M A R I E – J O S É V A N D E V E E G A E T E (31.01.1917 Gent – 30.05.2005 ebd.)
Mutter mit kleinem Kind (1940)
Pastellkreiden auf Ingrespapier, am oberen Rand befestigt auf festen Karton
€ 440,-
Titel
ohne Titel [Mutter mit kleinem Kind]
Technik
Pastellkreiden auf Ingrespapier, am oberen Rand befestigt auf festen Karton
Signatur
unten rechts signiert „Marie-José Vande Veegaete“
Jahr
unten rechts datiert „1940“
Größe
Größe: 32,3 x 23,8 cm (Blatt) bzw. 35 x 25 cm (unterlegter Karton)
Zustand
Blatt am oberen Rand befestigt auf festen Karton; durchgehend stockfleckig bzw. fleckig; leichte Druckstellen im Blatt; oberer Rand mit Abrissspuren; die beiden oberen Ecken mit kleinen Ausrissen; Ecke unten links mit Knickspur
Marie-Jose war die Tochter des belgischen Ehepaars Julien Vande Veegaete (1886-1960) und Sidona, geb. Desmedt. Der Vater Julien war selbst Künstler, malte Portraits, Stadtansichten und figürliche Szenen in spätimpressionistischer Auffassung. Die Familie war zudem sehr musisch, die Vater spielte ein Instrument und die Mutter sang dazu.
Das Leben und Schaffen der Tochter war lange unbekannt, was vor allem daran liegt, dass sie den Großteil ihres Lebens in einer psychiatrischen Klinik in Melle verbrachte.
Marie-José studierte anfangs an der Akademie in Gent und begann sich sehr am Kunststil ihres Vaters zu orientieren. Sie stellte mitunter auch mit ihm zusammen aus, was sie bereits zu einer gewissen regionalen Bekanntheit machte. Während des Studiums erhielt sie den Paul-de-Vigne-Preis und auch den ersten Preis für Bildhauerei. Ihre zwei Jahre jüngere Schwester Agnes studierte in Gent Kunstgeschichte.
Für Marie-José war zeitlebens die Zeichnung die bevorzugte Technik und ebenso zeigte sich bereits früh der Fokus auf figürlichen Darstellungen und Portraits, wobei sie oftmals Kinderdarstellungen bzw. Darstellungen von Müttern mit Kindern schuf.
1956 musste sie in die psychiatrische Klinik PC Caritas in Melle aufgenommen werden, da sie unter schweren traumatischen Erlebnissen, verursacht durch einen sexuellen Übergriff während einer Zugreise, litt. Aus dieser Klinik sollte sie fortan nicht mehr entlassen werden. Hier lernte sie eine Mitpatientin („Alice“) kennen und es entwickelte sich eine Freundschaft daraus. Beide Frauen waren tagsüber vor allem in einem hausinternen Atelier, um dort zu malen und zu zeichnen.
2016-17 wurde an das Schaffen der Künstlerin bei der Ausstellung „Eeuwig hetzelfde“ im Erfgoedhuis in Gent erinnert.
Aufgrund ihrer psychiatrischen Klinikerfahrung wird die Künstlerin bislang insbesondere in Sammler- und Liebhaberkreisen der „Art brut“ oder „Outsider-Art“ geschätzt und gewürdigt.
Diese vorliegende Zeichnung ist ein wunderschönes, ganz zartes Beispiel für das relativ frühe Schaffen der damals 22/23jährigen Künstlerin. Einmal mehr ist es das Thema der Mutter-Kind-Beziehung, welches sie hier auf eine sehr überzeugende, eigene Manier aufgreift.
Zu Marie-José Vande Veegaete (31.01.1917 Gent – 30.05.2005 ebd.):
Zeichnerin.
Tochter des belgischen Künstlers Julien Vande Veegaete (1886-1960) und dessen Frau Sidona, geb. Desmedt.
Anfangs Studium an der Akademie in Gent. Marie-José orientierte sich am Kunststil des Vaters.
Die Schwester Agnes studierte in Gent Kunstgeschichte.
1956 wurde sie in die psychiatrische Klinik PC Caritas in Melle gebracht, da sie unter schweren traumatischen Erlebnissen, verursacht durch einen sexuellen Übergriff, litt. Sie blieb bis zu ihrem Lebensende in dieser Klinik.
2016-17 wurden Werke von ihr bei der Ausstellung „Eeuwig hetzelfde“ im Erfgoedhuis in Gent gezeigt.
Das bevorzugte Sujet waren Personendarstellungen und hierbei vor allem Frauen bzw. Mütter mit Kindern.

















