C E S T M I R S L A P E T A (09.12.1908 Mistek – 01.07.1999 Gauting)
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Küstenmotiv (Sizilien) mit drei Personen (1972)
Aquarell über Bleistift auf leicht strukturiertem Aquarellkarton, ungerahmt
€ 630,-
Titel
ohne Titel [Küstenmotiv (Sizilien) mit drei Personen, links kleine Häuser, im Hintergrund das Meer]
Technik
Aquarell über Bleistift auf leicht strukturiertem Aquarellkarton, ungerahmt
Signatur
unten links signiert, sowie verso unten rechts Künstlerstempel mit damaliger Adresse in Gauting
Jahr
unten links datiert „[19]72“
Größe
Größe: 30,1 x 40,1 cm
Zustand
im Bereich des früheren Passepartoutausschnitts etwas nachgedunkelt / gebräunt; Ecken schwach bestoßen; verso an den Rändern Reste von braunem Klebeband; verso etwas fleckig; verso unten rechts in Blei bezeichnet (wohl von früherem Rahmenmacher)
Čestmír Šlapeta (Cestmir Slapeta) war der Zwillingsbruder von Lubomír Šlapeta (1908 Mistek – 1983 Olmütz), der ebenso Architekt war. Die Brüder zählen zu den wichtigsten tschechischen Architekten der Moderne, welche auch international großen Einfluss hatten.
Das Brüderpaar besuchte die Grundschule (1914-18) und hierauf das Tschechische Realgymnasium (heute: Handelsakademie) in Mistek (1918-23). 1923 wechselten die Beiden an die Berufsschule für Architekten (Odbornou školu stavitelskou) in Brünn [Brno]. 1927 schlossen beide Brüder die Schule ab. Čestmír und Lubomir Šlapeta arbeiteten auf Empfehlung ihres Lehrers Jaroslav Syřiště bei der Brünner Niederlassung der Baufirma N. Nekvasil.
1928 folgte Čestmír seinem Bruder an die Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau. Die maßgeblichen Lehrer waren dort Hans Scharoun („einer der bedeutendsten Vertreter der organischen Architektur“ (Winfried Brenne)) und Adolf Rading. 1929 wurden die Brüder zunächst Assistenten und später Mitarbeiter ihrer Professoren. Sie wirkten zum Beispiel an Scharouns Kollektivhaus-Entwurf für die 1929 in Breslau stattgefundene „Wohnung-und-Werkraum-Ausstellung“ (WuWA) mit. Zukunftsweisend war ihre Beteiligung an Scharouns Plänen für die Errichtung der Arbeitersiedlung Siemensstadt in Berlin. Von ihrem Studium wurden die Brüder durch die Arbeiten immer mehr abgelenkt.
1930 unternahmen Beide eine Studienreise nach Paris und von hier in die USA. Durch Empfehlung Hans Scharouns kamen sie u. a. zu Norman Bel Geddes. Ein Jahr später kehrten sie mit dem Schiff über Afrika und Italien zurück. In Prag gründeten die Brüder ein gemeinsames Architekturbüro (1933 wieder geschlossen) und 1931 wurde eine Zweigstelle in Ostrau eröffnet, die von Čestmír geleitet wurde.
Im Dezember 1936 heiratete Čestmír, Lubomir heiratete im Juni 1937. Und von da ab gab es nur noch eine gelegentliche Zusammenarbeit zwischen den Brüdern.
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges schloss Čestmír das Büro in Ostrau und zog nach Brünn. Nach dem Krieg war er tätig im Regulierungsplan für den Wiederaufbau von Ostrau. Er versuchte auch sein eigenes Büro wieder aufzubauen und zu etablieren, was ihm jedoch nicht gelang. Er war in der Folge für verschiedene Unternehmen tätig.
1967 erhielt er eine einjährige Einladung zur wissenschaftlichen Tätigkeit in Stuttgart. Doch nach dem Einmarsch in die Tschechoslowakei im August 1968, beschloss Čestmír samt Frau und Tochter in Deutschland zu bleiben und ließ sich, nach einem Aufenthalt in München, in Gauting als freiberuflicher Architekt nieder (Am Schloßpark 14).
2004 organisierte Vladimir Šlapeta, Lubomir Šlapetas Sohn, die Ausstellung „Lubomír Šlapeta (1908–1983) and Čestmír Šlapeta (1908–1999): Czech Architecture after Hans Scharoun“, welche u. a. 2004 im Architekturmuseum Wroclaw, im Museum of Art Olomouc, im Gemeindehaus Brno, 2005 in der ETH Zürich, 2006 in der Wallach Art Gallery (Columbia University, New York City) gezeigt wurde.
Čestmír Šlapeta malte und zeichnete seit seiner Jugend. In seiner freien Zeit entstanden immer wieder Zeichnungen, Aquarelle und auch Gemälde.
