K A R L E H L E R S (16.03.1904 Hellenbek – 16.04.1973 Detmold)
Frau mit Weintrauben (o.J.)
Linolschnitt auf Bütten (unten rechts Trockenstempel „Lüpke Editionen“)
€ 280,-
Titel
ohne Titel [Frau (Bacchantin?) mit Weintrauben]
Thematisch dürfte das Werk in Verbindung stehen zu der Bronzearbeit „Mädchen mit Traube“ (1933), welche 1937 in Duisburg als „entartet“ beschlagnahmt wurde.
Technik
Linolschnitt auf Bütten (unten rechts Trockenstempel „Lüpke Editionen“)
Signatur
unten rechts in Blei signiert „K. Ehlers“, sowie unten links im Druck monogrammiert „KE“
Jahr
undatiert
Größe
Größe: 46,3 x 29,9 cm
Auflage
unten links in Blei bezeichnet „L1 (6) 15“
Zustand
Ecken schwach bestoßen; unterer Rand mittig mit Quetschung und dort mit kleinem Einriss (etwa 1cm); linker Rand mittig (wohl technikbedingt) kleiner schwarzer Farbfleck; partiell sehr schwach stockfleckig; im oberen Blattbereich wohl bedingt durch den Druckprozess vereinzelt sehr kleine Farbfleckchen
verso schwach fleckig
Karl Ehlers war vor allem tätig als Bildhauer, arbeitete daneben aber auch als Zeichner, Grafiker und Kunsterzieher.
Seine künstlerische Ausbildung erhielt er 1921-22 an der Kunstgewerbeschule in Essen sowie 1923-28 an der Kunstakademie Düsseldorf (zuletzt Meisterschüler bei Hubert Netzer). 1928 arbeitete er im Gastatelier der Kunstakademie Istanbul, unternahm Reisen nach Griechenland und Italien und lehrte von 1930-36 an der Gewerblichen Berufsschule Hamborn. In Hamborn übernahm er den Aufbau einer Steinmetzklasse und gab freie Kunstkurse. 1934 heiratete er Erna Fleer und in demselben Jahr nahm er an der bedeutenden „International Exhibition“ im Art Institute in Chicago teil. In den folgenden Jahren kamen drei Töchter zur Welt.
1937 Beschlagnahmung der Bronzeskulptur „Frau mit Traube“ sowie der Grafik „Abschied“ als „entartet“ in der Städtischen Kunstsammlung Duisburg. Die Skulptur wurde 2010 beim Berliner Skulpturenfund vor dem Roten Rathaus wiederentdeckt.
1940-48 wurde der Weg des Künstlers durch Kriegsdienst, russische Gefangenschaft und Krankheit unterbrochen. Nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft beteiligte er sich am Kunst- und Kulturleben, nahm an Ausstellungen teil und wurde 1957 zum Leiter der Bildhauerabteilung der Werkkunstschule Münster ernannt. Dort blieb er bis 1970.
Nach 1945 erhielt Ehlers mehrere Preise, darunter u. a. den Corneliuspreis der Stadt Düsseldorf (1952), den Kunstpreis der Stadt Iserlohn (1953) und den Karl-Ernst-Osthaus-Preis (Kunstpreis der Stadt Hagen, 1960).
Der bildhauerische Nachlass wird vom Landesverband Lippe (Schloss Brake, Lemgo) verwahrt.
Bei diesem vorliegenden Linolschnitt handelt es sich um eine formal schön reduzierte, figurative Grafik mit dem Motiv einer Frau mit Weintrauben in den Händen.
Der Darstellung nach mag man hier an eine Bacchantin denken. Interessant ist dies auch deswegen, da das Blatt motivisch in Zusammenhang steht mit der Bronzeskulptur „Mädchen mit Traube“ (1933), welche 1937 in Duisburg als „entartet“ beschlagnahmt wurde und 2010 beim Berliner Skulpturenfund wiederentdeckt wurde.
Zu Karl Ehlers (16.03.1904 Hellenbek – 16.04.1973 Detmold):
Bildhauer, Zeichner, Grafiker.
1914 Umzug ins Ruhrgebiet und Besuch des Gymnasiums in Bottrop (bis 1920)
1921-22 Studium an der Kunstgewerbeschule Essen
1923-28 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (zuletzt Meisterschüler bei Hubert Netzer)
1928-1929 Gastatelier am der Kunstakademie Istanbul, Türkei
Reisen nach Griechenland und Italien
1929-40 wohnhaft und tätig in Duisburg, Dinslaken und Essen
1930-1936 Lehrer an der Gewerblichen Berufsschule Hamborn, Aufbau einer Steinmetzklasse und freie Kunstkurse
1934 Heirat mit Erna Fleer
Teilnahme an der „International Exhibition“, The Art Institute, Chicago
1936 Geburt der Tochter Rikarda
1937 Staatsstipendium „Vier Maler –Vier Bildhauer“, Kunstakademie Kassel
1937 Beschlagnahmung der Bronzeskulptur „Frau mit Traube“ sowie der Grafik „Abschied“ als „entartet“ in der Städtischen Kunstsammlung Duisburg
Die Skulptur wurde 2010 beim Berliner Skulpturenfund vor dem Roten Rathaus wiederentdeckt.
1937 Geburt der Tochter Beate
1940-48 Soldat, anschließend russische Kriegsgefangenschaft und Krankheit
1943 Geburt der Tochter Anke
1948 Rückkehr aus der Gefangenschaft und Umzug nach Detmold
Rege Beteiligung an Ausstellungen.
1957-70 Leiter der Bildhauerabteilung der Werkkunstschule Münster
1965 Übersiedlung nach Hiddesen bei Detmold in ein eigenes Haus samt Atelier
Der bildhauerische Nachlass wird vom Landesverband Lippe (Schloss Brake, Lemgo) verwahrt.
Preise / Ehrungen
1952 Corneliuspreis der Stadt Düsseldorf
1953 Kunstpreis der Stadt Iserlohn
1954 Konrad-von-Soest-Preis – Kunstpreis des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe
1960 Karl-Ernst-Osthaus-Preis (Kunstpreis der Stadt Hagen)
1973 Ehrengast in der Villa Massimo, Rom [kann Ehlers nicht mehr wahrnehmen]


















