F R I T Z   B L U M   (21.01.1901 München – 29.04.1994 ebd.)

 

Weitere Werke von Fritz Blum

 

 

Revolution – Redner vor Volksmenge (um 1930)

Tuschfeder (partiell mit Deckweiß gehöht) auf Karton

€ 630,-

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Titel
ohne Titel [Revolution – Redner vor Volksmenge]

Technik
Tuschfeder (partiell mit Deckweiß gehöht) auf Karton

Signatur
unten rechts signiert „F. Blum“

Jahr
undatiert [um 1930]

Größe
Größe: 24,8 x 17,3 cm (Blatt) bzw. 23,2 x 15,8 cm (Zeichnung)

Zustand
Ecken minimal bestoßen; in den Randbereichen leicht nachgedunkelt und etwas farbfleckig; verso leichte Lagerspuren, schwach fleckig

 

 

Fritz Blum wirkte in München als Maler, Grafiker und Konservator. Seine Ausbildung erhielt er an der Münchner Kunstgewerbeschule und wohl auch an der dortigen Kunstakademie. Seine damaligen Lehrer waren Hugo von Habermann und Julius Diez. Bereits 1919 erhielt er den Kunstpreis der Stadt München und zehn Jahre später (1929) wurde ihm der bedeutende Dürer-Preis der Stadt Nürnberg zugesprochen.
Ob es das von Brigitte Huber für das Jahr 1934 angegebene Ausstellungsverbot [1] de facto gab ist fraglich, lässt sich Blum doch zumindest für das Jahr 1935 auf jeweils einer Ausstellung in München und Berlin nachweisen. Dies sind dann aber auch die einzigen belegbaren Ausstellungsbeteiligungen während der Zeit des Dritten Reichs. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte Fritz Blum u. a. als Restaurator von Kirchen in beispielsweise Landshut und Altötting.

Diese vorliegende Zeichnung wird der Ausführung und dem Motiv nach dem frühen Schaffen, das heißt um 1930, zuzuordnen sein. Unter Umständen hat Blum das Werk als Illustrationsvorlage geschaffen.
Das Werk lässt sich als Motiv zum Themengebiet der Revolution verstehen. – Eine dichte, sehr detaillierte und kraftvolle Komposition, die in ihrem schwungvoll expressiven Strich und auch der Darstellung der Menschen, der Gesichter in Teilen an Albert Birkle und weitere neusachliche Künstler der Zwischenkriegszeit erinnert.
Dieses Blatt ist dem Aufbau nach ganz klar gegliedert. Auf einer Treppe, vor einem Säuleneingang steht ein Volksredner, der in wilder, emotionaler Gestik eine Ansprache zu einer Volksmenge hält. Auf den Treppen und davor haben sich zahlreiche Menschen versammelt, die mal mehr mal weniger aufmerksam dem Agitator lauschen. Die Anonymität der Masse löst sich erst im Vordergrund auf, wenn Blum einzelne Figuren detaillierter und individueller herausarbeitet. Ganz bezeichnend sind dabei die so unterschiedlichen Mimiken, die sich in den von Leid und Sorgen geprägten Gesichtern ablesen. Selbst die Kinder wirken mit ihren dürren Körpern und den eingefallenen Gesichtern mehr wie alte Greise und unterstreichen damit die dort gegenwärtige soziale Not und Armut.
Zeichnerisch eine ganz vorzügliche, dichte Komposition, welche neben der herausragenden Ausführung, besonders durch das gewählte Sujet ungemein reizvoll ist.

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[1] Brigitte Huber: Fritz Blum, in: „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, De Gruyter-Verlag, Onlineversion.

 

 

Zu Fritz Blum (21.01.1901 München – 29.04.1994 ebd.):
Maler, Zeichner, Restaurator, Grafiker.
Besuch der Münchner Kunstgewerbeschule und wohl auch der dortigen Kunstakademie.
In München lebte er in der Georgenstraße 83/4 (um 1935) und später in der Leopoldstraße 25/4.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte Fritz Blum u. a. als Restaurator von Kirchen in beispielsweise Landshut und Altötting.
1935 Beteiligung an der „Großen Münchner Kunstausstellung“ (Neue Pinakothek, München); 1935 Beteiligung an der „Herbst-Ausstellung“ (Preußische Akademie der Künste, Berlin).

Preise
1919 Kunstpreis der Stadt München
1929 Dürer-Preis der Stadt Nürnberg

Literatur
— Brigitte Huber: Fritz Blum, in: „Artists of the World (AOW) / Allgemeines Künstlerlexikon (AKL)“, De Gruyter-Verlag, Onlineversion