Für einen Verkauf seiner Werke interessierte sich Šlapeta nie, so dass die Werke zumeist in der Familie verblieben oder auch teilweise an Bekannte und Freunde verschenkt wurden.
Das hier vorliegende Aquarell entstand während eines Sizilienurlaubs des Künstlers.
Aus dem Vordergrund läuft ein breiter Weg, links und rechts wachsen Gräser und Büsche. Auf der linken Seite stehen kleinere Steinhäuser. Drei Personen in heller Sommerkleidung stehen weit im Bild auf dem Weg und scheinen dem Meer entgegenzugehen, welches sich als kleiner blauer Ausschnitt im Hintergrund zeigt.
Zu Čestmír Šlapeta (09.12.1908 Mistek – 01.07.1999 Gauting):
Architekt, Maler.
Zwillingsbruder von Lubomír Šlapeta (1908- Mistek – 1983 Olmütz), der ebenso Architekt war. Die Brüder zählen zu den wichtigsten tschechischen Architekten der Moderne, welche auch international großen Einfluss hatten.
Sohn des Kaufmanns Josef Šlapeta und dessen Ehefrau Marie.
Das Brüderpaar besuchte die Grundschule (1914-18) und hierauf das Tschechische Realgymnasium (heute: Handelsakademie) in Mistek (1918-23).
1923 Wechsel der Beiden an die Berufsschule für Archietkten (Odbornou školu stavitelskou) in Brünn [Brno].
1927 Abschluss beider Brüder.
Čestmír und Lubomir Šlapeta arbeiteten auf Empfehlung ihres Lehrers Jaroslav Syřiště bei der Brünner Niederlassung der Baufirma N. Nekvasil.
1928 folgte Čestmír seinem Bruder an die Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau. Die maßgeblichen Lehrer waren dort Hans Scharoun und Adolf Rading.
1929 wurden die Brüder zunächst Assistenten und später Mitarbeiter ihrer Professoren. Sie wirkten zum Beispiel an Scharouns Kollektivhaus-Entwurf für die 1929 in Breslau stattgefundene „Wohnung-und-Werkraum-Ausstellung“ (WuWA) mit. Zukunftsweisend war ihre Beteiligung an Scharouns Plänen für die Errichtung der Arbeitersiedlung Siemensstadt in Berlin. Von ihrem Studium wurden die Brüder dadurch immer mehr abgelenkt.
Rückkehr in die Tschechoslowakei und 1930 Studienreise nach Paris und von hier in die USA. Durch Empfehlung Scharouns kamen sie zu u. a. Norman Bel Geddes.
1931 kehrten sie mit dem Schiff über Afrika und Italien zurück.
In Prag gründeten die Brüder ein gemeinsames Architekturbüro (1933 wieder geschlossen). 1931 Eröffnung einer Zweigstelle in Ostrau, die von Čestmír geleitet wurde.
Im Dezember 1936 heiratet Čestmír, Lubomir heiratet im Juni 1937.
Von da ab nur noch eine gelegentliche Zusammenarbeit zwischen den Brüdern.
1936-37 Bau der Villa von Thomas Konorzy, Karáskova 65, in Krnov [Jägerndorf].
1937 war er verantwortlich für die Fertigstellung der Schule der tschechischen Minderheit, Jiráskova 1a, in Krnov [Jägerndorf].
Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges schloss er das Büro in Ostrau und zog nach Brünn.
Nach dem Krieg ist er tätig im Regulierungsplan für den Wiederaufbau von Ostrau. Er versuchte auch sein eigenes Büro wieder aufzubauen und zu etablieren, was ihm jedoch nicht gelang. Er ist in der Folge für verschiedene Unternehmen tätig.
1967 einjährige Einladung zur Tätigkeit in Stuttgart.
Nach dem Einmarsch in die Tschechoslowakei im August 1968, beschloss Čestmír in Deutschland zu bleiben und ließ sich in Gauting als freiberuflicher Architekt nieder (Am Schloßpark 14).
2004 organisierte Vladimir Šlapeta, Lubomir Šlapetas Sohn, die Ausstellung „Lubomír Šlapeta (1908–1983) and Cestmír Šlapeta (1908–1999): Czech Architecture after Hans Scharoun“, welche u. a. 2004 im Architekturmuseum Wroclaw, im Museum of Art Olomouc, im Gemeindehaus Brno, 2005 in der ETH Zürich, 2006 in der Wallach Art Gallery (Columbia University, New York City) gezeigt wurde.
Čestmír Šlapeta malte und zeichnete seit seiner Jugend. In seiner freien Zeit entstanden immer wieder Zeichnungen, Aquarelle und auch Gemälde.
Für einen Verkauf seiner Werke interessierte sich Šlapeta nie, so dass die Werke zumeist in der Familie verblieben oder auch teilweise an Bekannte und Freunde verschenkt wurden.























