B R I E F B E S C H W E R E R M I T H E L G O L A N D – M O T I V (um 1898)
Briefbeschwerer mit Helgoland-Motiv (um 1898)
Helgoland-Briefbeschwerer mit Glas
€ 200,-
Titel
„Helgoland“ [so unten mittig in Gold bezeichnet]
Technik
Helgoland-Briefbeschwerer mit Glas
Jahr
undatiert [um 1898, rückseitige Widmung datiert auf 1898]
Größe
Größe: 11 x 6,7 x 2 cm (unterer Motivteil) bzw. 10,7 x 6,5 x 1,5 cm (Glas) bzw. 11 x 6,7 x 3,3 cm (komplett).
Zustand
unterer Motivteil – Ecken und Kanten etwas berieben, fleckig, an den Ecken mit kleinen Einrissen; der obere bräunliche Rand etwas berieben und mit sehr kleinen Materialverlusten; Unterseite berieben und fleckig
oberer Glasteil – Glas etwas fleckig und schwach berieben; an den Ecken minimalste Abriebe
Provenienz
Auf der Unterseite handschriftlich bezeichnet (teilweise abgerieben und unleserlich): “Zur Erinnerung an den Aufenthalt mit deinen Eltern auf Helgoland vom 30 August bis [?] September 1898 von deinem Vater”
Mit dem anwachsenden Tourismus im 19. Jahrhundert wuchs auch die Zahl der offerierten Memorabilia bzw. Reisemitbringsel an, da diese einen ganz neuen Markt darstellten. Neben Schneekugeln, Guckkästen, Büchern, Panoramen,… gab es dann eben auch Briefbeschwerer (paperweights) mit markanten Reise-, Urlaubsmotiven. Diese Objekte sind nun nicht bloß als Tourismusutensilien zu sehen, sondern haben neben dem rein historischen Wert auch eine interessante soziokulturelle Relevanz.
Veronica della Dora beschreibt gerade diese Reisemitbringsel als „travelling landscape-objects“. Die die Erinnerung prägende Bedeutung dieser Objekt sieht sie u. a. darin, dass diese „acknowledge the significance of place and its cultural and material specificities. It is to material objects, places and icons that we attach feelings, that we anchor memories. It is from them, or rather from our encounter with their material agencies, that narratives depart.“ [1]
Und explizit zu den damaligen Briefbeschwerern als Mitbringsel bzw. „travelling landscape-object“ schreibt sie: „Landscape-objects do not come only in paper and cardboard. At least since the nineteenth century, for example, they have been floating within crystal paperweights and snow globes. Victorian scenic paperweights created ‘a sentimental geography that is reproduced to this day as the quintessential travel memento’ (Olalquiaga, 1998: 59). Souvenir paperweights crystallize time and space“. [2]
Dieser hier vorliegende, liebevoll und fein ausgeführte Briefbeschwerer mit Helgoland-Motiv ist ein treffliches Beispiel für ein solches Objekt. Durch die rückseitige handschriftliche Widmung eines Vaters an die Tochter erhält dieses zudem einen sehr persönlich biografischen Aspekt.
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[1] Veronica della Dora: Travelling landscape-objects, in: Progress in Human Geography, vol. 33, no. 3, S. 334-354 [hier: 350].
[2] Ebd., S. 341.















