A N T O N   L A M P R E C H T   (12.08.1901 Allershausen – 22.01.1984 München)

 

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„Vorfrühling im Dachauer Moor“ (1958)

Öl auf Leinwand, Keilrahmen, gerahmt

€ 1.100,-

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Titel
„Vorfrühling im Dachauer Moor“ [so verso auf Etiketten betitelt]

Technik
Öl auf Leinwand, Keilrahmen, gerahmt

Signatur
unten rechts signiert „A. Lamprecht“

Jahr
unten rechts datiert „[19]58“

Größe
Größe: 75,5 x 100,5 cm (ohne Rahmen) bzw. 83,5 x 107,8 cm (mit Rahmen)

Zustand
im Himmelsbereich und im Weiß des Schnees mitunter merkliche Craquelé-Bildung; partiell leicht fleckig; die Leinwandränder etwas berieben (unter Rahmung nicht sichtbar); Leinwand verso leicht fleckig; Keilrahmen verso unten links mit kleinem Aufkleber (maschinenschriftlich nummeriert), sowie verso unten mittig Etikett mit handschriftlichen Hinweisen zu Künstler und Bildtitel, sowie verso unten rechts kleiner Aufkleber mit Nummer; Rahmen an Ecken / Kanten leicht berieben und an wenigen Stellen schwach fleckig

Provenienz
Kunsthaus Bühler, Stuttgart [hierzu verso unten links Etikett mit Angaben zu Künstler und Titel]

 

 

Anton Lamprecht kam als unehelicher Sohn der Dienstmagd Magdalena Brunner zur Welt. Erst vier Monate nach der Geburt heiratete der Vater die Mutter. Aufgewachsen ist er in Freising. In der Schule wurde sein zeichnerisches Talent bereits erkannt. 1917/18 zog er nach Düsseldorf und begann für sechs Semester ein Studium an der dortigen Kunstakademie (bei Lothar von Kunowski). Von 1922 bis 1923 war er Lehramtskandidat an der Realschule Ohligs-Wald (Rheinland), bevor er dann im Herbst 1923 erneut nach München zurückkehrte. In München besuchte er die dortige Kunstakademie und studierte dort Malerei bei Karl Caspar. 1925 nahm er beim Plakatwettbewerb zur “Jahresausstellung der Rheinlande” in Köln teil und gewann den zweiten Preis. Die Stadt München gewährte ihm ein Reisestipendium mit dem ihm ein Italienaufenthalt möglich war. Danach war er Mitarbeiter Karl Caspars bei der Ausmalung des Bamberger Doms. Lamprecht war zu dieser Zeit Mitglied des “Deutschen Künstlerbundes”, sowie der “Münchener Neuen Secession”. 1935 wurde er mit dem Dürer-Preis der Stadt Nürnberg ausgezeichnet.
Im Dritten Reich ist Lamprecht mit seinen dezent expressiven bzw. expressiv realistischen Landschaften auf mehreren Ausstellungen vertreten. Nichtsdestotrotz wurde das Gemälde “Oberbayrische Hochebene” aus dem Bestand der Städtischen Galerie Nürnberg als “entartet” beschlagnahmt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Lamprecht 1947 Mitbegründer “Neuen Gruppe”, er engagierte sich im Kunst- und Kulturleben und stellte auf zahlreichen Ausstellungen aus. 1959 wurde ihm der Rom-Preis verliehen mit dem ihm ein Aufentalt in der Villa Massimo möglich war.
Im Schaffen Anton Lamprechts dominieren deutlich weite, zumeist menschenleere, süddeutsche (bayerische) Landschaften, daneben schuf er auch mediterrane Ansichten, Blumenbilder und Portraits.

Dieser hier gezeigt Momenteinfang aus dem “Vorfrühling im Dachauer Moor” entstand 1958 und ist sicherlich exemplarisch für das Schaffen des reifen Künstlers. Das Dachauer Moor reizte Lamprecht immer wieder zu Motiven – jeweils abhängig von der Jahreszeit, der Tageszeit und dem Wetter.
Unter einem strahlend blauen, hellblauen Himmel breitet sich die weite Landschaft in zumeist erdigen, klaren Farben und kräftigen, satten Pinselstrichen vor dem Betrachter aus. Das Braun und Grün der Landschaft wird dabei immer wieder aufgebrochen und aufgelockert durch Reste von dem letzten weißen Schnee. In der Bildmitte zeigen sich einzelne (noch) kahle (Obst-)Bäume, wodurch Lamprecht die Bildtiefe unterstützt, bevor der Blick weit hineinführt bis zu dem hintergründigen Gebirgszug.

 

 

Zu Anton Lamprecht (12.08.1901 Allershausen – 22.01.1984 München):
Maler, Zeichner.
Geboren als unehelicher Sohn der Dienstmagd Magdalena Brunner; Vater und Mutter heirateten erst vier Monate später.
Aufgewachsen in Freising.
Ab 1917/18 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf (bei Lothar von Kunowski).
1922-23 Lehramtskandidat an der Realschule Ohligs-Wald (Rheinland)
im Herbst 1923 Rückkehr nach München und dort Besuch der Kunstakademie (bei Karl Caspar)
Die Stadt München gewährte ihm ein Reisestipendium mit dem ihm ein Italienaufenthalt möglich war. Danach war er Mitarbeiter Karl Caspars bei der Ausmalung des Bamberger Doms.
1937 wurde das Gemälde “Oberbayrische Hochebene” aus dem Bestand der Städtischen Galerie Nürnberg als “entartet” beschlagnahmt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Lamprecht 1947 Mitbegründer “Neuen Gruppe”, er engagierte sich im Kunst- und Kulturleben und stellte auf zahlreichen Ausstellungen aus.
1959 wurde ihm der Rom-Preis verliehen mit dem ihm ein Aufentalt in der Villa Massimo möglich war.
Im Schaffen Anton Lamprechts dominieren deutlich weite, zumeist menschenleere, süddeutsche (bayerische) Landschaften, daneben schuf er auch mediterrane Ansichten, Blumenbilder und Portraits.

Mitgliedschaften
“Deutscher Künstlerbund”
“Münchener Neue Secession”
1947 Mitbegründer “Neuen Gruppe”

Preise
1925 2. Preis beim Plakatwettbewerb zur “Jahresausstellung der Rheinlande” in Köln
1935 Dürer-Preis der Stadt Nürnberg
1959 Rom-Preis

Literatur
— Ebnet, Werner (2016): Sie haben in München gelebt, München: Allitera Verlag, S. 354
— Eichler, Richard W. (1968): Künstler und Werke, München: Lehmann, S. 123
— Zimmermann, Rainer (1994): Expressiver Realismus. Malerei der verschollenen Generation, München: Hirmer, S. 406
— „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon“ (AKL), De Gruyter-Verlag, Onlineversion