftheater und bis 1918/19 dort aktiv. Von 1919 bis 1933 war sie am am Dresdner Schauspielhaus tätig. 1933 wurde ihr Mann und sie aus dem offiziellen Schauspielbetrieb ausgeschlossen. Sie traten dem neugegründeten “Jüdischen Kulturbund” bei und traten in diesen Veranstaltungen auf. Jenny Schaffer-Bernstein war bis 1941 auf der Bühne. Ab September 1941 wurde sie für die Firma Osram zur Zwangsarbeit verpflichtet. Im Frühjahr 1943 erfolgte die Deportation nach Auschwitz und kurz nach Ankunft kam es zur Ermordnung des Paars.

 

 

Zu Jenny Schaffer-Bernstein (27.07.1888 Wien – Frühjahr 1943 KZ Auschwitz):
Schauspielerin.
Anfangs Volontärin am Berliner Theater, wo sie von Ludwig Hartau ausgebildet wurde. Kurze Zeit später sah sie Max Reinhardt und gab ihr Tilla Durieux als Lehrerin.
Ab Februar 1911 war sie mit kleinen und mittleren Rollen am Deutschen Theater tätig.
Im Sommer 1911 wechselte sie zum “Neuen Theater” nach Frankfurt a. M. und blieb dort zwei Spielzeiten. Dort lernte sie den Schauspieler Otto Bernstein (1887 Posen – Frühjahr 1943 KZ Auschwitz) kennen, den sie später heiratete.
August 1913 Wechsel nach Dresden an das Königliche Hoftheater und bis 1918/19 dort aktiv.
Von 1919 bis 1933 tätig am Dresdner Schauspielhaus.
1933 wurde ihr Mann und sie aus dem offiziellen Schauspielbetrieb ausgeschlossen. Sie traten dem neugegründeten “Jüdischen Kulturbund” bei und traten in diesen Veranstaltungen auf. Jenny Schaffer-Bernstein war bis 1941 auf der Bühne.
Ab September 1941 wurde sie für die Firma Osram zur Zwangsarbeit verpflichtet.
Im Frühjahr 1943 erfolgte die Deportation nach Auschwitz und kurz nach Ankunft die Ermordnung des Paars.

 

 

Zu Dore Mönkemeyer-Corty (27.04.1890 Dresden – 17.02.1970 ebd.):
(Gebrauchs-)Grafikerin, Plakatkünstlerin.
1910-13 Besuch der Kunstgewerbeschule Dresden (bei u. a. Max Frey, Erich Kleinhempel).
1915 Heirat mit dem Künstler Fritz Walter Mönkemeyer (1888-1981). Das Paar lebte in Dresden.
Dore Mönkemeyer-Corty schuf und gestaltete Verpackungen, Vignetten, Neujahrsanzeigen, Tischkarten, Menükarten, Kalender, Diplome, Inserate, Drucksachen und vor allem Plakate.
In den Fachzeitschriften „Gebrauchsgraphik“ und „Das Plakat“ präsentiert und besprochen.
Sie war eine der wenigen Künstlerinnen, die im Gebiet der Gebrauchsgrafik Erfolg hatten. Zudem wurde sie auch international für ihre Arbeit anerkannt.
Ab etwa 1925 arbeitete sie fast nur noch an Plakaten.
19445 wurde bei Bombenangriffen auf Dresden ihr Atelier zerstört.
Bis 1954 lebte das Paar bei Verwandten im Erzegbirge, bevor sie wieder zurück nach Dresden zogen.

Mitgliedschaften
— „Bund Deutscher Gebrauchsgraphiker (BDG)“
— „Verband Deutscher Reklamefachleute (VDR)“
— „Verband Bildender Künstler der DDR“; „GEDOK“

Preise / Auszeichnungen
1911 erhielt sie ein Belobigungsdekret der Kunstgewerbeschule Dresden, sowie eine silberne Preismedaille
1917 gewann sie den 1. Preis für einen Entwurf zur Leipziger Mustermesse