M I C H A E L    B A M B E R G    (29.09.1946 Berlin-Wannsee – [nach 2014])

 

Weitere Werke von Michael Bamberg

 

 

einzelne figurative Szenen (1992)

Bleistift (teilweise gewischt) & roter Farbstift auf Zeichenpapier

€ 300,-

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Titel
ohne Titel [einzelne figurative Szenen / Bildnisse, mittig mit (kunst-)philosophischen Gedanken des Künstlers]

Technik
Bleistift (teilweise gewischt) & roter Farbstift auf Zeichenpapier

Signatur
unten rechts am Ende der Widmung signiert „Michael“

Jahr
oben links taggenau datiert „11.4.[19]92“

Größe
Größe: 36 x 47,7 cm

Zustand
unterer Rand mittig und oberer Rand mittig jeweils leicht fleckig (aufgrund nicht säurefreien Klebestreifen verso); leichte Druckstellen im Blatt; verso leichte Lagerspuren

Provenienz
am unteren Rand rechts handschriftlich gewidmet
„Für Herbert
in Freundschaft
Michael
22. Okt.[ober] [19]92“

 

 

Michael Bamberg machte zunächst eine Ausbildung als Theatermaler am Bayerischen Staatsschauspiel (1964-67) in München. Hierauf besuchte er die Kunstakademie München bei Franz Nagel (1969-75). Es folgten Studienreisen nach u. a. Nordafrika, Indien und die Malediven an.
Michael Bamberg zog nach Planegg und lebte dort als Künstler in einem alten Reitstall in der Bahnhofstraße. Bamberg setzte in Eigenregie auf das eher kleine Häuschen noch einen Turm auf, so dass eine größere Arbeits- und Ausstellungsfläche entstand. Zusätzlich etablierte er gemeinsam mit Conny Krafft in dem Gebäude seine “Treppen-Galerie” in der er neben eigenen Arbeiten auch Werke anderer Künstler ausstellte. Zeitweise lebte Michael Bamberg einen Teil des Jahres in der kleinen italienischen Gemeinde Lisciano Niccone und gab dort Malkurse.

Um 1987 bekam der Künstler großen Ärger, da sein Vermieter ihn mit harten Mitteln rauswerfen wollte, so wurde der Strom abgestellt, das Waschbecken abmontiert, usw. Dieser Streit dauerte mehrere Jahre, wurde auch in der Presse ausgiebig diskutiert – und Michael Bamberg blieb dann schließlich doch bis 2015 in Planegg wohnhaft.

“Bamberg gehört mit seinen Öl- und Acrybildern in den Umkreis des phantastíschen Realismus” (Peter Wiench). Daneben entstanden auch zarte Aquarelle mit Motiven, die er beispielsweise bei seinen Reisen fand, sowie sehr detaillierte Federzeichnungen.

In diesem vorliegenden Zeichen- bzw. Studienblatt blicken wir auf mehrere figurative Szenen bzw. Bildnisse. Oben links ein dichtes Gespräch zwischen vier Personen, darunter ein phantastisch anmutendes Portrait, rechts unten eine durch schwungvolle Linien expressiv ausgeführte Figur und darüber schnelle, expressive Figurenskizzen. In der Blattmitte, quasi eingerahmt durch die Zeichnungen, hat der Künstler (kunst-)philosophische Gedanken niedergeschrieben. So heißt es u. a. „[…] wenn es mich nicht gibt, muß ich mich erfinden – und umgekehrt. Die Form – die Formatierung ist nur das Werkzeug; also benütze ich das Werkzeug. eigentlich hab ich nichts zu sagen?! das sind lauter leere gesten! aber ich suche was. (mir drängt ES sich nicht auf.) Ich suche eine FORM. […] Jede Form ist eine partielle, relative Entität. Angesichts des Absoluten (des Todes) löst sich jede Form auf (der Wille zur Form). Jede Form wird kreiert als Ausdruck des Kampfes um Existenz. Je tapferer wir kämpfen, desto näher kommen wir dem Absoluten – kämpfen wir nicht, bleiben wir dem Nichts nahe. […]“

 

 

Zu Michael Bamberg (29.09.1946 Berlin-Wannsee – [nach 2014]):
Maler, Zeichner.
1964-67 Ausbildung als Theatermaler am Bayerischen Staatsschauspiel München
1969-75 Studium an der Kunstakademie München bei Franz Nagel
Bambergs frühes Schaffen ist einzuordnen in den „Umkreis des phantastíschen Realismus” (Peter Wiench).
Studienreisen nach u. a. Nordafrika, Indien und die Malediven
Umzug nach Planegg, wo er sich eine Wohnung mit Atelier in einem alten Reitstall in der Bahnhofstraße einrichtete.
Gemeinsam mit der Künstlerin Conny Krafft betrieb er dort die „Treppen-Galerie“.
Zeitweise lebte Michael Bamberg einen Teil des Jahres in der kleinen italienischen Gemeinde Lisciano Niccone und gab dort Malkurse.
Bis 2015 war er in Planegg ansässig.

Literatur
— Wiech, Peter: Michael Bamberg, in: „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, Onlineversion, De Gruyter-Verlag