M I C H A E L    E M I L    S A C H S    (25.10.1836 Hadamar (Hessen-Nassau) – 09.06.1893 Partenkirchen)

 

 

 

beidseitige Zeichnung:
recto
„Kronberg“ (1862)
Bleistift auf sandfarbigem Velinpapier

 

 

 

 

verso
„Reifenberg“ (1863)
Bleistift auf sandfarbigem Velinpapier

€ 630,-

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Titel
„Kronberg“ (recto) bzw. „Reifenberg“ (verso) [jeweils unten links und oben rechts bezeichnet] Bei der Kronberg-Zeichnung handelt es sich um eine Vorlage / Vorarbeit für die Lithografie, welche dann schließlich 1864 für das „Album von Nassau“ Verwendung fand.
Siehe hierzu die Vergleichsabbildung.

Technik
Bleistift auf sandfarbigem Velinpapier, ungerahmt

Signatur
recto & verso jeweils unten links bezeichnet „n[ach] d[er] N[atur] v. M. Sachs“

Jahr
„21. Juli [18]62“ (recto) bzw. „18. Juli [18]63“ (verso)

Größe
Größe: 26,7 x 38,9 cm

Zustand
recto und verso leicht stockfleckig; insgesamt leicht gebräunt; Ecken schwach bestoßen; Ecke o.l. mit kleinem Ausriss; oberer Randlinks mit Knickspuren und Einschnitten; im Eckbereich oben links schwache Stauchung; linker Blattrand leicht nachgedunkelt; verso in den oberen beiden Ecken und unten mittig kleine Reste von früherer Befestigung

 

 

Michael Emil Sachs wuchs in Wiesbaden auf, besuchte dort das Gymnasium und erhielt seinen ersten künstlerischen Unterricht vom Zeichenlehrer Scheuer. Nach seinen Studien in Karlsruhe und Düsseldorf kam er 1860 nach Wiesbaden zurück und blieb dort bis 1865/66. Nach seiner Heirat 1865 zog er nach Partenkirchen.
1860 „erhielt der Künstler von dem kunstliebenden Herzog Adolf von Nassau den ehrenvollen Auftrag, alle historisch-denkwürdigen Punkte des Herzogtums für ein beabsichtigtes malerisches Album […] aufzunehmen“. Hieraus entstand dann das überaus schöne „Album von Nassau“ (1864) mit Lithografien nach Zeichnungen von Sachs.

Die hier gezeigte Kronberg-Zeichnung ist eine Vorlage/Vorarbeit für die dortige Lithografie und auch die hier zu sehende Reifenberg-Ansicht wird in diesem Kontext entstanden.

 

 

Zu Michael Emil Sachs (25.10.1836 Hadamar (Hessen-Nassau) – 09.06.1893 Partenkirchen):
Maler, Zeichner.
Sohn des Ehepaars Johannes (herzoglich nassauischer Beamter) und Sophie Sachs. Michael Emil war der Älteste von vier Söhnen.
Er sollte dem Wunsch der Eltern nach Theologe werden.
Besuch des Gymnasiums in Wiesbaden.
Ersten künstlerischen Unterricht erhielt er vom Zeichenlehrer und Maler Scheuer.
Durch die Fürsprache von Edward von Steinle und Ludwig Knaus erlaubte der Vater, dass sich Michael Emil der Kunst, anstatt der Theologie, zuwandte.
1855-58 Besuch der Karlsruher Kunstschule (bei Johann Wilhelm Schirmer)
1858-60 auf Empfehlung von Ludwig Knaus Besuch der Kunstakademie Düsseldorf (bei Oswald Achenbach)
1860-65 Aufenthalt in Wiesbaden
Das Wiesbadener Atelier von Sachs wurde zu einem Treffpunkt von Künstlern.

“Von 1860 dann schon in eigenem Atelier tätig erhielt der Künstler von dem kunstliebenden Herzog Adolf von Nassau den ehrenvollen Auftrag, alle historisch-denkwürdigen Punkte des Herzogtums für ein beabsichtigtes malerisches Album […] aufzunehmen, eine Arbeit, welche infolge der 1866 eintretenden Annexion des Herzogtums leider über den ersten Band nicht hinauskam. Doch schuf Sachs seit 1863 in Wiesbaden in seinem Atelier eifrig Landschaftsbilder von jeder Größe, teils auf Bestellung, teils für laufende Ausstellungen, und zugleich entstanden auch damals auf Schirmers Anregung große Compositionen als Kohlenzeichnungen.” [1]

1864 erschien das umfangreiche und kunstvolle Mappenwerk “Album von Nassau. Sammlung der schönsten Ansichten des Herzogthums nach Original-Aufnahmen von Michael Sachs” (hrsg. von Karl Rossel), Wiesbaden: Wilhelm Roth
17. April 1865 Heirat in Wiesbaden mit Sabine Henriette, geb. Schüler.
1865 Reise nach Italien, auf der er die Gegend um Partenkirchen kennenlernte und dort ein Anwesen erwarb.
Ab 1865/66 war das Paar in Partenkirchen ansässig.
1866 gründete er eine Handwerkerzeichenschule.
Das Haus der Familie Sachs wurde Treffpunkt von Künstlern und Schriftstellern.
1868 besuchte König Ludwig II. den Künstler in seinem Atelier. Hierauf folgten auch Aufträge.
Am 1. Februar 1869 gründete er eine eigene Distrikts-Zeichenschule für Holzschnitzerei wie auch eine Zentralschule für Holzschnitzerei. Es folgten Ableger der Schule in Ettal, Unterammergau, Mittenwald und Oberammergau. Er wurde zum Direktor ernannt und 1881 pensioniert.
1871 Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr Partenkirchen und hier tätig als Kassier.
1877 Gründung der ersten Volksbücherei im Bezirk Garmisch.

Sachs wanderte viel und bestieg die Berge. Seine Erlebnisse schrieb er nieder und veröffentlichte diese u. a. in der “Gartenlaube”, “Ueber Land und Meer” und in Feuilletons diverser Zeitungen.

Michael Emil Sachs schuf vor allem Motive aus dem Rhein- und Lahngebiet, der Eifel, dem Taunus sowie aus den bayrischen Alpen.

Sammlungen
Museum Werdenfels, Garmisch-Partenkirchen

Auszeichnungen / Preise
1863 Medaille bei der nassauischen Kunstausstellung; Ritterkreuz des Nassauischen Hausordens

Literatur
— Mülfarth, Leo (1987): Kleines Lexikon Karlsruher Maler, Karlsruhe: Badenia-Verlag, S. 233
— Seubert, Adolf (1869): Ergänzungsband zu Fr. Müller Neuestes Künstler-Lexicon. Nachträge seit 1857, Stuttgart: Ebner & Seubert, S. 374-375
— „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, De Gruyter-Verlag, Onlineversion
— „Das Echo: Wochenschrift für Politik, Litteratur, Kunst und Wissenschaft“, XII. Jg., No. 568 (vom 20. Juli 1893), S. 897
— o. A.: Lebensskizzen von Münchener Künstlern. Michael Emil Sachs, in: Die Wartburg: Zeitschrift für alte Kunst und Kunsthandwerk mit Berücksichtigung der Neuzeit, XIV. Jg. (1887), No. 7 u. 8, München, S. 100-103

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[1] o. A.: Lebensskizzen von Münchener Künstlern. Michael Emil Sachs, in: Die Wartburg: Zeitschrift für alte Kunst und Kunsthandwerk mit Berücksichtigung der Neuzeit, XIV. Jg. (1887), No. 7 u. 8, München, S. 100-103 [hier: 100-101].