W E R N E R    S I E L O F F    (03.03.1899 Berlin – 14.11.1974 ebd.)

 

Weitere Berliner Künstler

 

 

Werner Sieloff: Küstenansicht (Rügen) (1964)

 

Werner Sieloff: Marcel Marceau (1923-2007) in seiner Rolle als „Bip“ (o.J.)

 

Zu Werner Walter Felix Sieloff (03.03.1899[1] Berlin – 14.11.1974 ebd.):
Maler, Zeichner, Grafiker.
Sohn des Kaufmanns Karl Ernst Albrecht Sieloff und dessen Ehefrau Helene Klara Frederike, geb. Ewert. Die Familie lebte in der Bernauer Straße 37.
Anfangs, auf Wunsch des Vaters, Studium des Maschinenbaus.
Ab 1916 Kriegsfreiwilliger.
1919-24 Studium der Malerei, Grafik, Bildhauerei an der Kunstakademie Königsberg (bei Richard Pfeiffer, Arthur Degner, Stanislaus Cauer).
Weiterhin Studium in Dresden und in Berlin (bei seinem früheren Lehrer Arthur Degner).
In Berlin hatte er Kontakt zu Lovis Corinth, der ihn auch förderte.
Nach Studienabschluss in Königsberg als freischaffender Künstler ansässig.
1923 malte er, als KPD-Mitglied, mehrere Bildnisse Lenins. Weiterhin war er Mitarbeiter der in Königsberg publizierten kommunistischen Zeitung “Echo des Ostens”.
1929 Heirat in Königsberg mit Erna Rosa Maria, geb. Hofmihlen (1899 München – 1983 Berlin).
1937 wurde eines seiner Werke in Berlin als “entartet” beschlagnahmt.
In Königsberg lebte das Paar in der Pulverstraße 5a.
Im Zweiten Weltkrieg Kriegsdienst.
1944 wurden Wohnung und Atelier in Königsberg zerstört.
1945 desertierte er und lief zur Roten Armee über. Sieloff wirkte mit beim “Nationalkomitee Freies Deutschland”.
Nach Kriegsende kehrte er nach Berlin zurück und engagierte sich am kulturellen Aufbau.
Ab 1948 leitete er die Ausstellung des Berlin-Pankower Amts für Kunst.
In den 1950er/60er Jahren entstanden vor allem Grafiken, Grafikfolgen und Illustrationen.
Zuletzt lebte das Paar in der Wodanstraße 7 in Berlin-Hessenwinkel.

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[1] Zumeist wird als Geburtsjahr 1898 angegeben, was jedoch irrig ist. Das korrekte Jahr 1899 ergibt sich anhand der Geburtsurkunde (Stadtarchiv Berlin, Nr. 827/1899).

Mitgliedschaften
ab 1920 KPD
ab 1946 „Vereinigung sozialistischer Künstler Berlins”
„Verband Bildender Künstler der DDR“

Sammlungen
Berlinische Galerie
Burg Beeskow (Nachlass)

Einzelausstellungen
1970, Klubhaus zu den Sieben Raben, Berlin-Köpenick
1977, Neue Münchner Galerie, München