M A R G A R E T H E K R I E G E R (27.4.1936 Mannheim – 22.7.2010 Heidelberg[?])
Weitere Werke von Margarethe Krieger
„Das Buch Ruth“ (wohl 1986)
Mappe mit sechs Lithografien
€ 370,-
Titel
„Das Buch Ruth“ [sechs Lithografien, diese jeweils unten links in Blei betitelt, wobei die Titel etwas von den Titelangaben in der beigefügten Blattfolge mit den Titeln abweichen]
Technik
Mappe (Karton) mit a) sechs Lithografien, b) Blatt mit Einführungstext der Künstlerin & verso Blattfolge, c) Titelblatt mit Widmungen, Blätter jeweils Maschinenbütten
Signatur
Titelblatt sowie jede der Lithografien in Blei signiert „Margarethe Krieger“
Jahr
undatiert [wohl 1986]
Größe
Größe: 50,8 x 34,8 cm (Blattgrößen) bzw. 51,4 x 35,5 cm (Mappe)
Auflage
Titelblatt sowie jede der Lithografien in Blei nummeriert „207/250“
Druck
Weinheim: Gebrüder Diesbach
Zustand
Mappe: Mappe mit Druckstellen; im unteren Randbereich etwas fleckig; verso unten mittig kleiner Fleck
Lithografien: am oberen Rand vereinzelt minimale Druckstellen; Ecken mitunter sehr leicht bestoßen
Blatt mit Einführungstext: oberer Rand minimal nachgedunkelt; oberer Rand (auf Seite der Blattfolge) rechts mit kleinem Fleck
Titelblatt: Ecken minimal bestoßen; oberer Rand mit sehr leichten Druckstellen
Provenienz
Privatbesitz Heidelberg [direkt von der Künstlerin erhalten]
Margarethe Krieger war eine ganz vorzügliche Zeichnerin, Grafikerin und Illustratorin, die vor allem durch ihre eindringlichen Menschendarstellungen etwas Bleibendes hinterlassen hat. Krieger studierte an der Karlsruher Kunstakademie (bei Karl Hubbuch).
Schon früh fand sie zu ihrem bevorzugten Metier: dem Menschen. Sie schuf dabei vor allem schwarz-weiß Zeichnungen, Druckgrafiken und Buchillustrationen.
Für Ihr Schaffen erhielt sie 1968 den Grafikerpreis im Musée d´Art Moderne (Paris), 1973 wurde ihr der Internationale Kunstpreis für ausländische Künste am Musée d´Art Moderne (Paris) zuerkannt, 1978 bekam sie die Goldmedaille der Italienischen Akademie der Künste, 1979 wurde sie mit der Ehrengabe des Zentralverbandes der Sozialversicherten Deutschland ausgezeichnet und 1992 erhielt sie den Willibald-Kramm-Preis (Heidelberg).
Neben ihrer kunsterzieherischen Tätigkeit in Weinheim, schuf sie Illustrationen zu Büchern wie u. a. „Don Quijote“, wie auch zu Büchern und Personen der Bibel und auch zu Werken von u. a. Anna Maria Achenrainer, Willem Enzinck, Dagmar Mutius, Ana Simon.
In dem vorliegenden Mappenwerk hat sich Margarethe Krieger in insgesamt sechs Illustrationen dem biblischen Buch „Ruth“ gewidmet.
Bei diesem Buch kommen zunächst sicherlich die lobenden Worte Goethes aus dessen „Noten und Abhandlungen zu besserem Verständnis des west-östlichen Divans” in den Sinn, wenn es dort heißt:
“Beispiels willen jedoch gedenken wir des Buches Ruth, welches bei seinem hohen Zweck, einem Könige von Israel anständige, interessante Voreltern zu verschaffen, zugleich als das lieblichste kleine Ganze betrachtet werden kann, das uns episch und idyllisch überliefert worden ist.”
Margarethe Krieger selbst hat ihren Lithografien einen Einführungstext vorangestellt, in dem es einleitend heißt:
“Es gibt verschiedene Ebenen, um sich dem Buche Ruth im Alten Testament zu nähern: Intellekt und Gefühl, Wachsamkeit und Distanz – in jedem Falle ein Gefesseltsein des Blicks, der – bei aller Nüchternheit des Ausdrucks – Elemente des Stils der Sage ebenso entdeckt wie die Strenge im Volk gewachsener ethischer Bräuche, der historischen Fakten nachspürt, den Tendenzen des Zeitalters – oder eben, nach mehrfacher Lektüre, sich gefangengenommen weiß von der Mitte dieser Dichtung, dem Herzen dieses fast dialogischen Gedichts der Treue.”
Die sechs Motive aus dem Buch Ruth, die Krieger illustrierte sind:
a) Ruth spricht zur Mutter Naëmi: “Wo du hingehst, da will ich auch hingehen … Dein Gott ist mein Gott …”
b) Naëmi spricht: “… leer hat mich der Herr heimgebracht – gedemütigt …”
c) Ruth nimmt Naëmis Rat an, auf Boas’ Feld Ähren zu lesen.
d) Naëmi überredet Ruth, Boas in der Nacht aufzusuchen.
e) Ruth begibt sich im Festkleid zu Boas.
f) Boas spricht zu Ruth: “Gesegnet seist du dem Herrn, meine Tochter – Du hast deine Liebe erzeigt …”
Zu Margarethe Krieger (27.4.1936 Mannheim – 22.7.2010 Heidelberg[?]):
Malerin, Zeichnerin, Grafikerin, Illustratorin; seit früher Kindheit mit der Familie in Heidelberg ansässig; Studium an der Kunstakademie Karlsruhe (bei Karl Hubbuch); 1961 Illustrationen zur Erzählung „Hol über!“ von Ludwig Friedrich Barthel; 1968 Grafikerpreis im Musée d´Art Moderne (Paris); 1973 Internationaler Kunstpreis für ausländische Künste am Musée d´Art Moderne (Paris); 1978 Goldmedaille der Italienischen Akademie der Künste; 1979 Ehrengabe des Zentralverbandes der Sozialversicherten Deutschland; 1979 entstanden Illustrationen (Rohrfederzeichnungen) zu Don Quichotte; 1992 Willibald-Kramm-Preis (Heidelberg); lehrte Kunsterziehung in Weinheim; im Januar 2004 erlitt sie einen Schlaganfall; illustrierte u.a. das biblische Buch „Hiob“, sowie die Geschichte vom verlorenen Sohn; zentrale Motive des Schaffens von Margarethe Krieger waren Leiderfahrung, Not, Reifung, Verzicht und Selbstprüfung; ihren künstlerischen Nachlass vermachte sie der Stadt Kraichtal
Literatur / Quellen
— HÄUSLLER, Volkmar (2005): Brecht in der Buchkunst und Graphik; Augsburg; S. 134
— „Chiffren des Seins“ in Schwarz und Weiß. Nachruf: Heidelberger Künstlerin Margarethe Krieger verstorben „, in: Mannheimer Morgen (v. 03.08.2010)
— Internetseite von Syberberg Filmproduktion [syberberg.de]

























